Dorian-Gray-Syndrom

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Unter dem Dorian-Gray-Syndrom verstehen einige Forscher eine psychische Störung bzw. ein klinisches Syndrom, das sich in der psychischen Unfähigkeit zu altern und zu reifen und in einer mangelnden Akzeptanz des eigenen Aussehens zeige.[1] Einige Autoren betrachten dies als ein gesellschaftliches Phänomen, als eine Ausprägung des aktuellen Zeitgeistverhaltens. Der Begriff findet teilweise auch außerhalb des medizinisch-psychiatrischen Bereichs Verwendung bzw. Verbreitung.

Begriffsherkunft[Bearbeiten]

Der Begriff wurde im Jahr 2000 im Kontext einer Tagung zur Lifestyle-Medizin[2] von dem Gießener Psychologen Burkhard Brosig geprägt. Er lehnt sich an den Roman Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde an, dessen Schlüsselfigur Dorian Gray ist, und nimmt ein Motiv des Werkes auf: die Unfähigkeit zu altern und damit auch seelisch zu reifen.

Konzeption Burkhard Brosigs[Bearbeiten]

Borsig nimmt eine psychodynamische Wechselwirkung zwischen narzisstischen Tendenzen (Stichwort: Alterslose Schönheit), Problemen der psychosexuellen Progression (Stichwort: Vermeidung von Entwicklung und Reife) und schließlich, im Sinne einer Abwehr, dem Gebrauch von Lifestyle-Angeboten in der Medizin an. Dieses diene als Mittel, ohne innere psychische Verarbeitung äußere Perfektion zu erreichen und ewige Jugend festzuhalten.

Zur Diagnose müssten folgende Kriterien erfüllt sein:[1]

Klinisch bestehe eine latente Depressivität mit der Gefahr suizidaler Krisen, wobei die Maßnahmen der Lifestyle-Medizin als psychische Abwehr gegen das Durchbrechen depressiver Zustände zu verstehen seien. Bei nicht ausreichender Berücksichtigung der psychologischen Dynamik komme es zu einer krankhaft narzisstischen Einstellung und teils selbstschädigendem Handeln.

Brosig schätzt, dass 2 bis 3 % der Bevölkerung am Dorian-Gray-Syndrom erkrankt seien.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • B. Brosig: Das Dorian Gray Syndrom. Haarwuchsmittel und andere Jungbrunnen. Hessisches Ärzteblatt, 11/2000, S. 470 - 472; online
  • B. Brosig, S. Euler, E. Brähler, U. Gieler: Das Dorian Gray Syndrom. In: R. A. Trüeb (Hrsg.): Anti-Aging, von der Antike zur Moderne. Steinkopff, Darmstadt 2006, ISBN 3-7985-1636-7, S. 113ff.
  • S. Euler, E. Brähler, B. Brosig: Das Dorian-Gray-Syndrom als „ethnische Störung“ der Spätmoderne. In: Psychosozial. (2003); 26, S. 73–89, Gießen, Psychosozial-Verlag.
  • Angelika Reese: Forever young! Das Dorian-Gray-Syndrom als Herausforderung für die Schule. Dissertation. Schulz-Kirchner, Idstein 2008, ISBN 978-3-8248-0287-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b B. Brosig: Das Dorian Gray Syndrom. Haarwuchsmittel und andere Jungbrunnen. Hessisches Ärzteblatt, 11/2000, S. 470 - 472; online
  2. B. Brosig: Das Dorian Gray Syndrom. Haarwuchsmittel und andere Jungbrunnen. Vortrag bei der Fortbildungsakademie der Landesärztekammer Hessen, Sektion klinische Pharmakologie, am 29. April 2000
  3. vgl. Brosig et al 2005
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