Domenico Paolella

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Domenico Paolella (* 15. Oktober 1915 in Foggia; † 7. Oktober 2002 in Rom) war ein italienischer Drehbuchautor und Filmregisseur. In einigen seiner Filme verwendete er die Pseudonyme Paolo Dominici und Paul Fleming.

Leben[Bearbeiten]

Paolella hatte bereits als Student Interesse am Filmgeschäft, nahm 1935 bis 1937 an den Littoriali-Kursen teil und drehte zwei Experimentalfilme. Nach einer kurzen Zeit als Filmkritiker mit Beiträgen für diverse Zeitungen und Zeitschriften verpflichtete ihn Carmine Gallone als Assistenten bei Scipio l'Africano[1]. Im Anschluss daran drehte Paolella zahlreiche Dokumentar- und Kurzfilme. Auch ein Buch über Experimentelles Kino erschien. Nach dem Sturz Mussolinis war er für eine der ersten Dokumentationen über den Widerstand verantwortlich. Während des Krieges war er als Korrespondent an der sowjetischen Front tätig; von 1946 bis 1951 war er Herausgeber der ersten 500 Ausgaben der von ihm selbst gegründeten Wochenzeitschrift Incom.

1952 drehte er den Dokumentarfilm America, der in den USA von Orson Welles erzählt wurde und sammelte Fernseherfahrung mit zwei Kriminalfilmen. Sein La tragedia dell'Etna gewann den Preis für den besten Dokumentarfilm in Cannes. Nach seiner Rückkehr in sein Heimatland Italien spezialisierte er sich auf Genrefilme, die jeweils ihre Blütephase hatten; so finden sich Filmkomödien, Schlagerfilme, Piratenfilme, Sandalenfilme, Italowestern und Nunsploitation in seinem Oeuvre.[2] Nachdem er seinen letzten Film 1979 drehte, arbeitete er zwischen 1992 und 1994 überraschend wieder an mehreren Drehbüchern mit.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1955: Der Lebensretter (Il coraggio)
  • 1960: Küste der Piraten (I pirati della costa)
  • 1961: Die Abenteuer der Totenkopf-Piraten (Il terrore dei mari)
  • 1961: Rächer der Meere (Il giustiziere dei mari)
  • 1961: Der schwarze Brigant (Il segreto dello sparviero nero)
  • 1962: Maciste im Kampf mit dem Piratenkönig (Maciste contro lo sceicco)
  • 1962: Frauen für die Teufelsinsel (Prigioniere dell'isola del diavolo)
  • 1963: Kampf der Giganten (Ursus il gladiatore ribelle)
  • 1963: Maskenball bei Scotland Yard
  • 1963: Die Höllenhunde des Dschingis Khan (Maciste contro i Mongoli)
  • 1964: Herkules gegen die Tyrannen von Babylon (Ercole contro i tiranni di Babilonia)
  • 1964: Die Vernichtung des Dschingis Khan (Maciste nell'inferno di Gengis Khan)
  • 1965: Agente S 03: Operazione Atlantide
  • 1965: Die Rache des Spartacus (Il gladiatore che sfidò l'impero)
  • 1967: Die gnadenlosen Zwei (Odio per odio)
  • 1968: Django – Die Bibel ist kein Kartenspiel (Execution)
  • 1973: Die Nonne von Verona (Le monache di Sant'Arcangelo)
  • 1973: Der Nonnenspiegel (Storia di una monaca di clausura)
  • 1974: The Prey (La Preda)
  • 1979: Sonderkommando ins Jenseits (La polizia è sconfitta)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christopher Frayling: Spaghetti westerns: cowboys and Europeans from Karl May to Sergio Leone, 2006, S. 560
  2. Roberto Poppi: I registi dal 1930 ai nostri giorni, Gremese 2002, S. 319