Donald Broadbent

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Donald Eric Broadbent (* 6. Mai 1926 in Birmingham; † 10. April 1993 in Oxford) war ein britischer Psychologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Studium an der Universität Cambridge wurde er 1958 Direktor der Applied Psychology Research Unit dort. 1974 wurde er Fellow des Wolfson College an der Oxford University.

Broadbent beschäftigte sich vor allem mit Aufmerksamkeit und Gedächtnis.

Theorie[Bearbeiten]

Bedeutung erlangte insbesondere seine Filtertheorie der Aufmerksamkeit (1958), in welcher er einen frühen Engpass (bottle-neck) in einem streng seriell arbeitenden, kapazitätslimitierten Verarbeitungssystem (limited-capacity-channel) postuliert. Auf Basis physikalischer Reizmerkmale werde selektiert, welche Stimuli, die simultan einen sensorischen Speicher erreichen, der weiteren Verarbeitung zugänglich gemacht werden. Die Weiterleitung erfolge nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Nicht verarbeitete Reize verblieben für eventuelle spätere Zugriffe für eine gewisse Zeit im sensorischen Speicher. Dabei stützte sich Broadbent auf das Konzept der Psychologischen Refraktärperiode von Welford (1952).

Aufgrund einiger Erklärungslücken entwickelten andere Forscher, wie Anne Treisman (Attenuationstheorie; Selective attention in man. British Medical Bulletin 20 (1964) 12-16) oder Deutsch & Deutsch (Theorie der späten Selektion; Attention: Some theoretical considerations. Psychological Review 70 (1963) 80-90), aufbauend auf Broadbents Überlegungen, alternative Modelle der Reizselektion und Aufmerksamkeitsallokation. Broadbents Theorie kann jedoch als grundlegend für alle späteren Theoretisierungen gesehen werden.

Siehe auch:

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Werke[Bearbeiten]

  • Perception and communication. Originalausg., Pergamon Press, Oxford u.a. 1958, ISBN 0-08-009090-7; sowie: 3. Aufl., Nachdruck, Pergamon Press, Oxford u.a. 1969, ISBN = wie vor. (jeweils engl.)
  • Decision and stress. Originalausg., Academic Press, London u.a. 1971, ISBN 0-12-135550-0; sowie: 3. Aufl., Nachdruck, Academic Press, London u.a. 1985; ISBN = wie vor. (jeweils engl.)
  • In defence of empirical psychology. Originalausg., Methuen young books, London 1973 (= Methuen’s manuals of modern psychology), ISBN 0-416-76780-X. (engl.)

Literatur[Bearbeiten]

  • John R. Anderson: Kognitive Psychologie. 3., überarb. und aktualisierte Aufl., Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg u.a. 2001 (= Spektrum-Lehrbuch), ISBN 3-8274-1024-X. (dt. Übersetzung; engl. Originaltitel: Cognitive psychology and its implications)
  • Jochen Müsseler (Hrsg.): Allgemeine Psychologie. 1. Aufl., Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg u.a. 2002, ISBN 3-8274-1128-9.