Donauinsel

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Donauinsel
Blick vom Leopoldsberg auf die zwischen Donau und Neuer Donau gelegene Donauinsel
Blick vom Leopoldsberg auf die zwischen Donau und Neuer Donau gelegene Donauinsel
Gewässer Donau, Neue Donau
Geographische Lage 48° 14′ N, 16° 24′ O48.23333333333316.403055555556Koordinaten: 48° 14′ N, 16° 24′ O
Donauinsel (Wien)
Donauinsel
Länge 21,1 km
Breite 250 m
Fläche 3,9 km²
Am rechten Bildrand ist zwischen den beiden parallel laufenden Strömen die Donauinsel erkennbar
Am rechten Bildrand ist zwischen den beiden parallel laufenden Strömen die Donauinsel erkennbar
Überschwemmungsgebiet vor Errichtung der Donauinsel, 1976
Die Donauinsel im Bereich zwischen Kaisermühlen und Floridsdorf.
Anfang der Donauinsel, stromaufwärts

Die Donauinsel ist eine zwischen 1972 und 1988 errichtete, 21,1 km lange und bis zu 250 m breite künstliche Insel zwischen der Donau und der Neuen Donau im Stadtgebiet von Wien und Klosterneuburg. Sie ist Teil des Wiener Hochwasserschutzes und dient zudem gemeinsam mit der Alten und Neuen Donau als Naherholungsgebiet im Wiener Donaubereich. Jährlich findet auf ihr das Donauinselfest statt. Während Nord- und Südteil der Insel naturnah angelegt sind, ist das mittlere Drittel der Insel parkartig gestaltet.

Lage und Anbindung[Bearbeiten]

Die Donauinsel beginnt beim Einlaufbauwerk der Neuen Donau in Langenzersdorf, Niederösterreich, durchquert Wien über die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt und endet mit der Einmündung der Neuen Donau in den Hauptstrom nach dem Ölhafen Lobau. Die Donauinsel trennt daher die Neue Donau vom Hauptstrom und bildet eine gesamte Uferseite der Neuen Donau.

Die Donauinsel ist über mehr als 15 Zugänge erreichbar: Einlaufbauwerk Langenzersdorf, Jedleseer Brücke, Steinitzsteg, Floridsdorfer Brücke, Georg-Danzer-Steg, Brigittenauer Brücke, Ponte Cagrana, Reichsbrücke, Kaisermühlenbrücke, Wehr 1, Praterbrücke, Steinspornbrücke, Kraftwerk Freudenau, Walulisobrücke, Wehr 2.

Zudem ist sie an den öffentlichen Verkehr in Wien angebunden, durch die U-Bahn Linie U1 mit ihrer Station Donauinsel, der Linie U2 mit der Station Donaustadtbrücke, der U6-Station Neue Donau sowie durch Schnellbahnen, Straßenbahnen und Autobusse.

Entstehung[Bearbeiten]

Hochwasserschutz[Bearbeiten]

Der Bau des Entlastungsgerinnes als wesentlicher Bestandteil der Wiener Donauregulierung wurde im September 1969[1] von der regierenden SPÖ gemeinsam mit den Stimmen der FPÖ und gegen den Widerstand der ÖVP beschlossen. Durch Aufschütten der Donauinsel in den Jahren 1972 bis 1988 unter der Federführung der Magistratsabteilung 45 – Wasserbau (heute Wiener Gewässer) wurde ein Gerinne parallel zur Donau geschaffen, das im Normalfall ein stehendes Gewässer ist, bei Hochwasser jedoch geflutet wird und so Überschwemmungen vermeiden helfen soll. Die Insel selbst bleibt auch bei extremem Hochwasser größtenteils von diesem verschont. Durch die Donauregulierung ist insgesamt eine Durchlaufkapazität von bis zu 14.000 m³/s möglich, was in etwa dem größten jemals in Mitteleuropa gemessenen Hochwasser von 1501 entspricht.

