Dom zu Como

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Fassade des Comer Doms
Kuppel
Blick durch das Kirchenschiff

Der Dom zu Como (italienisch: Cattedrale di Santa Maria Assunta, auch Duomo di Como) ist die Kathedrale des Bistum Como. Er steht in der Altstadt von Como, Via Maestri Comacini, 4. Der Dom wurde als letzte der gotischen Kathedralen in der Lombardei erbaut. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1396, rund zehn Jahre nach der Grundsteinlegung des Mailänder Doms, und dauerten etwa dreieinhalb Jahrhunderte. Während dieser Zeit flossen zahlreiche Baustile in den Dom ein. Dominierender Baustil ist jedoch der ursprüngliche Stil der Spätgotik bzw. Frührenaissance geblieben.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits vor 1396 existierte in Como, unweit des Sees, eine Kathedrale, die der „Santa Maria Maggiore“ geweiht war, und im 9. Jahrhundert errichtet wurde. Ende des 14. Jahrhunderts wurde dann anstelle einer Restauration der alten Kathedrale ein Neubau beschlossen. Federführend für die Planung des Neubaus war der Architekt Lorenzo degli Spazzi (Laino D’Intelvi).

Ab 1426 wurde die Bauausführung von dem Architekten Pietro da Breggia übernommen, der maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung hatte, und ab 1457 die Architekten Florio da Bontà und Lichino Scarabota. Im Zuge der Bauarbeiten der neuen Kathedrale wurde die alte Domkirche, die zunächst nahe dem Neubau stand, weitgehend abgetragen; erhalten sind lediglich Überreste, insbesondere die südliche Mauer. In den Jahren 1487 bis 1513 wurde der Seitenflügel des Doms errichtet. Hauptapsis und Sakristeien wurden in den Jahren 1513 bis 1519 errichtet. Zu Beginn und Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die südliche und die nördliche Apsis erbaut. Die Kuppel wurde in den Jahren 1731 bis 1744 nach Plänen von Filippo Juvara, dem Architekten des sardischen Königs, errichtet. Im Jahre 1774 endeten die Bauarbeiten.

Der Dom ist insgesamt 87 m lang. Die Kuppel erreicht eine Höhe von 75 m, die Fassade eine Höhe von 45 m. Die Kirchenschiffe sind 58 m breit.

Ausstattung[Bearbeiten]

Der Dom ist reichhaltig mit Kunstwerken ausgestattet.[2]

  • Weihwasserbecken neben dem Hauptportal
  • Retabel des Hl. Ambrosius (1482)
  • Altar der Hl. Apollonia, um 1493
  • Altar der Kreuzabnahme, 1498 von Tommaso Rodari geschaffen
  • Altar der Gnadenjungfrau, um 1502
  • Retabel des Altar des Hl. Abbondio, 1514 geschaffen von dem Bildhauer Giovan Angelo del Maino (Pavia)
  • Altarbild des Hl. Hieronymus, 1521 von Bernardino Luini geschaffen.
  • Altar der Himmelfahrt Mariens, 1641 nach einem Entwurf von Francesco Richino geschaffen
  • Altar des Gekreuzigten, 1674
  • Altar des Hl. Josef, 1830
  • Zahlreiche Wandteppiche aus dem ausgehenden 16. und 17. Jahrhundert
  • Buntglasfenster, überwiegend im 19. Jahrhundert geschaffen.

Orgel[Bearbeiten]

Barockes Orgelgehäuse (17. Jhd.)

Die Kathedrale beherbergt eine große Orgel, die im Jahre 1932 von dem Orgelbauer Balbiani Vegezzi-Bossi erbaut, und zuletzt im Jahre 1998 von dem Orgelbauer Mascioni restauriert und letztmals erweitert wurde. Das Instrument hat 68 Register (6.515 Pfeifen) und 2 Effektregister auf vier Manualwerken und Pedal. Die Orgelwerke sind auf den Kirchenraum verteilt: das Chorwerk (Organo corale) befindet sich in der Vierung, das Echowerk über dem Eingang der Sakristei; Hauptwerk, Positiv und Schwellwerk befinden sich in zwei barocken Orgelgehäusen links und rechts hinten im Kirchenschiff, in denen auch in Großteil der Pedalregister untergebracht sind. Die Orgel lässt sich von einem vier-manualigen Spieltisch aus anspielen, der ebenerdig in Nähe des Altarraumes aufgestellt ist. Die Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch.

Bemerkenswert sind die beiden barocken Orgelgehäuse im Hauptschiff. Sie stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind reichhaltig mit barocken Verzierungen geschmückt. Die beiden Gehäuse sind mehr oder minder identisch gestaltet. Auf der Spitze der beiden Gehäuse finden sich jeweils zwei Figurengruppen: zum einen die Hl. Jungfrau Maria, zum anderen der Hl. Abbondio, jeweils flankiert von Engelsfiguren.[3]

I Organo Corale
1. Principale 8'
2. Bordoncino 8'
3. Flauto 8'
4. Armonica 8'
5. Voce angelica 8'
6. Ottava 4'
7. Flauto 4'
8. Ripieno V
9. Cromorno 8'
Vibratore (Tremulant)
II Grand’Organo
10. Principale 16'
11. Principale 8'
12. Diapason 8'
13. Corno di camoscio 8'
14. Bordone 8'
15. Viola gamba 8'
16. Dulciana 8'
17. Unda maris 8'
18. Flauto armonico 4'
19. Ottava 4'
20. Decimaquinta 2'
21. Ripieno IX
22. Tromba 16'
23. Tromba 8'
24. Chiarina 4'
Arpa (Harfe)
III Positivo espressivo
25. Bordone 16'
26. Eufonio 8'
27. Flauto da concerto 8'
28. Viola d’amore 8'
29. Salicionale 8'
30. Voce celeste 8'
31. Flauto a camino 4'
32. Principalino 4'
33. Nazardo 22/3'
34. Flautino 2'
35. Terza 13/5'
36. Cornetto V
37. Ripieno VII
38. Clarinetto 8'
Campane (Glockenspiel)
Vibratore (Tremulant)
IV Organo Espressivo
39. Controgamba 16'
40. Diapason 8'
41. Eolina 8'
42. Flauto in selva 8'
43. Bordoncino 8'
44. Flauto d’orchestra 8'
45. Concerto di viole 8'
46. Corno di notte 4'
47. Fugara 4'
48. Ottavina 2'
49. Ripieno V
50. Oboe 8'
51. Tromba armonica 8'
Arpa (Harfe)
Vibratore (Tremulant)
IV Organo Eco
52. Corno dolce 8'
53. Coro violini 8'
54. Armonia eterea V
55. Tromba squillo 8'
56. Voci corali 8'
Campane (Glockenspiel)
Vibratore (Tremulant)
Pedale
57. Contrabbasso acustico 32'
58. Bordone corale 16'
59. Contrabbasso 16'
60. Violone 16'
61. Subbasso 16'
62. Bordone 16'
63. Basso 8'
(Fortsetzung)
64. Basso armonico 8'
65. Bordone 8'
66. Violoncello 8'
67. Corno 4'
68. Bombarda 16'

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dom zu Como – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. die Grundinformationen zum Comer Dom
  2. Ausführliche Informationen zur Ausstattung des Domes
  3. Vgl. die Informationen zur Orgel

45.8117169.083687Koordinaten: 45° 48′ 42″ N, 9° 5′ 1″ O