Dorndiel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dorndiel
Koordinaten: 49° 52′ N, 9° 1′ O49.8661111111119.0147222222222225Koordinaten: 49° 51′ 58″ N, 9° 0′ 53″ O
Höhe: 225 m ü. NN
Einwohner: 520
Eingemeindung: 1972
Postleitzahl: 64823
Vorwahl: 06078
Karte

Lage von Dorndiel in Groß-Umstadt

Dorndiel und der Dorndieler Hof auf einer Waldkarte von 1725
Dorndiel Nordwestansicht
Evangelische Kirche
Dorfstraße

Dorndiel ist mit seinen etwa 520 Einwohnern der kleinste Stadtteil Groß-Umstadts.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Dorndiel liegt in einem Talkessel in Hessen, Landkreis Darmstadt-Dieburg auf 225 m über NN, 30 km von Darmstadt und 10 km von Groß-Umstadt in östlicher Richtung in einem nördlichen Ausläufer des Odenwalds und ist ein typisches Haufendorf in idyllischer Tallage.

[Bearbeiten] Historisches

[Bearbeiten] Besitzer und Zugehörigkeit

[Bearbeiten] Ortsnamen

  • 1418 Dorndylle
  • 1458 Dorndill[1]
  • 1497 Dorndille[2]
  • 1567 Dorndiel (dorn = Dorn; diel = mhd. dulle, Zaun, Hag)
  • 1690 Dorntiel[3]

[Bearbeiten] Historische Details

Die Kommende Mosbach und das Kloster Höchst hatten im Mittelalter Grundbesitz in Dorndiel, das in den Bachgau zu zählen ist und Kurmainzer Herrschaftsgebiet war. Zeitweilig zur Zent Umstadt gehörig, kam es im ausgehenden Mittelalter zur Zent Ostheim. Durch Dorndiel zog sich die Landesgrenze zwischen dem Kondominat Umstadt und dem Kurmainzer Gebiet des Bachgaus: der westlich gelegene Dorndieler oder Pfälzer Hof unterstand dem Kondominat, die größerte Siedlung Dorndiel selbst war Kurmainzer Gebiet.

Um 1800 herrschte in Dorndiel eine große Armut, so dass viele Bürger nach Amerika auswanderten.

1803 wurde es als rechtsrheinisches Territorium des Oberen Erzstiftes Mainz Teil des Fürstentums Aschaffenburg, kam 1810 an das Großherzogtum Frankfurt und nach dessen Auflösung 1813/14 an das Königreich Bayern. Seit 1817 gehört Dorndiel, zu dem es durch einen vereinbarten Gebietstausch mit Bayern kam, wieder zu Hessen. Aus dem Bergrundbuch von Dorndiel des 20. Jahrhunderts ist bekannt, dass es eine Eisenerzgrube Margareta gegeben haben muss. Die Bergbaurechte sind 1989 erloschen.

Bis 1977 war der Ort Dorndiel eine selbstständige Gemeinde, d.h. ein Dorf unter eigener Regie und Verwaltung. Seitdem ist es der am weitesten von der Kernstadt entfernte und kleinste Ortsteil von Groß-Umstadt.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten und Interessantes

Wegen der schönen und gesunden Lage haben sich nach dem 2. Weltkrieg immer mehr Erholungssuchende eingefunden. Rund um die Ortschaft erstrecken sich heute eine Vielzahl von Wanderwegen. Einer davon ist der Franken-Hessen-Kurpfalz-Weg, von dem aus man zu einigen der bedeutenden Sehenswürdigkeiten des Odenwalds gelangt. Zur bekannten Burg Breuberg mit ihrer Ritterausstellung sind es nur etwa 1,5 Stunden zu Fuß. Auch die Überreste einer alten römischen Siedlung (Wamboltsches Schlösschen) werden auf dem Weg passiert und können besichtigt werden. Die Pflaumheimer Höfe laden zur bäuerlichen Vesper und dem Mitte August stattfindenden Fest: "Der Berg ruft!" ein, wo zahlreichen musikalische und kulinarische Höhepunkten präsentiert werden. Auch Radheim und Mosbach lassen sich in nur einer knappen Stunde Fußweg erreichen.

Kaum 300 Schritte sind es auf den Bolachberg Richtung Mutter-Gottes-Kiefer am ehemaligen Radheimer Turm, von wo man eine wunderschöne Aussicht auf den Spessart genießen kann. Auf dem nahen Binselberg befinden sich die vier Windkraftanlagen (rund 1 Stunde Fußweg), die man bei schönem Wetter selbst von Frankfurt aus sehen kann. Die Ortsmitte mit der Bushaltestelle, auch Dalles genannt (das Wort „Dalles“ bedeutet auf jiddisch „Armut“ und auch „vorübergehend mittellos“), zählt zu den ältesten Plätzen in Dorndiel. Hier stand damals noch ein Dorfbrunnen.

Es gibt in Dorndiel seit vielen Jahren einen Jugendraum unter dem umgebauten Bürgertreff gegenüber dem Feuerwehrhaus, der mehrmals in der Woche von Kindern und Jugendlichen für Spiele, Geselligkeit und Unterhaltung genutzt werden kann

Zwei Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Dorndiel: Das Selbstversorgerhaus der Katholischen Kirchengemeinde Dorndiel und eine private Adresse.

Der kleine Ort hat auch eine "Gaststätte". Die Vereinsgaststätte des Sportvereins steht nicht nur Vereinsmitgliedern zur Verfügung, sondern bietet auch Gästen eine Brotzeit. Wanderer und Ausflügler können hier rasten und sich stärken.

Drei Dorndieler Ortsvereine (Freiwillige Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz und Sportverein 1965 e.V.) sind aktiv: So findet der Tanz in den Mai beim Sportverein, an Christi Himmelfahrt das Frühlingsfest der Feuerwehr und Anfang Juli die Dorndieler Sommernacht des DRK Dorndiel statt.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Altertümer und Geschichte des Bachgaus im alten Maingau, Erster Teil, Johann Wilhelm Christian Steiner, verlegt von Wailandt, 1829, S.96 und S.98
  2. BW-Staatsarchiv Wertheim
  3. In den Folien von Nikolaus Person Novae Archiepiscopatus Moguntini Tabulae um 1690, gewidmet dem Mainzer Erzbischof Anselm Franz von Ingelheim, da die angrenzende Cent Bachgau dem Mainzer Erzbischof gehörte.

[Bearbeiten] Weblinks

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen