Domra

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Dieser Artikel behandelt das russische Zupfinstrument Domra. Es ist leicht zu verwechseln mit dem zentralasiatischen Zupfinstrument Dombra oder mit den Domra am Ganges, einer Kaste der Unberührbaren.
Domra
russisch Домра
Domra-topview.jpg

Domra nach Andrejew
Klassifikation
Chordophon
Zupfinstrument
Tonumfang
siehe Liste Instrumentenbauweisen von Domren
Verwandte Instrumente
Balalaika, Dombra, Laute, Banjo
Musiker
Tamara Volskaya, weitere siehe Domristen im Artikel
Konstruktive Merkmale der viersaitigen Domra
Viersaitige Domra gespielt von Alexej Stachowitsch

Die Domra ist eine in der russischen Musik gespielte Laute. Es gibt Zupfinstrumente mit vier Saiten, deren Stimmung und Mensur der europäischen Laute oder der Mandoline ähnlich sind. Die dreisaitige Domra ist wie die Balalaika gestimmt, als deren Vorgänger sie gilt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das am russischen Hof einst sehr beliebte Musikinstrument entstand aus der im 13. Jahrhundert durch die Tataren eingeführte Dombra. Das Instrument war zeitweilig in Russland verboten. Wassili Wassiliewitsch Andrejew [1] (russisch Василий Васильевич Андреев) rekonstruierte die Domra um 1896 auf der Basis von alten Zeichnungen und Instrumentenfragmenten.[2] Vom ursprünglichen Instrument ist keine exakte Beschreibung überliefert. Die viersaitige Domra wurde ab 1905 durch die Instrumentenbauer G. Ljubimow und F. Burow bekannt. Die viersaitige Domra wurde bei deutschen Liedermachern, Pfadfindern und bündischer Jugend[3] durch Alexej Stachowitsch bekannt, der dieses Instrument bei zahlreichen Veranstaltungen (Singwettstreite und Ähnliches; meist im Ensemble mit Balalaikas und russischem Liedgut) zum Einsatz brachte.

[Bearbeiten] Stilrichtungen und Spielweisen der Domra

Neben Balalaika und Bajan ist die Domra ein wichtiges Instrument in Orchestern für russische Volksinstrumente; ein Hochschulstudium ist in Russland möglich. Die Domra findet über klassische wie (russisch) volkstümliche Spielweise hinaus Anwendung bei süd- und nordamerikanischen Stilrichtungen. Die Bandbreite der musikalischen Stilrichtungen (Klassik, Volksmusik, Blues, Jazz, Flamenco, Tango etc.) ist breit und erklärt sich aus der Verwandtschaft der viersaitigen Domra mit etlichen Instrumenten europäischen Ursprungs und der sich daraus ergebenden Möglichkeit, Kompositionen dieser Instrumente auf der Domra zu interpretieren (siehe Medien). Die Domra wurde auch in Opern eingesetzt, so zum Beispiel in Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch von Nikolai Rimski-Korsakow. Neben dem Tremolospiel mit dem Plektrum können (je nach Beherrschung des Instrumentes) andere Spielweisen wie Flatpicking, Staccato, Pizzicato, Glissando, Flageoletto und natürlich das Akkord-Spiel angewandt werden.

[Bearbeiten] Instrumentenbauweisen und Tabulaturen der Domra

Ähnlich wie die Balalaika wird die Domra in verschiedenen Größen von der Piccolodomra bis zur (Kontra-) Bassdomra gebaut. Am gebräuchlichsten ist aber die Soprandomra. Neben der dreisaitigen Domra, die in Quarten gestimmt ist, gibt es die viersaitige Variante, die in Quinten gestimmt wird. Beide werden mit einem Plektrum angeschlagen, die viersaitige Variante erlaubt die Adaption der Violin- und Mandolinenliteratur.

Tabulaturen der dreisaitigen Domren nach Andrejew (vergleiche Stimmlagen und Tonumfang der Balalaika)

  • Piccolodomra Grundstimmung der Saiten: h1 e2 a2 Tabulatur siehe [4]
  • Primdomra Grundstimmung der Saiten: e1 a1 d2 Tabulatur siehe [5]
  • Soprandomra Grundstimmung der Saiten: h e1 a1 Tabulatur siehe [6]
  • Altdomra Grundstimmung der Saiten: e a d1 Tabulatur siehe [7]
  • Tenordomra Grundstimmung der Saiten: H e a Tabulatur siehe [8]
  • Bassdomra Grundstimmung der Saiten: E A d Tabulatur siehe [9]
  • Kontrabassdomra (minor) Grundstimmung der Saiten: 1E 1A D Tabulatur siehe [10]
  • Kontrabassdomra (major) Grundstimmung der Saiten: 1A D G Tabulatur siehe [11]

(die Größenstufen der viersaitigen Dromren sind analog zu denen der dreisaitigen Instrumente)

[Bearbeiten] Domristen und Ausbilder der Gegenwart

Die Domristin (Domraspielerin) Tamara Volskaya (russisch Тамара Вольская) ist gleichzeitig Professorin an der russischen Musikhochschule „Staatliches M.-P.-Mussorgski-Konservatorium des Uralgebiets“ in Jekaterinburg.[12]. Die meisten klassischen Domristen haben während ihrer Ausbildung Kontakt zu Tamara Volskaya gehabt. Ein Teil Ihrer Schüler ist inzwischen in Deutschland bekannt:

  • Tatjana Ossipova wurde unter anderem von Tamara Volskaya an der Domra ausgebildet. Sie gibt Konzerte und unterrichtet an der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal.[13][14].
  • Michail Sawtschenko und Aljona Sawtschenko geben international Konzerte und setzen sich für die Popularität der Domra ein.[15]
  • Natalia Alencova ist als Domristin und Ausbilderin für Domra tätig.[16]
  • Natalia Anchutina gilt als begabte Nachwuchsdomristin in Deutschland.[17]
  • Weiterhin sind Viktor Kalinsky und Victor Solomin in Russland bekannt.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Medien

(Medienauswahl als Überblick nach Bauweisen der Instrumente und musikalischen Stilrichtungen)

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Wikipedia Artikel Vasily Vasilievich Andreyev
  2. siehe: Abschnitt “About The Domra”
  3. Liedermacher der Waldeck
  4. Tabulatur Domra Piccolo
  5. Tabulatur Domra Prima
  6. Tabulatur Domra Mezzosoprano
  7. Tabulatur Domra Alto
  8. Tabulatur Domra Tenor
  9. Tabulatur Domra Bass
  10. Tabulatur Domra Contrabass / minor
  11. Tabulatur Domra Contrabass / major
  12. Wikipedia Artikel Tamara Volskaya
  13. Artikel Tatjana Ossipova
  14. KUG Archiv, Duo Concertino
  15. Heilbronner Sinfonieorchester, Programmheft (s. Solisten)
  16. Kulturserver.de Natalia Alencova
  17. Konzert auf Schloss Welda: Natalia Anchutina
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