Domjüchsee

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Domjüchsee
Domjüchsee.jpg
Geographische Lage Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Zuflüsse Graben vom Jägerpöhl
Abfluss Stendlitz
Orte am Ufer Strelitz-Alt
Größere Städte in der Nähe Neustrelitz
Daten
Koordinaten 53° 19′ 52″ N, 13° 7′ 53″ O53.3311413.1315164.0Koordinaten: 53° 19′ 52″ N, 13° 7′ 53″ O
Domjüchsee (Mecklenburg-Vorpommern)
Domjüchsee
Höhe über Meeresspiegel 64 m ü. NHN
Fläche 24,7 haf5
Maximale Tiefe 5 mf10

Der Domjüchsee ist ein See im Neustrelitzer Stadtteil Strelitz-Alt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und gehört geographisch als See des Neustrelitzer Kleinseengebietes zur Mecklenburger Seenplatte.

Der See ist ein eiszeitlicher Rinnensee (26,7 ha groß) mit einem hohen Steilufer an der Ostseite.[1] Die Domjüch weist eine Zweiteilung auf. Der nördliche, nur etwa zwei Meter tiefe See ist durch eine schmale Verbindung mit dem L-förmigen südlichen Teil verbunden. Dieser ist bis zu fünf Meter tief. Der See hat eine Länge von etwa 1700 Metern und eine Breite von etwa 170 Metern.

Badeanstalt Domjüch[Bearbeiten]

Am Ostufer des Sees befindet sich eine Badestelle mit Doppelsteg. In deren Bereich befand sich früher die Altstrelitzer Badeanstalt. Zudem ist der See eine beliebte Stelle für Angler. Im August 2010 wurde an der Badestelle ein Rockkonzert veranstaltet, wobei für die Zeit des Konzertes eine Bühne in unmittelbarer Ufernähe errichtet wurde.

Wüstung Domjüch[Bearbeiten]

Der Domjüchsee erhielt seinen Namen nach dem in den märkischen Fehden untergegangenen, heute als Wüstung bezeichneten Dorf Domjüch (1349 Domiuche, 1569 Domjücher Mühle, 1599 Daumjuch).[1] Der Ortsname entstammt der polabischen Sprache, die zur Zeit der slawischen Besiedlung hier gesprochen wurde. Er wird von dem altslawischen Bewohnernamen Domjuchy (Pl.) abgeleitet, dessen Bedeutung sich heute nicht mehr erschließen lässt.[2] Dieser setzt sich aus den altpolabischen Wörtern doma (dt. zu Hause) und jucha (dt. Suppe, Brühe) zusammen.[2]

Landesirrenanstalt Domjüch[Bearbeiten]

Hauptartikel: Landesirrenanstalt Domjüch

Am Westufer der Domjüch wurde 1902 die Großherzogliche Mecklenburg-Strelitzsche Landesirrenanstalt Domjüch als psychiatrische Klinik für Mecklenburg-Strelitz in Betrieb genommen. Heute sind nur noch die restaurierte Kapelle und Ruinen der Anstaltsgebäude erhalten. 1934 in Heil- und Pflegeanstalt Domjüch umbenannt, war die Anstalt Übergangsstation bei den Euthanasiemorden in der NS-Zeit. Ab Frühjahr 1943 wurde der Gebäudekomplex als Tuberkuloseheilstätte genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte bis 1993 die militärische Nutzung des Geländes durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Ein Verein bietet heute neben Veranstaltungen in der Kapelle, Ausstellungen und Führungen an.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Neustrelitzer Stadtführer. Hrsg. Rat der Stadt Neustrelitz, Neustrelitz 1965, S.6.(Erarbeitung: Annalise Wagner, Einband und Zeichnungen: Gerd Gombert)
  2. a b Cornelia Willich: Ortsnamen in Mecklenburg Strelitz In:Mecklenburg Strelitz. Beiträge zur Geschichte einer Region. Band 2. 1. Auflage. Hrsg. Landkreis Mecklenburg–Strelitz, ISBN 3-9807532-7-1, Friedland/Meckl. 2002, S. 12 vgl. Julius Bilek: Der Mensch und seine Seen. In: Heimatkundebuch des Kreises Neustrelitz. Neustrelitz 1953, S. 87.
  3. Christiane Witzke: Domjüch. Erinnerungen an eine Heil- und Pflegeanstalt in Mecklenburg-Strelitz, federchen Verlag, ISBN 3-910170-43-9, Neubrandenburg 2001.