Dommuseum Hildesheim

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Bischof Eduard Jakob Wedekin führte dem Dommuseum seine umfangreiche Kunstsammlung zu.

Das Dommuseum Hildesheim ist die Domschatzkammer und das Diözesanmuseum des Bistums Hildesheim. Der Domschatz ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Es befindet sich in historischen Räumen um den Kreuzgang des Doms. Das Dommuseum veranschaulicht über 1000 Jahre Kirchen- und Kunstgeschichte im niedersächsischen Raum.

Umbau[Bearbeiten]

Im Zuge der Domsanierung wurde das Dommuseum von 2010 bis 2015 erweitert und vollständig umgestaltet. Die profanierte Antoniuskirche und Teile des Kreuzgangs wurden den Museumräumen hinzugefügt. Dadurch wuchs die Ausstellungsfläche von 200 m² auf 800 m², so kann das Museum nun einen weit größeren Teil seines Fundus zeigen als zuvor. In einem an die Antoniuskirche angebauten Neubau ist der Domlettner aus der Zeit der Renaissance aufgestellt. Im Untergeschoss ist die bei der Sanierung freigelegte Bernwardsmauer zu sehen. Außerdem wurde ein gotisches Vierpassfenster gefunden, es wurde ebenfalls in die Ausstellung integriert. Die feierliche Wiedereröffnung fand am 17. April 2015 statt.[1]

Dommuseum, Eingang vor der Sanierung

Ausstellungsgegenstände[Bearbeiten]

Der Hildesheimer Domschatz ist eine über Jahrhunderte gewachsene Sammlung liturgischer Gefäße, Reliquiare, Gewänder, Bücher und Bildwerke von höchster Qualität. Das Hildesheimer Marienreliquiar reicht bis in die Frühzeit des Bistums zurück und wird mit der Gründungslegende des Doms in Verbindung gebracht. Besonders kostbare Stücke, darunter das mit Gemmen reich verzierte Bernwardskreuz, das Kostbare Bernwardevangeliar und das Ringelheimer Kreuz, entstanden in der Blütezeit des Bistums unter Bischof Bernward († 1022), das Ratmann-Sakramentar von 1159 im Zusammenhang mit dessen beginnender Heiligenverehrung.[2] Ein Büsten- und ein Armreliquiar des hl. Bernward stammen aus dem 13. Jahrhundert.[3] Aus dem Barock stammen prachtvolle Monstranzen und weitere Gold- und Silberschmiedearbeiten. Mehrere dieser Kunstschätze werden bis heute bei hochfestlichen Anlässen in der Domliturgie verwendet.

Die Artemisia-Gobelins kamen 1727 in den Besitz der Domkirche. Sie wurden bis 2015 restauriert und erhielten im wiedereröffneten Museum einen eigenen Saal.

Zum Diözesanmuseum, das kirchliche Kunst aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus vereinigt, wurde das Dommuseum durch das Wirken Bischof Eduard Jakob Wedekins († 1870). Er brachte vor allem gotische Arbeiten aus den Pfarreien und aus seinem Privatbesitz in die Domsammlung ein und veranlasste die sachgerechte Aufbewahrung und Ausstellung.

Nach der Wiedereröffnung werden neben den historischen Kunstgegenständen erstmals auch zeitgenössische Kunstwerke ausgesteltt. Schwerpunktmäßig Graphiken und Skulpturen im Bereich Bronzeguss.[4]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marlis Stähli: Die Handschriften im Domschatz zu Hildesheim. Beschreibungen. Harrassowitz, Wiesbaden 1984, ISBN 3-447-02471-2, online
  • Victor H. Elbern: Dom und Domschatz in Hildesheim. 2. verbesserte Auflage, Königstein i. T. 1991.
  • Abglanz des Himmels. Romanik in Hildesheim (Ausstellungskatalog Hildesheim), hrsg. von Michael Brandt, Hildesheim/Regensburg 2001.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.dommuseum-hildesheim.de/de/hildesheimer-dommuseum
  2. Das Kostbare Evangeliar des Heiligen Bernward (Ausstellungskatalog Hildesheim/München 1994). Hrsg. von Michael Brandt, München 1993.
  3. Martina Junghans: Die Armreliquiare in Deutschland vom 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Dissertation Bonn 2002, Kat.-Nr. 19.
  4. http://www.dommuseum-hildesheim.de/de/sammlung-des-dommuseums-hildesheim
  5. Carla Margarete Fandrey: Das Oswald-Reliquiar im Hildesheimer Domschatz (= Göppinger akademische Beiträge. Bd. 125). Kümmerle, Göppingen 1987, ISBN 978-3-87452-679-1 (zugl. Diss. Bonn 1982).
  6. Information des Bistums

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dommuseum Hildesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.148759.9474444444444Koordinaten: 52° 8′ 56″ N, 9° 56′ 51″ O