Dominik Klenk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dominik Klenk beim Vortrag über Gender Mainstreaming auf dem 7. Internationalen APS-Kongress in Würzburg, 2013

Dominik Klenk (* 26. September 1968)[1] leitet den Brunnen Verlag Basel, ist Autor, ein Vertreter der Dialogphilosophie, Journalist und war erster Prior der ökumenischen Kommunität Offensive Junger Christen.

Leben[Bearbeiten]

Dominik Klenk spielte nach dem Abitur von 1987 bis 1989 beim VfL Heppenheim in der 2. Handball-Bundesliga.[2] Anschließend studierte er von 1991 bis 1997 Journalistik, Philosophie und Lateinamerikanistik an der Katholischen Universität Eichstätt. Dort promovierte er 2002 mit einer Arbeit über den Philosophen Eugen Rosenstock-Huessy.

Von 2002 bis 2012 leitete Klenk die ökumenische Kommunität Offensive Junger Christen, die in Reichelsheim (Odenwald) und in Greifswald ihre Niederlassungen hat. Von 2008 bis 2012 war er ihr erster Prior.[3] Er war Herausgeber der Zeitschrift Salzkorn.[4] Seit Oktober 2012 ist er Verlagsleiter und Geschäftsführer des Brunnen-Verlags Basel.[5][6]

Klenk ist verheiratet und Vater von drei Kindern.[7]

Arbeitsfelder[Bearbeiten]

In seinen wissenschaftlichen Beiträgen befasst sich Klenk vor allem mit der neuzeitlichen Dialogphilosophie. Neben den Werken Rosenstock-Huessys sind auch die von Martin Buber Gegenstände seiner Forschung. Als Mitglied der Martin-Buber-Gesellschaft rezensiert er neuere philosophische Literatur und veröffentlicht Essays zu verschiedenen Themen in der Zeitschrift Im Gespräch.[8] Für die Wochenzeitung Die Zeit führte er im März 2011 ein Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann.[9]

Dominik Klenk ist Initiator des Bündnisses Ehe und Familie, dem sich inzwischen 35 Firmen, Vereine und Verbände aus Deutschland angeschlossen haben, darunter auch der überkonfessionelle CVJM, die katholische Schönstatt-Bewegung sowie der unabhängige Deutsche Elternverein.

Klenk arbeitet als Coach für Teamprozesse und Community-Building. Er gründete 2003 gemeinsam mit Roland Werner und dem evangelischen Bischof Christian Zippert das TGG (Treffen geistlicher Gemeinschaften) in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).[10][11]

Dominik Klenk forschte und reflektierte über die Psychohistorie von Gemeinschaften und Gruppenprozessen.[12]

Er hat die Jungunternehmerforen 20x09 und 20x10 mit gestaltet.[13]

Klenk vertritt die Grundthese, dass Menschen in ihrer Grundhaltung Empfangende sind. Beziehungen in Teams und Gruppen könnten nur wachsen und prosperieren, wenn sie Liebe empfangen und weiter schenken.

Positionen[Bearbeiten]

Klenk setzt sich für die Ökumene, für die Familie aus Mann und Frau sowie für ein Therapierecht für "veränderungswillige Homosexuellen" ein.

Klenk vertritt traditionelle Werte und Lebensformen. In Schriften und Vorträgen bezieht er Stellung gegen die Nivellierung der Geschlechterunterschiede. In der so genannten Gender-Politik sieht er eine lautlose Revolution gegen die „schöpfungsgemäßen“ Unterschiede zwischen Mann und Frau.[14] Für homosexuelle Menschen, die ihre sexuelle Orientierung ändern wollen, fordert Klenk das „Recht auf therapeutische Begleitung“.[15] Als einen der hervorstechenden Unterschiede zwischen männlichen homosexuellen und heterosexuellen Partnerschaften sieht Klenk, aufgrund, so von ihm interpretierter Studien, den Sex mit wechselnden Partnern außerhalb der festen Beziehung.[16] Die Reform des Pfarrerdienstrechtes mit einer offiziellen Öffnung für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften im Amt, sei ein Zündeln im sowie eine Demontage des Pfarrhauses; Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften würden es in ein „Freudenhaus“ verwandeln.[17].

Klenk setzt sich für die Ökumene ein. Er referiert und publiziert auf zahlreichen evangelischen und katholischen Foren.[18] Der katholische Philosoph Robert Spaemann nennt diesen Ansatz den Versuch einer anderen Ökumene: Nicht die Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners bzw. der Schnittmenge konfessioneller Überzeugungen und Fallenlassen des Restes als Privatsache.[19]

Würdigungen[Bearbeiten]

  • Dominik Klenks Forschungen zum philosophischen Werk Rosenstock-Huessys wurden 2002 von der Katholischen Universität Eichstätt als hervorragende wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet.[20]
  • Ebenfalls 2004 erhielt Dominik Klenk einen 3. Preis der BMW-Group für die Organisation und Durchführung des internationalen Baucamps Bausteine für ein gelingendes Zusammenleben im 21. Jahrhundert.[21]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • „Gegenwartsverlust“ in der Kommunikationsgesellschaft. Anstöße zu einer dialogischen Ethik der (Massen)Kommunikation mit Martin Buber und zwei Gespräche mit Harry Pross. Lit, Münster 1999, ISBN 3-8258-4109-X.
  • Metanomik – Quellenlehre jenseits der Denkgesetze. Eugen Rosenstock-Huessys Wegbereitung vom ich-einsamen Denken der neuzeitlichen Philosophie zur gelebten Sprachvernunft. Agenda-Verlag, Münster 2003, ISBN 3-89688-175-2 (zugleich Dissertation Eichstätt 2001).
  • Riskiere dein Herz: Wunder und Wagnisse - mit Gott erlebt. Gießen 2008, ISBN 3-765-51909-X.
  • Gender Mainstreaming: Das Ende von Mann und Frau?. Gießen 2009, ISBN 3-765514411.
  • Dominik Klenk (Hrsg.): Lieber Bruder in Rom. Ein evangelischer Brief an den Papst. Knaur TB, München 2011, ISBN 3-426-78524-2.
  • Dominik Klenk (Hrsg.): Wie Gefährten leben. Eine Grammatik der Gemeinschaft. Brunnen Verlag, Gießen 2013, ISBN 978-3765513077.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur von und über Dominik Klenk im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auszug aus dem Vereinsregister beim Amtsgericht Darmstadt unter dem Zeichen VR 70609 vom 19. Oktober 2005.
  2. Kurzbiograhie von Domink Klenk, abgerufen am 24. Juni 2008.
  3. OJC: Salzkorn 2/2008.
  4. Werdegang. Dr. Dominik Klenk, archiviert vom Original am 15. September 2010, abgerufen am 15. September 2010 (html, deutsch).
  5. OCJ-Prior wechselt zum Brunnen-Verlag Basel. idea.de, 8. Mai 2012, archiviert vom Original, abgerufen am 8. Mai 2012 (deutsch, Siehe auch http://brunnen-verlag.de/index.php?parent=5&sub=yes&idcat=39&idart=21749).
  6. Dominik Klenk wird neuer Geschäftsführer. boersenblatt.net, 21. Mai 2012, abgerufen am 10. August 2012 (deutsch).
  7. http://www.dominik-klenk.de/werdegang-lebenslauf
  8. Martin-Buber-Gesellschaft: Im Gespräch. Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam, ISSN 1616-6094 (Heftarchiv).
  9. Wo war Gott in Japan?, 24. März 2011.
  10. Das Treffen Geistlicher Gemeinschaften (TGG) in der EKD. In: Die Konferenz Evangelischer Kommunitäten (KevK). Abgerufen am 16. Juli 2012 (deutsch).
  11. Verbindlich leben. Kommunitäten und geistliche Gemeinschaften in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ein Votum des Rates der EKD zur Stärkung evangelischer Spiritualität, EKD-Texte 88, 2007. EKD, 2007, abgerufen am 16. Juli 2012 (deutsch).
  12. Dr. Dominik Klenk: Die Wechseljahre der Gemeinde. In: Salzkorn 3/2010. OJC e.V., abgerufen am 16. Juli 2012 (deutsch).
  13. 20x09 Was wird uns in Zukunft bewegen? Kongress christlicher Führungskräfte, abgerufen am 16. Juli 2012 (deutsch).
  14. Artikel: Gender-Politik: Die lautlose Revolution. Mann oder Frau? Eine neue Politik will die natürlichen Unterschide nicht mehr wahrhaben (PDF; 24 kB), abgerufen am 24.Juni 2008.
  15. Idea: OJC: Änderungswillige Homosexuelle nicht abweisen, vom 4. Mai 2008, abgerufen am 18. Oktober 2012.
  16. kath.net Besser schwul als katholisch? Zur Entscheidung der EKD-Synode zum Pfarrerdienstrecht - Ein Kommentar von Dominik Klenk
  17. Dominik Klenk Die vertane Chance der EKD, das evangelische Pfarrhaus als Ort der Klarheit und der Orientierung zurück zu gewinnen In: IdeaSpektrum 46/2010, online mit Kommentaren, gesehen am 14. März 2011. Mit Verweis auf Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft: Männliche Homosexualität und Promiskuität auf DIJG.de, gesehen am 14. März 2011.
  18. Lieber Bruder in Rom. Ein evangelischer Brief an den Papst. Hrsg. Dominik Klenk, München 2011, S. 10.
  19. Solche Protestanten sind willkommen. Christ & Welt 34/2011, abgerufen am 16. Juli 2012 (deutsch).
  20. KU Eichstätt Pressemitteilung , abgerufen am 24. Juni 2008.
  21. Zehn Jahre BMW Group Award für Interkulturelles Lernen. BMW Group, archiviert vom Original am 15. September 2010, abgerufen am 15. September 2010 (PDF; 1,9 MB, de, en).