Donna Donna

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Donna Donna (דאָנאַ דאָנאַ „Dona Dona“, auch דאָס קעלבל „Dos Kelbl“) ist ein in weiten Teilen der Erde bekanntes Lied.

Inhalt[Bearbeiten]

Das Lied handelt von einem Kälbchen, das sich nicht dagegen wehren kann, zur Schlachtbank geführt zu werden. Es ist abhängig wie ein Arbeitnehmer (Knecht in der letzten Zeile). Die Schwalbe hingegen bestimmt ihr Schicksal selbst, symbolisiert Eigenständigkeit und Selbstverantwortung, die Basis der Freiheit. Das Lied reflektiert somit die Situation der Juden in der Zeit des Dritten Reiches, in der es entstand. Es wurde als Dana Dana in jiddischer Sprache für das Musical Esterke (1940–1941) von den jüdischen Künstlern Aaron Zeitlin (Text) und Sholom Secunda (Melodie) geschrieben.[1] Die Worte „Donna Donna“ sollen nach Meinung einiger auf hebräisch Donaj zurückgehen, Kurzform von Adonai, einer im Hebräischen üblichen Anrede von Gott. Sowohl aus sprachlichen (die damals übliche aschkenasische Aussprache war Adojnoj) als auch religiösen (die Anrufung Gottes in einem einfachen Lied war unüblich) Gründen ist diese Herleitung nicht plausibel.

Geschichte[Bearbeiten]

Secunda schrieb Dana- für Orchester und die Variante Dana Dana für ein Vokalensemble. Der jiddische Text wurde in lateinischer Schrift verfasst. Die Anfangsmelodie bildete zugleich den Abschluss des Liedes.

Die erste Übersetzung ins Englische nahm Secunda selbst vor, sie verbreitete sich aber nicht. Erst die englische Bearbeitung von Arthur Kevess und Teddi Schwartz unter dem Titel Donna Donna um 1956 wurde zum Erfolg. Der entscheidende Durchbruch des Liedes kam aber durch Aufführungen von Joan Baez im Jahre 1960 sowie von Donovan 1965.

Das Lied wurde in eine Reihe von anderen Sprachen übersetzt, so etwa in deutsch, französisch, japanisch, hebräisch und russisch.

Es wurde aufgegriffen von einer Vielzahl von Interpreten, wie etwa André Zweig, Joan Baez, Donovan, Nizza Thobi, Chava Alberstein, Esther Ofarim, Theodore Bikel, Karsten Troyke, Sumi Jo, Hélène Rollès im Duett mit Dorothée, Claude François.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Bisweilen wird der im KZ Auschwitz ermordete jüdische Schriftsteller Jizchak Katzenelson als Autor des Liedes bezeichnet. Katzenelsons Urheberschaft wird aber in der Forschung entschieden bestritten (vgl. hierzu: http://www.musik-for.uni-oldenburg.de/klezmer/politbildung/blatt10.htm#4)

Weblinks[Bearbeiten]

Audio-Links[Bearbeiten]