Dorothee Rätsch

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Dorothee Rätsch 2010

Dorothee Rätsch (* 25. November 1940 in Heilsberg, damals Kreisstadt des Kreises Heilsberg im Regierungsbezirk Königsberg in Ostpreußen, heute Lidzbark Warmiński)[1] ist eine deutsche Bildhauerin und Grafikerin.

Leben[Bearbeiten]

1945, mit Vorrücken der Front verließ Dorothee Rätsch mit ihrer Mutter, der Schriftstellerin Margarete Neumann und ihren Geschwistern Heilsberg westwärts und kam über Halle (Saale) nach Mecklenburg.

Schon früh, im Alter von neun Jahren begann sie, sich in Kinder- und Jugendzirkeln mit Plastischem Gestalten zu beschäftigen. Dieses Thema ließ sie auch während und nach ihrer Lehrausbildung zur Gärtnerin nicht los. Neben der Arbeit in der Landwirtschaft besuchte sie die Abend-Oberschule sowie Seminare an der Humboldt-Universität zu Berlin, arbeitete in Kursen und Lehrgängen an ihren künstlerischen Fertigkeiten. Sie war als Autodidaktin so erfolgreich, dass sie 1969 nach bestandener Aufnahmeprüfung zunächst als Kandidatin und 1971 als Mitglied in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen wurde. Dies war die Voraussetzung für den Zugang zum staatlichen Kunsthandel sowie zu öffentlichen Aufträgen.

Besonders wichtig war und ist ihr die Arbeit als Kursleiterin mit Kindern und Jugendlichen.[2] Ab 1991 arbeitete sie in einer ABM-Stelle im Kulturbereich und baute von 1994 bis 1999 das Archäologische Freilichtmuseum Slawendorf Passentin als mittelalterlichen Lern- und Erlebnisort mit auf.[3]


Seit 2000 ist Dorothee Rätsch wieder freischaffend als Bildhauerin tätig, lebt und arbeitet heute in Passentin (Mecklenburg-Vorpommern), wo auf ihrem Grundstück ein Skulpturengarten entstand.

Werk[Bearbeiten]

Architektur, Landschaftsarchitektur[Bearbeiten]

Skulpturengarten Passentin
Ort Passentin
Eröffnung 1989
Besucher ca. 500 (2013)
Fläche 2800 m²
Skulpturengarten Passentin (Mecklenburg-Vorpommern)
Skulpturengarten Passentin
Skulpturengarten Passentin
Lage des Parks

53.55483333333313.140416666667Koordinaten: 53° 33′ 17,4″ N, 13° 8′ 25,5″ O

  • seit 1989 Errichtung und Weiterentwicklung des Skulpturengartens Passentin- Terrakottafiguren in Harmonie mit der Natur- wie dort gewachsen. Zu besichtigen gelegentlich der jährlich in Mecklenburg-Vorpommern stattfindenden landesweiten Aktionen KUNST OFFEN und OFFENE GÄRTEN täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, sonst ganzjährig nach telefonischer Absprache- Eintritt frei. Lage53.55483313.140417 auf der interaktiven Karte
    Blick durch den Skulpturengarten
  • 1994-1999 Aufbau des Slawendorfes Passentin (Idee, Entwurf, Baubegleitung)
  • 2005 Schaffung eines Mandalas im interkulturellen Garten des Soziokulturellen Bildungszentrum Neubrandenburg e.V. Neubrandenburg/ Reitbahnviertel[4]

Bildende Kunst[Bearbeiten]

  • Großplastiken für den öffentlichen Raum, beispielsweise in der Stadt Neubrandenburg[5]
  • In Bronze, Terracotta, Stein, Beton und Holz entstehen Kleinplastiken, Medaillen und figurative Plastiken, Skulpturen und Reliefs.[6]
  • Zeichnungen, Holzschnitte
 Commons: Dorothee Raetsch- Skulpturen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • seit 1971 Teilnahme an nationalen und internationalen Pleinairs (fr.: en plein air: unter freiem Himmel) und Ausstellungen u.a. in Rostock, Dresden, Berlin, Leipzig, Mexiko, Russland, Finnland, Ungarn, Polen...
  • 2006 Teilnahme an der landesweiten Aktion KUNST:OFFEN[7]
  • 2007 Skulpturen und Zeichnungen in der Galerie am Kietz in Schwedt/Oder
  • 2007 im Schloss Rumpshagen (Ankershagen)
  • 2007/2008 im Schliemann-Museum[8]
  • 2008 Teilnahme an der landesweiten Aktion KUNST:OFFEN[9]
  • 2009 Teilnahme an der landesweiten Aktion KUNST:OFFEN[10]
  • 2010 Teilnahme an der landesweiten Aktion KUNST:OFFEN
  • 2010 Plastik - Malerei – Grafik in der Müritz-Sparkasse Waren
  • 2010 Skulptur aus Erde • Terrakottafiguren im Dominikanerkloster Prenzlau[11]

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

  • Eva-Martina Weyer (Journalistin): „Welch ein Mut zu Rundung und Fülle. Sehr oft wiederholt sich das Motiv „Mutter und Kind“. Immer sind es behütete Szenen.“[12]
  • Werner Schinko (Maler und Grafiker, Buchillustrator): „Plastiken zeigen mehr als Poesie.“ ... „Es ist zugleich ein wortloser Sprachversuch mit der Hoffnung auf Verständigung”[13]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Herbert Schirmer: Stadt, Land, Wasser. Künstler und Kunsthandwerker im Müritzkreis - Ein kulturhistorischer und touristischer Reiseführer. Findling-Verlag, 2006, ISBN 3-933603-37-4.
  •  Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler: Deutschland, Österreich, Schweiz, Band 2. 2 Auflage. De Gruyter Saur, Berlin 2007, ISBN 3598247370, S. 844.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kulturportal Mecklenburg-Vorpommern, Künstlerhomepage abgerufen am 12. November 2010
  2. MOZ vom 1. April 2007 Eva-Martina Weyer: Mut zu Rundung und Fülle
  3. D. Rätsch in einer Radiosendung auf NB 88 (Reihe Stine und Malte vom 14.6.2014), abgerufen am 2. Juli 2014
  4. HP des Soziokulturellen Bildungszentrum Neubrandenburg e.V.abgerufen am 12. November 2010
  5. Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Neubrandenburgabgerufen am 8. Juni 2014
  6.  Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler: Deutschland, Österreich, Schweiz, Band 2. 2 Auflage. De Gruyter Saur, 2007, ISBN 3598247370, S. 844.
  7. pressemitteilungen/kunst offen 2006, Veranstaltungsplan, abgerufen am 10. November 2010
  8. http://www.schliemann-museum.de/hsm/soaus/skulpturen.html
  9. HP des Landkreis Müritz Kunst offen 2008, Programm abgerufen am 9. November 2010
  10. HP des Mueritzeum: kunst offen 2009 (PDF-Datei; 1,3 MB) Programm, abgerufen am 13. November 2010
  11. HP des ehemaligen Dominikanerklosters Prenzlau abgerufen am 10. November 2010
  12. MOZ, Artikel am 1. April 2007 von , abgerufen am 12. November 2010
  13. lokale Wochenzeitungen, Artikel vom 23. Juni 2010 abgerufen am 12. November 2010