Donaldismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Donaldist ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur Fachzeitschrift siehe Der Donaldist.

Als Donaldismus bezeichnet man die Beschäftigung mit der fiktiven Familie Duck und die Erforschung von familiären, biologischen, technischen, soziologischen und gruppendynamischen Prozessen in der fiktiven Stadt Entenhausen, im englischen Original des Comics als die Städte Duckburg und Mouseton bezeichnet.

Inhalte[Bearbeiten]

Der Donaldismus beschäftigt sich mit Donald Duck, Dagobert Duck, Tick, Trick und Track sowie den anderen Bewohnern Entenhausens und deren Umfeld. Als Grundlage dienen hierbei insbesondere Geschichten des amerikanischen Zeichners Carl Barks, die von der Kunsthistorikerin Erika Fuchs ins Deutsche übersetzt wurden. Jedoch wird die recht freie Übersetzung von Erika Fuchs auch von quellenpuristischer Seite kritisiert (z. B.: Henner Löffler. 2004).

Es gibt Aufsätze zu Fragestellungen wie der „Donaldistischen Utopie“ oder dem „Klima in Entenhausen“. Selbst die Sexualität und die Rechtsstrukturen in der Entenmetropole werden ausgeleuchtet (zu letzterem: B. Bremer). Den Interessierten geht es dabei um die „Erforschung der Familie Duck und des Entenhausener Universums in jeglicher nur denkbaren Hinsicht“. Puristen, auch als Barksisten bezeichnet, beziehen dabei nur die Geschichten von Barks in ihre Forschung ein.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste wissenschaftlich donaldistische Arbeit wurde 1973 von Jon Gisle in seinem Buch Donaldismen veröffentlicht.[1]

1977 wurde von Hans von Storch, der als Begründer des deutschen Donaldismus gilt, die Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus, kurz D.O.N.A.L.D., in Hamburg gegründet.

Veranstaltungen und Vereine[Bearbeiten]

Die Donaldisten haben sich in landesspezifisch ausgerichteten Vereinen organisiert. In Europa sind dies:

Kongresse der D.O.N.A.L.D. finden jährlich an wechselnden Veranstaltungsorten statt, zuletzt Ende März 2014 in Bremen. Sie sind der Höhepunkt des donaldistischen Gemeinwesens. Dort werden wissenschaftliche Vorträge gehalten und neben anderen Würdenträgern die PräsidEnte der D.O.N.A.L.D. gewählt (wird das Amt von einem Mann bekleidet, ist die Bezeichnung PräsidErpel statthaft) und ungezählte Orden und Auszeichnungen an verdiente Mitglieder verteilt. Beim Kongress 2005 in Aachen wurde erstmals der MacMoneysac-Preis verliehen. Preisträger war Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Dieser Preis geht an Menschen, die „ihre wirtschaftlichen Interessen frei von den Fesseln moralischer Bedenken“ durchsetzen und „den Entenhausener Wirtschaftslenkern in nichts nachstehen.“

Weitere Fixpunkte im donaldistischen Leben sind die jährlich stattfindenden Zwischenzeremonien, für die der eigens dafür gewählte Zeremonienmeister verantwortlich zeichnet, das nach Möglichkeit jährlich ausgetragene Mairennen und viele Stammtische, die sich überall in Deutschland regelmäßig treffen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellennachweise[Bearbeiten]

  1. Gisle Jon: Donaldismen. Gyldendal Verlag, Norwegen, ISBN 978-82-05-36307-6