Dosdorf

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50.79833333333310.912777777778312Koordinaten: 50° 47′ 54″ N, 10° 54′ 46″ O

Dosdorf
Stadt Arnstadt
Höhe: 312 m
Einwohner: 256 (31. Mrz. 2013)[1]
Eingemeindung: 14. April 1994
Postleitzahl: 99310
Vorwahl: 036207
ehemalige Wehrkirche St. Otmar (Lage→50.79789625333310.914509296389)

ehemalige Wehrkirche St. Otmar (Lage→50.79789625333310.914509296389)

Dosdorf ist ein Ortsteil von Arnstadt im Ilm-Kreis (Thüringen).

Geografie[Bearbeiten]

Dosdorf liegt links der Gera etwa 5 km südlich von Arnstadt im Plaueschen Grund. Der Ort liegt am Ausgang des Tieftals, einer 2 km langen Klamm, die sich 100 Meter tief in den Kalkfelsen gegraben hat. Südwestlich liegt der 495,3 Meter hohe Schweinsberg. Östlich von Dosdorf liegen die Reinsberge mit Erhebungen von bis zu 600 Metern.

Geschichte[Bearbeiten]

Aktie der Dampfziegelei in Dosdorf, 1923

Dosdorf wurde im Jahr 1272 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort ist aber wahrscheinlich noch älter, da die Kirche dem frühen 13. Jahrhundert zugeordnet werden kann. Die Kirche ist dem Heiligen St. Otmar geweiht. Sie erlangte dadurch Berühmtheit, dass sie das größte Quartier des Großen Mausohres ist. In jedem Sommer leben im Dachstuhl der Kirche etwa 3000 Tiere. Die Kirche erhielt um 1890 eine (neue?) Orgel durch den Orgelbauer Adam Eifert aus Stadtilm.[2]

In der Frühphase der Existenz des Ortes wurde an den sonnigen Hängen des Geratals bei Dosdorf Wein angebaut. Berühmteste Abnehmer des Weines waren die Grafen von Käfernburg. Bis 1918 gehörte der Ort zur Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen. Der Ort wurde am 1. August 1975 in die Gemeinde Siegelbach eingegliedert. Seit dem 14. April 1994 bildet Dosdorf einen Ortsteil der Stadt Arnstadt.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zwischen 1720 und 1733 wirkte von Siegelbach aus der Geograph und Universalgelehrte Johann Gottfried Gregorii alias Melissantes als lutherischer Pfarrer in Dosdorf. Er sorgte in jener Zeit für ein neues Schulgebäude und die Renovierung der Kirche. Nebenamtlich schrieb er weiter an seinen für die Entwicklung von Geographie, Kartographie und Genealogie sowie die Überlieferung und Verbreitung von Sagen wichtigen Büchern, welche über den deutschen Sprachraum hinaus Verbreitung fanden.[4]

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Rüdiger Carnarius. Er steht einem Ortschaftsrat von vier weiteren Mitgliedern vor. Der Ortsbürgermeister und der Ortschaftsrat sind gleichzeitig für Espenfeld zuständig.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Dosdorf ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort. An der Gera standen früher zahlreiche Mühlen. Heute existiert nur noch eine Dosdorfer Mühle: die Hartmann-Mühle aus dem 17. Jahrhundert, die inzwischen zu einem kleinen Wasserkraftwerk umgebaut wurde. Etwas außerhalb, jenseits der Bahnstrecke Arnstadt-Plaue, befand sich bis in die 1990er Jahre eine Ziegelfabrik. Hier wurde Ton abgebaut und zu Ziegeln verarbeitet.

Der Ort liegt an der ehemaligen B4, die 2004 zur L 3004 herabgestuft wurde und Ilmenau über Plaue mit Arnstadt verbindet. Im Geratal verläuft die Bahnstrecke Erfurt–Ilmenau, an der Dosdorf jedoch keinen eigenen Bahnhof besitzt. Der nächste Bahnhof ist Plaue 2 km südlich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dosdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistische Erhebungen. Pass-, Meldewesen/Statistik, Stadtverwaltung Arnstadt. Abgerufen am 5. Juli 2013.
  2. Website des Thüringer Orgelsommers
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Carsten Berndt: Melissantes: ein Thüringer Polyhistor und seine Berufsbeschreibungen im 18. Jahrhundert ; Leben und Wirken des Johann Gottfried Gregorii (1685–1770) als Beitrag zur Geschichte von Geographie, Kartographie, Genealogie, Psychologie, Pädagogik und Berufskunde in Deutschland ; [ein Thüringer Geograph und Universalgelehrter (1685–1770)], Rockstuhl, 2. Auflage Bad Langensalza 2014, ISBN 978-3-86777-166-5. S. 177-189