Dommuseum Hildesheim

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Dommuseum, Eingang
Bischof Eduard Jakob Wedekin führte dem Dommuseum seine umfangreiche Kunstsammlung zu.

Das Dommuseum Hildesheim ist die Domschatzkammer und das Diözesanmuseum des Bistums Hildesheim. Es befindet sich in historischen Räumen am südlichen Querhausarm des Doms. Im Zuge der Domsanierung ab 2010 werden die benachbarte St.-Antonius-Kirche und Teile des Domkreuzgangs in Ausstellungsräume des Dommuseums umgewandelt werden.

Der Hildesheimer Domschatz ist eine über Jahrhunderte gewachsene Sammlung liturgischer Gefäße, Reliquiare, Gewänder, Bücher und Bildwerke von höchster Qualität. Das Hildesheimer Marienreliquiar reicht bis in die Frühzeit des Bistums zurück und wird mit der Gründungslegende des Doms in Verbindung gebracht. Besonders kostbare Stücke, darunter das mit Gemmen reich verzierte Bernwardskreuz, das Kostbare Bernwardevangeliar und das Ringelheimer Kreuz, entstanden in der Blütezeit des Bistums unter Bischof Bernward († 1022), das Ratmann-Sakramentar von 1159 im Zusammenhang mit dessen beginnender Heiligenverehrung[1]. Ein Büsten- und ein Armreliquiar des hl. Bernward stammen aus dem 13. Jahrhundert[2]. Aus dem Barock stammen prachtvolle Monstranzen und weitere Gold- und Silberschmiedearbeiten. Mehrere dieser Kunstschätze werden bis heute bei hochfestlichen Anlässen in der Domliturgie verwendet.

Die Artemisia-Gobelins kamen 1727 in den Besitz der Domkirche. Sie werden bis 2015 restauriert und erhalten im wiedereröffneten Museum einen eigenen Saal.

Zum Diözesanmuseum, das kirchliche Kunst aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus vereinigt, wurde das Dommuseum durch das Wirken Bischof Eduard Jakob Wedekins († 1870). Er brachte vor allem gotische Arbeiten aus den Pfarreien und aus seinem Privatbesitz in die Domsammlung ein und veranlasste die sachgerechte Aufbewahrung und Ausstellung.

Das Dommuseum Hildesheim veranschaulicht über tausend Jahre Kirchen- und Kunstgeschichte im niedersächsischen Raum.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marlis Stähli: Die Handschriften im Domschatz zu Hildesheim. Beschreibungen. Harrassowitz, Wiesbaden 1984, ISBN 3-447-02471-2, online
  • Victor H. Elbern: Dom und Domschatz in Hildesheim. 2. verbesserte Auflage, Königstein i. T. 1991.
  • Abglanz des Himmels. Romanik in Hildesheim (Ausstellungskatalog Hildesheim), hrsg. von Michael Brandt, Hildesheim/Regensburg 2001.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Kostbare Evangeliar des Heiligen Bernward (Ausstellungskatalog Hildesheim/München 1994). Hrsg. von Michael Brandt, München 1993.
  2. Martina Junghans: Die Armreliquiare in Deutschland vom 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Dissertation Bonn 2002, Kat.-Nr. 19.
  3. Carla Margarete Fandrey: Das Oswald-Reliquiar im Hildesheimer Domschatz (= Göppinger akademische Beiträge. Bd. 125). Kümmerle, Göppingen 1987, ISBN 978-3-87452-679-1 (zugl. Diss. Bonn 1982).
  4. Information des Bistums

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dommuseum Hildesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.148759.9474444444444Koordinaten: 52° 8′ 56″ N, 9° 56′ 51″ O