Dommuseum Salzburg

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Eingangsschild

Das Dommuseum Salzburg befindet sich in den Räumen unter der West-Empore und in den Oratorien des Salzburger Doms, weiters in den südlichen Dombögen. Das Museum ist zugleich auch das Diözesanmuseum.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon vor dem Ersten Weltkrieg drängte der Pinzgauer Kanonikus Josef Lahnsteiner, in Salzburg die alte Sammlung zu rekonstruieren und auszustellen und begann auf eigene Faust dafür zu sammeln. 1954 wurden erste Teile der Sammlung anlässlich der neuen Domweihe gezeigt. Der eigentliche Beschluss für die Neugründung eines öffentlich zugänglichen Dommuseums erfolgte 1972. Er sollte sich in drei Bereiche gliedern:

  • die rekonstruierte Kunst- und Wunderkammer
  • der Domschatz (soweit greifbar)
  • Die "Alte oder Große Galerie bey Hof" (seit 1980)

Am 17. Mai 2014 erfolgte die Eröffnung des Dommuseums[1] als Teil des neu konzipierten Domquartiers.[2]

Sammlung[Bearbeiten]

Ausgestellt werden die Kunstschätze des Doms und aus Salzburger Kirchen. Sie beinhalten unter anderem Goldschmiedearbeiten, Textilien, Skulpturen, Gemälde des Mittelalters und des Barock (Meinrad Guggenbichler, Georg Raphael Donner, Johann Michael Rottmayr und Paul Troger) sowie liturgische Gewänder des 12. bis 18. Jahrhunderts.

Wichtige Ausstellungsstücke sind unter anderem

  • das Rupertus-Kreuz aus Bischofshofen, das größte erhaltene Metallkreuz des ersten christlichen Jahrtausends, entstanden um Mitte des 8. Jahrhunderts vermutlich in Südengland, das wahrscheinlich schon im ersten Salzburger Dom aufgestellt war
  • ein doppelarmiges Reliquienkreuz aus Ungarn (um 1100), möglicherweise das Schwurkreuz der ungarischen Könige
  • eine Hostientaube aus Limoges (spätes 13. Jh.)
  • eine Tafel des Pfarrwerfener Altars (um 1425/30) mit der Darstellung Christi im Tempel (Festtagsseite) und den Heiligen Leonhart und Rupert (Werktagsseite); eine weitere Tafel des einstigen Altares befindet sich im Salzburg Museum
  • eine Madonna aus dem Umkreis Michael Pachers (um 1495/1500)
  • das kunstvolle Messbuch (Missale) Wolf Dietrichs von Raitenau (1598/99), ein Werk des Hofgoldschmiedes Hans Karl
  • ein seltenes Claviorganum, gebaut für Erzherzog Ferdinand II. von Tirol, angekauft von Wolf Dietrich von Raitenau

Die Salzburger Kunst- und Wunderkammer[Bearbeiten]

Im südlichen Dombogen befindet sich die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter Max Gandolf von Kuenburg und Guidobald von Thun angelegte Kunst- und Wunderkammer. Sie zählte zu den bedeutendsten derartigen Sammlungen Europas. Dort wurden einst auch über 130 kunstvoll geschliffene Bergkristall-Arbeiten (Gläser, Pokale etc) aus der eigenen fürsterzbischöflichen Schleiferei aufbewahrt, ein Bestand der europaweit nur von den Sammlungen Ludwigs des XIV. und des Herzogs von Savoyen übertroffen wurde. Nach der Säkularisation wurde der allergrößte Teil der Sammlung gemeinsam mit dem Domschatz widerrechtlich außer Landes gebracht. Vor allem Kurfürst Ferdinand III. von Toskana nahm mit dem Ende seiner Regentschaft eigenmächtig große Teile der alten fürsterzbischöflichen Sammlung mit nach Florenz. Verbliebene Stücke raubten die Franzosen in den Napoleonischen Kriegen, kleine Teile auch die Bayern. Nur wenige Stücke blieben in Salzburg in der naturwissenschaftlichen Schausammlung von St. Peter. Ein großer Teil der Salzburger Kunst- und Wunderkammer befindet sich heute im Palazzo Pitti in Florenz.

Erst im Jahr 1974 wurde die Kammer im Sinne einer barocken Kunst- und Wunderkammer rekonstruiert. Sie enthält heute vielfältige Objekte der Natur und Werke der Kunst. Sie sind gegliedert in 1. Rosenkränze, 2. Mineralien, 3. Wissenschaftliche Instrumente, 4. Elfenbeinarbeiten, 5. Steinbockhhornarbeiten, 6. kunstvolle Bergkristall- und Serpentinarbeiten (aus der fürsterzbischöflichen Bergkristallschleiferei), 7. exotische Muscheln und Schnecken und 8. Kuriosa. Daneben sind hier auch ausgestopfte Tiere barocke Globen und Fossilien zu bewundern.

Direktoren[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Umbauarbeiten im Dommuseum (abgerufen am 26. April 2014)
  2. [2] Domquartier

47.79787222222213.046638888889Koordinaten: 47° 47′ 52″ N, 13° 2′ 48″ O