Double knock-out

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Als Double knock-out (auch Double-Elimination oder Doppel-K.-o.-System) bezeichnet man eine Turnierform, die in ihren Grundzügen auf dem K.-o.-System beruht, jedoch versucht, dessen Schwächen zu umgehen.

Abgrenzung zum K.-o.-System[Bearbeiten]

Das Double-knock-out-Format unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch vom einfachen K.-o.-System (single knock-out oder single elimination), dass eine einmalige Niederlage nicht das Ausscheiden aus dem Turnier bedingt. Ein Teilnehmer scheidet erst nach der zweiten Niederlage aus dem Turnier aus.

Somit kann ein Teilnehmer trotz eines einmaligen Verlustes das Turnier gewinnen. Das ist im einfachen K.-o.-System auch dann ausgeschlossen, wenn zusätzliche Spiele abgehalten werden, um eine durchgehende Reihung zu erhalten: Der Verlierer eines Semifinalspieles kann bestenfalls den 3. Platz belegen, der Verlierer eines Viertelfinalspiels bestenfalls den 5. Platz etc.

Treffen zwei aussichtsreiche Teilnehmer bereits in einem frühen Stadium eines Double-knock-out-Turnier aufeinander, so kann der Verlierer trotz der Niederlage immer noch das Finale erreichen. Es ist also auch ohne Setzen sichergestellt, dass der zweitbeste Spieler den zweiten Platz belegt – vorausgesetzt, dass in jeder Begegnung der jeweilige Favorit auch tatsächlich gewinnt.

Beispiel[Bearbeiten]

Die Durchführung des Turniers gestaltet sich aufwändiger als das einfache K.-o.-System. Hier ein Beispiel für ein Turnier mit 16 Teilnehmern:

Turnierplan

Erklärung[Bearbeiten]

Der Turnierplan teilt sich beim Double-k.-o. in zwei Brackets (Winnersbracket und Losersbracket bzw. Upper und Lower Bracket, obere bzw. untere Hälfte). Nach der ersten Runde steigen die Gewinner in die nächste Runde des Winnersbrackets auf, und die Verlierer spielen in der ersten Runde des Losersbrackets weiter. Das Winnersbracket wird nach derselben Methode geführt wie ein einfaches K.-o.-Turnier (aus diesem Grunde sollte die Teilnehmerzahl beim Double-k.-o., genau wie beim Single-k.-o., eine Zweierpotenz sein), ausgenommen natürlich, dass die Verlierer nicht aus dem Turnier ausscheiden, sondern im Losersbracket weiterspielen.

Das Winnersbracket ist bis zum Halbfinale identisch mit dem Plan eines einfachen K.-o.-Systems.

Jede Runde des unteren Brackets wird in zwei Stufen gespielt:

  • In der ersten Stufe der ersten Runde treffen jeweils zwei Verlierer der ersten Runde des oberen Brackets aufeinander; in der ersten Stufe jeder folgenden Runde treffen jeweils zwei Gewinner der vorigen Runde aufeinander.
  • In der zweiten Stufe jeder Runde trifft stets ein Gewinner der ersten Stufe auf einen Verlierer derselben Runde aus dem oberen Bracket.

Am Ende des Turniers trifft der Gewinner der oberen Hälfte auf den Gewinner der unteren Hälfte. Dieses Match wird vielfach als Finale gewertet. Ansonsten gilt folgende Regel: Gewinnt der Teilnehmer aus der oberen Hälfte, so ist das Turnier beendet. Gewinnt jedoch der Teilnehmer aus der unteren Hälfte, so haben beide einmal verloren und müssen ein zweites Mal gegeneinander spielen; dieses letztere Match entscheidet dann über die Plätze 1 und 2.

Bei einem Spiel nach dem Double-k.-o. sind die Plätze 3 und 4 durch die Reihenfolge des Ausscheidens bestimmt; ein Spiel um den dritten Platz ist daher nicht erforderlich.

Anwendung[Bearbeiten]

Dieses Format findet häufig bei Turnieren von Rückschlagspielen wie Badminton, Tischtennis, Squash, Volleyball oder Beachvolleyball, aber auch Taekwondo und Tischfussball Anwendung. Beim Tennis wird jedoch fast ausschließlich das einfache K.-o.-System gespielt. Im Fußball wird dieser Modus bei der San-marinesischen Fußballmeisterschaft angewandt.

Anzahl der Spiele[Bearbeiten]

Für n Mannschaften werden 2·(n-1) Spiele gespielt, bzw. eins mehr, falls das Finale wie oben beschrieben wiederholt wird. (Diese Formel ist auch gültig, wenn die Teilnehmerzahl keine Zweierpotenz ist. Freilose sind dabei nicht mitgezählt.)

Beim einfachen K.-o.-System sind hingegen lediglich n-1 Spiele notwendig, also genau halbsoviele; bei einem Rundenturnier wären mindestens n·(n-1)/2 Spiele notwendig.

Siehe auch[Bearbeiten]