Donaukurier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Donaukurier
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Donaukurier Verlagsgesellschaft mbH & Co KG
Erstausgabe 11. Dezember 1945
Erscheinungsweise Mo-Sa
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
84.934 Exemplare
Reichweite (MA 2006) 0,21 Mio. Leser
Chefredakteur Gerd Schneider
Herausgeber Georg Schäff
Weblink www.donaukurier.de
ZDB 1477609-1

Der Donaukurier ist eine deutsche regionale Tageszeitung mit Hauptsitz in Ingolstadt. Das Blatt erreicht mit den unterschiedlichen Lokalausgaben eine verkaufte Auflage von 84.934 Exemplaren.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Unterschrift Reissmüllers

Das Blatt erhielt seine Zulassung durch den US-Presseoffizier David Davidson und erschien als Lizenzzeitung erstmals am 11. Dezember 1945.[2] Lizenzträger war zunächst Joseph Lackas, der Bruder des Verlegers Matthias Lackas. Lackas galt nach Einschätzung der US-Militärregierung als CSU-nah, ohne jedoch deren Mitglied zu sein.[2] Der Donaukurier erschien wie fast alle bayerischen Lizenzblätter anfangs nur jeden zweiten Werktag und hatte 1948 eine Auflage von 66.700 Exemplaren[2] Mit dem Ende der Lizenzpflicht im Jahr 1949 wurde Wilhelm Reissmüller (Schwiegersohn und ehemaliger Verlagsleiter des Donauboten-Herausgebers Ludwig Liebl) Mitherausgeber, 1951 alleiniger Herausgeber des Donaukuriers. Nach seinem Tod im Jahr 1993 übernahm seine Frau Elin Reissmüller die Herausgeberschaft. Von 2004 bis zu ihrem Tod 2009 teilte sie sich diese mit ihrem Enkel Georg Schäff, der diese nunmehr alleine ausübt. Der Donaukurier beruft sich auf die Tradition der 1872 gegründeten und 1935 vom Donauboten aufgekauften katholisch-konservativen Ingolstädter Zeitung und hat heute eine bürgerlich-liberale Ausrichtung.

Auflage[Bearbeiten]

Der Donaukurier hat im Gegensatz zu den meisten deutschen Tageszeitungen seine Auflage halten können. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 0,8 Prozent gesunken.[3] Sie beträgt gegenwärtig 84.934 Exemplare.[4] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 94,2 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[5]


Firmengruppe[Bearbeiten]

Das Donaukurier-Gebäude in Ingolstadt, davor die vom Herausgeber Wilhelm Reissmüller geschaffene Brunnenskulptur

Anfänglich wurden Zeitungsverlag, Druckerei und der vom Donauboten übernommene Buchladen in der Donau Kurier Verlagsgesellschaft, A. Ganghofer'sche Buchhandlung und Courier Druckhaus KG geführt, deren Gesellschafter die Eheleute Reissmüller waren.[6] 1973 wurde eine im Familienbesitz befindliche GmbH alleinige Komplementärin[6], 1975 übernahm der Süddeutsche Verlag 25 % der Kommanditanteile[6], je 37,5 % hielten die Eheleute Reissmüller[6]. 1978 wurde die Firma entsprechend der Rechtsform in Donau Kurier Verlagsgesellschaft, A. Ganghofer'sche Buchhandlung und Courier Druckhaus GmbH & Co KG geändert[6]. Nach Wilhelm Reissmüllers Tod gingen 1994 knapp 26 % seiner Kommanditanteile an seine Witwe, der Enkel Georg Schäff erhielt knapp 12 %[6]. 2001 wurden aus dem Stammunternehmen drei Teilbereiche ausgegliedert:

  • DONAUKURIER Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG [7]
  • Courier Druckhaus GmbH & Co KG [8]
  • A. Ganghofer'sche Buchhandlung GmbH & Co. KG [9]

Deren Kommanditanteile hielt jeweils die Muttergesellschaft[7] [8] [9] 2004 übertrugen Witwe und Enkel ihre Anteile an dieser auf die Reissmüller Familienstiftung GmbH & Co. KG[6], deren Kommanditanteile sie zu je 50 % hielten.[10] Kurz darauf übernahm Georg Schäff den 25 %-Anteil des Süddeutschen Verlags[6], veräußerte ihn jedoch bereits 2005 wieder an die Schweizer GS Capital AG[6]. Die Muttergesellschaft firmierte 2006 um in DK Holding GmbH & Co. KG[6]. Bereits 2002 hatte die Muttergesellschaft alle Anteile an dem örtlichen Buchhandelskonkurrenten Bücherzentrum Schönhuber GmbH übernommen, 2008 beteiligte man Hugendubel mit 50 % daran und firmierte in Ganghofer GmbH um[11]. Die bisherige A. Ganghofer'sche Buchhandlung GmbH & Co. KG selbst löste man samt Hauptfiliale auf[9], ihre Filialen im Ingolstädter Westpark und Neuburg an der Donau werden von der Ganghofer GmbH fortgeführt. Im Juli 2011 übernahm Hugendubel alle Anteile daran [11], Michael Schäff, Bruder des DK-Herausgebers und Juniorchef des Getränkeherstellers Schäff, hat in den letzten Jahren die Mehrheitsanteile am Ingolstädter Regionalsender intv übernommen, an dem auch der Donaukurier beteiligt ist.

