Donato Raffaele Sbarretti Tazza

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Donato Sbaretti als Erzbischof (1904)
Wappen von Donato Sbarretti

Donato Raffaele Kardinal Sbarretti Tazza (* 10. November/12. November 1856 in Montefranco; † 1. April 1939 in Rom) war Diplomat des Heiligen Stuhls und Kurienkardinal.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn einer adligen Familie studierte am Seminar von Spoleto und dann am Päpstlichen Priesterseminar St. Apollinaris, wo er zum Doktor in Theologie und beider Rechte promovierte. Sein Onkel, Enea Sbarretti, wurde im Jahre 1877 zum Kardinal ernannt, zwei Jahre bevor Sbarretti Tazza im Alter von 22 Jahren zum Priester geweiht wurde. Egal wie, sein beruflicher Aufstieg kann nicht als Nepotismus beschrieben werden, da der langjährige Gönner seines Onkels, Pius IX., gestorben war, bevor er zum Priester geweiht wurde und sein Onkel starb im Jahre 1884, als seine Karriere kaum im Gange war.

Der Weihbischof in Rom, Raffaele Kardinal Monaco La Valletta, spendete ihm am 12. April 1879 in Rom die Priesterweihe. Nach seinem Studium in Rom war er auch Sekretär der Kongregation für Glaubenspropaganda und übernahm seelsorgliche Aufgaben in Spoleto. 1885 wurde er Professor für Moraltheologie und Kanonisches Recht an der Päpstlichen Universität Urbaniana. Er war Mitglied des Staatssekretariats und 1893 bekam er seinen ersten diplomatischen Posten als Auditor in der Apostolischen Delegation in den USA. Der Papst ernannte ihn am 11. November 1895 zum überzähligen Geheimkämmerer.

Seine nächsten Ämter waren Ergebnisse von den Nachwehen des Spanisch-Amerikanischen Krieges. Papst Leo XIII. ernannte ihn am 9. Januar 1900 zum Bischof von San Cristóbal de la Habana. Die Bischofsweihe spendete ihm der Apostolische Delegat in den Vereinigten Staaten von Amerika, Sebastiano Martinelli OESA, am 4. Februar desselben Jahres in Washington, D.C.; Mitkonsekratoren waren Alfred Allen Paul Curtis, Weihbischof in Baltimore, und John James Joseph Monaghan, Bischof von Wilmington. Als Wahlspruch wählte er Respice stellam voca Mariam.

Am 16. September 1901 wurde er zum Titularerzbischof von Gortyna erhoben und zum außerordentlichen Apostolischen Delegaten auf den Philippinen ernannt, der damaligen US-Kolonie, um das Problem mit der Unabhängigen Philippinischen Kirche zu verhandeln. Die Gemeinschaft entstand durch ein Schisma aus der katholischen Kirche, die den Bestrebungen nach Unabhängigkeit im politischen Bereich folgte. Die US-Regierung wollte jedoch dieses Problem mit ihren eigenen Verhandlungen beim Heiligen Stuhl unter William Howard Taft lösen und erklärte ihn zur persona non grata, sodass er daher nicht nach Manila reisen konnte. Zum Titularerzbistum Ephesus wechselte er am 16. Dezember desselben Jahres.

Am 26. Dezember 1902 wurde er zum Apostolischen Delegaten in Kanada und zusätzlich Anfang 1910 zum Apostolischen Delegaten in Neufundland ernannt. Er machte eine lange Reise nach Europa von September 1906 bis Juni 1907. Nachdem er am 7. April 1910 nach Rom gereist war, um die Dekrete der Ersten Vollversammlung des Rates der Québec zu präsentieren, kehrte er nie nach Kanada zurück. Seinen Rücktritt erklärte er am 3. November 1910, nachdem ihn Pius X. am 29. Oktober 1910 zum Sekretär der Kongregation für die Ordensleute berufen hatte.

Papst Benedikt XV. nahm ihn am 4. Dezember 1916 als Kardinalpriester in das Kardinalskollegium auf und er erhielt am 7. Dezember des gleichen Jahres die Titelkirche San Silvestro in Capite. Am 17. Dezember 1928 wurde zum Kardinalbischof von Sabina e Poggio Mirteto erhoben. Er nahm an den Konklaven 1922 und 1939 teil, die Pius XI. und Pius XII. wählten.

Er erlitt in der Nacht zum 1. April 1939 einen Herzinfarkt und sein Diener fand ihn morgens tot im Bett, als er ihn wecken wollte. Der Sohn des Landbesitzers Agostino Donato Flavio Sbarretti und seiner Frau Caterina Tazza wurde vorübergehend in der Friedhofskirche in Montefranco begraben und später entsprechend seinem Willen in die Pfarrkirche seiner Heimatstadt übertragen.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Manuel Santander y Frutos Bischof von San Cristóbal de la Habana
1900-1901
Pedro Ladislao González y Estrada
Francesco di Paola Kardinal Cassetta Präfekt der Konzilskongregation
1919–1930
Giulio Kardinal Serafini
Vittorio Amedeo Kardinal Ranuzzi de’ Bianchi Kämmerer des Heiligen Kardinalskollegiums
1926-1927
Tommaso Pio Kardinal Boggiani OP
Gaetano Kardinal De Lai Kardinalbischof von Sabina e Poggio Mirteto
1928–1939
Enrico Kardinal Sibilia
Rafael Kardinal Merry del Val Sekretär des Heiligen Offiziums
1930–1939
Francesco Kardinal Marchetti Selvaggiani
Michele Kardinal Lega Kardinalsubdekan
1935-1939
Enrico Kardinal Gasparri