Don Ed Hardy

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Don Ed Hardy (stehend) mit Dave Yurkew auf der Tattoo Convention in Reno Nevada, 1977

Donald Ed Hardy (* 1945 in Newport Beach) ist ein US-amerikanischer Tattookünstler und Designer.

Leben[Bearbeiten]

Im Stadtteil Corona del Mar geboren, wuchs Hardy ab dem Alter von einem Jahr in Südkalifornien auf. Er begann eine Tätowierausbildung bei Phil Sparrow und studierte gleichzeitig ab 1967 Drucktechnik am San Francisco Art Institute.[1] Ab 1973 lebte er in Japan, wo er von dem traditionellen japanischen Tätowiermeister Hori Hide lernte[2] und 1974 gründete er ein eigenes Tattoo-Studio in San Francisco.

„Wir waren alle auf der Suche nach einer freieren Gesellschaft. Ich habe mir damals das Ziel gesetzt, Tätowierungen von ihrem Tabu zu befreien. Ein Tattoo verletzt keine Dritten, es ist eine sehr persönliche Sache. Also sollte jeder eines haben können.“

Die Zeit

Während der 1980er Jahre wiederholte er seine Studien in Japan. Er traf dort auch auf Horiyoshi III, mit dem er zusammen 1987 das Buch Tattoo Designs of Japan herausgegeben hat und seither eine freundschaftliche Beziehung unterhält.[3]

„Es gibt einen Grund dafür, warum heute mehr Menschen Tattoos tragen als jemals zuvor. In einer Welt, in der alles digital wird und Religion und Herkunft ihre Bedeutung verlieren, zeigt eine Tätowierung, wer Du bist.“

Die Zeit

Im Jahr 1982 gründeten er und seine Frau, Francesca Passalacqua, die Hardy Marks Publications. Sie schrieben, editierten und veröffentlichten 25 Bücher, darunter die fünf Bände Tattoo-Time[4] sowie einige Werke der alternativen Kunst. Im Jahr 1986 zogen sie nach Honolulu und Hardy begann wieder zu malen, zeichnen und drucken. Sein Tattoo-Studio in San Francisco betreibt er bis heute, wo jüngere Tätowierer [5] seine Arbeit fortsetzten und seinen Stil fortführen.

Kunst[Bearbeiten]

Typisches Motiv auf einem Schuh, 2008

In der New Yorker Kunstgalerie (Drawing Centre) zeigte Hardy im Jahr 1995 die Ausstellung Pierced Hearts and True Love.[6] Hardy gab in dieser Ausstellung, die ein „entscheidender Schritt zur Imageverbesserung des Tätowierens“[7] war, einen geschichtlichen Überblick der vergangenen 100 Jahre.

Modelabel Ed Hardy[Bearbeiten]

2002 gründete Hardy das Mode-Label Ed Hardy, welches 2004 von Christian Audigier lizenziert wurde. Die Kleidungsstücke zeichnen sich besonders durch bunte Tattoo-Motive aus. Daneben erschienen aus der Reihe auch Accessoires wie Sonnenbrillen, Taschen, Bettwäsche, Parfum, Feuerzeuge, Energy Drinks und Bier.[8]

Ed Hardy Fashion Show, Los Angeles Fashion Week, 2008

In Deutschland hat die Marke mittlerweile Popularität eingebüßt, da die sich stets ähnelnden Tattoo-Motive und plakativen Slogans als stillos gelten. Die deutsche Presse bezeichnete Audigier als „Designer-Proll“, Hardy sagte dazu:

„Ich verurteile keinen dafür, wie er lebt und sich kleidet, aber ich selber trage keine Ed-Hardy-T-Shirts.[9]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Bull's Eyes & Black Eyes, Hardy Marks Publications 2003.
  • The Elephants' Graveyard, Frederick Spratt Gallery 2002.
  • Smart art press - by Don Ed Hardy, Smart Art Press 2000.
  • Tattooing the Invisible Man, Bodies of Work, Hardy Marks Publications/Smart Art Press 2000.
  • Permanent Curios, Smart Art Press 1997.
  • tattoo-time, ART FROM THE HEART, Hardy Marks Publications, Hawaii 1991, ISBN 0-945367-09-0
  • tattoo-time 4, LIVE AND DEATH TATTOS, Hardy Marks Publications, Hawaii 1988, ISBN 0-945367-05-8
  • tattoo-time 3, MUSIC & SEA TATTOOS, Hardy Marks Publications, Hawaii 1988, ISBN 0-945367-04-X
  • tattoo-time 2, TATTOO MAGIC, Hardy Marks Publications, Hawaii 1988, ISBN 0-945367-03-1
  • tattoo-time 1, NEW TRIBALISM, Hardy Marks Publications, Hawaii 1988, ISBN 0-945367-02-3

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Don Ed Hardy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marcel Feige: Tattoo- und Piercing-Lexikon, S. 145
  2. Albert L. Morse: The Tattoists, 1st Edition 1977, S. 28
  3. Marcel Feige: Das Tattoo-und Piercing Lexikon, S. 161
  4. Marcel Feige: Tattoo- und Piercing-Lexikon, S. 313
  5. tattoo-city-san francisco artists abgerufen am 13. November 2011
  6. drawingcenter.org abgerufen am 12. November 2011,
  7. Marcel Feige: Das Tattoo- und Piercing-Lexikon., S. 147
  8. Christian Audigier - Der treibt's bunt, Stern – Website
  9. Einst schick, nun schäbig – Das Label Ed Hardy, Die Welt – Website