Donaustauf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Donaustauf
Donaustauf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Donaustauf hervorgehoben
49.02888888888912.208055555556358Koordinaten: 49° 2′ N, 12° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Donaustauf
Höhe: 358 m ü. NHN
Fläche: 9,72 km²
Einwohner: 3840 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 395 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93093
Vorwahl: 09403
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 130
Marktgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Wörther Straße 5
93093 Donaustauf
Webpräsenz: www.donaustauf.de
Bürgermeister: Jürgen Sommer (SPD)
Lage des Marktes Donaustauf im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Cham Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Eichstätt Landkreis Kelheim Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Schwandorf Straubing Landkreis Straubing-Bogen Regensburg Forstmühler Forst Kreuther Forst Brunn (Oberpfalz) Alteglofsheim Altenthann Aufhausen Bach an der Donau Barbing Beratzhausen Bernhardswald Bernhardswald Brennberg Brunn (Oberpfalz) Deuerling Donaustauf Duggendorf Hagelstadt Hemau Holzheim am Forst Kallmünz Köfering Laaber Lappersdorf Mintraching Mötzing Neutraubling Nittendorf Obertraubling Pentling Pettendorf Pfakofen Pfatter Pielenhofen Riekofen Regenstauf Schierling (Oberpfalz) Sinzing Sünching Tegernheim Thalmassing Wenzenbach Wiesent (Gemeinde) Wörth an der Donau Wolfsegg (Oberpfalz) ZeitlarnKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Donaustauf ist ein Markt (Marktort) im Oberpfälzer Landkreis Regensburg und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Donaustauf.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt liegt ca. 10 km östlich von Regensburg am Rande der Ausläufer des Bayerischen Waldes. Der Ort wird von einer Burgruine überragt. Östlich von Donaustauf liegt auf einem Hügel (Bräuberg) die Walhalla.

Gemeindeteile[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Donaustauf hat sieben amtlich benannte Ortsteile[2]:

Der früher bestehende Gemeindeteil Reiflding ist in den Ortsteil Donaustauf eingegliedert worden.

Geschichte[Bearbeiten]

Donaustauf nach Merian
Donaustauf

Fundstücke aus dem Bereich der Burgruine von 1961 gaben Anlass zur Vermutung, dass der Burgberg schon von Kelten besiedelt wurde, was bei Ausgrabungen von 1981/82 bestätigt wurde, bei der Grundmauern einer Befestigungsanlage von ca. 500 v. Chr. gefunden wurden. Die mittelalterliche Burg „Castellum Stufo“ wurde vermutlich zur Zeit der Ungarneinfälle zwischen 914 und 930 im Auftrag Bischofs Tuto auf einem Bergkegel (Althochdeutsch „stouf“) im Forstbezirk um Sulzbach errichtet, nachdem dieser „forestum iuxta sulcipah“ per Schenkung von König Konrad I. an das damalige Domkloster St. Emmeram in Regensburg ging. Nach der Trennung von Kloster und Hochstift durch den Abtbischof Wolfgang ging Donaustauf 1031 an den Hochstift und konnte bis ins 13. Jh. im Besitz der Regensburger Bischöfe gehalten werden, obwohl es häufig in Machtkämpfe zwischen Bistum, König und Herzögen geriet. Im Jahr 1285 wird Donaustauf erstmals als „comitia Thumstauf“ erwähnt. Im 14. Jh. wechselt Donaustauf als Pfand häufig den Besitzer (u.a. Kaiser Karl IV., Herzog Otto V., Herzog Stephan II.). 1486 ging Donaustauf zusammen mit Regensburg an Herzog Albrecht IV., der 1494 Donaustauf die Marktrechte verlieh. Während des Dreißigjährigen Kriegs kam es im Januar 1634 zur Belagerung der Burg durch schwedische Truppen, nachdem Ende 1633 die bayerische Besatzung der Burg eine 60 Wagenladungen umfassende Salzlieferung für das von den Schweden besetzte Regensburg abfing. Diese konnten unter Führung von Bernhard von Sachsen-Weimar die Burg im Februar 1634 unter großen Verlusten einnehmen und zerstörten sie daraufhin größtenteils. Die Burg Donaustauf ist seitdem eine Ruine. 1710 kam Donaustauf an das Hochstift Regensburg und 1803 wurde es dem neugebildeten Fürstentum von Dalberg eingegliedert. Mit dem Pariser Vertrag kam es 1810 an Bayern. 1812 trat Bayern die Herrschaft über Donaustauf an die Fürsten von Thurn und Taxis ab, die seit 1899 den erblichen Titel eines Herzogs zu Wörth und Donaustauf führten. Das 1843 erbaute Fürstenschloss fiel 1880 einem Großbrand zum Opfer, der auch ca. 60 % aller Wohngebäude des Marktes zerstörte. König Ludwig I. ließ in den Jahren zwischen 1830 und 1842 die so genannte Ruhmeshalle Walhalla erbauen. In den Jahren 1888/89 wurde die Walhallabahn zwischen Stadtamhof und Donaustauf gebaut. 1907/08 erfolgte der Bau der „Lungenheilstätte“, heute Klinik Donaustauf.

Donaustauf ist heute Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Donaustauf, zu der auch die Gemeinden Altenthann und Bach an der Donau gehören.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde im Zuge der Gebietsreform die bis dahin selbständige Gemeinde Sulzbach an der Donau eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalpolitik[Bearbeiten]

Der Erhalt des Marktrechts 1494 hinterlässt in Donaustauf immer noch seine Spuren, so heißt der Gemeinderat nach wie vor Marktgemeinderat oder kurz Marktrat. Dieser besteht gegenwärtig aus dem 1. Bürgermeister Jürgen Sommer (SPD) sowie den Marktgemeinderäten:

  • Michael Eibl (CSU)
  • Ursula Hildebrand (SPD)
  • Bernd Kellermann (SPD – parteifrei)
  • Tobias Lehner (SPD)
  • Thomas Leipold (SPD)
  • Bertram Lillig (SPD)
  • Alois Lorenz (CSU)
  • Jenö Mihalyi (CSU)
  • Roswitha Noerl (CSU)
  • Marianne Schubert (UL – Grüne)
  • Karl Schützmeier (FDP)
  • Martin Sendlbeck (CSU)
  • Bernd Strathmeyer (CSU)
  • Wilhelm Wätzold (SPD)
  • Wolfgang Weigert (CSU)
  • Brigitte West (UL – Grüne)

Da sich Donaustauf mit den Gemeinden Altenthann und Bach an der Donau zur Verwaltungsgemeinschaft Donaustauf zusammengeschlossen hat, existiert daneben noch die 11-köpfige Gemeinschaftsversammlung sowie der Rechnungsprüfungsausschuss der VG.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Blau und Silber; belegt mit einem goldenen Dreiberg, aus dem ein Weinstock mit vier Trauben und zwei Blättern in verwechselten Farben wächst.

Bayernherzog Albrecht IV. stiftete das Wappen 1494. Die Farben Blau und Silber leiten sich vom Wappen der Wittelsbacher her. Der Wein steht für den Weinanbau um Donaustauf.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Walhalla
Teil der Burgruine
Chinesischer Turm
  • Walhalla: Hauptsehenswürdigkeit östlich des Ortes auf dem Bräuberg.
  • Burgruine Donaustauf: Zwischen 914 n. Chr. und 930 n. Chr. ließ hier Bischof Tuto von Regensburg eine Burg zur Abwehr der Ungarneinfälle errichten. In den Jahren 1132–1161 wurde sie viermal erobert und teilweise zerstört. Der Markt Donaustauf entwickelte sich im Mittelalter als bürgerliche Siedlung im Schutze der mächtigen Befestigungsanlagen der Burg. Während des Dreißigjährigen Krieges, im Januar 1634, wurde die Festung Donaustauf von den Schweden erobert, gesprengt und verbrannt. Danach notdürftig instand gesetzt, verfiel sie seit dem Ende des 17. Jahrhunderts. Seit 1986 gehört sie der Marktgemeinde Donaustauf.
  • Wallfahrtskirche St. Salvator: Im 15. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Im 18. Jahrhundert wurde sie barockisiert und im Jahre 1843 im Auftrag König Ludwig I. durch Leo von Klenze dem Baustil der Walhalla angepasst. Die Entstehung der Wallfahrt beruht auf einem Hostienraub im Jahre 1388 während einer Belagerung der Burg.
  • Chinesischer Turm: 1842 erbaute Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis in seinem Schlossgarten in Donaustauf einen Chinesischen Turm. Der Turm überstand den Großbrand von 1880 unbeschadet, wurde aber 1902 in den Garten der neuen Sommerresidenz der Thurn und Taxis Schloss Prüfening verbracht. Auf Betreiben des Fördervereins Chinesischer Turm e.V. wurde der Turm 1999 restauriert und kehrte an seinen ursprünglichen Standort zurück.
  • Pfarrkirche St. Michael
  • Wehrkirche St. Martin im Ortsteil Sulzbach mit Schießscharten
  • Fürstlicher Thiergarten: Angelegt 1813 als Jagdwald der Fürsten zu Thurn und Taxis. Die parkähnliche und heute öffentlich zugängliche Landschaft mit Forsthäuser und Jagdhütten umfasst er ein Areal von 2.800 Hektar und wird u.a. von Luchsen, Wildschweinen, Rotwild, Bibern, Fischottern, Schwarzstörchen, Molche, Gelbbauchunken und Kröten bevölkert. Auf dem Areal befindet sich auch eine Golfanlage.
  • siehe auch Liste der Baudenkmäler in Donaustauf

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Hage: Donaustauf – Moderne Marktgemeinde mit großer Vergangenheit, Donaustauf 1994.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111215/204617&attr=OBJ&val=1011
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 658.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Donaustauf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien