St.-Paulus-Dom (Münster)

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St.-Paulus-Dom vom Domplatz aus
Ansicht von Norden (vom Buddenturm aus)
St.-Paulus-Dom und weitere Gebäude auf einer Briefmarke der Deutschen Bundespost (14. Januar 1993)
Fassade vom St.-Paulus-Dom bei Nacht

Der St.-Paulus-Dom ist eine römisch-katholische Kirche in Münster (Westfalen) unter dem Patrozinium des Apostels Paulus. Die Kathedrale des Bistums Münster zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten in Münster und ist neben dem historischen Rathaus eines der Wahrzeichen der Stadt. Verwaltet wird der Dom vom Domkapitel Münster.

Der Dom steht im Herzen der Stadt auf einer kleinen Anhöhe, Horsteberg genannt, die halbkreisförmig durch den Straßenzug von Spiekerhof, Roggenmarkt, Prinzipalmarkt und Rothenburg umgrenzt wird. Dieses Gebiet, samt Domplatz und angrenzenden Gebäudeflächen, bildete die alte Domburg und Domimmunität. Für diesen Bezirk hat der Dom heute die Funktion einer Pfarrkirche. Westlich des Doms liegen das Bischofspalais sowie eines der ehemaligen Kuriengebäude. An der Stelle der weiteren, ehemals um den Domplatz befindlichen Kuriengebäude stehen unter anderem Gebäude der Universität Münster, der Bezirksregierung Münster und das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.

Die Kathedrale hatte zwei Vorgängerbauten: Der erste Dom (sogenannter Ludgerus-Dom, 805–1377) stand nördlich des heutigen Doms; der zweite Dom wurde im 10. oder 11. Jahrhundert erbaut und mit Errichtung des dritten, des heutigen Doms in den Jahren 1225–1264 abgerissen. Das mächtige Westwerk mit seinen nahezu identischen Türmen war bereits um das Jahr 1192 an den zweiten Dom angebaut worden, und wurde in den dritten Dom einbezogen. Der St.-Paulus-Dom vereinigt Stilelemente der Romanik mit dem Westwerk, das heißt mit dem Alten Chor und den Westtürmen, und der Gotik im angrenzenden Basilika-Bau, mit den beiden Querschiffen, dem Langhaus, dem Hochchor und dem Kapellenkranz.

Im Dom befindet sich die Grabstätte des ehemaligen Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, der kurz vor seinem Tod im Jahre 1946 zum Kardinal erhoben worden war und 2005 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen wurde.

Mit der (jeweiligen) Weihe wurde jeder Dombau zur Bischofskirche des Bistums Münster. Daneben hatten die einzelnen Dombauten, zumindest zeitweise, zusätzliche Funktionen.

Der erste karolingische Dom war gleichzeitig die Stiftskirche für die nach der Regel des heiligen Chrodegangs lebenden Brüder des von Liudger gegründeten Klosters.

Jeder Dombau hatte zudem die Funktion einer Pfarrkirche. Der Pfarrbezirk umfasste ursprünglich ganz Münster. Nachdem in Münster weitere Pfarrbezirke gegründet worden waren, wurde der Pfarrbezirk des Doms im Jahre 1090 auf die alte Domburg und Domimmunität beschränkt.

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, in der der Dritte (heutige) Dom erbaut wurde, wurde auf dem Domplatz die Kirche St. Jacobi errichtet. Mit der Fertigstellung dieser Kirche verlor der im Bau befindliche Dom seine Funktion als Pfarrkirche gänzlich. Seit dem Abriss der Jakobikirche im Jahre 1812 ist der Dom wieder Pfarrkirche für den oben genannten begrenzten Bezirk.

Inhaltsverzeichnis

Vorgängerbauten (1. und 2. Dom)[Bearbeiten]

Der heutige St.-Paulus-Dom ist bereits der dritte Dom des Bistums Münster. Er wurde in der Zeit zwischen 1225 und 1264 erbaut. Vorgängerbauten waren ein karolingischer Dom (erster Dombau) und ein ottonischer Dom (zweiter Dombau)

Nachfolgend ein Überblick über die drei Dombauten:[1]

Jahrhundert Jahr Bauten Baustil Bestand
9. 805 Erster Dom (Ludgerus-Dom) karolingisch bis 1377
10./11. unklar Zweiter Dom ottonisch bis ca. 1225
12. 1192 Westwerk (Alter Chor, Türme) romanisch weitgehend erhalten
13. 1225–1264 Dritter Dom (Paulus-Dom) gotisch

Karolingischer Dom (805 bis 1377)[Bearbeiten]

Der erste Dom entstand nach der Ernennung des heiligen Liudger zum Bischof von Münster im Jahre 805. Er wird deshalb als Dom des heiligen Liudger oder Ludgerus-Dom bezeichnet.

Mutmaßliches Aussehen[Bearbeiten]

Lange wurde angenommen, dass es sich bei dem ersten Dom um eine kleinere Kirche handelte, insbesondere nach der Gründungsgeschichte von Tibus. Erst 1904 vermutete Savels, dass der ursprüngliche Dom eine dreischiffige Basilika war. Die Breite berechnete er anhand der nördlichen Flucht des Domplatzes und kam auf etwa 20 Meter.[2]

Gesichertere Erkenntnisse erbrachten im Jahre 1936 Ausgrabungen von Wieschebrink, dem ehemaligen Direktor des Bischöflichen Museums. Sie ergaben, dass der Dom des heiligen Liudger zu großen Teilen an der Stelle stand, die jetzt vom Kreuzgang und dem Domherrenfriedhof eingenommen wird. Aus den Überresten der Fundamente konnte geschlossen werden, dass das nördliche Seitenschiff einschließlich der Außenmauer mit den Fundamenten der Pfeiler etwa 8,3 Meter breit war. Mit der Prämisse, dass das Hauptschiff – wie bei frühen Kirchenbauten des Mittelalters üblich – doppelt so breit war wie ein Seitenschiff, muss der erste Dom insgesamt 27,6 Meter breit gewesen sein. Die Länge wurde aufgrund der Ausgrabungen mit 31,2 Metern ermittelt.

In der nordwestlichen Ecke des Bauwerkes fand Wieschebrink zusätzliche, rechtwinklig angeordnete Mauerfundamente, mit zwei Meter erheblich dicker als die restlichen Mauern. Aus diesen Überresten ermittelte er einen quadratischen Turm mit einer Kantenlänge von etwa 8,3 Metern.

Bestand[Bearbeiten]

Der Ludgerus-Dom stand nördlich des heutigen Doms, etwa dort, wo sich heute der Kreuzgang samt Domherrenfriedhof, die Marienkapelle und die Sakristei befinden. Er wurde erst im 14. Jahrhundert abgerissen, weit nach der Errichtung des dritten Doms. Er überdauerte damit auch den zweiten ottonischen Dom aus dem 10. bis 11. Jahrhundert.

Bis zu seinem Abriss blieb der Ludgerus-Dom weitgehend unangetastet. Nach der Weihe des zweiten Doms wurde er zunächst fast 100 Jahre lang nicht genutzt. In dieser Zeit wurde auf Veranlassung von Bischof Dodo ein Teil der Südwestecke für den Bau einer Kapelle abgetrennt. Erst mit der Gründung des Kollegiatstifts Alter Dom durch Bischof Burchard erhielt der Ludgerus-Dom wieder eine Funktion: Er wurde vom Kapitel als Chor genutzt.

Am 18. August 1377 bestätigte Bischof Florenz von Wevelinghofen, dass sich die beiden Dombauten (erster und dritter Dom) gegenseitig das Licht nähmen, und gestattete den Abriss des Ludgerus-Doms. Nach dessen Abriss wurde nordwestlich des ersten Doms der sogenannte „Alte Dom“ errichtet. Dieser Ersatzbau diente dem Kapitel des Ludgerus-Doms als Chor.

Ottonischer Dom (10./11. Jahrhundert bis 1225)[Bearbeiten]

Der zweite Dom wurde in unmittelbarer Nähe südlich des ersten Doms erbaut. Er befand sich an der Stelle des heutigen (dritten) Doms.

Bauzeit ungewiss[Bearbeiten]

Über seine Bauzeit gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Der Kunsthistoriker Max Geisberg (1875–1943) ging davon aus, dass der zweite Dom während der Amtszeit von Bischof Dodo in der Zeit zwischen 967 und 993 erbaut wurde. Diese Vermutung wird dadurch gestützt, dass bereits im 10. und frühen 11. Jahrhundert andere bedeutende Dombauten ein Westquerschiff hatten. Dieses Querschiff wurde demnach beim Bau des dritten Doms wiederverwendet. Angesichts der mutmaßlichen Bauzeit in der Epoche der Ottonen-Herrschaft wird der zweite Dom als ottonischer Dom bezeichnet.

Das Bistum Münster geht davon aus, dass der zweite Dom in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts erbaut wurde, im Anschluss an einen Brand des ersten Doms mutmaßlich im Jahre 1071. Danach wurde der zweite Dom ab dem Jahre 1071 oder im Jahre 1090 errichtet.[3]

Die Angaben des Bistums stehen nicht zwangsläufig im Widerspruch zu den Schätzung Geisbergs. Sie beruhen auf einer urkundlichen Erwähnung der Weihe der zweiten Domkirche im Jahre 1090, was auch nach dem Wiederaufbau nach einem Feuer gewesen sein kann. So brannte beispielsweise die Überwasserkirche nur wenige hundert Meter entfernt im Jahre 1071 vollständig nieder.

Mutmaßliches Aussehen[Bearbeiten]

Der Ottonische Dom wurde für den Neubau des dritten Doms größtenteils abgebrochen; von der Basilika selbst sind heute nur noch Fragmente der Südwand des Seitenschiffs erhalten.

Das Mauerwerk des westlichen Querschiffs wurde damals in den Neubau einbezogen. Bis heute erhalten sind daher ein Großteil der Westwand des ottonischen Querschiffs (mit Ausnahme des mittleren Teil, wo um 1190 der Alte Chor angebaut wurde), Teile der Südwand (die als nördliche Innenwand in den Bau der Paradiesvorhalle einbezogen wurde), große Teile der Nordwand und Teile der Wände des Obergeschosses der Ostseite.

Es existieren keine Baupläne oder bildliche Darstellungen, anhand derer sich die Ausmaße des zweiten Dombaues rekonstruieren ließen. Da der heutige „dritte“ Dom an die Stelle des zweiten Doms gesetzt wurde, konnten keine Ausgrabungen durchgeführt werden, um Erkenntnisse insbesondere über dessen Gesamtlänge zu gewinnen. Anhand der erhaltenen Mauerreste lassen sich nur die Ausmaße des westlichen Querschiffs des zweiten ottonischen Doms bestimmen (etwa 36,6 m in Nord-Süd-Richtung, und 12,4 m in West-Ost-Richtung), sowie Aussagen über die innere Breite der Seitenschiffe (etwa 6 m) und des Hauptschiffes (etwa 12 m), über die Stärke der Außenwände der Seitenschiffe (etwa 1 m) und die Stärke der Wände zwischen Haupt- und Seitenschiffen (etwa 1,5 m) treffen. Insgesamt muss der zweite Dom etwa 30 m breit gewesen sein.

Baugeschichte des heutigen Doms (ab 1192)[Bearbeiten]

Die Zahlen und Buchstaben in Klammern zu Begriffen im nachfolgenden Teil verweisen auf die Position im Grundrissplan auf der rechten Seite.

Romanischer Westbau (ab 1192)[Bearbeiten]

Grundriss um 1761
Großbuchstaben = Räume, Zahlen = Ein/Zugänge. hellgrün = heute nicht mehr existierende Räume; gelb = ehem. Apostelgang; blau = ehem. Alter Dom

Bereits um das Jahr 1192 war auf Veranlassung von Bischof Hermann II. von Katzenelnbogen, und auf dessen eigene Kosten, an der zweiten (ottonischen) Domanlage ein neuer Westbau errichtet worden.[4] Dabei handelt es sich um den Alten Chor (B), der die bisherige Westapsis ersetzte, flankiert von den beiden Türmen (A und C) im Stile der Romanik.

Dieser Westbau wurde in den Bau des dritten Doms integriert und ist in seinen Grundzügen bis heute erhalten.

Gotischer Dom (1225–1264)[Bearbeiten]

Der Grundstein für den dritten, den heutigen St.-Paulus-Dom wurde im Jahre 1225 von Bischof Dietrich III. von Isenberg gelegt. Bauherr war, anders als bei den beiden Vorgängerbauten, nicht der Bischof, sondern das Kapitel des Neuen Doms, das zwischenzeitlich deutlich an Einfluss gegenüber dem Bischof gewonnen hatte.

Im Jahre 1264 wurde der St.-Paulus-Dom nach knapp 40-jähriger Bauzeit vollendet und am 30. September 1264 durch Bischof Gerhard von der Mark geweiht.

Es entstand eine gewölbte Basilika mit doppeltem Querschiff im Stile der Gotik. Der Dom ist insgesamt 108,95 Meter lang. Das westliche Querschiff ist einschließlich der Paradiesvorhalle 52,85 Meter breit, ohne sie 40,53 Meter. Das Langhaus (G) zwischen den beiden Querschiffen hat mit den Seitenschiffen (H und I) eine Breite von 28,3 Metern, das östliche Querschiff von 43,3 Metern. Für den Bau wurden große Teile seines Vorgängers abgetragen, andere Teile wiederverwendet. Dazu gehörten der Westbau, Teile des westlichen Querschiffs (D und E) sowie Mauerteile des südlichen Seitenschiffs (I). Daraus ergab sich eine Mischung von Stilelementen der Romanik, hauptsächlich mit den beiden romanischen Türmen des Westbaus, und der Gotik.

14. Jahrhundert[Bearbeiten]

Kreuzgang, Nordflügel

Im Jahre 1377 wurde der erste Dom abgerissen und nördlich davon der sogenannte Alte Dom (e) errichtet. Es war ein Ersatzbau für das Kapitel des alten (Ludgerus-)Doms, das dort seinen Chor besessen hatte. Wie der heutige (dritte) Dom wurde der Alte Dom im gotischen Stil errichtet.

1390 wurden die Marienkapelle (W), die Annenkapelle (Y) und die Elisabethkapelle (Z) errichtet, von denen die beiden letztgenannten Kapellen 1885 in die neue Sakristei einbezogen wurden. In der Zeit von 1390 bis 1395 wurde der Kreuzgang (U) gebaut. Dabei musste ein Teil des kurz zuvor errichteten Alten Doms wieder abgetragen und nach Westen versetzt werden. Der Alte Dom war seitdem bis zu seinem Abriss im Jahre 1875 durch die Achse des Westquerschiffes und den westlichen Kreuzgangsarm begrenzt.

16./17. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Westfassade mit Domplatz im Jahr 1784

Um das Jahr 1516 wurde das (vormals hochgotische) Westportal (2) erweitert und im spätgotischen Stil umgestaltet.

Während der Herrschaft der Täufer in Münster in den Jahren 1534 und 1535 blieb der Dom nicht von den Verwüstungen durch die Täufer verschont. Beim Bildersturm 1534 wurden zahlreiche Bilder und Figuren wie die von Heinrich Brabender zerstört, ebenso die erste Astronomische Uhr aus dem Jahre 1408, da sie mit biblischen Bildern verziert war.

Nach dem Ende der Täuferherrschaft wurden das Innere des Doms und der Kapitelsaal (T) neu gestaltet. Heinrich Brabenders Sohn Johann Brabender schuf neue Skulpturen als Ersatz für die zerstörten. Ludger und Hermann tom Ring, zwei bedeutende westfälische Maler, malten den Dom neu aus. In den Jahren 1540 bis 1542 wurde die noch erhaltene Astronomische Uhr eingebaut. In den Jahren 1542 bis 1549 folgte der zweite Lettner, der 1870 abgerissen wurde.

Im 16. Jahrhundert wurden der Haupteingangsbereich des Doms, das sogenannte Paradies (F) und die südliche Schaufront des Ostquerhauses (M) neu gestaltet, in Teilen erweitert und mit Skulpturenschmuck ausgestattet; gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde an den Chorumgang ein Armarium angebaut, die heutige Kreuzkapelle (R).

1663 ließ Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen südlich des Armariums, an den Chorumgang drei Kapellen erbauen (O–Q). Die nach ihm benannten Von Galenschen Kapellen sind nach ihrer Form Kopien des Armariums. 1697 wurde im Winkel zwischen dem nördlichen Teil des Ostquerschiffs (sogenannter Stephanuschor, K) und dem nördlichen Seitenschiff die Vikariensakristei (J) errichtet. Nach dem Bau der Sakristei (X) im Jahre 1885 wurde in der Vikariensakristei zunächst der Domschatz untergebracht. Heute befindet sich dort die Sakramentskapelle.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

1885 wurde zwischen Marienkapelle (W) und Kapitelsaal (T) eine neue Sakristei (X, „Grundriss des Doms heute“) errichtet. Für diesen Neubau mussten die sich südlich an die Marienkapelle anschließende St.-Anna-Kapelle (Y), die auch als Margareten-Kapelle bekannt war, die südlich davon gelegene, westlich an den Kapitelsaal angrenzende St.-Elisabeth-Kapelle (Z) und der Verbindungsgang zwischen Kreuzgang und Ostseite des Doms weichen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom durch Bombentreffer schwer beschädigt. Beim Einsturz der Gewölbe und Wände wurden insbesondere die Wand- und Deckenmalereien von Hermann tom Ring aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sowie das bedeutende Westportal aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts (2) zerstört. Das Inventar war rechtzeitig ausgelagert worden und blieb verschont.

In den Jahren 1946 bis 1956 wurde der Dom wieder aufgebaut. Mit Ausnahme der oben erwähnten Malereien und des Westportals wurde der Dom weitgehend originalgetreu rekonstruiert. So befinden sich die Altäre und Epitaphien weiterhin an ihren ursprünglichen Plätzen.

In den Jahren 1955/56 wurden der Hochchor (N), der Altarraum (L) und das Ostquerschiff nach Entwürfen von Emil Steffann liturgisch neu geordnet. Der ursprünglich im Hochchor aufgestellte barocke Hochaltar wurde an die Westwand des Alten Chores (Westchor, A) versetzt. An dessen Stelle befindet sich im Hochchor die Kathedra. Der Hauptaltar (Volksaltar) wurde freistehend und zentral in den Vierungsraum (L) gestellt, die Kirchenbänke sind von drei Seiten um den Altar gruppiert.[5]

1981 wurde die neue Domkammer eröffnet. Sie grenzt an den nördlichen Kreuzgangarm und beherbergt den Domschatz mit Kunst- und Kulturgegenständen aus mehr als 1200 Jahren seit der Gründung des Bistums.

In den Jahren 1985 bis 1990 wurden die Fenster der Seitenwände des Chorumganges (S) und des angrenzenden Kapellenkranzes (O–R) neu gestaltet. Es handelt sich dabei um einen Zyklus von 17 Glasfenstern, die von dem Glaskünstler Georg Meistermann entworfen wurden. Die Kompositionen der Fenster sind von abstrakt-geometrischen Farbflächen und symbolhaft-biblischen Motiven bestimmt.[6]

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Sanierung (2009 – 2013)[Bearbeiten]

Von 2009 bis Anfang 2013 wurde der Dom umfassend saniert, zunächst die Fassaden des Westchores, der Westtürme und des Salvatorgiebels sowie der Dachstuhl. Die etwa 5500 Quadratmeter große Dachfläche wurde neu mit Kupfer eingedeckt. Es folgten ab Ende 2011 die Innenarbeiten, die Erneuerung des Heizungs- und Lüftungssystems sowie der Elektrik samt Beleuchtung und Lautsprecheranlage, Brandschutzvorkehrungen und der Innenanstrich.[7] An der Renovierungsphase vom 7. Juni 2010 bis 15. Februar 2013 waren 15 Büros und 51 Handwerksbetriebe mit 350 Mitarbeitern beteiligt. Während dieser Zeit wurden 10.000 Quadratmeter Wand- und Gewölbeflächen aufgefrischt und 24 Kilometer Kabel verlegt. Ein komplett neues 5.500 Quadratmeter umfassendes Kupferdach wurde während der ersten Sanierungsphase installiert. Decken, Wände und Kunstwerke im Dom wurden gesäubert und farblich neugefasst. Im Zuge der Erneuerung der Technik wurde eine energiesparende Erdwärmeheizung, eine moderne LED-Beleuchtung und eine neue Mikrofonanlage installiert. Die digitale Lautsprecheranlage wurde zudem neu konzipiert und auch für Hörgeschädigte auf den neuesten Stand gebracht. Am Portal zur astronomischen Uhr wurde ein behindertengerechter Zugang eingefügt. Der Glockenstuhl wurde aus Eichenholz neu gezimmert. Die Steuerung von Licht, Mikros und Glocken erfolgt von einer Leitstelle in der Sakristei aus. Eine aus „Lichtspeiern“ (bei diesen handelt es sich um „kleine, aus der Wand ragende Messingarme, die wie Wasserspeier aussehen und ihr LED-Licht nach unten zu den Gläubigen und nach oben an Wand und Decke werfen, sodass der Dom mit seinem Gewölbe auch indirekt strahlt“)[8] und Strahlenkränzen bestehende Beleuchtung sorgt für helles Licht. Die Gesamtkosten all dieser Maßnahmen beliefen sich auf rund 14 Millionen Euro.[9] Während der Sanierung wurde auch die Grablege der Bischöfe unter dem Westchor zugänglich gemacht; der Zugang befindet sich in der südlichen Turmkapelle (C). Die Bauarbeiten gaben die Gelegenheit für archäologische Untersuchungen unter dem Westchor und der Sakristei.[10] Der Dom wurde am 15. Februar 2013 wiedereröffnet.[11]

Ehemaliges Westportal[Bearbeiten]

Der Westbau besaß zu Beginn kein eigenes Portal. Der „ Alte Chor“ ließ sich wahrscheinlich nur von innerhalb des Doms (vom Westquerschiff aus) betreten; der Zugang befand sich vermutlich am südlichen Ende der Ostwand des Alten Chores.

Hochgotisches Portal (um 1400)[Bearbeiten]

Um das Jahr 1400 wurde in die Westwand des Alten Chores ein (erstes) Portal im hochgotischen Stil eingebaut, das in etwa dem späteren Portal im spätgotischen Stil (s.u.) entsprach.

Westwerk mit bedeutendem spätgotischen Westportal um 1900
Vereinfacht wiederaufgebautes Westwerk. Deutlich sichtbar: Unterschiede zwischen den Türmen

Die Nischen des Türbogens waren mit Figuren verziert. Es ist anzunehmen, dass auf der linken Seite eine Sirene, ein Lamm und Löwe angebracht waren, auf der rechten Seite Phönix, ein Pelikan und ein Adler. Zusätzliche Verzierungen bestanden aus Blendmaßwerk-Wimpergen sowie mit Blattschmuck und gekrönten, langhaarigen Frauenköpfen verzierte Konsolen. Diese letztgenannten sollen jedoch während der Herrschaft der Täufer in Münster in den Jahren 1534/35 sehr gelitten haben, nachdem die Täufer einen Bildersturm entfacht und somit viele Skulpturen und Figuren zerstört hatten.

Spätgotisches Portal (um 1516)[Bearbeiten]

Um das Jahr 1516 wurde das Portal umgestaltet und erweitert. Dabei handelte es sich um eine der bedeutendsten Erweiterungen des Doms: Es entstand das bedeutende Westportal im spätgotischen Stil, das fast 450 Jahre Bestand hatte.

Das Giebeldreieck aus Bruchstein wurde durch ein Dreieck aus Werksteinquadern ersetzt und zudem mit Bildern und Skulpturen reich verziert. Über dem Portal wurde eine Maßwerkgalerie mit riesigen 9,62 Meter hohen und 6,7 Meter breiten Maßwerkfenstern angelegt. An den Seiten waren Figuren von Paulus und Petrus angebracht. Oberhalb der Maßwerkgalerie zeigten drei Spitzbogennischen lebensgroße Figuren vom Einzug Christi in Jerusalem. Die Figurenbilder waren in der mittleren Nische 2,4 × 2,3 Meter groß, in der linken Nische 1,98 × 1,54 Meter und in der rechten 1,84 × 1,37 Meter. Sie wurden durch Heinrich Brabender gefertigt und überstanden als einzige Figuren in Münster den Zerstörungen der Täufer, wahrscheinlich weil sie wegen der hohen Anbringung nicht einfach zugänglich waren. Zwei Konsolsteine des Bildhauers Heinrich Brabender vom Westwerk, von denen wahrscheinlich eines das Selbstbildnis Brabenders zeigt, befinden sich im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.

Im Zuge einer Renovierung des Westportals im Jahre 1850 wurden die Maßwerkgalerien und Fialen oberhalb des Giebels erneuert. 1904 wurde die Butzenscheiben-Verglasung durch ein Glasgemälde ersetzt, das von Kaiser Wilhelm II. gestiftet und von dem Künstler Carl de Bouché geschaffen wurde. Das Fensterbild zeigte das Treffen von Karl dem Großen, Papst Leo III. sowie Liudger im Jahre 799 in Paderborn.

Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war das Westportal mit einem durch eine Steinbalustrade und hohen Eisengittern vom Domplatz abgetrennten Vorhof versehen. Er entstand frühestens 1710, spätestens 1748. Den Zugang zierten auf der einen Seite eine von Johann Christoph Manskirch geschaffene, 1,66 Meter hohe und 1,74 Meter breite Darstellung der Religion in Form einer auf Wolken thronenden Frau mit Kreuz und Gesetzestafeln. Während ein kleiner Engel auf die Gesetze verweist, ist zudem ein in die Tiefe stürzender Knabe mit einer Schlange in der Hand dargestellt gewesen. Die Darstellung auf der anderen Seite ist nicht überliefert und aus alten Lichtbildern nicht zweifelsfrei zu erkennen. Max Geisberg schätzt sie als eine Darstellung der Kirche, Guilleaume hingegen als eine Darstellung des Alten und Neuen Testaments. Der Vorhof wurde 1873 wieder entfernt, wobei die Eisengitter an die Grafen von Landsberg verkauft worden sein sollen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Bei einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg wurde das Portal zerstört und nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut. Die Reste des Westportals wurden beseitigt und durch eine schlichte Wand aus Sandstein ersetzt.

Zuvor war es, unter Denkmalpflegern und auch innerhalb der Bevölkerung Münsters, zu hitzigen Diskussionen darüber gekommen, wie das Portal letztendlich wiederaufgebaut werden sollte. Die Pläne des damaligen Bischofs Michael Keller für das ursprüngliche romanische Westportal führten zu einem Ansturm von Protestleserbriefen an die Westfälischen Nachrichten.[12] Aber auch sie änderten nichts mehr an der Entscheidung des Bischofs.

Nach einem Entwurf von Fritz Thoma wurden in die Westwand zwölf kreisförmig angeordnete Rundfenster eingebaut, die weitere vier quadratisch angeordnete Rundfenster umschließen. Diese Gestaltung lehnt sich mit deutliche Spuren der Baukunst der 1950er-Jahre an das ursprüngliche romanische Westwerk an. Unter der Bevölkerung kursieren spöttische Bezeichnungen für die 16 Rundfenster. So ist etwa von „Keller-Fenstern“ (in Anlehnung an den damaligen Bauherren Bischof Keller), von „Seelenbrause“[12] oder „Wählscheibe Gottes“[12]die Rede.

Der ehemalige Lettner[Bearbeiten]

Lettner (Stahlstich, 19. Jhd.)

Bis zum Jahre 1870 war der Vierungschor vom Langhaus durch einen großen Lettner aus Baumberger Sandstein getrennt, der die beiden westlichen Pfeiler der Vierung verband (F). Der Lettner wurde in den Jahren 1542–1549 von den Brüdern Franz und Johann Brabender geschaffen, als Ersatz für den ersten (gotischen) Lettner aus dem 13. Jahrhundert, der während der Täuferherrschaft in Münster zerstört worden war.

Der Lettner von 1549 war ein sogenannter Arkaden- bzw. Hallenlettner, der als Halle frei im Raum stand. Abgesehen von diesem Lettner war der Vierungschor zum Ostquerhaus, d. h. zum Stephanus- und zum Johanneschor hin durch je eine Maueranlage zwischen den nördlichen bzw. südlichen Vierungspfeilern abgegrenzt, die etwa so hoch wie der Lettner war.

Die Rückwand des Lettners (zum Hochchor hin) war massiv und geschlossen. In ihr befanden sich zwei Tore, durch die die Geistlichen vom Hochchor in das Langhaus gelangen konnten, etwa zur Austeilung der Kommunion. An den beiden Vierungspfeilern befand sich jeweils ein Treppenturm. Sie dienten als Aufgang zu der rechteckigen Bühne auf der Lettneranlage, die maßgeblich als Musikerbühne diente.

Die Vorderseite (zum Langhaus hin) war als Hallen-Anlage sichtbar. In der Mitte befand sich der Kreuzaltar, von dem aus die Messen für das Volk im Langhaus gelesen wurden. In die Brüstung der Vorderseite befanden sich Nischen, in denen sich Figurendarstellungen befanden, u.a. vollplastische Figuren der zwölf Apostel. Vor diesem Hintergrund wird der Lettner als Apostelgang bezeichnet.

1870 wurde der Lettner abgebrochen. Reste des Lettners, einschließlich der Figuren, sind heute in der Domkammer zu sehen.[13]

Architektur[Bearbeiten]

Bei der Errichtung des St.-Paulus-Doms wurden weite Teile des vorherigen (ottonischen) Doms abgetragen, von dem überwiegend nur noch Mauerfragmente existieren (maßgeblich im West-Querschiff und im südlichen Seitenschiff). In den Bau des St.-Paulus-Doms wurde das um 1192 errichtete Westwerk (der Alte Chor sowie die beiden Westtürme) einbezogen.

Aus Sicht der Architekturgeschichte besteht der heutige Dom somit aus zwei Teilen: dem romanischen Westwerk, und dem gotischen „Anbau“.

Die Buchstaben in Klammern zu Begriffen im nachfolgenden Teil verweisen auf die Position im Grundrissplan auf der rechten Seite.

Grundriss des Doms heute; Großbuchstaben = Räume
Ort Anmerkung
A Nordturm (Petrus-Kapelle)
B Alter Chor (ehem. Westportal)
C Südturm (Katharinen-Kapelle)
D westl. Querschiff Zugang Kreuzgang
E westl. Querschiff (Haupteingang)
F Paradies
G Langhaus (Hauptschiff)
H nördl. Seitenschiff
I südl. Seitenschiff
J Sakramentskapelle (ehem. Sakristei)
K Stephanuschor
L Altarinsel (ehem. Lettner)
Ort Anmerkung
M Johannischor (Orgel)
N Hochchor
O Maximuskapelle (Galensche Kapelle)
P Ludgeruskapelle (Galensche Kapelle)
Q Josephskapelle (Galensche Kapelle)
R Kreuzkapelle
S Chorumgang
T Kapitelsaal
U Kreuzgang (Zugang z. Domkammer)
V Domherren-Friedhof
W Marienkapelle
X Sakristei (Zugang Kapitelsaal)

Alter Chor[Bearbeiten]

Blick in den Alten Chor, mit barockem Hochaltar
Grablege der Bischöfe

Der sogenannte Alte Chor (B) misst in Nord-Süd-Richtung 17,6 Meter (innen: 12,1 Meter), und in Ost-West-Richtung 16,9 Meter (innen: 13,55 Meter). Er wurde als separater Anbau an der Westseite des ottonischen Doms errichtet und war von diesem zunächst durch die westliche Außenmauer des Querschiffs räumlich getrennt. Diese Trennung wurde um das Jahr 1250, im Zuge des Baus des dritten Doms, aufgehoben.

Kurz nach dem Ende der Täuferzeit in den 1530er-Jahren wurde der Alte Chor durch einzelne Wände und Eisengitter erneut vom restlichen Dom abgetrennt. Diese räumliche Trennung bestand mindestens bis zum Jahr 1870. Während dieser Zeit diente der Alte Chor im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts den Weihbischöfen als Ort, wo sie sowohl die Firmung spendeten als auch Priesterweihen durchführten.

Im Jahre 1836 wurde der Alte Chor durch die Stiftung des Bursars von Landsberg umgestaltet und neu ausgestattet. In diesem Rahmen wurde im Alten Chor eine große Orgeltribüne errichtet, und vor die unteren Kapellen in den beiden Türmen mit dem Schriftzug „v. Landsperg“ in kursiven Buchstaben geschmückte Eisengitter gesetzt. Der Alte Chor blieb weiterhin als in sich geschlossener Raum bestehen. Die Landsbergsche Ausstattung des Chors wurde bereits im Jahre 1856 größtenteils wieder entfernt.

Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Alte Chor komplett zum Westquerschiff hin geöffnet. Neben dem bereits im 18. Jahrhundert dort befindlichen Taufstein mit dem Taufbecken wurde der barocke Hochaltar vor die neugestaltete, nunmehr geschlossene Westwand des Alten Chores, unterhalb der neuen Rundfenster-Rosette gesetzt.

Unter dem Alten Chor befindet sich die Grablege der Bischöfe. Neben anderen sind dort die Bischöfe Johannes Poggenburg, Michael Keller, Heinrich Tenhumberg und Reinhard Lettmann[14] bestattet. Bislang ließ sich die Bischofsgruft nur durch Öffnung der Bodenplatten im Alten Chor betreten. Im Zuge der Domsanierung 2011/2012 wurde die Grablege als Krypta für Besucher zugänglich gemacht.

Türme[Bearbeiten]

Turmspitzen im Detail. Links im Vordergrund der südliche Turm.

Die beiden romanischen Westtürme erscheinen auf den ersten Blick nahezu identisch. Die Dachkonstruktionen der Turmhelme sind pyramidenförmig gestaltet und – seit dem Jahr 1725 – mit Kupfer verkleidet. Anscheinend handelt es sich bei dieser Form jedoch nicht um die ursprüngliche. Vor der Zeit der Täufer in den Jahren 1534/35 sollen die damals mit Blei gedeckten Turmspitzen deutlich höher und eine Zierde der Stadt gewesen sein. Ähnlich wie den Turm der Überwasserkirche sollen die Täufer die Turmspitzen heruntergestürzt haben.

Äußere Unterschiede[Bearbeiten]

Maße
Nordturm Südturm
Breite (Nord-Süd) 12,05 m 11,5 m
Tiefe (West-Ost) 13,6 m 12,95 m
Höhe
57,7 m 55,5 m

Trotz identischer äußerer Gestaltung unterscheiden sie sich jedoch deutlich in ihren Abmessungen. Im Vergleich zum Nordturm (A) ist der Südturm (C) etwas schmaler und weniger hoch.

Demgegenüber sind die Mauern der unteren drei Geschosse des Nordturmes schmaler als die des Südturmes. Deutlich wird dies daran, dass die Kapelle im Erdgeschoss des Südturmes deutlich kleiner ist als die Kapelle im Erdgeschoss des Nordturmes. Dieser große Unterschied in den unteren Stockwerken lässt sich damit erklären, dass die jeweiligen Kapellen im Erdgeschoss in einer Flucht mit den Seitenschiffen des Doms liegen sollten. Da diese in ihren Grundmauern noch vom zweiten, ottonischen Dom stammen und bereits dort eine unterschiedliche Breite aufwiesen, mussten entsprechende Anpassungen bei den Türmen vorgenommen werden. Um diese offensichtliche Asymmetrie auszugleichen, nähern sie sich nach oben in den Abmessungen an.

Im Übrigen nähern sich die beiden Türme von ihren Maßen her an. Bis zum teilweisen Einsturz und dem Wiederaufbau des Nordturmes nach dem Zweiten Weltkrieg betrug der Unterschied im Dachansatz nur noch 25 Zentimeter.

Innere Gestaltung[Bearbeiten]

Im Inneren der Türme befinden sich zwei übereinander angelegte Kapellen. Die beiden bereits erwähnten Kapellen im Erdgeschoss der Türme, die Katharinenkapelle (Südturm) und die Petruskapelle (Nordturm) sind vom Westquerschiff aus begehbar.

Die darüber liegenden Kapellen waren nie mit Altären ausgestattet. Sie sind über tonnengewölbte Steintreppen erreichbar, die vom westlichen Querschiff aus in westlicher Richtung hinaufführen und dem Winkel beim Erreichen der Außenmauern der Türme folgen. Aufgrund der Stärke der Mauer des Nordturmes verläuft die Treppe bei diesem komplett im Inneren der Mauer. Beim Südturm wird sie als Schräge sichtbar. Diese Art der Treppenführung gilt als ein bedeutendes, maßgebendes Beispiel für viele westfälische Kirchenbauten.

Von den oberen Kapellen aführen Tür zu den Laufgängen hinter den Säulengalerien des Alten Chores. Über diese Gänge sind die beiden Türme miteinander verbunden. Die Treppen führen in Räume oberhalb der Turmkapellen. An deren westlichen Außenmauern sind enge Fensterschlitze eingelassen, die 54 Zentimeter breit sind. Ab diesem Raum führen Holztreppen und Holzleitern in die oberen vier Stockwerke der beiden Türme. Sie lassen sich von außen gut durch die Fenster in den Turmspitzen sowie den darunter liegenden Spitzbogennischen erkennen und liegen 18,37 Meter oberhalb des Sockels. Erzeugt werden die Nischen durch Lisenen aus Werkstein. Sie sind jedoch nicht auf jeder Turmseite identisch. Nach Westen hin befinden sich oben vier, unten fünf Lisenen. Am Nordturm nach Norden sowie am Südturm nach Süden sind auf beiden Ebenen nur vier Lisenen angebracht, die in einer Flucht liegen. In den beiden obersten Geschossen befinden sich, in der Mitte an den Außenseiten gelegen, neben zwei Fenstern in Spitzbogenform weitere Spitzbogennischen. Im Nordturm sind diese Nischen mit drei Spitzbögen versehen, im Südturm nur mit zweien.

Nordturm[Bearbeiten]

Untere Kapelle des Nordturmes, obere Kapelle mit Fernwerk der Orgel

Die untere Kapelle des Nordturmes ist dem heiligen Petrus geweiht, und liegt 75 Zentimeter unterhalb des Flurs des Westquerschiffs und restlichen Doms. Sie beherbergte höchstwahrscheinlich seit dem 14. Jahrhundert zusätzlich die Schatzkammer. Dazu war der Zugang vom Westquerschiff her durch eine Wand mit zwei Türen abgeschlossen, von denen die südliche durch einen schmalen Gang zur Kapelle selbst führte und die nördliche den Zugang zur Schatzkammer gewährte, die vermutlich im Mauerwerk untergebracht war.

Ab dem 15. Jahrhundert wird der Nordturm zusätzlich als Armarium erwähnt, das heißt als Aufbewahrungsort der heiligen Schriften. Diese Funktion behielt er vermutlich bis ins Jahr 1859, bis das Domkapitel am 1. März 1859 die Entfernung der Trennwand zwischen Querschiff und Kapelle anordnete. Während seiner Zeit als Schatzkammer beherbergte er nicht nur den Münsterschen Domschatz, sondern vom 21. November 1793 bis zum 27. März 1794 auch den Kölner Domschatz, der vor den Franzosen nach Münster in Sicherheit gebracht wurde.

Nach einem Beschluss vom 21. Dezember 1870 wurde das Taufbecken in die Petrus-Kapelle verlegt. Dazu wurde sie zusätzlich mit den Landsbergschen Eisengittern verschlossen, die zuvor den Zugang zum Alten Chor und der darin befindlichen Orgeltribüne abschlossen.

Eine Besonderheit des Turmes befindet sich auf Höhe der oberen Kapelle. In einer kleinen Kammer wurde ein 0,8 Meter hoher und 1,4 Meter breiter Grabstein eingemauert, der eine betende Frau zeigt. Er wurde anscheinend bereits einige Jahrzehnte vor dem Bau des Westwerks um 1190 gefertigt, da es keine Bedenken gab, den Stein als Baumaterial für den Dom zu verwenden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Nordturm schwer beschädigt, wobei die oberen zwei Geschosse teilweise eingestürzt sind. Während des Wiederaufbaus wurden die entsprechenden Stockwerke sowie das Dach wiederhergestellt. Gleichzeitig wurde das Innere des Turms renoviert, wobei die Petrus-Kapelle wieder zur Schatzkammer umgebaut wurde. Nach der Fertigstellung der neuen Domschatzkammer nördlich des Kreuzganges im Jahre 1981 zog der Domschatz nach dorthin um.

In der „oberen“ Kapelle befindet sich heute das Auxiliarwerk der Hauptorgel.

Südturm[Bearbeiten]

Südturm: Untere und obere Kapelle (mit Glockenaufzugsöffnung)

In der unteren Kapelle des Südturmes, der Katharinenkapelle, befand sich vermutlich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts das „Heilige Grab“. Am 31. Januar 1685 wurde beschlossen, dieses in ein beständiges Grab umzuwandeln. Dazu war es notwendig, den Altar zu entfernen und den Gottesdienst zum Primaltar zu verlegen. Nach dem Tod des damaligen Dechanten Johann Rotger, der maßgeblichen Anteil am Umbau der Kapelle hatte, wurden seine beiden Grabsteine in die Kapelle versetzt.

Ab dem Jahr 1935 diente der Raum als Gedächtniskapelle für die „Gefallenen des Krieges und der Arbeit“, und wurde mit einem neuen Altar und einem neuen Altarkreuz ausgestattet. Als weitere Ausstattung diente ein umgebautes schmiedeeisernes Gehänge aus dem 17. Jahrhundert als Totenlicht sowie ein spätgotischer Zahltisch und zwei Steinengel.

Nachdem der Südturm im Zweiten Weltkrieg völlig ausgebrannt war, wurden die Schäden an den Außenwänden beseitigt sowie beide Kapellen instand gesetzt. Daraufhin diente die Katharinenkapelle lange Zeit als Taufkapelle, bis am 7. November 2003 der Altar mit dem Triptychon „Pietá und Auferstehung“ einen neuen Aufsatz bekam.

Paradies[Bearbeiten]

Schauseite des Paradieses

Das sogenannte „Paradies“ ist ein zweigeschossiger (ursprünglich dreigeschossiger) Vorbau an der Südseite des Westquerschiffs. Er misst 5,83 Meter in Nord-Süd-Richtung sowie 14,92 Meter in Ost-West-Richtung. Aufgrund von Mauerresten im Querschiff wird angenommen, dass bereits der Ottonische Dom an derselben Stelle eine Vorhalle besaß.

Das Paradies war zunächst nach Süden hin offen, da es als Ort für Send- und Hofgerichte genutzt wurde, die nach dem in Münster geltenden Sachsenspiegel unter freiem Himmel stattzufinden hatten. Nachdem Gerichtsverhandlungen mit der Erweiterung des Rathauses um 1395 dort stattfanden, dürfte die Südwand spätestens ab diesem Zeitpunkt geschlossen worden sein.

Im Inneren des Paradieses ziert ein 69 Zentimeter hoher, abgeschrägter Sockel alle vier Wände. Darüber, in einer Höhe von 2,04 Meter, umrandet ein 21 Zentimeter hoher und mit Ranken als Hauptschmuck verzierter Fries den Raum und dient als Basis für die darüber angebrachten Figuren. Zusätzlich schmücken Menschen- und Tierfiguren den Fries. Die ältesten davon sind vermutlich die verschlungenen Drachenfiguren am nördlichen Ende der Ostwand. Am östlichen Teil der Nordwand sind drei Menschenfiguren zu sehen, während der Eckpfeiler zehn gleichmäßig verteilte Palmetten zeigt. Unterhalb des Fensters in der Ostwand zieren Andeutungen der Arbeitstätigkeiten in den jeweiligen Monaten den Fries. Auf dem westlichen Teil der Nordwand ist König David mit seinen Musikanten abgebildet; der Pfeiler der nordwestlichen Ecke zeigt die Darstellungen einer Hasenjagd sowie einer Weinernte. Unterhalb des Fensters auf der Westseite zeigte der Fries bis zur Renovierung des Doms 1880 Hexameter die angebrachte Figur der heiligen Maria Magdalena. Sie wurden jedoch ersetzt durch kleine Figuren der Bauleute und Steinmetze. In dieser Zeit war es nicht unüblich, den Schmuck eines Frieses über längere Zeit aus den zunächst eingesetzten, unbearbeiteten Steinblöcken herauszuarbeiten.

Oberhalb des Frieses zieren überlebensgroße Steinfiguren der zwölf Apostel, von Heiligen sowie Stiftern den Raum. Auch hierbei handelt es sich nicht mehr um die originale Anordnung. So wurden beispielsweise zwei Figuren vom östlichen Fenster direkt auf die rechte Seite des Portals in der Nordwand versetzt und eine Nische in der Ostwand mit einer Figur von Johannes dem Täufer gefüllt, die ursprünglich aus Metelen stammt. Die Mitte zwischen den beiden Türen des Nordportals schmückt die Figur des Heilands Jesus Christus. Obwohl die ursprüngliche Zusammenstellung des Figurenbildes aufgrund der Verwüstungen und Zerstörungen der Täufer nicht zweifelsfrei geklärt ist, so wird dennoch angenommen, dass sie das Ergebnis einer einheitlichen Planung waren. Auch kann aufgrund der Entstehungszeit der Figuren während des 13. Jahrhunderts nicht jede Figur eindeutig identifiziert werden, da die Bedeutung von Figuren durch Attribute erst während der Zeit der Spätgotik kenntlich gemacht wurde.

Die Anbringung der Figuren in den Wandnischen legt zudem die Vermutung nahe, dass ursprünglich eine andere Gestaltung der Wände geplant war. Hintergrund dieser Vermutung ist die Tatsache, dass die Figuren deutlich die Kapitelle der tragenden Säulen der Halle überragen und die Trennsäulen zwischen den einzelnen Figuren außergewöhnlich unsymmetrisch mit 51 Zentimeter unten und 90 Zentimeter oben geteilt sind. So wurde offensichtlich noch während der Bauzeit der Ausgestaltungsplan geändert und sorgt so mit der Größe der Figuren für einen überwältigenden Eindruck innerhalb der Halle.

Langhaus[Bearbeiten]

An das Westwerk mit dem Alten Chor, dem Westquerschiff und den Türmen schließen sich nach Osten das Langhaus, das östliche Querschiff mit Altarinsel unter der Vierung und der Chor an.[15]

Sakramentskapelle[Bearbeiten]

Blick in die Sakramentskapelle
Blick durch das Langhaus auf den Chorraum

Vom nördlichen Seitenschiff besteht ein Zugang zur Sakramentskapelle mit der beachtenswerten Bronzetür vom Ende des 17. Jahrhunderts.

Die Sakramentskapelle wurde Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts hinter dem Stephanschor als ein Annex errichtet. Sie diente zunächst als Sakristei, ab 1930 beherbergte sie die erste Domschatzkammer, und wurde erst 1956 zur Sakramentskapelle umgewidmet.

Von der ursprünglichen (Sakristei-)Ausstattung ist (in) der Sakramentskapelle nur noch die Bronzetür erhalten. Es handelt sich dabei um eine gegossene Tür mit den Maßen 2,10 m Höhe und 1,12 m Breite. Geschaffen wurde sie von Johann Mauritz Gröninger.[16]

Christophorus-Statue[Bearbeiten]

Am Pfeiler zum nördlichen Übergang vom Westquerhaus in das Mittelschiff des Langhauses befindet sich die monumentale Christophorus-Statue (5.). Statuen des Heiligen waren seit dem Mittelalter im Eingangsbereich angebracht: Ein kurzer Blick auf die Statue sollte vor einem jähen Tod bewahren. Die Skulptur entstand im Jahre 1627. Sie wurde von Johann von Bocholt geschaffen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Skulptur nur geringfügig beschädigt. Im Zuge der Wiederherstellungsarbeiten ging die ursprüngliche Farbfassung der Statue verloren. In der linken Hand trägt die Statue einen entlaubten Baumstamm mit Geäst. Auf der rechten Seite trägt die Statue das lächelnde Jesuskind, mit zum Segen erhobener rechter Hand. Auf der Inschrifttafel am Sockel der Statue wird auf Johann Heidenreich von Vörden zu Darfeld hingewiesen, der als Propst und Domherr die Statue in Auftrag gab.[17]

Hl. Katharina[Bearbeiten]

Gegenüber der Kanzel befindet sich eine Figur der Hl. Katharina von Alexandrien. Sie gilt als Patronin der Prediger und wird bei „gehemmter Zunge“ angerufen.[18]

Von-Velensches Epitaph[Bearbeiten]

Im südlichen Seitenschiff befindet sich das Epitaph des Domseniors Anton Heinrich Hermann von Velen, das dieser noch zu seinen Lebzeiten bei dem Holzbildhauer Johann Heinrich König in Auftrag gegeben hatte und 1738 angebracht wurde.

Ansichten[Bearbeiten]

Ost-Querhaus und Hochchor[Bearbeiten]

Der Chorbereich war ursprünglich durch einen Lettner und seitliche Chorschranken, einer kleinen Architektur innerhalb des Doms, vom übrigen Raum abgetrennt.

Diese Trennung ist heute aufgehoben: Unter der Vierung befindet sich die Altarinsel, die ein wenig westlich in das Langhaus hineinragt. Sie wurde 1956, zusammen mit dem Chor und dem Chorhaupt, wo sich der Bischofssitz befindet, von dem Künstler Emil Stephan (um)gestaltet. Der barocke Hochaltar wurde aus dem Chorhaupt entfernt. Der heutige Hochaltar ist aus Sandstein gefertigt. Er enthält Vitrinen, in denen Apostelstatuen des 14. Jahrhunderts aus dem Reliquienschrein des ehemaligen barocken Hochaltars ausgestellt sind.

Die gesamte, an den Chorraum angrenzende Altarinsel ist durch eine hölzerne Chorschranke zum Langhaus, und den beiden Armen des nördlichen Querhauses abgegrenzt.

Kreuzgang, Anbauten und Domherrenfriedhof[Bearbeiten]

Blick vom Domherrenfriedhof auf den Nordturm

Nördlich des Doms liegt der Kreuzgang, der durch die Türen der nördlichen Querhausarme erreicht werden kann. Der Kreuzgang entstand in den Jahren 1390–1395. Vom Kreuzgang aus erreicht man die Sakristei, die Marienkapelle, die angebaute Domkammer und den Gartensaal.[19]

Kapitelsaal[Bearbeiten]

Von der Sakristei aus gelangt man in den Kapitelsaal (zum Chor hin gelegen). In diesem Saal tagt das Domkapitel, wenn ein neuer Bischof gewählt wird. Im Kapitelsaal befindet sich ein dunkler Holztisch, an dem zwölf hochlehnige Stühle für die Mitglieder des Domkapitels stehen. An den Wänden befinden sich Holz-Vertäfelungen, ähnlich denen im Friedenssaal des historischen Rathauses. Sie zeigen Wappen ehemaliger Domkapitulare, die bis Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Adel stammten.[20]

Bischöflicher Gartensaal[Bearbeiten]

Vom nördlichen Kreuzgang aus gelangt man in den bischöflichen Gartensaal, der auch als „“Kachelzimmer“ oder „das blaue Zimmer“ bezeichnet wird. Der Gartensaal mit seinen weiß-blauen Kacheln an den Wänden war bis zur Zerstörung des Doms im Jahre 1943 Teil des bischöflichen Palais. Die Kacheln zeigen die vier Elemente, die vier Jahreszeiten, Sonne und Mond (Tag und Nacht), den Apostel Paulus sowie eine szenische Darstellung der "Stillung des Seesturms durch Jesus (Mt 8, 24–27). Von den historischen Kacheln aus dem 16. Jahrhundert ist etwa ein Drittel erhalten. Die übrigen Kacheln wurden in künstlerischer Feinarbeit restauriert.[21]

Innenraum des umschlossenen Kreuzganges mit dem Friedhof der Domherren

Domherren-Friedhof[Bearbeiten]

Im Inneren des umschlossenen Kreuzganges befindet sich der Friedhof der Domherren. Der Friedhof wird heute noch für Begräbnisse genutzt. Zuletzt wurden hier im Jahre 2009 Weihbischof Josef Voß und im Jahre 2012 Weihbischof Alfons Demming beigesetzt.

Maße und Zahlen[Bearbeiten]

Position
Länge des Doms 109,00 m
Breite (mit Paradiesvorhalle) 52,85 m
Breite des Hauptschiffs 28,30 m
Höhe des Hauptschiffs 22,50 m
Breite des Ostquerschiffs 43,30 m
Breite des Westquerschiffs 40,55 m
Höhe Nordturm 57,70 m
Höhe Südturm 55,50 m
Position
Sitzplätze ca. 700
Dachfläche ca. 5.500 m²
Anzahl der Glocken 10
Größte Glocke 7600 kg
Register der Domorgel 74 + 14

Ausstattung[Bearbeiten]

Im Dom befinden sich, trotz der erheblichen Zerstörung des Doms im Zweiten Weltkrieg, noch zahlreiche Seiten- bzw. Nebenaltäre, Epitaphien und Heiligenstatuen. Sie stammen überwiegend aus der Gotik der Renaissance und dem Barock. Im Dom und außerhalb des Doms befinden sich zudem zahlreiche Ausstattungsgegenstände bzw. Kunstwerke aus der Nachkriegszeit, insbesondere aus den 1990er-Jahren.

Grundriss des Doms heute
Zahlen = Standort von Ausstattungsgegenständen

Die in Klammern gesetzten Zahlen zu Begriffen im nachfolgenden Teil entsprechen denen im folgenden Grundrissplan, der den jeweiligen Standort der wichtigsten Ausstattungsgegenstände zeigt.

Nr. Ausstattungsgegenstand
1 Barocker Hochaltar
2 Gedenktafel Kardinal Höffner
3 Taufbecken
4 Triptychon
5 Christophorus-Statue
6 Van Bürenscher Epithaphaltar
7 Orgel
8 Grabmal von Plettenberg
9 Stephanus-Altar
10 Hochaltar
11 Triumpfkreuz
12 Tabernakel
Nr. Ausstattungsgegenstand
13 Rundleuchter
14 St. Antonius-Statue
15 Bildniskopf Kardinal von Galen
16 Kreuzweg
17 Astronomische Uhr
18 Elfenbein-Kruzifix
19 Grabmal Christoph B. von Galen
20 Grabstätte Kardinal von Galen
21 Reliquienstatue des Hl. Ludgerus
22 Meistermann-Fenster
23 Der Bettler
24 Kreuzigungsgruppe

Westwerk[Bearbeiten]

Barocker Hochaltar[Bearbeiten]

Barocker Hochaltar
Mittelteil des barocken Hochaltares mit den Nischen zur Aufnahme der Apostelfiguren aus dem Vierungsaltar, seitliche Ansicht, da durch Retabel verdeckt.
Taufbecken mit Löwenmotiv im Westchor

An der Westwand des Alten Chores befindet sich ein barocker Hochaltarschrein (1.) mit gemalten und geschnitzten Flügeln, der in der Zeit von 1619 bis 1622 von Adrian van den Boegart und Gerhard Gröninger geschaffen wurde.

Er befand sich ursprünglich im Chorhaupt (Ostchor). Im Zuge der Umgestaltung des Altarraumes und Hochchores nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Hochaltar in das Westwerk umgesetzt. Die Reliquiare, die ursprünglich im Hochaltar untergebracht waren, sind heute in der Domkammer ausgestellt. Die Apostelstatuen aus dem 14. Jahrhundert, die ebenfalls in dem barocken Hochaltar ausgestellt waren, sind heute in beleuchteten Nischen des Zelebrationsaltars im Zentrum der Altarinsel ausgestellt.

Taufbecken[Bearbeiten]

Das Taufbecken im Alten Chor stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. Es zeigt Darstellungen der Taufe Jesu und der vier Evangelisten.[22]

Gedenktafel Kardinal Höffner[Bearbeiten]

Im Zuge der 1200-Jahr-Feiern der Stadt Münster wurde im Jahr 1993 am nordwestlichen Vierungspfeiler des Westwerkes des Doms eine Gedenktafel (2.) für den ehemaligen Bischof von Münster (1962–1968), Kardinal Joseph Höffner eingeweiht. Das Relief wurde von dem Bildhauer Karl Burgeff (Köln) geschaffen.[23]

Es handelt sich dabei um ein Bronze-Relief (Schulterbüste) von 1,46 m Höhe und 60 cm Breite, die den Kardinal in bischöflichem Ornat darstellt. Die Tafel trägt ein Zitat des scheidenden Bischofs: „Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: wir sind unnütze Knechte! Wir haben nur unsere Schuldigkeit getan. Keiner von uns wird zu sagen wagen, dass er alles getan hat. Deshalb bitte ich um Vergebung für alles, was ich als Bischof versäumt habe.“

Triptychon (Südturm-Kapelle)[Bearbeiten]

In der Kapelle des Südturmes befindet sich ein großformatiges Triptychon (4.) „Pietà und Auferstehung“, das von dem Künstler Thomas Lange geschaffen wurde. Es zeigt den vom Kreuz abgenommenen Christus im Vordergrund, und im Hintergrund die umrisshafte Gestalt Mariens, auf deren Schoß der tote Christus ruht. Im oberen Teil wird die Gestalt Gottvaters angedeutet. Gestiftet wurde das Triptychon durch eine Privatperson.[24]

Figur der Hl. Barbara[Bearbeiten]

Im Eingangsbereich des Doms (südliches West-Querhaus) befindet sich recht unauffällig eine Figur der Hl. Barbara. Die Figur trägt in ihren Händen einen runden Turm mit drei Fenstern. Die Legende besagt, dass die Heilige von ihrem Vater in einen Turm gesperrt wurde, um sie an der Heirat zu hindern und den christlichen Einflüssen zu entziehen. Angesichts der Enge des Turmes ist sie heute Patronin der Bergleute, und der Sterbenden – die Enge des Turmes symbolisiert den Weg durch das enge Tor des Todes zum ewigen Leben.[25]

Ansichten[Bearbeiten]

Ostquerhaus[Bearbeiten]

Van Bürenscher Epitaphaltar[Bearbeiten]

Im Südarm des Ostquerhauses befindet sich ein farbig gefasstes Steinrelief (6.), das die „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ darstellt: Im Mittelpunkt befindet sich die Mutter Gottes, auf ihrem Schoß das neugeborene Christuskind, das ein Geschenk des knienden Königs Melchior entgegennimmt. Seitlich Mariens befindet sich eine kniende Darstellung des Domherren Melchior van Büren, der das Werk stiftete. Hinter ihm steht König Caspar, mi einem goldenen Pokal als Gabe für das Jesuskind. König Balthasar ist als Afrikaner dargestellt. Er steht hinter dem knienden König Melchior. In die Figurendarstellung integriert sind zudem Josef und der Apostel Bartholomäus, sowie zwei wappentragenden Putten. Das Monument wurde vor 1534 geschaffen.[26]

Grabmal von Plettenberg[Bearbeiten]

Grabmal des Fürstbischofs von Plettenberg
Stephanus-Altar

Im Nordarm des Ostquerhauses (Stephanus-Chor) befindet sich das Grabmonument (8.) für den Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg. Es wurde erst nach dessen Tod am 5. Mai 1706 in den Jahren 1707–1708 errichtet und von dem Bildhauer Johann Mauritz Gröninger gestaltet.

Das Grabmonument besteht aus einer rückwärtigen Portikusarchitektur, flankiert durch Figuren der Namenspatrone von Plettenbergs in bischöflichem Ornat mit Mitra und Hirtenstab. Es handelt sich dabei um die Bischofsgestalt des hl. Friedrich auf der linken Seite, und der Gestalt des Bischofs Christian. Im Zentrum des Monuments befindet sich ein Sarkophagsockel, auf dem sich die Gestalt des Fürstbischofs befindet. Über der Portikusarchitektur ist das von Putten begleitete Fürstenwappen angebracht. An der Vorderseite des Sarkophages und der Rückwand sind Titel und Würdigung Plettenbergs eingemeißelt.

Der Fürstbischof auf dem Sarkophag ist in halb sitzender, halb liegender Position dargestellt, mit leicht emporgerichtetem Haupt. Zu seinen Füßen steht ein Engel, der ein geöffnetes Buch hält. Ursprünglich waren auf den Seiten des Buches die Worte „Diligite iustitiam, qui iudicatis terram…“ ( „Liebet die Gerechtigkeit, die Ihr auf Erden richtet“, Weish 1, 1) eingemeißelt. Hinter dem Kardinal steht ein zweiter himmlischer Assistent, der die Insignien des Fürstbischofs hält.

Im oberen Bereich der rückwärtigen Marmorwand befindet sich eine große Uhr. Sie wird von einem Spruchband mit den Worten „Consilio et Constantia“ und seitlichen Tuchdraperien umrahmt. Die Uhr selbst wurde von dem Uhrmacher Joachim Münnig geschaffen, und von dem Maler Wolff Henrich Schmorck bemalt.

Das Monument besteht aus schwarzem und weißem Marmor. Es stand zunächst im Hochchor, rückwändig zur Astronomischen Uhr, mit deren Uhrwerk die Uhr des Grabmonuments verbunden werden sollte. Heute befindet sich das Monument an der Westwand des nördlichen Ostquerhausarmes.[27]

Pestkreuz[Bearbeiten]

An der Ostwand des Stephanuschores (K) befindet sich ein Vortragskreuz aus dem späten 14. Jahrhundert. Es wird als „Pestkreuz“ bezeichnet, weil angenommen wird, dass sich die Pestnöte der Zeit um 1350 in der Darstellung des leidvollen Gekreuzigten widerspiegeln.

Das hölzerne Kreuz und der vollplastisch gestaltete Körper des Gekreuzigten wurden zusammengehörig geschaffen. Das Antlitz des Gekreuzigten ist vergrämt und zeigt die Züge erlittenen Leids. Seine halbgeöffneten Augen sind geschwollen, seine Wangen eingefallen, seine Lippen leicht geöffnet. Der ausgemergelte Körper hängt aufrecht am Kreuz

Auf der Rückseite des Gekreuzigten befinden sich zwei kleine Aushöhlungen – eine zwischen den Schulterblättern, die größere im Bereich der Beckenknochen. Sie sind heute leer, und dienten vermutlich als „Gefäße“ für Reliquien.[28]

Hl. Liborius[Bearbeiten]

Im Johanneschor, gegenüber der astronomischen Uhr, befindet sich eine lebensgroße Figur des heiligen Liborius. Der Heilige ist in Bischofstracht dargestellt. In der linken Hand hält er – als Schutzpatron bei Stein-Leiden – ein Buch mit drei Steinen. In seiner rechten Hand hält der Heilige einen vergoldeten Bischofsstab aus Holz.

Mit dem Bischofsstab verbindet sich eine alte Tradition: Beim Tod eines Diözesanbischofs wird der Stab in den Sarg des verstorbenen Bischofs gelegt. Sein Nachfolger muss der Figur des hl. Liborius einen neuen Stab übergeben.[29] Diese Tradition hat ihren Ursprung in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs (1618–1648). Damals brachten die Paderborner Domherren die Reliquien ihres Bistumpatrons nach Münster, um sie vor Raub und Brandschatzung zu schützen. Während ihres Aufenthalts in Münster sollen die Reliquien wundersam dafür gesorgt haben, dass die Stadt weitgehend von Zerstörungen verschont blieb. Aus diesem Grund stiftete der Münstersche Domherr Johann Wilhelm von Sintzig nach Abschluss des Westfälischen Friedens die Statue des hl. Liborius für den St.-Paulus-Dom. Seitdem wird jedem verstorbenen Diözesanbischof der Stab der Liborius-Figur mit in das Grab gelegt. Sein Nachfolger lässt einen neuen Stab anfertigen. Es handelt sich dabei um eine exakte Nachbildung nach dem historischen Vorbild, gefertigt aus Lindenholz, auf dem mehrere Kreideschichten aufgetragen werden und schließlich Blattgold und Ölfarbe aufgebracht wird.[30]

Hochchor[Bearbeiten]

Triumphkreuz[Bearbeiten]

Triumphkreuz
Blick in den Chorraum. Rechts, unter dem Triumphkreuz: Rückseite der Astronomischen Uhr. Links: Tabernakel

Das „Triumphkreuz“ (10.) ist ein monumentales Holzkruzifix, das über dem Hauptaltar im Hochchor hängt. Es zeigt den Gekreuzigten als den zum Gericht wiederkehrenden Erlöser, ähnlich dem auferstandenen Christus gekleidet in eine lange, durch rillenförmige Parallelfalten gegliederte, gegürtete Ärmeltunika. Die Christusgestalt ist in hieratischer Symmetrie dargestellt. Kopf, Rumpf, Beine und Füße sind vertikal gerichtet, die Arme waagerecht ausgebreitet. Die offenen Handteller sind an das Kreuz genagelt. Die Füße stehen auf einem Suppedaneum und sind nicht angenagelt. Das bärtige Haupt des Gekreuzigten erscheint ernst, die offenen Augen sind geradeaus zum Betrachter gerichtet. Am Halskragen und auf der Brust des hohepriesterlichen Gewandes finden sich Schnitzarbeiten, die einen Edelsteinbesatz imitieren. Diese Darstellung lehnt sich an die Vision des Sehers von Patmos in der „Geheimen Offenbarung“ Johannes des Evangelisten an (similem Filio hominis, vestitum podere, et precinctum ad mamillas zona aurea - der einem Menschensohn ähnlich war, bekleidet in einem Poderes und die Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel, Offb 1,13 EU).

Der auch als „ Volto Santo“ bezeichnete Gekreuzigte stammt aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert. Kreuz und Korpus sind aus Eichenholz gefertigt. Die Figur ist ca. 2,22 m hoch, ihre Arme haben eine Spannweite von 1,98 cm. Eine Krone, die die Figur ursprünglich getragen haben muss, ist verloren gegangen. Das Kreuz selbst ist 3,55 m hoch, 2,62 m breit und etwa 3 cm stark.

Das Triumphkreuz hängt erst seit 1973 als Altarkreuz im Hochchor des Doms. Zuvor hing es im Kreuzgang und befand sich in einem schlechten Zustand. Teile der Balken und die Balkenenden waren verloren gegangen, die Christusfigur war durch Rissbildung beschädigt. In den Jahren 1973 und 1974 wurde das Kreuz anhand von Photographien in Osnabrück restauriert und ergänzt. Von der ursprünglichen Bemalung sind heute nur noch Spuren vorhanden. Im Zuge der Restaurierung wurden die verloren gegangenen Balkenenden des Kreuzes rekonstruiert. Ob die achtblättrige Rosetten-Form auf den Balkenenden dem ursprünglichen Zustand entspricht, ist unsicher. Zur Aufhängung des ursprünglich als Wandkreuz gefertigten Werkes wurden auf der schmucklos gestalteten Rückseite des Kreuzes Stahlstangen angebracht.[31]

Weitere Ausstattung[Bearbeiten]

  • Unter der Vierung steht der heutige Hochaltar (10.). Er besteht aus Sandstein, und ist als ein schlichter Block gearbeitet. In seine vordere Seitenfläche ist eine beleuchtete Vitrine eingelassen, in der die historischen Apostelfiguren aus dem ehemaligen gotischen Hochaltar gezeigt werden.
  • Vor dem nord-östlichen Vierungspfeiler befindet sich ein filigran gearbeitetes gotisches Sakramentshäuschen (Tabernakel, 11.).
  • Inmitten des Hochchores hängt ein großer Radleuchter (13.).
  • Auf der mittleren Höhe der Vierungspfeiler befinden sich zur Altarinsel gerichtet überlebensgroße Steinfiguren. Sie stellen die vier Evangelisten dar, die die Frohe Botschaft in alle Himmelsrichtungen verkünden.
  • Im Bereich des Hochchores stehen (weitere) Heiligenfiguren. Sie symbolisieren die Gegenwart der Heiligen bei der Eucharistie. Abgesehen von Figuren der Muttergottes, des Hl. Josef und des Kirchenpatrons Paulus mit Schwert befinden sich in den Fensternischen des Hochchores, dem Arkadengang vorgelagert, steinerne Figuren der zwölf Apostel. Sie tragen in ihren Händen Kerzenleuchter.
  • Der Bischofssitz ist als eine Art Lehr-Stuhl (Kathedra) gestaltet. Durch diese Gestaltung soll der Sitz das Lehramt des Bischofs versinnbildlichen.

Chorumgang[Bearbeiten]

Statue des Hl. Antonius[Bearbeiten]

Im Chorumgang des Doms befindet sich eine Statue des Heiligen Antonius von Padua, bekleidet mit der franziskanischen Mönchskutte, der das Christuskind auf einem Tuch in seinen Armen hält. Der Heilige blickt das Kind lächelnd an, während das Kind nach seinem Gesicht tastet.

Die Skulptur wurde von dem Hofbildhauer Johann Mauritz Gröninger (Münster) geschaffen. Sie befand sich ursprünglich in einem Kloster in Münster, und gelangte erst durch eine (private) Schenkung im Jahre 1907 in den Besitz des Doms. Datiert wird die Statue auf die Zeit um das Jahr 1675.[32]

Bildniskopf des Kardinals

Kreuzweg[Bearbeiten]

In den Nischen der Chorschrankenwänden im Chorumgang befinden sich 15 Kreuzwegstationen (14.), die 1995-96 von dem Künstler Bert Gerresheim (Düsseldorf) geschaffen wurden. Es handelt sich dabei um vollplastische Bronzegruppen. Das Besondere ist, dass in das jeweilige Kreuzwegs-Geschehen Menschen unserer Zeit und Persönlichkeiten der Bistumsgeschichte einbezogen und dargestellt wurden, u. a. Karl Leisner, Schwester Maria Euthymia, Niels Stensen, Anna Katharina Emmerick, Clemens August von Galen, Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa.[33]

Bildniskopf Kardinal von Galen[Bearbeiten]

An der Rückwand des Hochchores steht eine Säule mit einem bronzenen Bildniskopfes von Clemens August Kardinal von Galen (15.). Es handelt sich dabei um einen Nachguss – das Original wurde 1950 von dem Bildhauer Edwin Scharff für das Foyer des Bistumsarchivs geschaffen. Der Kardinal ist mit Mitra dargestellt, auf deren Schauseite sich ein Bildmotiv des guten Hirten befindet. Hilfsmittel für den Bildniskopf war u.a. die Totenmaske des Kardinals.

Der Nachguss wurde anlässlich des 30. Todestages des Kardinals, im Jahre 1976 angefertigt. Er stand zunächst auf einer steinernen Konsole in der Grabkapelle. Anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. im Jahre 1987 wurde die Grabkapelle umgestaltet und der Bildniskopf außerhalb der Kapelle, mit Blick auf den Altar der Grabkapelle, aufgestellt. Bildniskopf und Grabstätte sind durch eine in den Boden eingelassene Bronzeplatte miteinander verbunden.[34]

Seitenkapellen am Chorumgang[Bearbeiten]

Außenansicht der Chorkapellen – re. Kreuz-, mi. Josephs-, li. Ludgeruskapelle. Nicht sichtbar die Maximuskapelle.
Blick auf das Portal der Kreuzkapelle

An den Chorumgang schließen sich kranzförmig vier Seitenkapellen an.

Kreuzkapelle[Bearbeiten]

  • Die Kreuzkapelle steht nördlich der Hauptachse.

Galensche Seitenkapellen[Bearbeiten]

Die drei wurden im Auftrag von Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen ab dem Jahre 1663 erbaut und an die bestehende Kreuzkapelle angefügt. Grund für den Bau war ein Gelübde beim Sieg über die Stadt Münster im Jahr 1661. Sie werden heute als die Galenschen Seitenkapellen bezeichnet. Ausgestattet wurden die Kapellen maßgeblich durch den Hofbildhauer des Fürsten, Johann Mauritz Gröninger

Elfenbeinkruzifix[Bearbeiten]

Josephskapelle: Das Grabmal des Christoph Bernhard von Galen.

In der Maximuskapelle des Doms befindet sich ein Elfenbein-Kruzifix (18.), eine Dauerleihgabe eines privaten Leihgebers. Die Skulptur wird dem flämischen Künstler Francois Duquesnoy (1597–1643) zugeschrieben.[36]

Grabmal Christoph B. von Galen[Bearbeiten]

Das Grabmal des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen (19.) befindet sich in der St.-Josephs-Kapelle, der östlichsten der Galenschen Kapellen am Chorumgang. Das Monument wurde von dem Hofbildhauer Johann Mauritz Gröninger geschaffen. Begonnen wurde der Bau bereits zu Lebzeiten des Fürstbischofs, vollendet erst 1679, ein Jahr nach dessen Tod. Das Grabmal besteht aus einem massiven Sockelpodium, auf dem die marmorne Gestalt des Fürstbischofs auf einem Brokatkissen kniet, in Anbetung eines Kruzifixes, das ihm von einem Engel entgegengehalten wird. Der Fürstbischof ist mit einem Chorhemd und einem schweren Chormantel bekleidet dargestellt, zwischen seinen zusammengelegten Händen ruht der Bischofsstab, seine Mitra steht vor ihm.[37]

Blick auf die Grabstätte des Kardinals von Galen.

Grabstätte Kardinal von Galen[Bearbeiten]

Die Grabstätte von Clemens August Graf von Galen (20.) befindet sich in der süd-östlichen Galenschen Seitenkapelle im Chorumgang, der Ludgerus-Kapelle. Es handelt sich dabei um eine Grabplatte, die von dem Südtiroler Bildhauer Siegfried Moroder geschaffen wurde. Sie trägt die Aufschrift „Hic exspectat resurrectionem mortuorum Clemens Augustinus de Galen S.R.E. presbyter cardinalis episcopus Monasteriensis“ (deutsch: „Hier erwartet die Auferstehung der Toten Clemens August von Galen, der heiligen römischen Kirche Kardinalpriester, Bischof von Münster“).[38]

Weitere Ansichten[Bearbeiten]

Kreuzgang[Bearbeiten]

Der Bettler (Kreuzgang)[Bearbeiten]

Im Kreuzgang des Doms befindet sich eine bronzene Plastik „Der Bettler“ (23.). Die Skulptur wurde 1930 von dem Künstler Ernst Barlach gestaltet. Sie entstand im Zusammenhang mit der Planung eines Figurenzyklus für die Fassade der Katharinenkirche in Lübeck, die unter dem Motto „Gemeinschaft der Heiligen“ angelegt wurde; dabei sollte es sich nicht um traditionelle Heiligen-Gestalten handeln, sondern um eine Darstellung menschlicher Grundzüge.

Die Plastik im Dom ist einer von insgesamt 8 Nachgüssen, die um 1979/1980 angefertigt wurden. Die etwa 2,17 Meter hohe Figur befand sich zunächst in der St.-Laurentius-Kirche in Herne, und gelangte als Stiftung an den Dom.[39]

Kreuzigungsgruppe (am Horsteberg)[Bearbeiten]

Kreuzigungsgruppe

Nördlich des Doms, auf dem Horsteberg, an der Rückwand der Domkammer, befindet sich seit 2004 eine neue bronzene Kreuzigungsgruppe (24.), die von dem Künstler Bert Gerresheim (Düsseldorf) geschaffen wurde. An gleicher Stelle befand sich bis dato eine Kreuzigungsgruppe aus Sandstein aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, die durch Witterungseinflüsse und Vandalismus stark beschädigt worden war.

Anders als bei üblichen Darstellungen des Golgatha-Geschehens finden sich unter dem Kreuz nicht Darstellungen der Gottesmutter Maria und des Johannes, sondern Gestalten der älteren und jüngeren Geschichte. Dargestellt sind insbesondere die selige Anna Katharina Emmerick, die selige Schwester Maria Euthymia, und ihnen gegenüber Kardinal von Galen, der in seinen Händen die Predigtaufzeichnungen „Wachrufe in einer politisch gefährlichen Welt“ hält. Am Fuß des Kreuzes befindet sich ein Stein mit dem Ordenssiegel des Karmels, als ein Verweis auf die heilige Edith Stein. Zudem sieht man eine sitzende Figur, die den Wiedertäuferkönig Jan van Leiden darstellt, so wie zahlreiche zerbrochene Zeichen und Embleme (u. a. das Hakenkreuz, den Judenstern, das Hammer- und Sichel-Emblem des Weltkommunismus), die auf dunkle Zeiten der Menschheitsgeschichte hinweisen sollen.[40]

Astronomische Uhr[Bearbeiten]

Astronomische Uhr mit Glockenspiel, Astrolabium (oben) und Kalendarium (unten)

In einem Joch zwischen Hochchor und (südlichem) Chorumgang befindet sich eine astronomische Uhr mit Glockenspiel.

Die Uhr aus den Jahren 1540 bis 1542 ist eine der bedeutendsten Monumentaluhren des deutschsprachigen Raums. Sie zählt zur sogenannten „Familie der hansischen Uhren“, von denen ansonsten nur noch die Uhren in Danzig, Rostock, Stralsund und Stendal relativ original erhalten sind (die Uhren von Lübeck und Wismar wurden 1942 bzw. 1945 zerstört). Sie weist mit den Uhren dieser Uhrenfamilie eine Reihe von gemeinsamen Charakteristika auf.[41]

Die Uhr ist zudem eine der wenigen noch existierenden entgegen dem Uhrzeigersinn drehenden öffentlichen Großuhren.[42]

Das Glockenspiel im Inneren der Uhr (10 Glocken, Tonumfang des1–f2) kann von der Domorgel aus bedient werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Technische Daten
Höhe der Uhr 7,8 m
Breite des Mittelteils 4,1 m
Durchmesser des Zifferblattes 3,0 m
Durchmesser der Kalenderscheibe 1,5 m
Höhe der Planetentafeln 2,3 m
Gewicht des Retes 110 kg
Glocken des Glockenspiels 10

Die erste astronomische Uhr im Dom aus dem Jahre 1408 wurde 1534 beim Bildersturm während der Zeit der Täuferherrschaft zerschlagen. Die zweite, bis heute erhaltene Uhr aus der Zeit von 1540 bis 1542 wurde durch den Buchdrucker und Mathematiker Dietrich Tzwyvel errichtet. Der Gang der Uhr wurde von Tzwyvel und dem Franziskaner und Domprediger Johann von Aachen berechnet. Geschmiedet hat das Werk der Schlosser Nikolaus Windemaker, bemalt wurde es von Ludger tom Ring d. Ä.[43]

Mit der Kalenderreform 1582 wurde der Kalender „vorgestellt“ (auf den 4. Oktober folgte der 15. Oktober) und eine neue Regelung der Schaltjahre eingeführt. Die Berechnung der Osterdaten und Wochentage aus dem Kalendarium ist seitdem erschwert.[43]

Die Weltkarte wurde – spiegelverkehrt, da für astronomische Zwecke – kurz nach 1660 auf den Hintergrund des Zifferblattes aufgemalt und das hölzerne Rete (durchbrochene Bronzescheibe innerhalb des Stundenkreises mit 15 Fixsternen)[44] durch ein neues in barocken Formen ersetzt. 1696 wurde das Uhrwerk erneuert und ein Viertelstundenschlag mit den Figuren Chronos (Gott der Zeit) und Tod hinzugefügt.[43]

1818 führte der Einbau eines Scheren-Stiftganges mit einem vier Meter langen Pendel zu erheblicher Lärmbelästigung im Dom und im ganzen 19. Jahrhundert zu ständigen Klagen über den schlechten Zustand der Uhr.[43]

1927 schlug die Uhr das letzte Mal und sollte entfernt werden; sie wurde jedoch 1929–1932 gründlich erneuert und erhielt ein neues Werk. Die Berechnungen dazu lieferten Ernst Schulz und Erich Hüttenhain vom astronomischen Seminar in Münster, gebaut wurde das Werk von Turmuhrmeister Heinrich Eggeringhaus von der Turmuhrenfabrik Korfhage in Buer.[43]

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Werk ausgelagert, während das Gehäuse im Dom verblieb, jedoch nicht beschädigt wurde. Am 21. Dezember 1951 wurde die astronomische Uhr – nach Beseitigung der Kriegsschäden am Dom – wieder in Betrieb genommen.[43]

Schauseite[Bearbeiten]

Die Schauseite der Uhr weist, wie im Mittelalter üblich, eine Dreiteilung auf:

Oberer Teil[Bearbeiten]

Im oberen Bereich befindet sich eine Bildtafel im Renaissance-Stil.

  • Der mittlere Teil ist als Giebel-Stockwerk angelegt. Er zeigt den Stall von Bethlehem, mit einer plastisch-figürlichen Darstellung des Jesuskindes auf dem Schoß der Gottesmutter Maria.
  • Im Giebel selbst sind der junge David mit Schwert und abgeschlagenem Haupt des Riesen Goliath in den Händen.
  • Unterhalb der David-Darstellung weist die Inschrift „Ludgeri Ringii Mo(naster)iensis opus“ auf den Schöpfer Ludger tom Ring aus Münster hin.

Vor der Darstellung von Maria mit dem Jesuskind befindet sich ein Figuren-Umgang. Einmal täglich, mittags um 12 Uhr, wird ein Figurenspiel in Bewegung gesetzt. Es zeigt die Anbetung der Heiligen Drei Könige.

  • Von hinter dem Giebel erscheint zunächst ein goldener Stern an einer Metallstange und bewegt sich bis vor die Darstellung der Madonna.
  • Anschließend öffnet sich die rechte Tür. Die metallenen heilige Drei Könige verlassen ihre Unterkunft, defilieren um die Jesusfigur im Schoße der Maria, verneigen sich vor ihr, und bewegen sich durch die linke Tür wieder zurück in ihre Unterkunft. Flankiert werden die Könige durch zwei Holzdiener.
  • Während des Figurenumgangs erklingt aus dem Inneren der Uhr das Glockenspiel mit den Melodien der Lieder „In dulci jubilo“ und „Lobe den Herren“.

Der obere Bereich wird links und rechts jeweils durch eine plastisch-figürliche Zweier-Personengruppe flankiert.

  • Auf der linken Seite befindet sich (außen) ein hölzernes Tutemännchen, daneben eine Frau. Zu jeder vollen Stunde „trompetet“ der Tutemann die jeweilige Stunde in sein Horn; im Inneren der Uhr erklingt sodann eine Holzpfeife. Die Frau zu seiner Seite löst dabei einen Glockenschlag (Stundenschlag) aus.
  • Die Personengruppe auf der rechten Seite wurde erst im Jahre 1696 hinzugefügt. Sie zeigt (zur Innenseite hin) eine Darstellung des Todes, und daneben (nach außen hin) der Zeitgott Chronos. Jeweils viertelstündlich löst der Tod einen Glockenschlag, während der Zeitgott Chronos dazu eine Sanduhr umdreht.

Astrolabium[Bearbeiten]

Im mittleren Bereich der Uhr befindet sich ein Astrolabium mit der „eigentlichen“ Uhr, das dieMondphasen und Planetenstellungen anzeigt.

