Dornheim (Hessen)

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49.8777777777788.483888888888989Koordinaten: 49° 52′ 40″ N, 8° 29′ 2″ O

Dornheim (Hessen)
Stadtteil von Groß-Gerau
Wappen von Dornheim (Hessen)
Höhe: 89 m ü. NN
Einwohner: 4509 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64521
Vorwahl: 06152

Das südhessische Dornheim ist ein Stadtteil der Kreisstadt Groß-Gerau im Kreis Groß-Gerau.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Dornheim liegt ca. 4 km südlich der Kernstadt Groß-Gerau im Hessischen Ried an der Bundesstraße 44 und ist per Bus (41, 42, 46) oder S-Bahn (S7) (freitags und samstags auch mit dem letzten Zug der Regionalbahn (RB70) ab Frankfurt Hbf) erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Dornheim wurde bereits 779 als Thornheim erstmals urkundlich erwähnt als Uda ihr ererbtes Gut in Thornheim und Erfelden an das Kloster Lorsch gibt. Es bestand also bereits zu Zeiten Kaiser Karls des Großen. In den historischen Unterlagen findet Dornheim in den folgenden Jahrhunderten unter anderem mit diesen Ortsnamen Erwähnung: Thorheimono, in terminis im Jahr 818, Dornheim, uilla 1184, Dornheym 1327 und Dornheim 1327. [2]

Das in der Gemarkung sehr begüterte Kloster Eberbach unterhielt in Dornheim einen großen Wirtschaftshof, den im Jahre 1159 als Villa Rihusen erwähnten Riedhäuserhof. Dornheimer Ortsadel ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Das erste Gerichtssiegel, aus dem später das Wappen erwuchs, wurde 1543 eingeführt. Es werden weitere Grundbesitzer in Dornheim erwähnt, so die Grafen von Katzelnbogen, Kurmainz und Kurpfalz.

Verwaltungsmäßig gehört Dornheim bis 1820 zum Amt Dornberg, das ab 1816 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte. 1821 werden im Großherzogtum Landratsbezirke eingeführt und Dornheim dem Landratsbezirk Dornberg zugeteilt. 1832 wurden die Einheiten ein weiteres mal vergrößert und es wurden Kreise geschaffen. Dadurch gelangt Dornheim in den Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehört Dornheim zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig ist. Dort verbleibt der Ort durch alle weiteren Verwaltungsreformen bis heute. [2]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1879 das Landgericht Großgerau und ab 1879 das daraus hervorgegangene Amtsgericht Groß-Gerau.

Für die evangelische Kirche schuf die Glasmalereiwerkstatt Rudolf und Otto Linnemann aus Frankfurt 1905 Glasfenster wie sich aus dem Linnemann-Archiv ergibt.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die Gemeinde Dornheim, Wallerstädten und Groß-Gerau am 1. Januar 1977 zur Stadt Groß-Gerau zusammen.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen zwischen 1629 und 1970 sind[2]:

  • 1629: 0121 Hausgesessene
  • 1829: 0932 Einwohner
  • 1939: 1974 Einwohner
  • 1961: 2548 Einwohner
  • 1970: 2948 Einwohner
Dornheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
977
1840
  
1.059
1846
  
1.161
1852
  
1.265
1858
  
1.144
1864
  
1.135
1871
  
1.131
1875
  
1.181
1885
  
1.243
1895
  
1.343
1905
  
1.474
1910
  
1.537
1925
  
1.681
1939
  
1.974
1946
  
2.261
1950
  
2.465
1956
  
2.496
1961
  
2.548
1967
  
2.738
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Bis 2014 stieg die Einwohnerzahl auf ca. 4500 an.

Einrichtungen und Vereine[Bearbeiten]

Logo des Jugentreffs Dornheim (Hessen) Der Jugendtreff Dornheim ist ein fester Bestandteil der kommunalen Jugendarbeit der Kreisstadt Groß-Gerau.

Die Sportgemeinde Dornheim 1886 e. V. (SG Dornheim) ist eine bedeutende Institution des Ortes und bietet für Groß und Klein ein Betätigungsfeld in folgenden Sportarten: Badminton, Fußball, Handball, Tanzen, Tennis, Tischtennis, Turnen, Wandern, Wintersport. Die Fußball Abteilung von der SG Dornheim spielt in der Kreisoberliga Groß-Gerau/Darmstadt.

Dornheim hat einen eigenen DRK-Ortsverein, der 1930 als ASB Dornheim gegründet wurde. Die Mitglieder des Ortsvereins leisten engagierte ehrenamtliche Arbeit u. a. bei Blutspendeaktionen, Sanitätsdienst, Katastrophenschutz und Hausnotruf.

Die denkmalgeschützte „Alte Schule“ im Zentrum des Ortes beherbergt heute zahlreiche Einrichtungen und Vereine wie z. B. das DRK Dornheim, den Jugendtreff, die Chorgemeinschaft, die Krabbelgruppe „Tausendfüssler“ und einen Dritte Welt Laden.

Die Riedhalle ist Treffpunkt für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, u. a. Tanzkurse und Abschlussbälle, Karnevalssitzungen und Kerb, Bastelmärkte sowie Blutspendetermine. Die Riedhalle beherbergt außerdem eine alteingesessene Gaststätte gleichen Namens.

Bekannte Bürger[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internetauftritt Groß-Gerau; Geschichte und Stadtteile
  2. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDornheim, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Groß-Gerau vom 26. Juni 1974, GVBl. I S. 314, § 3