Dora Carrington

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Selbstporträt von Dora Carrington, um 1910

Dora de Houghton Carrington (* 29. März 1893 in Hereford, Herefordshire; † 11. März 1932 in Newbury, Berkshire) war eine britische exzentrische und feministische Malerin.

Leben[Bearbeiten]

Dora Carrington: Porträt von Julia Strachey, Lytton Stracheys Nichte, 1925[1]

Carrington war die Tochter eines angesehenen Anwalts in Hereford. Schon früh wurde ihr Talent erkannt, und neben dem Schulunterricht bekam sie zusätzlich noch Zeichenstunden. Später gewann Carrington ein Stipendium an der renommierten Slade School of Fine Art in London, wo sie Paul Nash, John Nash, Christopher Nevinson, Mark Gertler und Phyllis Gardner kennenlernte.

Auf der Kunstakademie war es üblich, die Studenten mit deren Nachnamen anzureden, daher nannte sie sich nur noch Carrington. Zu Lebzeiten war Carrington wenig erfolgreich und hatte nur zwei Ausstellungen als Künstlerin. Sie illustrierte 1917 das erste bei der Hogarth Press erschienene kleine Werk Two Stories, die je eine Geschichte der Ehepartner Woolf enthielt, The Mark on the Wall (Der Fleck an der Wand) von Virginia und Three Jews von Leonard Woolf mit vier Holzschnitten.

Während des Ersten Weltkriegs begegnete Carrington dem bekannten Kritiker und Essayisten Lytton Strachey. Für beide war es Liebe auf den ersten Blick, und sie führten jahrelang eine Beziehung ohne jegliche Tabus, trotz seiner Homosexualität. Strachey verliebte sich in Ralph Partridge, den Carrington 1921 heiratete, um den gesellschaftlichen Schein zu wahren. Ihre Ehe war eine Ménage à trois. Partridge war von 1920 bis 1923 Angestellter der Hogarth Press. Im Januar 1932 starb Strachey an Krebs. Dora Carrington verübte zwei Monate später Suizid mit einer Schrotflinte, nachdem ihr erster Selbstmordversuch mit Autoabgasen misslang.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Carrington – Liebe bis in den Tod, Großbritannien 1995, 121 min, Buch und Regie: Christopher Hampton; unter diesem Titel wurde die Dreiecksbeziehung zwischen Dora Carrington, Ralph Partridge und Lytton Strachey und mit Emma Thompson (Carrington), Steven Waddington (Partridge) und Jonathan Pryce (Strachey) in den Hauptrollen verfilmt

Literatur[Bearbeiten]

  • Jane Hill: The Art of Dora Carrington, Herbert Press Ltd, 1995, ISBN 1-871569-82-6
  • Christopher Hampton: Carrington. Faber & Faber, 1995, ISBN 0-571-15336-4
  • Gretchen Holbrook Gerzina: Carrington: A Life. W. W. Norton & Company, 1995, ISBN 0-393-31328-X
  • Tiziana Agnati: Dora Carrington. L'arte oltre lo Scandalo. Selene Edizioni, 2002
  • Lytton Strachey: The Letters of Lytton Strachey. Farrar, Straus and Giroux, 2005, ISBN 0-374-25854-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dora Carrington – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julia Strachey war von 1927 bis 1934 verheiratet mit dem Bildhauer Stephen Tomlin.