  • Die oberhalb der Uhrscheibe befindliche lateinische Inschrift („In hoc horologio mobili poteris haec aliaque multa dignoscere:…“) weist auf die wichtigsten Funktionen der Uhr hin. Die Übersetzung lautet:
Auf dieser beweglichen Uhr kann man dies sowie vieles andere ablesen: Die Zeit der gleichen und ungleichen Stunden; den mittleren Gang der Planeten; das aufsteigende oder absteigende Tierkreiszeichen, überdies die Aufgänge und Untergänge einiger Fixsterne. Ferner auf beiden Seiten des Werkes die Herrschaft der Planeten in den astronomischen Stunden. Oben den Opfergang der drei Könige, unten das Kalendarium mit den beweglichen Festen.
  • In den Zwickeln der gewaltigen Uhrscheibe befinden sich Darstellungen der vier Evangelisten – anstelle der bei vielen anderen astronomischen Uhren üblichen Darstellungen der vier „Weltweisen“.
  • Flankiert wird die Uhrscheibe links und rechts durch zwei Planetentafeln.

Kalendarium[Bearbeiten]

Im unteren Bereich befindet sich ein Kalendarium, das durch ein spätgotisches Gitter geschützt ist. Es handelt sich dabei um einen ewigen Kalender, der für die Jahre 1540 bis 2071 eingerichtet ist. Durch diesen Zeitraum wird eine 532 Jahre umfassende, sogenannte Dionysische Ära dargestellt, nach deren Ablauf alle Angaben über den 19-jährigen Mond- und 28-jährigen Sonnenzyklus wieder an demselben Monats- und Wochentag eintreffen, wie im ersten Jahr der 532-jährigen Periode (1540).[45]

Die Kalenderscheibe ist wiederum dreigeteilt.

  • Im inneren Kreis (innere Anzeigezone) befinden sich zwölf lateinische Kalenderverse mit einem entsprechenden Monatsbild.
  • Die Angaben im anschließenden Ring (mittlere Anzeigezone) betreffen die Tage eines Jahres. Die Anzeigezone ist damit in 365 Felder aufgeteilt. Nachts dreht sich die Kalenderscheibe um einen Tag weiter, und wird in Schaltjahren einen Tag angehalten. In diesem Ring werden die Monatsdaten nach heutiger Zählweise und die Tagesbuchstaben genannt, sowie die Tage nach römischer Art (Kalenden, Nonen, Iden) aufgezählt, und die Monatsnamen, die unbeweglichen Feste und die Osterbuchstaben angezeigt.
  • Der äußere Ring (äußere Anzeigezone) enthält Angaben zu der 532 Jahre umfassenden, sogenannten Dionysischen Ära. Dargestellt ist die jeweilige Jahreszahl des Zeitraumes von 1540 bis 2071; außerdem befinden sich dort Angaben zum jeweiligen Ostertermin, sowie weitere Angaben (goldene Zahl, Sonntagsbuchstaben in zwei Kreisen, das Intervallum in zwei Kreisen, und die Indiktionen.)

Domschatz[Bearbeiten]

Rechts das Diözesanmuseum, links die Marienkapelle

Der Domschatz des St.-Paulus-Doms, der seit 1981 in der nördlich des Kreuzgangs angebauten Domkammer aufbewahrt wird, umfasst Kostbarkeiten sakraler Kunst von der Zeit der Karolinger (um das Jahr 800) bis ins 20. Jahrhundert, insbesondere Goldschmiedearbeiten und Textilien aus der Romanik, der Gotik und dem Barock. Ein Teil der liturgischen Gegenstände befindet sich noch in liturgischer Nutzung.[46]

In der Domkammer sind über 700 Exponate ausgestellt. Die Ausstellung erstreckt sich über drei Ebenen.

Auf der untersten Ebene werden vor allem historische Paramente und liturgisches Gerät gezeigt: Zwei Kaseln (Messgewänder) aus dem 14. Jahrhundert, Gewänder der Spätgotik aus italienischem Seiden-Samt- und Goldbrokat und Kaseln aus Goldbrokat, die von der Kaiserin Maria Theresia gestiftet wurden (ihr Sohn Maximilian Franz von Österreich war von 1784 bis 1801 Fürstbischof von Münster).

Die mittlere Ebene enthält die bedeutendsten Stücke des Domschatzes: Ehemalige Ausstattungselemente des Doms, wie die sogenannten „sprechenden Reliquiare“, sowie einen Bilderzyklus Hermann tom Rings, Reste des Lettners Brabenders und eine Reihe monumentaler Reliefs Gröningers.

Die oberste Ebene ermöglicht anhand ausgesuchter Beispiele einen Rundgang durch die am Dom zu findenden kunstgeschichtlichen Epochen.[47]

Redende Reliquiare[Bearbeiten]

Auf der mittleren Ebene werden insbesondere sprechende Reliquiare ausgestellt, die durch ihre Gestaltung zum Ausdruck bringen, welche Reliquie sie umschließen.

  • Das Pauluskopfreliquiar, das um das Jahr 1040 entstand, ist eines der ältesten erhaltenen Bildnisreliquiare und das früheste, ganz in Gold ausgeführte Kopfreliquiar des gesamten Abendlandes. Es enthält einen Teil der Schädelkalotte des Apostels Paulus von Tarsus.
  • Außerdem befindet sich im Domschatz ein weiteres Kopfreliquiar des Hl. Paulus aus Silber. Es entstand in Münster um das Jahr 1380. Das Antlitz ist in der seit der Spätantike üblichen Kopfform des Heiligen mit hoher, kahler Stirn, strähnigen Haaren und zweigeteilten Bart gearbeitet. Im Sockel der Büste, der mit Edelsteinen verziert ist, befindet sich eine Agraffe mit Christusmonogramm.
  • Das Armreliquiar der Hl. Felizitas stammt aus der Zeit um das Jahr 1260 und wurde in Münster geschaffen. Es umschließt einen Unterarmknochen der Hl. Felizitas. Der silberne Arm ist mit reichhaltig verzierten und mit Edelsteinen besetzten Reifen geschmückt.
  • Die Büste des Propheten Philo von Alexandrien entstand um das Jahr 1390. Sie ist eine der bedeutenden 14 Reliquienbüsten aus dem barocken Hochaltar des Doms und zählt zu den größten Kostbarkeiten in europäischen Sammlungen. Das Antlitz des Propheten ist markant durchgebildet. Auf Brusthöhe befindet sich eine große Kristallscheibe, hinter der sich Reliquien der Hl. Walburgis und des Hl. Vincenz befinden. Dies lässt sich auf dem Pergamentstreifen ablesen, die der Prophet in seinen Händen hält.

Weitere Gegenstände[Bearbeiten]

Weitere beachtenswerte Ausstattungsgegenstände sind

  • ein goldenes Reliquienkreuz (um 1090, Münster), ein Altarkreuz auf einem iranischen Bergkristallfuß in Form einer Schachfigur; es ist als Gemmenkreuz mit verschiedenfarbigen Steinen reich verziert;
  • der Kokosnußpokal aus der Zeit um 1230;
  • das Hunde-Aquamanile aus dem 13. Jahrhundert, ein goldenes Gießgefäß in der Form eines Hundes, das zur Handwaschung des Priesters in der Liturgie diente; der Hund, als treuer Genosse des Menschen, symbolisiert die Wachsamkeit des Glaubens;
  • das sog. Weibermachtreliquiar aus Elfenbein (Münster, um 1370/80), auf dem u.a. dargestellt ist, wie Phyllis, die Geliebte des jungen Alexander des Großen, den Philosophen Aristoteles dazu bringt, ihr als Reittier zu dienen;
  • eine Skulptur des dornengekrönten und gegeißelten Christus (sog. Elendschristus) aus Baumberger Sandstein, entstanden in der Zeit um 1470/1480,
  • eine Hostienmonstranz aus dem 15. Jahrhundert,
  • der Aufsatz des ehemaligen Johannesaltars, geschaffen von Kilian Wegeworth (Münster, 1537); der Altar zeigt auf einer Bühnenarchitektur Christus mit der Weltkugel, flankiert von Johannes dem Täufer und Johannes Evangelist.
  • der sog. Horstmarer Pauluspokal, der 1651 von dem Goldschmied Johan Meiners (Coesfeld) geschaffen wurde; es handelt sich dabei um einen großen Doppelpokal, der von einer Paulusfigur (dem Bistumspatron) bekrönt ist; auf den Seitenflächen des Pokals ist eine Karte mit allen Orten des ehemaligen Fürstbistums Münster eingraviert. Der Pokal lässt sich in der Mitte öffnen, und diente vermutlich zur Hand- und Fußwaschung in der Oster-Liturgie.

Orgeln und Dommusik[Bearbeiten]

Domorgel im Ostquerschiff

Der Dom verfügt über drei Orgeln.

Hauptartikel: Orgeln des St.-Paulus-Doms
  • Die Hauptorgel steht im Ostquerhaus (Johannischor). Das Pfeifenwerk stammt weitgehend aus der Orgel, die 1956 von Hans Klais erbaut und in einer Orgelnische über dem Kapitelsaal (T), seitlich des Stephanschores (nördliches Querschiff) aufgestellt wurde. 1987 wurde das Instrument abgebaut und mit geringfügig geänderter Disposition in einem neuen Gehäuse vor dem Südfenster des östlichen Querschiffs aufgestellt. Die Disposition wurde zuletzt im Jahre 2002 geringfügig geändert.
  • In der oberen Kapelle des Nordturmes befindet sich seit dem Jahre 2002 ein Auxiliarwerk. Es hat 14 Manual- und Pedalregister und dient dazu, den hinteren Bereich (Westwerk) des Doms zu beschallen. Das Auxiliarwerk hat keine Spielanlage, sondern wird vom Spieltisch der Hauptorgel angesteuert. Das Werk ist ähnlich einem Hauptwerk disponiert, und enthält ein Hochdruckregister „Tuba episcopalis“ in 8'-Lage, mit Extensionen (16'- und 4'-Lage).
  • Im Westchor befindet sich das sog. Lettner-Positiv. Es handelt sich dabei um ein kleines Orgelpositiv aus dem 17. Jahrhundert, das ursprünglich auf dem Lettner stand. Es wurde im Jahr 2009 umfassend restauriert bzw. erneuert. Das Instrument dient heute der Begleitung der gesungenen Vesper.

Domorganist ist seit 2003 Thomas Schmitz. Zu seinen Vorgängern als Domorganisten zählen u.a. Domvikar Dr. Hans Ossing (von 1974-1997), der maßgeblich an der Konzeption der 1987 fertig gestellten Domorgel beteiligt war,[48] sowie Heinrich Stockhorst (von 1950 bis 1973).[49]

Am St.-Paulus-Dom sind mehrere Chöre aktiv: Der Domchor St. Paulus, die Mädchenkantorei und die Capella Ludgeriana, der Knabenchor am Dom zu Münster. Teile der Chöre bilden zusätzlich noch den Kammerchor der Dommusik und eine Gregorianikschola. Die Leitung des Domchores (Erwachsenenchor) und der Capella Ludgeriana liegt seit Januar 2005 bei Domkapellmeister Andreas Bollendorf. Domkantorin am Hohen Dom zu Münster ist seit 2006 Verena Schürmann.[50]

Glocken[Bearbeiten]

Südturm; der Glockenstuhl erstreckt sich auf die beiden obersten Ebenen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich im Südturm des Doms eines der bedeutendsten Geläute Westfalens.

  • Das Hauptgeläut bildeten sechs (große) Glocken, mit den Schlagtönen g0, a0, c1, d1, f1 und g1. Es handelte sich dabei z. T. um sehr alte und wertvolle Glocken: zwei Klangkörper stammten aus dem Jahr der Domweihe (1264), die anderen Glocken aus den Jahren 1675, 1856, 1890 und 1911.
  • Drei kleine Glocken aus den Jahren 1538 und 1683 bildeten die Klangkrone. Sie hatten die Schlagtöne h1, d2 und fis2 und wurden als „Englische“ Jagd bezeichnet, weil sie „in rascher Folge als jagende Melodie gebeiert wurden.[51]

1917 wurde die Marienglocke von 1890 (Schlagton d1) zu Kriegszwecken beschlagnahmt. Im März 1945 brannte der Turm aus, wobei alle (verbliebenen) Glocken zerstört wurden, einschließlich der beiden Uhrglocken, von denen eine aus dem 14. Jahrhundert stammte.

Geläut im Südturm[Bearbeiten]

Hängung der Domglocken (Draufsicht, tontiefste sind hellgrau)

Im Südturm hängen heute 10 Läuteglocken.[52] Eine davon, die Ludgerusglocke, wurde 1526 von Wolter Westerhues, einem Schüler von Gerhard van Wou, gegossen. Die Glocke hing ursprünglich in der Pfarrkirche St. Ludgerus zu Schermbeck, und wurde 1954 an den Dom verkauft.[51] Die anderen neun Glocken wurden 1956 von der Glockengießerei Feldmann & Marschel in Münster als deren größtes Geläut gegossen.[53][54]

Beim Guss der neun neuen Glocken im Jahre 1956 sollte an sich das ursprüngliche Klangbild wiederhergestellt werden, und durch einen zehnten Klangkörper, als tontiefsten (Schlagton f0) ergänzt werden. Allerdings kamen sechs Glocken verstimmt aus dem Guss. Trotz dieses Umstandes wurden die Glocken am 29. September 1956 geweiht und aufgehängt. Erst 1979 wurden die betroffenen Glocken tiefer gestimmt, nachdem sich der zuständige Glockensachverständige dafür eingesetzt hatte. Diese Tonkorrektur richtete sich nach den drei größten Glocken, die als einzige tonlich stimmig waren. In diesem Zusammenhang bewilligte das Landesdenkmalamt bewilligte eine weitere Nachstimmung der historischen Ludgerusglocke; sie war bereits im Jahre 1956 von Feldmann & Marschel klanglich korrigiert worden.[51][55]

Bis 2011 hingen die Domglocken in einem stählernen Glockenstuhl. Im Zuge der Domsanierung 2011/2012 wurde dieser Glockenstuhl durch einen neuen Glockenstuhl aus Eichenholz ersetzt, um insbesondere eine weichere Klangentfaltung des Geläutes zu ermöglichen; der neue Glockenstuhl besteht aus 24 Kubikmetern Holz, sein Unterbau zur Lastenverteilung wiegt 6 Tonnen. Außerdem wurden die Elektroinstallation erneuert und die Läutemotoren ersetzt, und jede Glocke mit einem elektronisch steuerbaren Schlaghammer ausgestattet.

Die Glocken hängen verteilt auf zwei Ebenen des Glockenstuhls, auf 34 bzw. 37 Metern Höhe:[56] Auf der unteren Ebene hängen die drei tontiefsten Glocken, darüber die restlichen Glocken. Der neue Glockenstuhl bietet – auf der oberen Ebene, im mittleren Joch – Platz für eine Erweiterung des Geläutes, etwa um eine Glocke mit dem Schlagton dis1.

Nr. Name Gussjahr Gießer, Gussort Ø
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal (HT-1/16)
[vor Tonkorrektur][55]
Läuteanlass
(solistisch)
1 Kardinal 1956 Feldmann & Marschel, Münster 2267 7604 fis0 −7 Wandlung (Hochfeste 1. Ord./Primiz), Tod Papst/Bischof
2 Bernardus 1983 4490 gis0 −7 Wandlung (Hochfeste 2. Ord.), Tod Weihbischof
3 Paulus 1675 2940 h0 −6 Wandlung (Sonntage/übr. Anlässe), Tod Domkapitular
4 Petrus 1469 2036 cis1 −7 [+2] Tod Gemeindeangehöriger
5 Ludgerus 1526 Wolter Westerhues 1141 1000 e1 −5 [+4] Werktagsmesse Advent/Fastenzeit, Fastenpredigt
6 Andreas 1956 Feldmann & Marschel, Münster 1074 790 fis1 −5 [+1] Angelusläuten um 7/12/18 Uhr, Vesper Advent/Fastenzeit
7 Maria 959 535 gis1 −4 [−1] Vesper der Klarissen Advent/Fastenzeit
8 Michael 835 363 h1 −3 [±0] Glocken 8–10 gemeinsam als Englische Jagd:
Segen Ewiges Gebet/Vierzigstündiges Gebet,
Sakramentaler Segen
9 Gabriel 712 213 cis2 −3 [±0]
10 Raphael 578 120 e2 −2 [−1]

Für das Domgeläut gibt es eine differenzierte Läuteordnung, nach der zu bestimmten Anlässen (z. B. Hochfesten) bzw. Gottesdiensten (z. B. Pontifikalämtern) mit einer bestimmten Anzahl von Glocken bzw. Klangmelodie geläutet wird. Zu jedem Hochamt gibt es ein dem jeweiligen Läuten vorgelagertes „Vorläuten“ mit mindestens zwei Glocken des (Teil-)Geläutes, das nach der Läuteordnung für den jeweiligen Anlass vorgesehen ist. In den Bußzeiten (Advent und Fastenzeit) werden die Geläute reduziert, und in den festlicheren Zeiten erweitert oder vertieft. Mit einzelnen Glocken ist es möglich, bestimmte Läutemotive erklingen zu lassen; dazu zählen insbesondere das Westminster-Motiv (absteigend: h0, e1, fis1, gis1)[57] und das Salve-Regina-Motiv (aufsteigend: e1, gis1, h1 cis2).

Uhrenglocken im Dachreiter[Bearbeiten]

Blick auf den Dachreiter

Im Dachreiter auf der Vierung befinden sich zwei Glocken aus der Barockzeit, die nach dem Krieg erworben wurden. Sie dienen dem Stunden- und Viertelstundenschlag.[62] Das Uhrwerk wird von der Astronomischen Uhr gesteuert.[51]

Nr. Name Gussjahr Gießer, Gussort Ø
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
(HT-1/16)
Funktion
I 1766 Christian August Becker, Hildesheim 600 150 g2 −1 Volle Stunden
II 1772 unbekannt 470 60 a2 ±0 Viertelstunden

Literatur[Bearbeiten]

Allgemein
  • Domkapitel der Kathedralkirche zu Münster: Den Dom zu Münster virtuell erleben. 1200 Jahre Glaubensgeschichte in Bauwerken, in Kunstschätzen, in Gottesdiensten – DVD mit 8-seitigem Beiheft. Dialogverlag, Münster 2005, ISBN 3-937961-07-0.
  • Simone Epking, Christoph Hellbrügge u. a.: Der Dom zu Münster 793–1945–1993. Die Ausstattung. (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen Bd. 26, 2). Mainz 2004, ISBN 3-8053-3416-8.
  • Max Geisberg: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Band 41: Die Stadt Münster. Teil 5: Der Dom. Münster 1977, ISBN 3-402-05094-3.
  • Bernd Haunfelder, Edda Baußmann, Axel Schollmeier: „Ein wunderherrliches Werk“. Die Feierlichkeiten zum Wiederaufbau des Domes in Münster 1956. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00428-3.
  • Géza Jászai, Rudolf Wakonigg: Der Dom zu Münster und seine Kunstschätze. Dialogverlag, Münster, ISBN 3-933144-28-0.
  • Géza Jászai: Der Paulus-Dom zu Münster in alten Ansichten. Aschendorff Verlag, Münster 2001, ISBN 3-402-05425-6.
  • Uwe Lobbedey: Der Dom zu Münster 793–1945–1993. Der Bau. (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen Bd. 26, 1), Bonn 1993, ISBN 3-7749-2571-2.
  • Alexandra Pesch: Der Dom zu Münster. Das Domkloster. Archäologie und historische Forschung zu Liudgers honestum monasterium in pago Sudergoe. Die Ausgrabungen 1936–1981 am Horsteberg in Münster. (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen Bd. 26, 4), Mainz 2005, ISBN 3-8053-3515-6.
  • Thomas Sternberg (Hrsg.): Der Paulus-Dom zu Münster. 2. Auflage. Franz-Hitze-Haus, Münster 1990, ISBN 3-9802204-1-9.
  • Theodor Wieschebrink: Der St. Paulus-Dom zu Münster (Westf.). Domkapitel (Hrsg.), Münster 1965.
  • Markus Trautmann: Unser Paulusdom in Münster. Domkapitel (Hrsg.). Dialogverlag, Münster 2013.
Zur Astronomischen Uhr
  • Theodor Wieschebrink: Die astronomische Uhr im Dom zu Münster. herausgegeben von Erich Hüttenhain. 2. Auflage. Aschendorff, Münster 1998, ISBN 3-402-05980-0.
  • Trude Hüttenhain: Die astronomische Uhr im Dom zu Münster. 5. Auflage. Aschendorff Verlag, Münster 2008, ISBN 978-3-402-05984-5.
Zum Kreuzweg
  • Domkapitel der Kathedralkirche zu Münster: Weg der Hoffnung. Kreuzweg im St.-Paulus-Dom Münster. Dialogverlag, Münster, ISBN 3-933144-05-1.
Zu den Meistermann-Fenstern
Sonstige Themen
  • Andreas Efing, Tobias Schrörs u. a.: D.O.M.S. Lateinische Inschriften im Dom zu Münster: Übersetzt – Kommentiert – Gedeutet. 1. Auflage. Dialogverlag Presse- und Medien Service, Münster 2009, ISBN 978-3-941462-00-7.
  • Martin Goebel: Das Domgeläut zu Münster in Westfalen. CD mit Beiheft. 2. Auflage. Münster 2000.
  • Tobias Schrörs: Der Lettner im Dom zu Münster – Geschichte und liturgische Funktion. 1. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2005, ISBN 3-8334-2658-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St.-Paulus-Dom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichtlicher Abriss auf der Website des Doms.
  2. Nachweis??
  3. Bau-Chronik auf der Website des Doms.
  4. Vgl. die Bischofschroniken.
  5. Ralf van Bühren: Kunst und Kirche im 20. Jahrhundert. Die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils, Paderborn 2008, S. 176, 208, 914 (Abb. 48).
  6. Werner Thissen: Einsichten in Unsichtbares. Die Fenster Georg Meistermanns im Dom zu Münster. Herder, Freiburg im Breisgau 1992, ISBN 3-451-22613-8. (2. Auflage: Dialogverlag Münster 1998, ISBN 3-933144-12-4)
  7. Informationen zur Domsanierung und zur Innenrenovierung auf der Website des Bistums.
  8. Johannes Loy: Frische Farbe bis in alle Winkel : Bischofsgruft im Dom künftig zugänglich - Überraschungen am Hochaltar. In: Westfälische Nachrichten, 6. Februar 2013. Abgerufen am 19. Februar 2013. 
  9. Johannes Loy: Paulus-Dom in neuem Licht: Bischofskirche strahlt nach 15-monatiger Renovierung in hellen Farben. In: Westfälische Nachrichten, 6. Februar 2013. Abgerufen am 19. Februar 2013. 
  10. Der St.-Paulus-Dom in Münster wird wiedereröffnet.
  11. Johannes Loy: „Ein wunderbares Raumerlebnis“: Tausende strömen am Eröffnungstag durch den restaurierten Paulus-Dom. In: Westfälische Nachrichten, 15. Februar 2013. Abgerufen am 19. Februar 2013. 
  12. a b c Der Spiegel Nr.51/1955: Die Wählscheibe, 14. Dezember 1955, S. 46–48.
  13. Ausführlich zum Lettner Tobias Schrörs: Der Lettner im Dom zu Münster – Geschichte und liturgische Funktion. (PDF; 4,5 MB) 1. Auflage. 2005, ISBN 3-8334-2658-6. (Diplomarbeit, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster 2001)
  14. Webseite der Westfälischen Nachrichten vom 26. April 2013.
  15. Informationen zum Langhaus und Chorraum auf der Website des Doms.
  16. Nähere Informationen zur Bronzetür der Sakramentskapelle auf der Website des Doms.
  17. Nähere Informationen zur Christophorus-Statue auf der Website des Doms.
  18. Information zur Hl. Katharina auf der Website des Doms.
  19. Informationen zum Kreuzgang und Domherrenfriedhof auf der Website des Doms.
  20. Informationen zum Kapitelsaal auf der Website des Doms.
  21. Informationen zum Gartensaal auf der Website des Doms.
  22. Zum Taufbecken auf der Website des Doms.
  23. Ausführliche Beschreibung der Gedenktafel für Joseph Kardinal Höffner auf der Website des Doms.
  24. Nähere Informationen zum Triptychon auf der Website des Doms.
  25. zur Figur der Hl. Barbara auf der Website des Doms.
  26. Umfassende Informationen zum ehemaligen Bürenschen Epitaphaltar auf der Website des Doms.
  27. Nähere Informationen zum Grabmal auf der Website des Doms.
  28. Ausführliche Informationen zum sog. Pestkreuz auf der Website des Doms.
  29. Zu dieser Tradition auf der Website des Doms.
  30. Vgl. die Informationen auf kirchensite.de
  31. Umfassendere Darstellung des Triumphkreuzes auf der Website des Doms.
  32. Nähere Informationen zur Statue des Hl. Antonius auf der Website des Doms.
  33. Nähere Informationen zum Kreuzweg auf der Website des Doms.
  34. Nähere Informationen zum Bildniskopf auf der Website des Doms.
  35. Informationen zu den Seitenkapellen auf der Website des Doms.
  36. Nähere Beschreibung des Kruzifix auf der Website des Doms.
  37. Ausführliche Beschreibung des Grabmals auf der Website des Doms.
  38. Peter Löffler: Clemens August Kardinal von Galen – Ausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses zu Münster 21.3.76 – 19.4.76. Ausstellungskatalog, Münster 1976, S. 75.
  39. Nähere Informationen zur Skulptur "Der Bettler" auf der Website des Doms.
  40. Weitere Informationen zur Kreuzigungsgruppe am Horsteberg auf der Website des Doms.
  41. W.-M. Lippe: Die Geschichte der Rechenautomaten, mit näheren Informationen zur Astronomischen Uhr.
  42. Astrolabium, Uhr und Uhrzeigersinn: Anmerkung 5
  43. a b c d e f Otto-Ehrenfried Selle: Die Astronomische Uhr im Dom zu Münster. Informationsblatt aus dem Dom (2008).
  44. www.horo.ch – Astrolabium.
  45. Nähere Informationen über die Astronomische Uhr
  46. Ausführliche Informationen zu einzelnen Exponaten auf der Website der Domkammer
  47. Ausführliche Informationen über den Domschatz auf der Website der Domkammer.
  48. Vgl. die Informationen zu Hans Ossing auf der Website des Domes
  49. Informationen zu Heinrich Stockhorst
  50. Website: St.–Paulus–Dom Münster / Dommusik / Personen
  51. a b c d Martin Goebel: Das Domgeläut zu Münster in Westfalen – zum 40. Geburtstag der Domglocken am 21. 9. 1996. CD mit Beiheft, 2. Auflage. 2000, S. 1–4.
  52. Informationen zu den Domglocken auf der Website des Doms.
  53. Kurt Kramer: Die Glocke und ihr Geläute. Geschichte, Technologie und Klangbild vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Deutscher Kunstverlag, 3. Auflage. München 1990, S. 51.
  54. paulusdom.de Domglocken.
  55. a b Claus Peter und Jan Hendrik Stens: Das Münstersche Domgeläute in Geschichte und Gegenwart. In: Jahrbuch für Glockenkunde. Bd. 9/10, MRV, Brühl 1998, S. 62–63.
  56. Informationen zum neuen Glockenstuhl. Vgl. auch die Informationen des Bistums nach dessen Fertigstellung.
  57. Teilgeläut h°–e'–fis'–gis' (14. August 2007, 17:00) auf YouTube.
  58. Vorläuten zum Hochfest Peter und Paul (29. Juni 2009, 18:00) auf YouTube.
  59. Plenum zum Hochfest Peter und Paul (29. Juni 2009, 18:15) auf YouTube.
  60. Vorläuten zu Maria Empfängnis (8. Dezember 2009, 18:00) auf YouTube.
  61. Hauptläuten zu Maria Empfängnis (8. Dezember 2009, 18:15) auf YouTube.
  62. Angelus (2. Juni 2010, 18:00) auf YouTube.

51.9630555555567.6255555555556Koordinaten: 51° 57′ 47″ N, 7° 37′ 32″ O