Donezk
| Donezk | ||
| (Донецьк / Донецк) | ||
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| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Oblast: | Oblast Donezk | |
| Rajon: | Kreisfreie Stadt | |
| Höhe: | 169 m | |
| Fläche: | 385,0 km² | |
| Einwohner: | 976.000 (1. Juli 2011) | |
| Bevölkerungsdichte: | 2.535 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 83000- | |
| Vorwahl: | +380 62 | |
| Geographische Lage: | 48° 0′ N, 37° 48′ O48.00277777777837.805277777778169Koordinaten: 48° 0′ 10″ N, 37° 48′ 19″ O | |
| KOATUU: | 1410100000 | |
| Verwaltungsgliederung: | 9 Stadtrajone, 1 Stadt, 2 SsT, 7 Dörfer | |
| Bürgermeister: | Olexandr Lukjantschenko | |
| Adresse: | вул. Артема 98 83050 м. Донецьк |
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| Website: | http://mer.dn.ua/ | |
| Statistische Informationen | ||
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Donezk (ukrainisch Донецьк, [doˈnɛt͡sʲk]; russisch Донецк, [dɐˈnʲetsk]) ist das Zentrum des Kohlereviers Donbass und mit ca. 1,1 Millionen Einwohnern (mit Vororten) die fünftgrößte Stadt in der Ukraine. Die Stadt ist einer der wichtigen Industriestandorte des Landes, Sitz mehrerer Universitäten, Heimat des international erfolgreichen Fußballvereins Schachtjor Donezk sowie auch ein wichtiges Kulturzentrum.
Donezk ist auch Hauptstadt der gleichnamigen Oblast Donezk, die etwa 4,37 Millionen Einwohner hat. Von 1924 bis 1961 führte die Stadt zu Ehren Stalins den Namen Stalino.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Donezk liegt in einer Steppenlandschaft, die aber von kleinen Wäldern, Anhöhen (natürliche und Abraumhalden der Bergwerke) und Seen umgeben ist. Die Flächen im weiten Umkreis der Stadt werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die Stadt liegt am Fluss Kalmius. Dieser mündet etwa 120 km südlich von Donezk, bei Mariupol, in das Asowsche Meer, welches traditionell ein bevorzugtes Urlaubsrevier der Bevölkerung ist[1].
Die Stadtgemeinde gliedert sich in neun Stadtrajone (Rajon Budjonny, Rajon Woroschylow, Rajon Kalinin, Rajon Kiew, Rajon Kirow, Rajon Kujbyschew, Rajon Lenin, Rajon Petrow, Rajon Proletariat), eine Stadt (Mospyne/Моспине), zwei Siedlungen städtischen Typs (Horbatschewo-Mychajliwka/Горбачево-Михайлівка, Laryne/Ларине), sieben Dörfer (Byrjuky/Бирюки, Werbowa Balka/Вербова Балка, Hryschky/Гришки, Mychajliwka/Михайлівка, Nowodwirske/Новодвірське, Oktjabrske/Октябрське, Temrjuk/Темрюк) und die Siedlung Pawlohradske/Павлоградське. Dem Rajon Proletariat ist administrativ die SsT Horbatschewo-Mychajliwka und die Stadt Mospyne zugeordnet, der Stadt selbst die sieben Dörfer. Zum Rajon Budjonny gehört die SsT Laryne und dieser untergeordnet die Siedlung Pawlohradske.
Geschichte [Bearbeiten]
Etymologie: Der Name der Stadt kommt vom Fluss Donez, was übersetzt „kleiner Don“ heißt.
1869 gründete der Waliser John Hughes im Stadtgebiet des heutigen Donezk eine metallurgische Fabrik. Um diese entwickelte sich rasch eine Siedlung, die nach Hughes (damalige russische, aussprachenahe Schreibweise Юз, Jus) Jusowka (Юзовка) genannt wurde.
Um die Jahrhundertwende hatte sie bereits etwa 50.000 Einwohner. 1917 wurde Jusowka zur Stadt erhoben und 1924 in Stalino umbenannt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt fast völlig zerstört und war von 28. Oktober 1941 bis zum 5. September 1943 unter deutscher Besatzung, die in der Stadt mehr als 60.000 Bürger das Leben kostete. Die Jüdische Gemeinde von Stalino wurde zwischen 1941 und 1942 um rund 17.000 Menschen dezimiert.
Knapp 200.000 Bewohner (40 % der gesamten Einwohner), darunter auch sehr viele Juden, waren jedoch kurz vor der Besatzung in den Osten geflohen, so dass im Oktober 1941 nur noch etwa 290.000 Menschen in der Stadt lebten. Das Vorgehen der Deutschen gegen die ukrainische und jüdische Bevölkerung hatte sich bereits im Sommer 1941 in der Stadt herumgesprochen, sodass viele die Flucht in den Osten wählten als unter deutscher Besatzung zu leben.
In der Stadt bestanden die beiden Kriegsgefangenenlager 280 (bis 1954) und 473 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2] Schwer Erkrankte wurden in den Kriegsgefangenenhospitälern 2829 und 8987 versorgt. Es gab mehrere Friedhöfe für verstorbene Kriegsgefangene.
Die im nach Kriegsende typisch sowjetischen Reißbrettstil mit viel Grün praktisch neu errichtete Stadt war durch Eingemeindung einiger Ortschaften um vieles größer angelegt als zuvor. Seit 1961 heißt die Stadt Donezk, nach ihrer Lage im nach dem Siwerskyj Donez benannten Donezbecken. Donezk wurde in den 1960er-Jahren von der UNESCO als grünste Industriestadt in ihrer Einwohnerklasse ausgezeichnet. Mit Recht bezeichnet sich Donezk als „Die Stadt der Millionen Rosen“.
Nach der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 gehört Donezk zur unabhängigen Ukraine.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 28.100 |
| 1926 | 106.000 |
| 1939 | 466.300 |
| 1959 | 699.200 |
| 1970 | 879.000 |
| 1979 | 1.020.800 |
| 1989 | 1.109.100 |
| 1998 | 1.065.400 |
| 2006[3] | 993.500 |
Donezk gehört zu den Teilen der Ukraine, in der die Russische Sprache vorherrschend ist. Laut einer Studie aus dem Jahr 2005 gaben in der Oblast Donezk 93 % der Befragten Russisch als bevorzugte Sprache an[4]. Nach der Krim (97 %) ist Donezk damit die Region mit dem zweithöchsten Anteil an Russischsprachigen in der Ukraine. Laut einer anderen Studie aus dem Jahr 2011 gaben in Donezk lediglich 1 % der Befragten Ukrainisch als Hauptumgangssprache an[5].
Wirtschaft [Bearbeiten]
Donezk ist ein wichtiges Zentrum der Schwerindustrie und des Kohlebergbaus. Hier befinden sich - zum Teil direkt unter der Stadt - vor allem Steinkohlebergwerke, in denen es in letzter Zeit wiederholt zu schweren Unfällen gekommen ist.
Koks, Stahl und Chemie in Donezk und der umliegenden Region Donezbecken sind die zentrale wirtschaftliche Kraft der Ukraine. Keine andere Region des Landes hatte eine vergleichbare Bedeutung oder vor der postsowjetischen Wirtschaftskrise einen ähnlich hohen Lebensstandard. In der Wirtschaftsregion spielen Oligarchen wie z. B. Rinat Achmetow eine große Rolle.
Bildung [Bearbeiten]
Donezk ist eine Stadt mit mehreren Universitäten und Hochschulen und ihren wissenschaftlichen Forschungsinstituten, die sich hauptsächlich mit Themen der hier ansässigen Industriezweigen befassen. An diesen Schulen wurden seit 1970 auch hunderte von Studenten aus Deutschland bzw. der damaligen DDR ausgebildet.
- Nationale Technische Universität Donezk: Diese Universität wurde in den 1930er-Jahren als „Polytechnisches Institut“ gegründet. In enger Kooperation mit der Universität Magdeburg werden in Donezk an der „Deutsch-Technischen Fakultät“ Ingenieure im Bereich Automatisierung sowie Mechatronik ausbildet.
- Nationale Medizinische Universität Donezk: Diese Universität wurde 1930 als Medizinisches Institut gegründet.
- Nationale Universität Donezk: Diese Universität wurde 1965 gegründet und ist aus dem bereits 1937 gegründeten „Pädagogischen Institut“ hervorgegangen.
- Islamische Universität Donezk, u.a. mit dem „Zentrum des Islam in der Ukraine“.
- Donezker Institut für Tourismus oder „Donetsk Institute of Tourist Business“ (DITB).
Verkehr [Bearbeiten]
Luft- und Bahnverkehr [Bearbeiten]
Seit kurzem bestehen vom Flughafen Donezk, der heute einer der meistgenutzten Flughäfen in der Ukraine ist, umsteigefreie Flugverbindungen nach Deutschland und Österreich. Mit der Bahn besteht zweimal wöchentlich eine Verbindung nach Berlin ohne Umsteigen im Schlafwagen.
Stadtverkehr [Bearbeiten]
In der Stadt verkehren Straßenbahnen (Straßenbahn Donezk seit 1928), Obusse, Omnibusse und Sammeltaxen. Seit dem Ende der Sowjetzeit wird mit wechselnder Intensität an der Metro gebaut, die erste Linie soll zur Fußball-Europameisterschaft 2012 eingeweiht werden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Opernhaus, Philharmonie und mehrere kleine Theater
- Das Ballett ist bekannt durch Wadim Pissarew.
- TV-Sendemast am neuen Fernsehzentrum: Höhe: 360 Meter
- Donbass Arena: neues Fußballstadion
Sport [Bearbeiten]
Sportlich bekannt ist Donezk in den Bereichen
- Stabhochsprung (Serhij Bubka)
- Fußball (Schachtar Donezk, Metalurh Donezk)
- Eishockey (HK Donbass Donezk)
- Basketball (BK Donezk)
Dokumentarfilm zu Sport und Politik in Donezk [Bearbeiten]
- 2010: Jakob Preuss: The Other Chelsea − Eine Geschichte aus Donezk, D/UK, ausgestrahlt im ZDF am 28. Juni 2011, 0.15 Uhr.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter:
- Rinat Achmetow, ukrainischer Unternehmer und Dollar-Milliardär
- Polina Astachowa, ukrainische Turnerin
- Serhij Bubka, ukrainischer Stabhochspringer
- Jewgeni Chaldej, Fotograf
- Anatoli Fomenko, russischer Mathematiker und Dozent an der Lomonossow-Universität in Moskau
- Pavel Gililov, russischer Pianist
- Alexander Jagubkin, russischer Boxer
- Andrij Kljujew (* 1964), Politiker
- Serhij Kljujew (* 1969), Manager und Politiker
- Alexander Lesbiak, russischer Boxer
- Heinrich Martens (* 1956), russlanddeutscher Kulturaktivist
- Jewhen Miroschnytschenko, ukrainischer Schachspieler
- Wolodymyr Rybak, ukrainischer Politiker
- Dani Schahin (* 1989), deutscher Fußballspieler
- Natan Scharanski (* 1948), sowjetischer Dissident und Autor
- Anatoli Solowjanenko (1932-1999), Opernsänger
- Juchym Swjahilskyj, ukrainischer Politiker
- Petro Symonenko, Erster Sekretär der Kommunistischen Partei der Ukraine
Ehrenbürger:
- Mircea Lucescu, rumänischer Fußballtrainer
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Eine Städtepartnerschaft bestand seit den 1960er-Jahren mit Magdeburg, basierend auf der Gemeinsamkeit als wichtiges Zentrum des Schwermaschinenbaus im jeweiligen Land. Sie wurde jedoch 1997 aufgekündigt. In diesem Rahmen findet ein reger Austausch zwischen der Otto-von-Guericke-Universität und der Nationalen Technischen Universität Donezk statt.
Seit 1987 ist Donezk außerdem die Partnerstadt von Bochum[6], mit der ein sehr reger Austausch auf verschiedenen Ebenen (u. a. Jugend und Caritas) besteht. Zwischen 1987 und 2003 unternahmen über 10.000 Bewohner einen Besuch in einer der Partnerstädte.
Darüber hinaus besteht eine Partnerschaft mit der russischen Stadt Rostow am Don und der georgischen Stadt Kutaissi.
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Donezk, seit 1987 unsere Partnerstadt
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
- ↑ 1897 Statistik des ersten russischen Gesamtreichs-Zensus, 1926-89 Gesamtzensus der UdSSR, 1998 und 2006 Zensus der Ukraine.
- ↑ http://www.analitik.org.ua/researches/archives/3dee44d0/41ecef0cad01e/
- ↑ http://ukrainianweek.com/Society/47497
- ↑ [1] Städtepartnerschaft auf:"Deutsch-Ukrainisches Forum"
Weblinks [Bearbeiten]
- Umfassender Reiseführer durch Donezk - Englisch
- Nationale Technische Universität Donezk
- Nationale Universität Donezk
- Klima in Donezk
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