Dongeradeel

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Gemeinde Dongeradeel
Flagge der Gemeinde Dongeradeel
Flagge
Wappen der Gemeinde Dongeradeel
Wappen
Provinz Friesland
Bürgermeister Marga Waanders
Sitz der Gemeinde Dokkum
Fläche
 – Land
 – Wasser
265,82 km²
167,24 km²
98,58 km²
CBS-Code 0058
Einwohner 24.160 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 91 Einwohner/km²
Koordinaten 53° 19′ N, 6° 0′ O53.3166666666676Koordinaten: 53° 19′ N, 6° 0′ O
Vorwahl 0519
Postleitzahlen 9101–9156
Website www.dongeradeel.nl
Lage von Dongeradeel in den Niederlanden

Dongeradeel (friesisch: Dongeradiel) ( anhören?/i) ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Friesland mit 24.160 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2014).

Dongeradeel befindet sich im Nordosten der Provinz Friesland.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt fern von Auto- und Eisenbahnen etwas entlegen im Norden der Provinz an der Wattenmeerküste. Der Abstand von Leeuwarden nach Holwerd (Fähre zur Wattenmeerinsel Ameland) beträgt ungefähr 25 Kilometer in nordöstlicher Richtung. Mit dem Auto fährt man von Dokkum nach Leeuwarden rund 26 Kilometer, weil beide Städte nicht durch eine direkte Straße verbunden sind. Vielmehr führt der Straßenverlauf noch an einzelnen Dörfern der Gemeinde vorbei.

Orte[Bearbeiten]

Der Verwaltungssitz der Gemeinde ist die Stadt Dokkum, die an der Südgrenze des Gemeindegebietes liegt. Außerdem ist Dokkum die nördlichste Stadt der Friese elf steden.

In der Gemeinde liegen von Holwerd im Nordwesten bis Anjum im Nordosten und Engwierum im Osten 27 Dörfer. Die meisten davon liegen auf einer Warft (Friesisch: terp). Fast alle diese Dörfer haben eine im Mittelalter erbaute Dorfkirche. Die 27 Dörfer der Gemeinde Dongeradeel sind:

Aalsum, Anjum, Bornwird, Brantgum, Ee, Engwierum, Foudgum, Hantum, Hantumeruitburen, Hantumhuizen, Hiaure, Holwerd, Jouswier, Lioessens, Metslawier, Paesens-Moddergat, Morra, Nes, Niawier, Oosternijkerk, Oostmahorn, Oostrum, Raard, Ternaard, Waaxens, Wetsens, Wierum.

Geschichte[Bearbeiten]

Für die Stadt Dokkum siehe den Artikel Dokkum.

Der heilige Bonifatius wurde 754 bei (nicht: in) Dokkum von den damals noch heidnischen Friesen getötet. Deshalb ist Dokkum seit dem 20. Jahrhundert ein Wallfahrtsort.

Die meisten Orte entstanden im frühen Mittelalter als Bauernfamilien eine Warft, einen künstlichen Hügel, aufwarfen, um ihr Haus und ihren Hof vor Überschwemmungen des noch nicht eingedeichten Wattenmeers zu schützen. Als mehrere Bauernhöfe auf einer solchen „terp“ standen, konnten es sich die oft wohlhabenden Bauern leisten eine Kirche bauen zu lassen: ein Dorf war entstanden. Teilweise sind diese Kirchen aber auch auf Kosten eines Klosters in der Umgebung entstanden.

Ab etwa 1100 fing man auch an richtige Deiche zu bauen. Ein mit diesen Tätigkeiten betrautes Kloster, dessen Mönche Zisterzienser waren, stand u.a. bei Niawier. In dieser „Greidhoek“ (friesisch für: Wieseneck) gab es von alters her Rindviehzucht.

Im Jahr 1883 ertranken 83 Fischer aus Moddergat und Wierum in einem Sturm auf hoher See. Ein Denkmal erinnert in Moddergat noch an diese Katastrophe. Auch die Kirche von Wierum hat ein Mahnmal für „auf der See gebliebene“ Fischer. Bei Holwerd steht ein Mahnmal für britische Flieger, die dort während des Zweiten Weltkrieges verunglückt sind.

Die Gemeinde Dongeradeel entstand 1984, als sich die ehemaligen Gemeinden Dokkum, Westdongeradeel und Oostdongeradeel zusammenschlossen. Umgangssprachlich wird das Gemeindegebiet auch heute noch oft mit der Mehrzahl de Dongeradelen bezeichnet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Dokkum, welches das Versorgungszentrum der Gemeinde ist, finden sich viele Geschäfte und einige kleine Fabriken. Ansonsten wird in und um Dokkum von der Viehwirtschaft und dem dazugehörigen Kleingewerbe gelebt. Daneben zieht Dokkum auch mit seinem sehenswürdigen, historischen Stadtkern viele Touristen an. Ein weiterer Anziehungspunkt der Gemeinde bietet die Möglichkeit des Wassersporttourismus in den Fischerdörfern Holwerd, Wierum und Paesens-Moddergat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Wattenmeerküste: Strände gibt es nicht, aber von Holwerd aus kann man wattwandern und Bootsfahrten machen unter anderem zur Wattenmeerinsel Ameland.
  • Das Fischerhäuschen Fiskerhûske in Moddergat an der Wattenmeerküste erlaubt Einblicke in das frühere Fischerleben. Dieses interessante Heimat- und Fischereimuseum ist in einigen malerischen Häuschen aus der Epoche 1790-1810 untergebracht.
  • Die vogelreiche Wiesenlandschaft ist typisch niederländisch. Entlang der vielen kleinen Dörfer sind unter anderem bei Ee (geschütztes Dorfbild) mit seinen malerischen Kirchen zu sehen. Außerdem stehen in Anjum und Metslawier einige Windmühlen.
  • In Hantum befindet sich ein exotischer Bau: eine Gruppe Buddhisten hat dort einen Stupa nach indischem Vorbild errichtet.

Bekannte Einwohner[Bearbeiten]

  • Nynke van Hichtum, Pseudonym von Sjoukje Troelstra- Bokma de Boer, (* 1860 in Nes; † 1939) Autorin von bekannten Kinderbüchern.
  • Piet Paaltjens, Pseudonym von François Haverschmidt,(* 14. Februar 1835; † 19. Januar 1894 durch Selbstmord) dieser bekannte Dichter war lange Zeit Pfarrer in Foudgum, wo ihm ein Standbild errichtet wurde.
  • Meindert DeJong (*1906; † 1991), niederländisch-amerikanischer Kinderbuchautor.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dongeradeel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande