Domingo Martínez de Irala

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Domingo Martínez de Irala
Aufteilung Südamerikas 1534–1539

Domingo Martínez de Irala (* 1509 in Vergara, Gipuzkoa; † 1556 in Asunción, Paraguay) war in den Jahren 1534/5 an der Seite von Juan de Ayolas und Juan de Salazar y Espinosa der führende Offizier auf der Expeditionsreise von Pedro de Mendoza in das Gebiet des Río de la Plata und seiner Hauptzuflüsse (Río Paraná und Río Paraguay).

Biographie[Bearbeiten]

Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Nach erfolgreicher Überfahrt gründeten die insgesamt etwa 100 Soldaten und Seeleute die Festung Nuestra Señora Santa María del Buen Aire, aus der später die Stadt Buenos Aires hervorgehen sollte. Im Jahr 1537 begleitete er Juan de Ayolas auf seiner Expeditionsreise, deren Ziel es u. a. war, einen Verbindungsweg zwischen dem La-Plata-Gebiet und den spanischen Besitzungen in der Provinz Neu-Toledo (Peru und Bolivien) zu finden. Am Paraguay-Fluss wurde – nahe der Grenze zum heutigen Brasilien – ein kleines Fort mit Namen Puerto de la Candelaria gegründet; anschließend setzte Juan de Ayolas die Reise landeinwärts durch den Gran Chaco fort und ließ den um ein Jahr jüngeren Domingo Martínez de Irala als Kommandant des Forts zurück. Juan de Ayolas wurde wahrscheinlich wenig später von Chaco-Indianern getötet; daraufhin wurde Candelaria aufgegeben. Die Soldaten kehrten in das weiter südlich gelegene und von Juan de Salazar y Espinosa zwischenzeitlich neugegründete Fort Nuestra Señora Santa María de la Asunción zurück, welches im Jahr 1541 die Stadtrechte erhielt. Möglicherweise waren er oder Espinosa der erste Bürgermeister (alcalde) der Stadt Asunción.

Der im Jahre 1540 (oder 1542) neu aus Spanien angekommene Adelantado Álvar Núñez Cabeza de Vaca, machte sich unter den bereits ‚Alteingesessenen‘ wegen seiner tyrannischen Befehle und übertriebenen Strafen schnell unbeliebt: Eine Verschwörung wurde angezettelt mit dem Ziel seiner Absetzung. Domingo Martínez de Irala war unter den Verschwörern, doch als die Zeit zum Handeln gekommen war wurde er krank – seine Mitstreiter jedoch setzten die Verhaftung und Verurteilung von Álvar Núñez Cabeza de Vaca durch, der noch im selben Jahr (1544) – zusammen mit Espinosa – nach Spanien zurückgeschickt wurde.

Domingo Martínez de Irala unternahm in der Folgezeit noch mehrere kürzere Expeditionsreisen, auf welchen er sich auch Aufständen der indianischen Bevölkerung ausgesetzt sah. Im Jahr 1552 erhob ihn Karl V. zum neuen Adelantado der Provinz Río de la Plata, denn inzwischen war er zum besten Kenner des Gebietes geworden. In den Folgejahren unternahm er weitere Reisen und beauftragte Expeditionen unter der Leitung anderer, von denen allerdings eine nicht zurückkehrte. Er selbst starb in Asunción im Jahre 1556; in seinem Testament vom 13. März 1556 ist u. a. ein Passus zu seinen vielen unehelichen Kindern enthalten, für die er Vorsorge bezüglich ihrer zukünftigen christlichen Eheschließungen trifft. Sein Nachfolger als Gouverneur wurde Gonzalo de Mendoza.

Ehrungen[Bearbeiten]

Irala, ein Vorort im heutigen Großraum von Buenos Aires, ist nach ihm benannt. Darüber hinaus tragen viele Straßen in Argentinien und Paraguay seinen Namen.

Weblinks[Bearbeiten]