Umwelt[Bearbeiten]

Um die Donauinsel zu begrünen, wurden etwa 1,8 Millionen Bäume und Sträucher bzw. etwa 170 Hektar Wald gepflanzt. Zudem wurden ökologische Nischen erhalten oder geschaffen. Das Wasser der Neuen Donau besitzt – ausgenommen nach Hochwasser – Badequalität. Die Donauinsel ist zum Teil auch ein Naturreservat, wo sich seltene Vogel-, Amphibien- und Fischarten, aber zum Teil auch Rehe, Hasen und Biber angesiedelt haben.[2] Für den technischen Bereich ist die Abteilung „Wiener Gewässer“ (Magistratsabteilung 45) verantwortlich. Die beiden äußeren Drittel der Donauinsel werden vom Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (Magistratsabteilung 49) und das mittlere von den „Wiener Stadtgärten“ (Magistratsabteilung 42) betreut.

Weitere Nutzung[Bearbeiten]

Erholungsgebiet[Bearbeiten]

Mittlerweile hat sich die Donauinsel und die Neue Donau zu einem beliebten Naherholungsgebiet der Wiener Bevölkerung entwickelt um Sport zu betreiben, sich zu treffen oder zu erholen. Neben angelegten Liegebereichen und Wassereinstiegen in die Neue Donau sind auch spezielle Grillplätze und -bereiche vorhanden, sowie weitere Freizeiteinrichtungen (z.B. Wasserspielplatz für Kinder, Beachvolleyball- und andere Sportplätze), sowie kommerzielle Betriebe (Gastronomie, Wasserrutsche, Wassersport, Bootsverleih usw.). Im nördlichen und südlichen Teil der Insel befindet sich einer der größten in unmittelbarer Nähe einer Großstadt gelegenen FKK-Badebereiche. In den 1980er-Jahren hat sich bei der Reichsbrücke unter dem Namen „Copa Cagrana“ (nach dem Namen des Stadtteiles Kagran und in Anlehnung an die berühmte Copacabana in Rio de Janeiro) an der Neuen Donau eine Lokalszene entwickelt.

Seit 2010 betreut das sogenannte "Inselservice" (ein mobiles Informationsteam der zuständigen Magistratsabteilung) die Donauinsel. Dieses Informationsteam ist jeweils zu zweit auf der Donauinsel selbst und beiden Hochwasserschutzdämmen mit Fahrrädern unterwegs. Außerdem können sich Informationssuchende von Mai bis September im neugebauten Inselinfo (circa 350 m stromabwärts der Reichsbrücke) informieren.

Veranstaltungsort[Bearbeiten]

Seit 1984 findet im mittleren Bereich der Donauinsel jährlich im Sommer das von der SPÖ veranstaltete Donauinselfest statt. Aus dem anfänglich kleinen Open-Air-Fest wurde im Laufe der Jahre eine dreitägige Veranstaltung mit mehr als drei Millionen Besuchern am kompletten Wochenende. Das Donauinselfest ist damit das größte Musikfestival Europas. Zudem werden auch andere Konzerte und Veranstaltungen abgehalten wie zum Beispiel die „Afrika Tage“. Des Weiteren trat Madonna auf der Donauinsel vor rund 52.000 Besuchern zu ihrem ersten Österreich-Gastspiel auf, außerdem gaben im Mai 1992 an zwei aufeinanderfolgenden Tagen U2 und Guns N' Roses hier vielbeachtete Open-Air-Konzerte.

Schulschiff[Bearbeiten]

An der Donauinsel ankert das Schulschiff, welches das Bertha-von-Suttner-Gymnasium beherbergt.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eva Kausel: Arkadien an der Donau? Freizeit in der Großstadt am Beispiel der Wiener Donauinsel. Dissertation, Universität Wien 1991.
  • Leopold Redl, Hans Wösendorfer: Die Donauinsel. Ein Beispiel politischer Planung in Wien. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1980. ISBN 3-900351-03-1
Filmdokumentation

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. derStandard.at: Als August Zottl die Donauinsel erfand, 12. Juni 2013.
  2. Gemeinde Wien, Archivmeldung der Rathauskorrespondenz: MA 22: Artenparadies Donauinsel, 12 Juni 2006

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Donauinsel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Donauinsel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen