Dordrecht

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Dieser Artikel behandelt die niederländische Stadt Dordrecht. Für die gleichnamige Stadt in Südafrika siehe Dordrecht (Südafrika)
Gemeinde Dordrecht
Flagge der Gemeinde Dordrecht
Flagge
Wappen der Gemeinde Dordrecht
Wappen
Provinz Südholland Südholland
Bürgermeister Arno Brok
Sitz der Gemeinde Dordrecht
Fläche
 – Land
 – Wasser
99,45 km²
79,12 km²
20,33 km²
CBS-Code 0505
Einwohner 118.730 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 1194 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 49′ N, 4° 39′ O51.8171583333334.6481611111111Koordinaten: 51° 49′ N, 4° 39′ O
Vorwahl 078
Postleitzahlen 3300–3329
Website www.dordrecht.nl
Lage von Dordrecht in den Niederlanden

Dordrecht ( anhören?/i) ist eine Stadt und Gemeinde der niederländischen Provinz Südholland und zählte am 1. Januar 2014 laut Angabe des CBS 118.730 Einwohner. Dordrecht liegt ungefähr zwanzig Kilometer südöstlich von Rotterdam. Ihre Gesamtfläche beträgt 99,45 km². Sie ist die drittgrößte Stadt der Provinz und um sie herum teilt sich der Rheinarm Beneden Merwede in den Kanal Noord, die Oude Maas und den Dordtse Kil. Das „Drei-Flüsse-Eck“ im Norden der Insel Dordrecht ist der am meisten befahrene Wasserweg der Niederlande.

Das Stadtgebiet erstreckt sich über die ganze Dordrechter Insel, während das Kerngebiet der Stadt sich im Nordwesten befindet.

Neben Werften finden sich holz- und metallverarbeitende Industrie sowie ein kleinerer Seehafen in der Stadt.

Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Geschichte[Bearbeiten]

Dordrecht erhielt seine Stadtrechte 1220, womit die Stadt die älteste im ehemaligen Holland (aber nicht in den Niederlanden) ist. 1421 wurden mit der Sankt-Elisabeth-Flut große Teile Südhollands überschwemmt, wodurch Dordrecht zur Insel wurde. Die strategisch wertvolle Lage der Stadt, die auch ein Stapelrecht hatte, machte sie etwa ab 1299 zu einem wichtigen Handelszentrum. Handelsgüter am Orte waren Wein, Holz und Getreide. Die Hanse wusste das Handelszentrum Brügge mit dem Standort Dordrecht mehrfach politisch erfolgreich unter Druck zu setzen.

Joan Blaeu: Dordrecht 1652

Am 15./16. Juli 1572 kamen Repräsentanten der meisten Städte der Niederlande in Dordrecht, im Gebäude „Het Hof“, zusammen. Dort machten sie Wilhelm von Oranien zu ihrem Führer und erklärten ihre Unabhängigkeit von Spanien. Diese Dordrechter Ständeversammlung markiert somit den Beginn des Niederländischen Unabhängigkeitskampfes. 1618/1619 fand in Dordrecht als Dordrechter Synode eine wichtige religiöse Zusammenkunft der zwei reformierten Kirchen der Niederlande statt, um die Statenvertaling, die erste holländische Bibelübersetzung, zu beratschlagen. 1632 wurde auf einer von den niederländischen Mennoniten einberufenen Synode das Dordrechter Bekenntnis beschlossen. Im 18. Jahrhundert nahm die Bedeutung von Dordrecht zugunsten Rotterdams erheblich ab.

Durch die Jahrhunderte hat Dordrecht eine Schlüsselposition bei der Verteidigung von Holland eingenommen. Bis weit in das 20. Jahrhundert war Dordrecht Garnisonsstadt. In der Benthienkazerne entlang der Oude Maas waren Pioniere stationiert. Während der Mobilisierung im August 1939 wurden Mannschaften nach Dordrecht gesandt, um die Insel zu verteidigen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Dordrecht und seine Umgebung der Mittelpunkt der Schlachten im Winter 1944/1945. Die Grenze zwischen befreitem und besetztem Gebiet lag damals beim Hollands Diep. 1970 gemeindete Dordrecht den bisher selbstständigen Ort Dubbeldam ein, sowie das auf der Insel von Dordrecht gelegene Teil der (erhaltenen) Gemeinde Sliedrecht.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Dordrecht
Blasonierung:

„Auf den roten Schild mit dem weißen Pfahl ruht eine goldene Krone. Schildhalter sind zwei goldene Greifen mit silbernen Krallen.“

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der Flusskai und das Groothoofds-Tor
  • Die gotische Grote Kerk („Große Kirche“) mit unvollendetem Turm, den man besteigen kann
  • Kanäle
  • Kaufmannshäuser, darunter das Museum „Simon van Gijn“, im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts eingerichtet, mit Kunst- und Raritätensammlungen
  • „Het Hof“, ehemaliges Augustinerkloster, später Hof des Statthalters, jetzt Kulturzentrum
  • Dordrechts Museum, mit zum Teil sehr bedeutenden Gemälden aus dem 17. bis 19. Jahrhundert: diente bis 2009 als Ausweichadresse vieler Gemälde aus dem 19. Jahrhundert aus dem Amsterdamer Rijksmuseum, das zu jener Zeit restauriert wurde
  • Giebelhäuser in der Wijnstraat („Weinstraße“); viele beherbergen eine Antiquitätenhandlung oder ein Antiquariat
  • Südlich und östlich der Stadt liegt der Nationalpark De Biesbosch, ein Feuchtgebiet

Galerie[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Dordrecht unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dordrecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Dordrecht – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande