Donauinselfest

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Logo des Donauinselfestes

Das Donauinselfest auf der Donauinsel in Wien ist ein Freiluft-Musikfestival mit freiem Eintritt, das seit 1984 jährlich gegen Ende Juni (bis 1990: Ende Mai) an einem Wochenende stattfindet. Mit bis zu rund drei Millionen Besuchen an drei Tagen ist es das größte Freiluft-Festival Europas.

Geschichte[Bearbeiten]

Besucherströme beim Donauinselfest 2007
SAEDI auf der FM4/planet.tt-Bühne, 2011
Bei der FM4/planet.tt-Bühne, 2013
Clara Luzia im Ö1-Kulturzelt, 2011

Initiiert wurde das Event vom Stadtpolitiker Harry Kopietz. Vorläufer war 1983 ein „kulturelles Frühjahresfest“, das auf dem fertiggestellten Bereich um die Floridsdorfer Brücke auf der damals im Endausbau befindlichen Donauinsel stattfand. Die Auftritte von Minisex, Tom Pettings Hertzattacken und Heli Deinboek hatten 160.000 Fans statt der erwarteten 15.000 angezogen.

Aus dem „Versuchsballon“ wurde im Laufe der Jahre eine dreitägige Veranstaltung auf einem Festgelände, das sich über 4,5 Kilometer von der Reichsbrücke bis zur Nordbrücke erstreckt. Auf rund 27 über das Areal verteilten Bühnen treten Musiker der verschiedensten Musikrichtungen und deutschsprachige Vertreter der Kleinkunst auf, daneben gibt es zahlreiche Leistungsschauen, Imbiss- Verkaufs- und Informationsstände. Einer der Höhepunkte war das Feuerwerk, welches jeweils am Samstag stattfand und mehr als 20 Minuten dauerte. Seit 2008 wird auf das Feuerwerk verzichtet, da es zu sehr von den zahlreichen Bühnenperformances ablenkte. Sicherheitstechnisch ist dies auch von Vorteil, da die Belastungsspitzen bei der Heimfahrt der Besucher etwas geglättet werden konnten. Für 2009 war zu einem anderen Termin ein eigenes Feuerwerkfest auf der Donauinsel geplant, was aber wieder verworfen wurde.[1]

Das 25. Donauinselfest fand wegen der im Juni 2008 unter anderem in Wien ausgetragenen Fußball-Europameisterschaft erst Anfang September statt. Seit 2009 findet das Fest wieder wie gewohnt Ende Juni statt.[2]

Harry Kopietz, der das Donauinselfest bis 2008 organisierte, übergab danach die Hauptverantwortung an Christian Deutsch, der Kopietz auch in der Funktion als SPÖ-Landesparteisekretär nachfolgte. Von 2005 bis 2012 war für die Projektleitung des Festes Sascha Kostelecky verantwortlich.[3] Im November 2012 wurde bekanntgegeben, dass die Projektleitung an Thomas Waldner übertragen wurde.[4]

Zahlen und Daten[Bearbeiten]

Seit Längerem gibt der Veranstalter mehr als eine halbe Million Besuche pro Tag an – 2007 beispielsweise insgesamt an die 2,6 Millionen Besuche, 2013 3,2 Millionen Besuche,[5] 2014 3,1 Millionen.[6] Damit wäre das Donauinselfest das größte Freiluft-Festival Europas.

2008 wurden laut Veranstalter bei einem Budget von 5,5 Millionen Euro etwa 40 Millionen Euro eingespielt, wovon vor allem die Gastronomiebetriebe und die Hotellerie profitieren. Der durchschnittliche Umsatz der rund 150 Stände lag bei etwa 50.000 Euro, die Standmiete betrug 400 Euro pro Laufmeter.[7]

Um die Verschmutzung des Geländes zu vermindern, werden offiziell nur Pfandbecher ausgegeben, die an Sammelstellen bis Mitternacht wieder zurückgenommen werden. 2007 gab es erstmals eine Hausordnung, in der die Mitnahme von Spirituosen und von Glasflaschen untersagt und stichprobenartige Kontrollen vorgesehen sind. Für Sicherheit und reibungslosen Ablauf sorgen neben einem Aufgebot an Polizei etwa 1400 ehrenamtliche Helfer. 2011 wurde ein neues Sicherheitskonzept etabliert, das unter anderem mehr Sicherheitszonen und eine Videoüberwachung der Zu- und Abgänge beinhaltet.

Erwähnenswerte Konzerte[Bearbeiten]

1992 spielte Udo Jürgens vor 220.000 Zuschauern, 1993 war einer der großen Höhepunkte das Konzert Falcos (siehe L.I.V.E. Donauinsel) mit mehr als 150.000 Fans. Dabei führte ein starker Gewitterschauer zu teilweiser Überschwemmung der Bühne und letztlich zum Ausfall des Equipments. Davor war bereits während Nachtflug durch einen Blitzschlag der Strom kurzzeitig ausgefallen. 1995 trat die Kelly Family vor 250.000 Besuchern auf, 2006 sang Christina Stürmer auf der Ö3-Bühne vor rund 180.000 Zuschauern. Am 23. Juni 2007 trat Rainhard Fendrich „statt und für“ den zwei Tage zuvor verstorbenen Georg Danzer vor rund 200.000 Besuchern auf.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edward Larkey:Landscapes and Cultural Legitimacy in Vienna. Comparing the Stadtfest and the Donauinselfest in: Abstracts of the Annual General Meeting, American Anthropolological Association, Washington D.C., S 360, 1993
  • Gerhard Walter, Hans Steiner: Vergiss Woodstock. Die Geschichte eines Welterfolges. 20 Jahre Wiener Donauinselfest. echomedia, Wien 2003, ISBN 3-901761-21-7.
  • Klaus Winkler: Regionalwirtschaftliche Aspekte und Besucherzufriedenheit von Großveranstaltungen. Fallstudie Wiener Donauinselfest. Dissertation, Wirtschaftsuniversität Wien 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Donauinselfest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Donauinselfest – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Viele Stars, aber kein Feuerwerk (ORF Wien, 14. August 2008)
  2. Donauinselfest 2010 doch im Juni (ORF Wien, 28. August 2009)
  3. Wer steckt hinter dem Donauinselfest? (Die Presse, 20. Juni 2007)
  4. Rathauskorrespondenz vom 15.11.2012 – Neuer Projektleiter Waldner löst Kostelecky ab
  5. 3,2 Millionen besuchten das Donauinselfestkuriert.at vom 24. Juni 2013
  6. Meldung vom 30. Juni 2014 auf der Website des ORF
  7. Donauinselfest bringt 40 Millionen Euro (ORF Wien, 3. September 2008)
  8. donauinselfest.at – Allein beim Fendrich-Konzert waren 200.000 Menschen vor der Festbühne