Doppelbelichtung

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Bei Doppel- und Mehrfachbelichtungen werden mehrere Realitätsebenen in einem Bild festgehalten. Ähnlich wie bei Langzeitbelichtungen verschwimmen die einzelnen Belichtungen ineinander. Die Bilder werden transparent.

Mit Doppelbelichtungen kann man Menschen und / oder Objekte zueinander in Bezug bringen. Zwei Gesichter werden zu einem Gesicht, ein Mensch verschwindet in einem Baum, eine Person begegnet sich selbst, ...

Durchführung[Bearbeiten]

Doppelbelichtetes Kinderportrait

Bei Doppelbelichtungen wird ein Bild auf das vorherige belichtet. Es wird also zweimal fotografiert, ohne den Film weiter zu transportieren. Falls der Hintergrund bei beiden Belichtungen derselbe ist und deckungsgleich wiedergegeben werden soll, so sollte die Kamera auf ein Stativ gestellt werden. Doppel- und Mehrfachbelichtungen können auch ohne Mithilfe von anderen alleine mit Selbstauslöser durchgeführt werden.

Ist der Hintergrund möglichst dunkel und die Person im Vordergrund gut angeleuchtet, so erhält man zwei klare Aufnahmen in einem Bild. Ist der Hintergrund heller, lässt sich nicht vermeiden, dass die Person auf dem Bild leicht bis stark durchsichtig wird, was aber auch gezielt in die Bildgestaltung mit einbezogen werden kann.

Die Belichtungszeit wird in solchen Fällen folgendermaßen korrigiert: Aus der Summe der Teilbelichtungen muss der Wert erreicht werden, der für eine ganz normale Belichtung gemessen wird. Das heißt, bei zwei Belichtungen in einem Bild wird die Belichtungszeit für jede Teilbelichtung halbiert, bei drei gedrittelt usw.

Variationen[Bearbeiten]

Das Objektiv zur Hälfte abkleben (besser ist allerdings eine Maske mit einem vorgeschraubten Filter). Bei der Aufnahme wird die Kamera auf ein Stativ gestellt und zuerst die eine, dann die andere Hälfte belichtet. Dadurch entsteht ein klares Foto auf dem zum Beispiel ein und dieselbe Person zweimal zu sehen ist. Achtung: Die Hälften müssen exakt abgeklebt sein, sonst gibt es weiße Linien oder Überschneidungen. Die Kamera muss fest und verwacklungsfrei auf einem Stativ stehen. Das Motiv darf nicht über die Hälfte hinausreichen, sonst ist es später abgeschnitten.

Eine ähnliche Methode ist das Belichten zweier Negative auf ein Fotopapier in der Dunkelkammer. Beide können entweder nacheinander auf ein Fotopapier belichtet oder zusammen in die Bildbühne gelegt werden. Dieses Verfahren wird als Sandwich bezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]