Douglas Douglas-Hamilton, 14. Duke of Hamilton

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Douglas Douglas-Hamilton, 14. Duke of Hamilton und 11. Duke of Brandon KT, GCVO, AFC, PC, DL, FRGS (* 3. Februar 1903 in London; † 30. März 1973 in Edinburgh) war ein schottischer Adliger und Luftfahrtpionier.

Douglas-Hamilton war ein Sohn von Alfred Douglas-Hamilton, 13. Duke of Hamilton, und dessen Gemahlin Nina Poore. Douglas führte zunächst den Höflichkeitstitel Marquess of Douglas and Clydesdale und wurde am Eton College und an der University of Oxford ausgebildet. Von 1930 bis 1940 war er Mitglied des Unterhauses für East Renfrewshire. Danach hatte er einen Sitz im House of Lords, nachdem er die Titel seines Vaters geerbt hatte.

Douglas-Hamilton war von Kindesbeinen an am Fliegen interessiert und diente daher in der Royal Auxiliary Air Force als Offizier. Als Chefpilot der Houston Everest Expedition war er 1933 der erste Mensch, der den Mount Everest überflog. Der von dieser Expedition gefertigte Dokumentarfilm Wings Over Everest wurde 1936 mit einem Oscar als bester Kurzfilm ausgezeichnet. Douglas-Hamilton war 1936 der Verfasser des Buches "The Pilot's Book of Everest".

Der Herzog diente im Zweiten Weltkrieg als Air Commodore bei der Royal Air Force, zuständig für die Luftverteidigung im Süden Schottlands. Er war seit 1940 Privy Counsellor und von 1940 bis 1964 Lord Steward of the Household.

1941 besuchte er Rudolf Heß in Glasgow, wohin dieser nach einer verunglückten Landung in Schottland gebracht worden war. Heß wollte einen separaten Frieden aushandeln und ging dabei irrtümlich davon aus, dass der Herzog, der 1936 während der Olympischen Spiele Berlin besucht hatte, ein Hauptrepräsentant einer Gruppierung im Vereinigten Königreich sei, die in Opposition zu Premierminister Winston Churchill stehe und zu einem Friedensschluss bereit wäre. Um sich zu tarnen, gab Heß sich zunächst als „Alfred Horn, ein Freund des schottischen Herzogs“ aus und offenbarte seine wahre Identität und Absicht erst gegenüber Douglas-Hamilton persönlich. Dieser informierte jedoch Churchill, worauf Heß von den britischen Behörden verhaftet wurde. Wenige Tage danach musste der Herzog sich vor dem Unterhaus rechtfertigen und erklären, ob er jemals zuvor Kontakt zu Heß gehabt habe. Er ließ von Sir Archibald Sinclair, Staatssekretär im Luftfahrtministerium, erklären, er habe Rudolf Heß zuvor nicht persönlich gekannt, habe keine Verbindung zu ihm gehabt und ihn nicht sofort als Stellvertreter des Führers identifizieren können.

Nach dem Krieg war Douglas-Hamilton von 1948 bis 1973 Kanzler der University of St Andrews, Mitglied der Royal Company of Archers und viermal Lord High Commissioner bei der Generalsynode der Church of Scotland. Er war Director von Scottish Aviation und hatte in verschiedenen anderen Unternehmen Ämter inne.

Douglas-Hamilton war seit 1937 verheiratet mit Elizabeth Ivy (1916–2008), Tochter des Alan Percy, 8. Duke of Northumberland mit der er folgende Kinder hatte:

Literatur[Bearbeiten]

  • The Pilots' Book of Everest- with Group Captain MacIntyre. Hodge, London. 1936

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Alfred Douglas-Hamilton Duke of Hamilton
1940–1973
Angus Douglas-Hamilton