Doodle (Dienst)

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Doodle
Doodle Logo.svg
www.doodle.com
Motto einfach abmachen
Beschreibung Terminfindungswerkzeug
Registrierung optional
Sprachen 31 Sprachversionen (darunter Deutsch)
Eigentümer Doodle AG
Urheber Michael Näf
Erschienen 2003

Doodle (vom Englischen to doodle für „kritzeln“) ist ein kostenlos im Internet verfügbares Werkzeug zur Erstellung von Terminumfragen oder einfachen Online-Umfragen, das sich anonym und wahlweise mit oder ohne Registrierung nutzen lässt. Die gleichnamige Schweizer Entwicklungsfirma stellt Onlinewerkzeuge zur effizienten Terminfindung bereit.[1]

Technische Details[Bearbeiten]

Die erstellten Umfragen sind auf Servern von Doodle unter zufällig erzeugten Adressen zugänglich. Die Umfrage-Adresse kann per E-Mail an die gewünschten Umfrage-Teilnehmer verteilt werden. Der aktuelle Stand der Umfrage kann von allen Umfrageteilnehmern eingesehen werden, ohne Kenntnis der genauen Adresse aber nicht von Drittpersonen. Der Ersteller der Umfrage erhält einen zusätzlichen Link zur Administration der Umfrage. Mit diesem Link kann der aktuelle Stand der Umfrage als Excel- oder PDF-Datei heruntergeladen oder die Umfrage geändert oder gelöscht werden. Ansonsten werden Umfragen gemäß der Richtlinie des Betreibers frühestens 30 Tage nach Ablauf des letzten Termins bzw. frühestens 30 Tage nach dem letzten Zugriff automatisch gelöscht. Bei Angabe einer E-Mail-Adresse erhält der Ersteller außerdem eine Nachricht, wenn sich jemand an der Umfrage beteiligt hat.

Die Umfragen können beispielsweise der Terminabstimmung mehrerer Personen dienen, die über keinen gemeinsamen elektronischen Terminkalender verfügen. Beispielsweise kann mit der Hilfe von Doodle ein Termin für einen gemeinsamen Kinoabend gefunden werden. Doodle bietet neben Terminumfragen auch Sachumfragen an, bei denen die Teilnehmer zwischen mehreren Optionen auswählen können (z.B. zur Auswahl eines Reiseziels). Da Doodle sich auf Terminumfragen spezialisiert hat, ist die Möglichkeit, Sachumfragen anzulegen, nicht auf der Startseite von Doodle verlinkt, sondern nur in der Hilfe unter "Funktionenübersicht" oder "Doodle Funktionen und Produkte" zu finden.[2]

Im Juni 2010 wurde der Dienst um eine Google-Kalenderfunktion erweitert. Zudem können durch die Abonnierung sogenannter ICS-Feeds andere Webdienste, wie Windows Live, MobileMe oder Yahoo, eingebunden werden.[3][4]

Die Eingabe-Oberfläche von Doodle liegt in 31 Sprachen vor (Stand: April 2011). Seit Februar 2008 unterstützt Doodle verschiedene Zeitzonen bei der Terminabstimmung sowie sogenannte „Wenn-es-sein-muss-Umfragen“, das heißt eine zusätzliche Abstufungsmöglichkeit zwischen positiver und negativer Antwort.

Geschichte[Bearbeiten]

Doodle wurde im Jahr 2003 vom Schweizer Informatiker und ETH-Absolventen Michael Näf entwickelt, als er ein Essen mit mehreren Freunden organisieren wollte. 2007 gründete Näf zusammen mit seinem ehemaligen Studienkollegen Paul E. Sevinç die Firma Inturico Engineering GmbH mit Sitz in Zürich, die später in die Doodle AG überführt wurde. Das Unternehmen kümmert sich um die Weiterentwicklung und Vermarktung von Doodle.[1][5]

2008 beteiligten sich die Finanzgesellschaft Creathor Venture und die Innovationsstiftung der Schwyzer Kantonalbank an Doodle. Im Mai 2011 beteiligt sich das Schweizer Medienhaus Tamedia mit 49 Prozent an Doodle. Tamedia plant, Doodle in der Schweiz mit der Verzeichnisplattform search.ch zu kombinieren.[6] Doodle generiert Einnahmen durch Werbung und Bezahldienste.

Mittlerweile ist der Dienst auch unter der Domain doodle.de verfügbar, wobei sowohl doodle.ch als auch doodle.de auf dieselbe Datenbank zugreifen.

Der bisherige Minderheitsaktionär Tamedia aus Zürich hatte Anfang 2014 angekündigt, dass er im Laufe des Jahres 2014 die Firma Doodle AG vollständig übernehmen wird. Im Februar 2014 übernahm Michael Brecht von Tamedia die Geschäftsführung vom Gründer Michael Näf.[7]

Namensherkunft und Bedeutung[Bearbeiten]

Das englische Wort doodle bedeutet so viel wie „Gekritzel“, „Kritzelei“, „Männchen malen“.[8] Nach Aussage des Entwicklers sollte der Name einfach zu merken sein und leicht und unbeschwert klingen.[9]

Datenschutzrechtliche Bedenken[Bearbeiten]

Datenschützer halten die nicht private Nutzung von Doodle nur bei zwingenden Gründen und nur unter bestimmten Voraussetzungen für zulässig. So fordert z. B. der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz u. a., dass der Versand der Terminanfrage ausschließlich über die Mailsoftware des Terminkoordinators und nicht über "doodle" vorgenommen wird ("Einladung selber verschicken").[10] Darüber hinaus existieren verschiedene datenschutzfreundlichere Terminplaner mit vergleichbarem Funktionsumfang, wie zum Beispiel der Terminplaner des DFN-Verein,[11] sowie Dudle (Freie Software unter AGLPv3, TU Dresden).[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b “MeetMe”: Doodle startet persönliches Terminfindungswerkzeug – Artikel bei Netzwertig.com, vom 8. Februar 2011.
  2. Doodle Funktionen und Produkte – abgerufen am 14. Juli 2013, 28. Mai 2014.
  3. Google integriert: Doodle baut aus – Artikel bei N-TV, vom 25. Juni 2010.
  4. Online-Terminplaner Doodle integriert Google-Kalenderfunktion – Artikel bei Stereopoly.de, vom 28. Juni 2010.
  5. Über das Unternehmen – Seite bei Doodle.com; Stand: 3. April 2011.
  6. Tamedia übernimmt 49 Prozent von Doodle. wirtschaft.ch. 12. Mai 2011. Abgerufen am 24. Mai 2011.
  7. Pressemitteilung von Doodle AG, 7. Januar 2014.
  8. Online-Wörterbuch dict.cc. Abgerufen am 28. März 2013.
  9. Wieso heisst Doodle "Doodle"? – Doodle Support Center, vom 20. Juli 2012.
  10. Dienstliche Nutzung von "doodle". Abgerufen am 7. Dezember 2013 (Mit Verweis auf den Bericht des Unabhängigen Datenschutzentrums Schleswig-Holstein).
  11. terminplaner.dfn.de.
  12. dudle.inf.tu-dresden.de.