Domat/Ems
| Domat/Ems | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Graubünden (GR) |
| Bezirk: | Imboden |
| Kreis: | Rhäzüns |
| BFS-Nr.: | 3722 |
| Postleitzahl: | 7013 |
| UN/LOCODE: | CH DMT |
| Koordinaten: | 753436 / 18887646.8333299.449999586Koordinaten: 46° 50′ 0″ N, 9° 27′ 0″ O; CH1903: 753436 / 188876 |
| Höhe: | 586 m ü. M. |
| Fläche: | 24.22 km² |
| Einwohner: | 7392 (31. Dezember 2011)[1] |
| Einwohnerdichte: | 305 Einw. pro km² |
| Website: | www.domat-ems.ch |
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Domat-Ems Richtung Chur |
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| Karte | |
Domat/Ems (rätoromanisch Domat
[ˈdomɐt]?/i, deutsch und bis 1943 offiziell Ems) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Imboden des Kantons Graubünden in der Schweiz. Domat/Ems ist ein Doppelname aus dem rätoromanischen und deutschen Namen der Ortschaft. Ausgesprochen wird es meistens als Domatems.
Besonders auffallend sind die vielen Kirchen, welche die verschiedenen Wachstumsstadien der Gemeinde aufzeigen. Die älteste Kirche ist Sogn Pieder (Sankt Peter) am Fusse der Tuma Castè (Schlosshügel) im Dorfzentrum. Zum Gemeindegebiet gehört auch die oberhalb von Panix liegende Alp Ranasca.
Geographisch ist Domat/Ems bekannt für die zwölf Tumas auf seinem Gemeindegebiet.
Inhaltsverzeichnis |
Bevölkerung [Bearbeiten]
Sprachen [Bearbeiten]
Bis in die Mitte des 19. Jahrhundert sprach die gesamte Einwohnerschaft eine bündnerromanische Mundart. Obwohl dies eine mittelbündnerische Mundart war, wurde traditionell in allen Gemeinden des Bezirks Imboden das Surselvische als Schriftsprache gebraucht. In dieser Eigenschaft ähnelten sie den Gemeinden Bergün und Filisur, wo ebenfalls mittelbündnischere Mundarten in Gebrauch waren bzw. sind, als Schriftsprache aber das Oberengadinische (dort, historisch gesehen, hauptsächlich aus konfessionellen Gründen) in Gebrauch war.[2]
In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts stieg die Zahl der Deutschsprachigen zwar, aber die Mehrheit blieb der Romanischen Sprache treu (1880 90 % und 1900 89 %). Dann begann ein leichtes Absinken der Mehrheitsverhältnisse auf 1941 76 %. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschob sich die Sprachenlage ständig mehr zugunsten des Deutschen. Dennoch betrug trotz des Sprachenwechsels der Anteil der Romanen 1970 noch 33 % (oder 1867 Personen). Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:
| Sprachen in Domat/Ems GR | ||||||
| Sprachen | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
| Deutsch | 3450 | 55,06 % | 4403 | 68,35 % | 4670 | 73,29 % |
| Rätoromanisch | 1846 | 29,46 % | 1016 | 15,77 % | 704 | 11,05 % |
| Italienisch | 766 | 12,22 % | 629 | 9,76 % | 471 | 7,39 % |
| Einwohner | 6266 | 100 % | 6442 | 100 % | 6372 | 100 % |
Bei den Italienischsprachigen handelt es sich um Einwanderer aus Italien. Die Haupteinwanderungszeit waren die 1960er-Jahre.
Herkunft und Nationalität [Bearbeiten]
Von den Ende 2005 6896 Bewohnern waren 5641 (= 82 %) Schweizer Staatsangehörige.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Domat/Ems zählt zu den wichtigsten Industriestandorten in Graubünden.
Der wichtigste Arbeitgeber ist die Ems-Chemie, die mit ihrem ehemaligen Besitzer, dem Politiker Christoph Blocher, untrennbar verbunden ist. Damit diese Fabrik mit normalspurigen Güterzügen der Schweizerischen Bundesbahnen bedient werden kann, wurde zwischen Chur und Domat/Ems ein Dreischienengleis gebaut.
Die ehemalige Grosssägerei Stallinger (Swiss Timber) im Westen der Gemeinde wurde Mitte Mai 2007 in Betrieb genommen und bot Arbeitsplätze für etwa 200 Personen. Stallinger wurde im April 2009 von der Mayr-Melnhof-Gruppe übernommen.[3] Ende 2010 ging die Grosssägerei in Konkurs, die Sägewerksanlagen wurde für 20 Millionen Franken an die Klausner-Gruppe, die Gebäude an die Tiroler Pfeifer-Gruppe aus Imst verkauft.[4][5]
Im September 2011 ersteigerte die Pfeifer Gruppe die Baurechte und die Werkhallen. Da die Anlagen entgegen der Anordnung des Konkursamtes nie abgebaut wurden, verfügte das Amt anfangs April 2012, die Bauteile und Anlagen seien bis am 30. Juni zu demontieren.[6]
Am Rhein liegt das Kraftwerk Reichenau.
Geschichte [Bearbeiten]
Domat/Ems wurde 765 n. Chr. unter dem Namen Amedes im Testament des Churer Bischofs Tello erstmals erwähnt.
Anfangs November 2007 entdeckte ein Arbeiter auf dem Gelände der Ems-Chemie am Rand des Firmengeländes in einem ehemaligen Kalkbrennofen ein Massengrab; der Regen hatte menschliche Knochen aus einer Böschung geschwemmt. Die Toten stammen von einer Schlacht der Franzosen gegen Bündner am 3. Mai 1799.
Ab 1943 befand sich östlich des Dorfes ein Militärflugplatz, von welchem der standardisierte Leichtflieger-Hangar noch heute zu sehen ist.[7] Das Militär benutzte den Platz bis 2004 zur Betankung von Helikoptern, der Hangar war zudem von der Heliswiss genutzt worden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Besonders bekannt sind die katholischen Prozessionen, die in Domat/Ems durchgeführt werden. Die bekannteste ist jene an Fronleichnam, welche zehn Tage nach Pfingsten durchgeführt wird. Ebenfalls wichtig ist die Maria Himmelfahrt-Prozession sowie die Karfreitagsprozession.
Einen wichtigen Platz in der Domat-Emser Kultur nimmt auch die Fasnacht ein. Diese findet während vier Tagen statt und endet am venergis mellen. Der Höhepunkt ist der Gievgia grassa (Schmutziger Donnerstag).
Kirchen [Bearbeiten]
- Sogn Pieder
- Sogn Gion
- Baselgia parochiala
- Caplutta Sogn Antoni
- Verenakapelle
- Reformierte Kirche Domat/Ems
- Sentupada, Kirchen- und Kulturzentrum
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Flurin Spescha (1958–2000), Autor und Publizist, hier geboren
Galerie [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
- ↑ Lia Rumantscha (Hrsg.): Romanisch – Facts & Figures. 2., überarbeitete und aktualisierte Ausgabe. Chur 2004, ISBN 3-03900-034-9. S. 31. (online).
- ↑ Stallinger
- ↑ NZZ
- ↑ Holz-Zentralblatt: Sägewerk Domat: Unternehmen legen Beschwerde gegen Verfügung ein vom 5. April 2012, aufgerufen am 10. April 2012
- ↑ NZZ online
- ↑ Militärflugplatz in Ems, später Heliport (PDF; 7,7 MB)
