Douglas Murray (Autor)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Douglas Kear Murray (* 16. Juli 1979) ist ein britischer Autor und Publizist, der sich insbesondere mit politischen Themen beschäftigt. Seit April 2007 ist er der Leiter des Centre for Social Cohesion (CSC), einer Denkfabrik mit politischen Schwerpunkten.

Bildung[Bearbeiten]

Murray besuchte die St Benedict's School in Ealing in West London, das Eton College in Eton (Berkshire), und das Magdalen College an der Universität von Oxford, wo er Englisch studierte.

Publikationen[Bearbeiten]

Im Alter von 20 Jahren veröffentlichte Murray eine Biografie über Lord Alfred Douglas. Kurze Zeit später verfasste er ein Stück mit dem Namen Nightfall, über die Versuche Raoul Wallenbergs, Adolf Eichmann von der Umsetzung der Endlösung abzubringen.

2005 veröffentlichte er das Buch, Neoconservatism: Why We Need It (Neokonservatismus: Warum wir ihn brauchen) und unternahm zu diesem Zweck eine Buchreise durch die USA. Während dieser Reise gab er der New York Sun ein Interview in dem er seine „instinktive“ Unterstützung Israels betonte. Er beschreibt sich selbst als überzeugten Zionisten und Großbritanniens einzigen Neokonservativen.

2007 war er am Werk Towards a Grand Strategy for an Uncertain World: Renewing Transatlantic Partnership (Zu einer großen Strategie für eine unsichere Welt: Die Erneuerung transatlantischer Partnerschaften) beteiligt. Dabei arbeitete er zusammen mit Klaus Naumann, John M. Shalikashvili, Jacques Lanxade und Henk van den Breemen. Nach der Veröffentlichung berichtete die Zeitung The Guardian, dass das Werk unter anderem eine Empfehlung an die NATO enthält, für einen nuklearen Präventivschlag vorbereitet zu sein, um den Einsatz von Massenvernichtungswaffen zu verhindern.

Printmedien und Fernsehen[Bearbeiten]

Murray war in BBCs Question Time, Newsnight, HardTalk, Today Programme, The Big Questions und BBC Wales zu sehen und verfasste Artikel für The Guardian, The Sunday Times, NPR's „Intelligence Squared U.S.“ und Standpoint.

Douglas Home Gedenkpreis[Bearbeiten]

2009 gewann Douglas Murray den Charles Douglas-Home Gedenkpreis für Journalismus. Der Preis wurde ihm für seine Abhandlung über die Ausbreitung der Schari’a in Großbritannien verliehen. Der Preis wird im Gedenken an den früheren Redakteur der Zeitung The Times verliehen.

Glaubensverlust[Bearbeiten]

Douglas Murray war ursprünglich praktizierender Anglikaner. 2008 erklärte er jedoch in einem Artikel der Zeitschrift The Spectator, wie das Studium des Islam und des Koran zum Verlust seines eigenen Glaubens geführt hat. Er vertritt seitdem eine atheistische Weltanschauung.

Murray über den Islam[Bearbeiten]

“It is grotesque to argue that Europe has failed its Muslims. It has been made repeatedly obvious that it is Islam that has failed Europe” („Es ist grotesk zu behaupten, Europa wäre seinen Muslimen nicht gerecht geworden. Es ist mehrfach offensichtlich geworden, dass es der Islam ist, der Europa nicht gerecht wurde.“) Douglas Murray, The Telegraph (3. Oktober 2010)

Seine persönlichen Eindrücke beschreibt Murray als „Credo eines islamischen Faschismus – ein heimtückischer Fundamentalismus aus dem frühen Mittelalter, der uns jetzt und hier angreift“ (“a creed of Islamic fascism – a malignant fundamentalism, woken from the dark ages to assault us here and now”). Er sagt, „wir leben in einer durchdachten Kultur – jedoch eine in der das Denken schiefgelaufen ist“ (“we live…in a thought culture – but it is one in which the thought has gone bad”). Er sieht das Hauptproblem im Kulturrelativismus, der wie er sagt, „unsere Pirmärerkrankung ist – der AIDS des Westens – die Krankheit, die die opportunistische Infektion durch den Islam so tödlich gemacht hat“ (“the primary disease – the AIDS of the West – the disease which has made the opportunist infection of Islam so deadly”).

Murray unterstützte die Fatwa gegen den Terrorismus und schrieb, dass sie „von einer viel größeren Anzahl von Menschen respektiert werden könnte, als die Stimmen einzelner Muslime ohne religiöse Bildung, die Terrorismus unwidersprochen verurteilen.“

Seine Aussagen über islamischen Extremismus in Holland haben dazu geführt, dass er Polizeischutz benötigt, wenn er das Land betritt.

Er bezeichnet „Islamophobie“ als „unsinnigen Begriff“, da es „eine beträchtliche Anzahl an Gründen gibt einige – obwohl sicherlich nicht alle – Aspekte und Versionen des Islam zu fürchten.“

Kontroversen[Bearbeiten]

Anwar al-Awlaki[Bearbeiten]

Murray über die Anhänger von Anwar al-Awlaki: „Sie bezeichnen Awlaki fortwährend als lebendigen und hochrespektierten Gelehrten, während er eigentlich ein mit der Al-Qaida verbündeter Spinner ist“ (“(they) will routinely describe Awlaki as a vital and highly respected scholar, [while he] is actually an al-Qaida-affiliate nut case.”).

Radikalisierung am University College London[Bearbeiten]

Douglas Murray schrieb einen Artikel, in dem er Malcom Grant, den Kanzler des UCL kritisierte. Darin schrieb er auch über die Radikalisierung an Universitäten, nachdem bekannt wurde, dass Umar Farouk Abdulmutallab, der versuchte eine Bombe auf einem Flug nach Detroit zu zünden, ehemaliger Präsident der „UCL Islamic Society“ war. Malcom Grant bestritt, dass es ein Problem mit Extremismus auf dem Campus gäbe, Murrays Zentrum jedoch gab anschließend eine Pressekonferenz in der die Namen von Extremisten aufgezählt wurden, die schon am UCL auf Einladung der dortigen Islamischen Gesellschaft Reden gehalten hatten.

Öffentliche Debatte mit Anjem Choudary[Bearbeiten]

Im Juni 2009 wurde Douglas Murray zu einer Debatte mit Anjem Choudary, über die Schari'a eingeladen. Die Debatte wurde von der „Global Issues Society“ (GIS) organisiert, welche behauptete eine Studentenorganisation zu sein. Im Vorfeld gab es eine Übereinkunft mit Murray und der GIS, für angemessene Sicherheitsvorkehrungen zu sorgen. Dies versuchte man bei der GIS zu realisieren, indem man das Publikum nach Geschlechtern aufteilte. Murray lehnte es ab an dieser Debatte teilzunehmen. Grund dafür war der „Charakter der sogenannten Sicherheitsvorkehrungen“.

Ibrahim el-Moussawi[Bearbeiten]

Im März 2009 verhinderten Murray und das CSC erfolgreich die Einreise von Ibrahim el-Moussawi, einem Sprecher der Hisbollah, in das Vereinigte Königreich.

El-Moussawi sollte auf dieser Reise im Auftrag der „School of Oriental and African Studies“ einen Vortrag über den politischen Islam halten.

Murray zeigte sich in diesem Fall besonders kritisch darüber, dass man el-Moussawi willkommen heißen wollte, während man dem niederländischen Parlamentsmitglied Geert Wilders nur wenige Wochen zuvor die Einreise verweigerte. Anschließend verfasste er einen Brief an die damalige Innenministerin Jacqui Smith, in dem er damit drohte, seine Anwälte damit zu beauftragen, einen internationalen Haftbefehl gegen el-Moussawi zu erwirken, sollte dieser Großbritannien betreten. Das Innenministerium verweigerte el-Moussawi daraufhin ein Visum.

Öffentliche Arbeit[Bearbeiten]

Douglas Murray ist Mitglied im „NGO Monitor“, einer Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Jerusalem (Israel).

Sonstiges[Bearbeiten]

Douglas Murray ist offen schwul. In einer politischen Diskussion vom 29. Januar 2011 beklagt er sich dabei darüber, dass die katholische Kirche übermäßig stark wegen ihrer Haltung zur gleichgeschlechtlichen Ehe kritisiert wird, während die Kritik an islamischen Geistlichen, die Homosexuelle „lieber gleich von einer Klippe werfen würden“, kaum wahrnehmbar sei.

Seit 2011 ist er Co-Direktor der Henry-Jackson-Society, einer parteilosen Organisation, die sich besonders mit internationaler Politik beschäftigt.

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]