Lokalausgaben[Bearbeiten]

Der Donaukurier erscheint in sieben Ausgaben mit unterschiedlichem Lokalteil:

Bezeichnung der Lokalausgabe Verbreitungsgebiet
Aichacher Zeitung nordöstlicher Landkreis Aichach-Friedberg, Aichach
Eichstätter Kurier nordwestlicher Landkreis Eichstätt, Eichstätt
Donaukurier Ausgabe A Ingolstadt, näheres Umland von Ingolstadt, Vohburg, Neuburg an der Donau
Donaukurier Ausgabe B nordöstlicher Landkreis Eichstätt, Beilngries, Riedenburg
Hilpoltsteiner Kurier südlicher Landkreis Roth, Hilpoltstein, Greding
Pfaffenhofener Kurier mittlerer Landkreis Pfaffenhofen, Pfaffenhofen, südwestlicher Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Schrobenhausener Zeitung Schrobenhausen, Hallertau, auch Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

Während man in den letzten Jahren das Netz der Lokalredaktionen verdichtete (so kamen Büros Kösching und Manching hinzu), wurde das Redaktionsbüro in der nahen Landeshauptstadt München geschlossen.

Protest gegen Abbau von Grundrechten[Bearbeiten]

Die Wochenendausgabe vom 3./4. November 2007 erschien mit geschwärzter Titelseite[12], um zum Widerstand gegen Einschränkungen von Grundrechten und Pressefreiheit aufzurufen.[13] Herausgeber Schäff, Chefredakteur Schmatloch sowie Geschäftsführer Wolfgang Lichtenegger wollten damit zum Nachdenken und zum Handeln auffordern. Die Demokratie befände sich dank Reglementierungswut der Regierungsverantwortlichen auf Landes-, Bundes- und Europaebene am Rande der Auflösung. Die Aktion stieß überwiegend auf positive Resonanz.[14]

Unter Bezugnahme auf die Enthüllungen Edward Snowdens über die amerikanischen und britischen Geheimdienstprogramme "PRISM" bzw. "TEMPORA" erschien in der Wochenendausgabe vom 29./30. Juni 2013 ein "Offener Brief" an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten, verbunden mit einem Appell zur Beachtung des Rechts auf Privatheit und Datenschutz.[15]

Ehemalige Mitarbeiter[Bearbeiten]

Chefredakteure[Bearbeiten]

  • Carl Puetzfeld (Dezember 1945 bis September 1946)
  • Joseph Lackas (bis April 1951)
  • Norbert Mayer (bis Oktober 1967)
  • Karl Ernst Roessler (bis Februar 1985)
  • Erhard Heinzmann (bis Dezember 1992)
  • Friedrich Kraft (1993 bis 2003)[16]
  • Michael Schoepperl (2004)[17]
  • Michael Schmatloch (2004 bis 2011) [18]
  • Gerd Schneider (Februar 2011 bis September 2014)[19]

Andere[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. a b c Office of the Military Government for Germany (U.S.) (Hrsg): The German Press in the US occupied Area 1945-1948, Special Report to the Military Governor, November 1948, prepared by Information Services Division, S. 10 Originaldokument auf den Seiten der History Collection der University of Wisconsin
  3. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  4. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  5. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  6. a b c d e f g h i j Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1
  7. a b Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1402
  8. a b Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1403
  9. a b c Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1401
  10. Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRA 1586
  11. a b Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt Blatt HRB 1588 und zugehörige Gesellschafterlisten ab 2002
  12. Geschwärzte Titelseite der Regionalausgabe Eichstätter Kurier
  13. Massiver Eingriff in die Grundrechte der Bürger
  14. Überwiegend positive Resonanz bei den Lesern
  15. [1] (PDF; 108 kB)
  16. Michael Schmatloch Chefredakteur des „Donaukuriers“. Mitteilung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) vom 1. Oktober 2004
  17. Michael Schmatloch Chefredakteur des „Donaukuriers“. Mitteilung des BDZV vom 1. Oktober 2004
  18. Gerd Schneider ersetzt Michael Schmatloch. Kress Mediendienst, 25. Februar 2011
  19. Donaukurier-Verleger Schäff trennt sich von Chefredakteur Gerd Schneider, Meedia, 25. September 2014