Doppelpass (Fernsehsendung)

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Seriendaten
Originaltitel Doppelpass
Produktionsland Deutschland
Jahr(e) seit 1995
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich (Sonntag)
Genre Fußball, Talkshow
Moderation
Erstausstrahlung 3. September 1995 auf DSF

Doppelpass ist eine Fußball-Talkshow des deutschen Privatsenders Sport1. Seit dem 3. September 1995 wird sie während der laufenden Bundesliga-Saison sonntags zwischen 11 und 13 Uhr ausgestrahlt. Übertragen wird Doppelpass in der Regel aus dem Kempinski Hotel Airport München. Einige Folgen wurden auch aus dem Audi Forum in Ingolstadt oder Neckarsulm sowie der Autostadt in Wolfsburg gesendet. Seit dem Start des Sportradios Sport1.FM am 19. Juli 2013 wird der Doppelpass auch dort analog übertragen.

Moderation[Bearbeiten]

Von 1995 bis zum 22. Februar 2004 wurde die Sendung von Rudolph Brückner moderiert. Seitdem ist Jörg Wontorra Moderator der Sendung. Er wird gelegentlich von Thomas Helmer oder Klaus Gronewald vertreten.

2002 wurde der WM Doppelpass im Wechsel von Rudolph Brückner und Frank Buschmann moderiert.

Konzept[Bearbeiten]

Am Doppelpass nehmen in der Regel neben dem Moderator fünf Gäste teil. Dabei sind sowohl Medienvertreter als auch Vertreter des Fußballgeschäfts – Trainer, Manager, Präsidenten, Funktionäre – anwesend. Udo Lattek war von 1995 bis 2011 als Experte in der Regel in jeder Sendung dabei. Seitdem übernehmen diese Rolle abwechselnd Thomas Helmer, Thomas Strunz und Mario Basler. Gelegentlich werden auch Prominente (meistens ein Fan eines Fußballclubs), die mit Fußball eigentlich nichts zu tun haben, eingeladen (Beispiele: Boris Becker oder Harald Schmidt). Aufgrund einer Kooperation des Senders Sport1 mit der Bild-Zeitung ist darüber hinaus stets ein Journalist aus dem Axel-Springer-Verlag Teil der Runde.

Die als Fußballstammtisch konzipierte Sendung behandelt die Ereignisse der vergangenen Woche. Dies sind neben den Bundesligaspielen des Vortages z.B. auch die Begegnungen der Champions League. Dabei werden sowohl die aktuellen Spiele als auch aktuelle Entwicklungen bei Vereinen als auch umstrittene Schiedsrichterentscheidungen diskutiert. Jede Sendung hat mehrere, vorher festgelegte Themen.

Eine Besonderheit der Sendung ist das sogenannte Phrasenschwein, in das alle Anwesenden pro Phrase einen symbolischen Geldbetrag in Höhe von 3  (früher 5 DM) einzahlen müssen. Am Ende einer Saison werden dessen gesammelte Beträge einem guten Zweck zugeführt.[1] Seit Einführung der Sendung hat der Begriff Phrasenschwein auch über den Doppelpass hinaus Verwendung in den Medien gefunden.

In jeder Sendung wird eine Frage der Woche gestellt, die die Zuschauer interaktiv beantworten können. Die telefonischen Kommentare werden zum Teil eingespielt; die interessantesten Meinungen im Internet werden vom sogenannten Net-Man verlesen (derzeit Oliver Schwesinger oder Willi Arsan).

Für die musikalische Untermalung und Begleitung der Sendung sorgt seit 2010 in der Regel der Münchener Discjockey John Munich.[2]

Sponsoren[Bearbeiten]

In der Anfangsphase hatte die Sendung den Untertitel „Der Warsteiner Fußballstammtisch“. Seit Mitte 2002 wechselte der Hauptsponsor und damit auch der Untertitel der Fernsehsendung. Mit der Brauerei Krombacher wurde ein Vertrag über 10 Jahre abgeschlossen. Dieser wurde zur neuen Saison 2011/12 nicht verlängert, so dass der „Doppelpass“ den Namen der Automarke Kia trug. Der „Kia Doppelpass“ erhielt zudem ein komplett neues Set. Zur EM 2012 hieß die Sendung "Der Hasseröder EM-Doppelpass". Seit der Saison 2012/13 übernimmt der Volkswagen-Konzern das Sponsoring der Sendung, das bedeutet, dass auch wieder Sendungen aus Wolfsburg gesendet werden.

Anekdoten[Bearbeiten]

  • Am 18. August 2002 konnte der damalige Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, Robert Wieschemann, die Gerüchte um die schlechte Finanzlage seines Vereins nicht entkräften und verkündete die Ablösung des damaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Friedrich, die er nach der Sendung allerdings widerrief. Sein Auftritt („Wir haben alle ein Defizit an Durchblick“, „… ist eine Fehlerhaftigkeit des Seins“), den er hinterher mit gesundheitlichen Problemen erklärte, führte wenige Tage später zu seinem Rücktritt.
  • In der Saison 2002/03 wettete Mario Basler mit dem DSF, dass der 1. FC Kaiserslautern, sein damaliger Verein, den Klassenerhalt noch schafft. Der Wetteinsatz betrug 10.000 Euro. Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Wette stand der FCK auf dem vorletzten Platz mit einem fast unaufholbar erscheinenden Rückstand auf Platz 15. Doch Kaiserslautern schaffte den Klassenerhalt und Basler gewann seine Wette.
  • Moderator Jörg Wontorra warf Rudi Assauer mit verbalen Andeutungen in der Sendung vom 18. September 2005 Alkoholismus vor. Wontorra erklärte im Zusammenhang mit einem in der Sendung eingespielten Statement Assauers: „Wenn man da so ein bisschen auf den Zungenschlag hört, die Bild würde da sehr doppeldeutig titeln: ‚Assauer voll dabei.‘ Das ist vielleicht auch noch ein ganz kleines Problem, das man besprechen sollte.“[3] Das DSF entschuldigte sich umgehend schriftlich bei Assauer und mahnte Wontorra ab.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesammelte Beträge im Phrasenschwein kommen 2013 der Stiftung LAUREUS zugute. SPORT1.de, abgerufen am 9. Juni 2013.
  2. http://www.wolfsburger-nachrichten.de/lokales/Wolfsburg/aerger-um-das-handspiel-id411080.html
  3. Wontorra beleidigt Assauer Spiegel Online, 18. September 2005