Domus Sanctae Marthae

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Domus Sanctæ Marthæ
Außenansicht

Außenansicht

Daten
Ort Vatikanstadt
Baujahr 1884/1996
Koordinaten 41° 54′ 2″ N, 12° 27′ 12″ O41.90066111111112.453327777778Koordinaten: 41° 54′ 2″ N, 12° 27′ 12″ O
Domus Sanctæ Marthæ (Vatikanstadt)
Domus Sanctæ Marthæ

Das Domus Sanctæ Marthæ (latein.: Haus der heiligen Martha; ital.: Casa Santa Marta) ist das Gästehaus im Vatikan. Es dient als Wohnquartier des Papstes, als Gästehaus für kirchliche Besucher und der Unterbringung der Kardinäle während des Konklaves. Seinen Namen erhielt es von der hl. Martha von Bethanien, sie ist nicht nur die Schutzpatronin der Hauswirtschaft, sondern auch der Gastwirte, Hoteliers, Krankenhausverwalter und Betreuer von Sterbenden.

Geschichte[Bearbeiten]

Dieses päpstliche Gästehaus wurde 1884 von Papst Leo XIII. (1878–1903) gegründet. Es war zuerst ein Krankenhaus und wurde während der Choleraepidemie genutzt. In ihm wurden Angehörige des Vatikans und der näheren Umgebung behandelt. Später wurde es zu einer Pilgerherberge umgebaut und diente nach dem Zweiten Weltkrieg als Herberge für Flüchtlinge. Schließlich gestaltete Johannes Paul II. 1978 das ehemalige Hospiz in das jetzige päpstliche Gästehaus Domus Sanctae Marthae um. 1996 wurde eine komplette Umbaumaßnahme abgeschlossen, das Haus wurde durch Johannes Paul II. seiner Bestimmung übergeben. In Zeiten, in denen kein Konklave abgehalten werden muss, dient es als Gästehaus für Gäste des Papstes und der Römischen Kurie.

Das Gästehaus[Bearbeiten]

Das fünfstöckige Haus liegt hinter der Audienzhalle. Die Baukosten des unter Leitung des amerikanischen Architekten Louis D. Astorino errichteten Gebäudes beliefen sich auf ca. 20 Millionen US-Dollar. Neben den Wohneinheiten, die alle mit einem eigenen Bad ausgestattet sind, gibt es auch eine Gastronomie, kleine Verkaufsstände und Geschäfte, die persönliche Dienstleistungen anbieten. Die Haushaltsleitung und die Bewirtschaftung wird von der Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe vom Hl. Vinzenz von Paul wahrgenommen.

Beim Konklave[Bearbeiten]

Zur Durchführung eines Konklaves sind der Camerlengo, der Kardinalstaatssekretär und der Präsident der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt für die häuslichen Vorbereitungen zuständig. Der Wahlort bleibt die Sixtinische Kapelle, gleichwohl gelten für das Gästehaus die gleichen Geheimhaltungsbestimmungen. Die Wahlteilnehmer werden zu den Wahlgängen in einem Bus zur Kapelle gefahren. Den Bewohnern stehen je nach Ausstattung 106 Gästeappartements und 22 Einzelzimmer zur Verfügung. Die Verteilung der Zimmer auf die Kardinäle erfolgt im Losverfahren. Während des Konklaves werden alle elektronischen Verbindungen zur Außenwelt abgeschaltet.

Sonstiges[Bearbeiten]

Nach seiner Wahl zum Papst im März 2013 wohnte Franziskus zunächst im Gästehaus Sanctæ Marthæ, weil die päpstliche Wohnung im Apostolischen Palast für ihn hergerichtet werden musste. Als die Wohnung für ihn bereit war, zog es der Papst dennoch vor, weiter im Gästehaus Sanctæ Marthæ zu residieren. Zur Begründung sagte er, es gefalle ihm, „inmitten der anderen Mitglieder der Geistlichkeit“ zu wohnen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Domus Sanctae Marthae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Santa Marta statt Vatikan-Palast: Papst Franziskus bleibt vorerst im Gästehaus, Spiegel Online vom 26. März 2013.