Domingo Siazon

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Domingo Lim Siazon, Jr. (* 9. Juli 1939 in Aparri, Provinz Cagayan) ist ein philippinischer Diplomat und Politiker.

Biografie[Bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch studierte er Politikwissenschaften an der Ateneo de Manila University und erwarb dort einen Bachelor of Arts (B.A. Political Science). Danach studierte er mit einem Stipendium des japanischen Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) Physik an der Universität Tsukuba und beendete dieses mit einem Bachelor of Science. Schließlich absolvierte er noch ein Postgraduiertenstudium der Verwaltungslehre an der Kennedy School of Government der Harvard University und schloss dieses mit einem Master of Arts (M.A. Public Administration) sowie einen Kurs in Ökonomie an der University of Colorado.

Im Anschluss trat er in den Diplomatischen Dienst und wurde 1976 zum Botschafter in Österreich berufen. Als solcher war er zugleich als Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen (UN) und der Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) in Wien akkreditiert.

Im August 1981 wurde er Direktor bei der IAEO und setzte sich damit bei der Wahl gegen den Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung und Technologie Hans-Hilger Haunschild durch.[1] 1985 erfolgte dann seine Ernennung zum ersten Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). Dieses Amt bekleidete er bis zum 31. Dezember 1992 und wurde dann am 1. Januar 1993 durch Mauricio de Maria y Campos abgelöst. Im Anschluss war er zwischen 1993 und 1995 Botschafter in Japan.

1995 ernannte ihn Präsident Fidel Ramos zum Außenminister in seinem Kabinett. Dieses behielt Siazon auch unter Ramos Nachfolger als Präsident, Joseph Estrada, bis zum Amtsantritt von Präsident Gloria Macapagal-Arroyo im Februar 2001. In seine Amtszeit fiel 2000 die Entführung ausländischer Touristen auf der Insel Jolo durch die Rebellengruppe Abu Sajaf und die anschließenden Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln sowie die Zahlung von Lösegeld.[2][3][4][5][6][7][8]

Sein Nachfolger als Außenminister wurde Vizepräsident Teofisto Guingona, der ihn erneut zum Botschafter in Japan ernannte. Dieses Amt bekleidet er bis heute.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DER SPIEGEL: "Export-Erfolg hemmt Karriere" (Nr. 29/1981)
  2. SPIEGEL ONLINE: "Geiselnahme in Malaysia-Entführer fordern Millionen-Lösegeld" (26. April 2000)
  3. SPIEGEL ONLINE: "Auswärtiges Amt-"Situation Besorgnis erregend"" (3. Mai 2000)
  4. DER SPIEGEL: "Eine Reise in die Hölle" (Nr. 19/2000)
  5. DER SPIEGEL: "Terror in den Tropen" (Nr. 19/2000)
  6. SIEGEL ONLINE: "Philippinen: Tagebuch einer Entführung" (30. Mai 2000)
  7. SPIEGEL ONLINE: "Geiseldrama. Rebellen fordern offenbar Lösegeld für Renate Wallert" (17. Mai 2000)
  8. SPIEGEL ONLINE: "Philippinen: Joschka Fischer kämpft um die Geiseln" (12. Juli 2000)