Dr. Jekyll und Mr. Hyde (1931)

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Filmdaten
Deutscher Titel Dr. Jekyll und Mr. Hyde
Originaltitel Dr. Jekyll and Mr. Hyde
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1931
Länge 92 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Rouben Mamoulian
Drehbuch Percy Heath,
Samuel Hoffenstein
Produktion Adolph Zukor,
Rouben Mamoulian
Musik Herman Hand
Kamera Karl Struss
Schnitt Amy E. Duddleston
Besetzung

Der Film Dr. Jekyll und Mr. Hyde wurde 1931 vom US-amerikanischen Regisseur Rouben Mamoulian mit Fredric March in der Hauptrolle gedreht. Er basiert auf der Erzählung Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde des britischen Autors Robert Louis Stevenson.

Handlung[Bearbeiten]

Dr. Jekyll ist beseelt von dem Gedanken, das Gute und das Böse in der menschlichen Seele voneinander trennen zu können, und experimentiert daher mit Chemikalien, um einen Wirkstoff zu finden, der seine Vision Wirklichkeit werden lassen soll.

Im Alltag lebt er seine gute Seite aus, als er zum Beispiel eines Abends nicht am Empfang der Herzogin von Densmore teilnimmt, um stattdessen im Armenkrankenhaus Patienten zu behandeln, oder seine Verlobte Muriel und deren Vater, General Carew, versetzt, um stattdessen eine Bettlerin zu operieren. Nach der Operation kann Dr. Jekyll dann doch noch erscheinen. Er bittet General Carew, Muriel sofort heiraten zu dürfen, muss sich aber von ihm vertrösten lassen.

Auf seinem gemeinsamen Nachhauseweg mit Dr. Lanyon wird er Zeuge eines Überfalls auf die Prostituierte Ivy Pearson. Er greift ein und bringt sie auf ihr Zimmer, auf dem sie ihn zu verführen versucht. Jekyll bleibt nicht unbeeindruckt, doch reagiert er zurückhaltend.

Im heimischen Labor setzt Dr. Jekyll seine Studien fort. In einem ersten Selbstversuch verwandelt sich Dr. Jekyll in ein Monster, den er fortan Mr. Hyde nennt. Als Mr. Hyde sucht er nun des Öfteren Ivy Pearson auf und schreckt in dieser Rolle nicht davor zurück, sie zu schlagen und sexuell zu nötigen.

Dr. Jekyll wird immer mehr von Gewissensbissen geplagt, welches ihm sein Alter Ego bereitet. Er schickt Ivy Pearson Geld. Als sie ihn überraschend aufsucht, ist Jekyll erschüttert, als sie ihm Hydes Misshandlungen an ihrem Körper zeigt, und verspricht ihr, dass Hyde sie nie mehr behelligen werde. Als General Carew am folgenden Abend die Hochzeit seiner Tochter und Dr. Jekyll bekanntgeben will, verwandelt Jekyll sich wieder in Hyde und sucht als solcher die sich in Sicherheit wiegende Ivy Pearson auf. Er macht sich über Jekyll lustig und erwürgt Ivy. Über Dr. Jekylls Fernbleiben erbost, verbietet General Carew seiner Tochter den weiteren Umgang mit Jekyll.

Per Brief bittet Dr. Jekyll seinen Freund Lanyon, aus seinem Labor eine Phiole des Verwandlungselixiers zu holen, die später von einem Fremden abgeholt werden soll. Als Hyde erscheint, besteht Lanyon darauf, über Dr. Jekylls Wohlbefinden informiert zu werden. Hyde verwandelt sich zurück, und Dr. Jekyll erzählt ihm die ganze Geschichte. Lanyon zeigt für Dr. Jekylls Versuche kein Verständnis.

Am folgenden Abend sucht Dr. Jekyll Muriel auf, um sie freizugeben. Vor ihrem Haus verwandelt er sich wieder in Mr. Hyde und schleicht sich an die weinende Muriel heran. In der darauf folgenden Panik erschlägt er den General und flüchtet, von der Polizei verfolgt, in sein Labor. Lanyon trifft ein und führt die Polizei in Dr. Jekylls Labor, der sich inzwischen wieder zurückverwandelt hat. Als Lanyon der Polizei im Labor den Übeltäter verrät, verwandelt Dr. Jekyll sich erneut in Mr. Hyde und wird von der Polizei erschossen. Ein letztes Mal verwandelt sich Mr. Hyde in Dr. Jekyll zurück.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde wegweisend in Dramaturgie und Tricktechnik, beispielsweise im Einsatz der subjektiven Kamera oder in den Verwandlungsszenen, in denen spezielle Filter das Make-Up bei Hauptdarsteller Fredric March zur Geltung brachten.

Nach der Uraufführung rief der Film die Zensur auf den Plan. In einigen US-Bundesstaaten wurden Szenen, die Gewalt und erotische Anspielungen enthielten, geschnitten. In Deutschland wurde er von den Nationalsozialisten sogar ganz verboten. 1935 plante Paramount eine Wiederaufführung des Films und entfernte ganze 14 Minuten aus dem Film, zu denen auch unverfängliche Szenen gehörten, wie zum Beispiel Dr. Jekylls Trennung von Muriel. Etwa 70 Jahre nach der Premiere konnte die ursprüngliche Laufzeit wiederhergestellt werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Filmfestival von Venedig
    • Auszeichnung als "Bester Film"
    • Fredric March (ausgezeichnet als Bester Hauptdarsteller)

Kritiken[Bearbeiten]

  • „In dieser besten aller Verfilmungen von Stevensons Novelle bestätigte Mamoulian seinen Ruf als experimentierfreudiger Regisseur mit einigen verblüffend wirkungsvollen Neuerungen.“ – Wolfram Tichy, Liz-Anne Bawden, et al.: rororo Filmlexikon. Band 1: Filme A – J (OT: The Oxford Companion to Film). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1978, ISBN 3-499-16228-8, S. 146
  • „Klassischer Horrorfilm, der als die beste der über 50 Verfilmungen von R. L. Stevensons Roman gilt. Das ursprüngliche Thema der Vorlage, Gut und Böse in der menschlichen Seele, wurde neu gestaltet als philosophische Reflexion über Natur und Zivilisation, verzichtend auf moralische Wertungen. Die brillante Trickgestaltung sowie der planmäßige Einsatz der subjektiven Kamera machen Mamoulians Werk auch filmgeschichtlich interessant.“ – „Lexikon des Internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
  • „Gilt als beste aller Verfilmungen der Novelle von R. L. Stevenson.“ – Kronenzeitung, Wien
  • „Die berühmte (Kino-)Fabel […] wurde nie brillanter verfilmt; subjektive Kamera, tricktechnisch hervorragend […].“ (Wertung: 3 Sterne = sehr gut) – Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 159

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]