Martin Luther King

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Dieser Artikel behandelt den Menschenrechtsaktivisten Martin Luther King jr., für seinen ältesten Sohn siehe Martin Luther King III.
Martin Luther King (1964)
Unterschrift von Martin Luther King

Martin Luther King jr. (* 15. Januar 1929 in Atlanta, als Michael King jr.; † 4. April 1968 in Memphis, Tennessee) war ein US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Kampfes gegen soziale Unterdrückung und Rassismus.

Er war zwischen Mitte der 1950er und Mitte der 1960er Jahre der bekannteste Sprecher der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement). In dieser Bewegung propagierte er den zivilen Ungehorsam als Mittel gegen die politische Praxis der Rassentrennung (Racial Segregation) in den Südstaaten der USA und nahm selbst an entsprechenden Aktionen teil.

Wesentlich durch Kings Einsatz und Wirkkraft ist das Civil Rights Movement zu einer Massenbewegung geworden, die schließlich erreicht hat, dass die Rassentrennung gesetzlich aufgehoben und das uneingeschränkte Wahlrecht für die schwarze Bevölkerung der US-Südstaaten eingeführt wurde. Wegen seines Engagements für soziale Gerechtigkeit erhielt King 1964 den Friedensnobelpreis. Im April 1968 wurde King bei einem Attentat ermordet.

Leben

Familie und Kindheit

King wurde als Sohn der Lehrerin Alberta Christine Williams King (1904–1974) und ihres Ehemanns Martin Luther King (1899-1984), des 2. Predigers der baptistischen Ebenezer-Gemeinde Atlanta geboren. Sein Vater war vor seiner Tätigkeit als Pfarrer unter anderem Hilfsmechaniker in einer Autowerkstatt und Feuerwehrmann bei einer Eisenbahngesellschaft. King senior hatte seinen Abschluss an einer Abendschule nachgeholt und war bereits vor der Geburt von King junior Vorsitzender der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP – Gesellschaft zum Voranbringen farbiger Menschen) in Atlanta.

Der Großvater mütterlicherseits von King jr., Adam McNeil Williams (* 1863), ein Sohn von Sklaven, trat 1894 in die Ebenezer-Gemeinde ein. Dieser Kirchengemeinde gehörten auch alle nachfolgenden Generationen an. James King, der Großvater väterlicherseits, hatte auf Baumwollplantagen bei Stockbridge gearbeitet, etwa 20 Kilometer von Atlanta entfernt. Der Name Martin Luther war für den Vater und später für den Sohn Ausdruck tiefen religiösen Empfindens. Ursprünglich hieß Kings Vater Michael King und er selbst Michael King jr. Der Vater änderte beide Namen nach einer Europareise im Jahre 1934, die ihn auch nach Deutschland führte, zu Ehren von Martin Luther.[1] Zusammen mit seinen Eltern lebte King Junior bis 1941 in der Auburn Avenue 501, einer Straße, in der fast ausschließlich wohlhabende Schwarze wohnten.

Wie alle Schwarzen wurde auch er durch die damalige Rassentrennung in den Südstaaten der USA diskriminiert. Diese trennte alle Bereiche des täglichen Lebens in schwarz und weiß: Schulen, Kirchen, öffentliche Gebäude, Busse und Züge, selbst Toiletten und Waschbecken. King empfand schon früh solche Segregation als große Ungerechtigkeit, in dieser Haltung wurde er vor allem durch die väterliche Erziehung geprägt. Mit 14 Jahren fuhr er von Atlanta nach Dublin in Georgia, um dort an einem Redner-Wettbewerb teilzunehmen, den er auch gewann. Schon damals setzte er sich öffentlich für die Desegregation und auch für die Stärkung der USA als Nation ein. Clayborne Carson zitiert King in seiner „Autobiographie“ Kings mit den Worten

„Wir können keine aufgeklärte Demokratie sein, wenn eine große Bevölkerungsgruppe ignoriert wird. Wir können keine starke Nation sein, wenn ein Zehntel der Bevölkerung schlecht ernährt und krank durch Bakterien ist, die keinen Unterschied zwischen Schwarzen und Weißen machen – befolgt die Jim-Crow-Gesetze nicht ...“[2]

Am 18. Juni 1953 heirateten King und Coretta Scott Williams. Die Hochzeit fand in ihrem Elternhaus in Marion, Alabama, statt; die Trauung wurde von Kings Vater vorgenommen. Das Ehepaar hatte vier Kinder:

Alle vier engagieren bzw. engagierten sich wie ihr Vater für Bürgerrechte; ihre veröffentlichten Texte und Reden weichen thematisch voneinander ab. Kings Witwe, Coretta Scott King starb am 30. Januar 2006 im Alter von 78 Jahren in Rosarito Beach, Mexiko.

Ausbildung und Einflüsse

Seine erste negative Erfahrung mit der Rassentrennung machte King bereits mit Beginn seiner Grundschulzeit. Sein engster Freund in der Vorschulzeit war ein weißer Junge aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Dann mussten die beiden verschiedene Schulen besuchen, und die Eltern seines Freundes teilten King mit, dass er nicht mehr mit ihrem Sohn spielen könne, weil er schwarz sei. King ging mit seiner Schwester Christine zur 'Younge Street Elementary School', auf der es ausschließlich schwarze Schüler gab. Das Lernen fiel ihm relativ leicht. In der sechsten Klasse wechselte er auf die 'David T. Howard Colored Elementary School'. Er übersprang das neunte und später das zwölfte Schuljahr und besuchte schließlich im Alter von 13 Jahren die 'Booker T. Washington High School'.[3]

Am 20. September 1944 begann King sein Studium am Morehouse College, der einzigen Hochschule für Schwarze im Süden; es nahm ihn trotz seines Alters von noch nicht 16 Jahren als Ausnahme auf. Im Hauptfach Soziologie wurde er von Dr. Walter P. Chivers in die Problematik der Rassentrennung eingeführt; bei Dr. George D. Kelsey, dem Leiter der 'School of Religion', hörte er von Mahatma Gandhis gewaltfreiem Widerstand. Benjamin Mays, der damalige Präsident der Schule und ein Bürgerrechtler, war ein wichtiger Mentor für King. Auch sonst beschreibt King die Atmosphäre an dem College als konstruktiv und weitestgehend frei von Rassismus und Intoleranz gegenüber Schwarzen. 1948 schloss er das College mit einem Bachelor of Arts in Soziologie ab.[4][3]

Neben dem Studium wurde King mit 17 Jahren Hilfsprediger seines Vaters an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta. Er wollte damals trotz seines tiefen Glaubens kein Prediger werden. Auf dem College entdeckte er endgültig das Reden für sich und belegte bald vordere Plätze bei Studentenwettbewerben in politischer Rede. Von Vater und Professoren schließlich überzeugt, studierte er am 'Crozer Theological Seminary' in Chester, Pennsylvania, Theologie.[5]

Er las Plato, John Locke, Jean-Jacques Rousseau, Aristoteles, Henry David Thoreau und Walter Rauschenbusch. Bücher von letzterem veranlassten King, Rolle und Verantwortung eines Predigers für sich neu zu definieren:

„Predigen ist für mich ein dualer Prozess. Einerseits muss ich versuchen, die Seele eines jeden Einzelnen zu verändern, damit sich die Gesellschaft verändern kann. Andererseits muss ich versuchen, die Gesellschaft zu verändern, damit sich jede einzelne Seele verändern kann. Darum muss ich mir über Arbeitslosigkeit, Slums und wirtschaftliche Unsicherheit Gedanken machen.“[6]

Zudem beschäftigte er sich intensiv mit verschiedenen Theorien zu Gesellschaftsformen und las zum Beispiel Karl Marx, von dem er beeinflusst wurde, obwohl er ihn größtenteils ablehnte:

„Das Lesen von Marx überzeugte mich davon, dass die Wahrheit weder im Marxismus noch im traditionellen Kapitalismus zu finden ist. Beide repräsentieren eine Teilwahrheit. Historisch gesehen übersah der Kapitalismus die Wahrheit gemeinschaftlicher Unternehmen und der Marxismus erkannte nicht die Wahrheit individueller Unternehmen. Der Kapitalismus des 19. Jahrhunderts beachtete die sozialen Aspekte des Lebens nicht und der Marxismus übersah und übersieht, dass das Leben individuell und persönlich ist. Das Königreich Gottes ist weder die These von individuellen Unternehmungen noch die Antithese von kollektiven Unternehmungen, sondern stellt eine Synthese dar, welche die Wahrheiten beider vereinigt“[7]

Außerdem wurde er stark von Mahatma Gandhi geprägt, dessen erfolgreicher, von Nächstenliebe getragener Kampf mit dem Mittel der Gewaltlosigkeit ihn tief beeindruckte. King sagte einmal über Gandhi:

„Durch diese Konzentration Gandhis auf Liebe und Gewaltlosigkeit entdeckte ich die Methode für soziale Reformen, nach der ich suchte“[8]

Später las er Pazifismus-kritische Texte von Reinhold Niebuhr. Diese konnten ihn zwar nicht vom gewaltfreien Widerstand abbringen, veränderten jedoch sein Weltbild:

„Während ich noch an das Gute im Menschen glaubte, zeigte mir Niebuhr auch dessen Potenzial für das Böse. Außerdem half er mir, die Komplexität zu erkennen, mit der der Mensch in die blendende Existenz des kollektiven Bösen verwickelt ist.“[9]

Im Mai 1951 beendete er sein Studium mit einem 'Bachelor of Divinity' in Theologie. Für die Zeit nach seinem Studium hatte er mehrere Angebote. King wählte nicht den einfachen Weg, sondern entschied sich für eine Pfarrerstelle im Süden des Landes. So wurde er 1954 Pastor der Dexter Avenue Baptist Church in Montgomery (Alabama).

Zu dieser Zeit schrieb er an der Boston University in Massachusetts seine Doktorarbeit mit dem Titel A Comparison of the Conceptions of God in the Thinking of Paul Tillich and Henry Nelson Wieman, wofür ihm 1955 der Titel „Doctor of Philosophy“ verliehen wurde. Im Jahr 1991 wurde bekannt, dass Teile der Arbeit Plagiate enthalten.[10] Während er seine Dissertation schrieb, beschäftigte er sich weiter mit Gandhis Thesen zur Gewaltfreiheit.

Erste Erfolge – Montgomery

Hauptartikel: Montgomery Bus Boycott

Am 1. Dezember 1955 weigerte sich die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks in Montgomery, ihren Sitzplatz in einem öffentlichen Bus für einen Weißen freizumachen. Sie wurde festgenommen und zu einer Geldstrafe verurteilt. Das führte zu einer großen Solidarisierungsbewegung innerhalb der schwarzen Einwohnerschaft. Knapp ein Drittel der Bevölkerung von Montgomery waren Schwarze; die meisten von ihnen arbeiteten als Landarbeiter und Hausangestellte.

Für den 5. Dezember, den Tag des Gerichtsverfahrens gegen Rosa Parks, organisierte das „Women's Political Council“ einen eintägigen Boykott der öffentlichen Busse. Es rief die schwarze Bevölkerung auf, Fahrgemeinschaften zu bilden, Taxis zu nutzen oder zu Fuß zu gehen. Fast 100 Prozent der Schwarzen taten dies; es wurde deutlich, dass die schwarze Bevölkerung geschlossen hinter dem Protest stand. Der Boykott sollte auch zeigen, wie groß die wirtschaftliche Abhängigkeit weißer Unternehmer von der schwarzen Bevölkerung war, und wie wenig Rechte ihnen im Gegenzug dafür eingeräumt wurden. Der Montgomery Bus Boycott dauerte schließlich etwa 385 Tage. Der damals neu zugezogene 26-jährige King wurde zum Leiter des zur Koordination des Boykotts gegründeten Komitees Montgomery Improvement Association ernannt. Er wurde von dem Bürgerrechtler und offen homosexuellen Bayard Rustin im gewaltfreien Widerstand nach Gandhi beraten. Der Boykott erregte auch im Ausland Aufsehen. Es gab neben verbaler Zustimmung auch finanzielle Unterstützung für die schwarzen Bewohner der Stadt, so etwa von der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP). Am 31. Januar 1956 wurde das Pfarrhaus, in dem King mit seiner Familie lebte, durch einen Bombenanschlag zum Teil zerstört; niemand kam zu Schaden.

Der gewaltlose Widerstand führte schließlich zu einem Erfolg. Am 13. November 1956 erklärte der Oberste Gerichtshof, die Rassentrennung in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt Montgomery für verfassungswidrig und sprach ein Verbot dagegen aus. Der Montgomery Bus Boycott wurde als ein großer Sieg wahrgenommen, und Kings Verdienste dabei führten dazu, dass er zum Präsidenten der am 10. Januar 1957 neu gegründeten Southern Christian Leadership Conference (SCLC) gewählt wurde. Am 27. Januar wurde ein weiteres Bombenattentat auf das Pastorat verübt. Einige Tage später verhaftete die Polizei sieben weiße Männer, zwei von ihnen gestanden den Anschlag. Trotzdem wurden sie wieder freigelassen. King reiste in den nächsten Jahren Tausende von Meilen durch den Süden der USA und warb vehement dafür, sich gewaltlos und unnachgiebig für Bürgerrechte einzusetzen. 1957 hielt King 208 Reden und schrieb sein erstes Buch – „Schritte zur Freiheit: Die Montgomery Story“ (Original: Stride Toward Freedom: The Montgomery Story). Der gelungene Boykott mehrte die Bedeutung der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung enorm; in den folgenden Jahren schlossen sich ihr auch immer mehr Weiße an.

1960 kündigte King seine Pastorenstelle in Montgomery, um sich mit seinem Vater ein Pastorat an der Ebenezer Baptist Church in Atlanta zu teilen. So hatte er mehr Zeit, um sich an der Bürgerrechtsbewegung zu beteiligen. Am 19. Oktober 1960 wurde King nach einem Sit-In festgenommen. Er weigerte sich, eine Kaution zu hinterlegen; deshalb behielt man ihn im Gefängnis. Als Behörden aus dem benachbarten DeKalb County erfuhren, dass er im Gefängnis war, verlangten sie seine Auslieferung. Weil er es unterlassen hatte, seinen Führerschein umzumelden, als er von Montgomery nach Atlanta umzog, hatte er eine Geldstrafe bezahlt und hatte ein Jahr auf Bewährung bekommen. King nahm an, die Bewährung bezöge sich nur auf die Fahrerlaubnis; die Behörden in Dekalb meinten, er dürfe ein Jahr lang mit keinem Gesetz in Konflikt kommen. Ein Richter namens Mitchell verurteilte ihn am 25. Oktober 1960 zu vier Monaten Zwangsarbeit. In einer obskuren nächtlichen Aktion brachten Polizisten King 300 Meilen weit weg in die berüchtigte Haftanstalt Reidsville (Florida), einer Hochburg des Ku Klux Clans. King bekam schlechtes Essen und zog sich eine starke Erkältung zu. Am 28. Oktober wendete sich sein Schicksal: John F. Kennedy, damals Präsidentschaftskandidat der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl im November 1960, bot Kings Familie seine Hilfe an, setzte sich mit dem Richter in Verbindung, und King wurde gegen Kaution von 200 US-Dollar freigelassen.

Wahl 1960

Am 8. November 1960 gewann Kennedy die Präsidentschaftswahl vor Richard Nixon (303 zu 219 Wahlmänner). Kings Ehefrau schrieb später in ihrer Autobiografie, diese Intervention habe Kennedy den Wahlsieg gebracht.[11]

Erste Niederlagen – Albany

Am 15. Dezember 1961 flog King nach Albany in Georgia. Dort waren seit kurzem die sogenannten „Freedom Rides“ im Gange: gewaltfreier und wenig organisierter Protest kleiner Gruppen gegen die öffentliche Rassentrennung. Einen Tag nach seiner Ankunft demonstrierte King mit 600 Menschen unerlaubt in Albany. Der Trupp wurde von der Polizei umstellt und ohne Gewaltanwendung verhaftet. Danach kam es bis 1962 mit Unterbrechungen immer wieder zu unerlaubten Protesten und Unruhen in Albany, die wenig erfolgreich waren. Kings großer Einfluss trug dazu bei, dass die Gewaltlosigkeit vorerst als die einzige realistische Möglichkeit für Veränderungen angesehen wurde. Ab etwa 1963 wurde „We Shall Overcome“, gesungen von Joan Baez, die politisch mit King zusammenarbeitete, zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung.[12]

Birmingham: „Metropole der Rassentrennung“ (King)

King suchte Gründe für die Erfolglosigkeit der Aktionen in Albany und fand sie vor allem in der mangelnden Vorbereitung und Organisation. Zusammen mit seinen Mitstreitern − darunter seine „rechte Hand“, Ralph Abernathy – suchte er neue Ziele und entschied sich für Birmingham (Alabama). Die Gruppe um King entwarf einen konkreten Plan, um die Machthaber zu einer gesetzlich garantierten Gleichheit von Schwarzen und Weißen zu drängen. Zuerst verschmolz das ortsansässige Alabama Christian Movement for Human Rights um Reverend Fred Shuttlesworth („Man muss bereit sein zu sterben, bevor man beginnen kann, wirklich zu leben“) mit der Organisation um King. Es sollten alle Kräfte auf ein Ziel gerichtet werden; die Aktivisten blockierten ausschließlich die Lunch Counters (kleine, nur für Weiße vorgesehene Imbissecken in Kaufhäusern) durch friedliche Sitzproteste. Zudem war ein Boykott der von weißen Geschäftsleuten geführten Kaufhäuser vorgesehen. In Zentren der Alabama Christian Movement for Human Rights wurden dafür 250 Freiwillige in die Methoden des gewaltlosen Widerstandes eingewiesen. Der New Yorker Musiker Harry Belafonte half, indem er bei wohlhabenden Schwarzen Geld für diese Proteste sammelte.

Am 3. April 1963 begannen 30 Freiwillige mit den Sitzstreiks. Diese fanden Tag für Tag statt; abends gab es in verschiedenen Kirchen Treffen der Protestierenden mit King. Dort hielt er Reden und versuchte, die Demonstranten zu motivieren. Vor allem durch solche Treffen verstärkte sich der Protest immer mehr; daneben gab es unter den Schwarzen auch einige Gegenstimmen. Es wurde eingewendet, dass die Proteste zum falschen Zeitpunkt kämen oder dass sie die Ruhe störten. Am 10. April verhängte Circuit Judge W. A. Jenkins eine pauschale Verfügung gegen "parading, demonstrating, boycotting, trespassing and picketing" (Paradieren, demonstrieren, boykottieren, unerlaubtes Betreten eines Grundstücks und Aufstellung von Streikposten). Führer der Kampagne teilten mit, dass sie dieser Verfügung nicht gehorchen würden.[13] Am 12. April wurden King, Ralph Abernathy, Fred Shuttlesworth und andere Aktivisten vor den Augen von tausenden Demonstranten rüde festgenommen[14]

Im Gefängnis von Birmingham wurde King ungewöhnlich hart behandelt.[15] Ihm wurde ein Verbot, Kontakt nach draußen herzustellen, auferlegt. Jemand schmuggelte eine Zeitung vom 12. April ins Gefängnis, in der ein offener Brief mit der Titel "A Call for Unity" (verfasst von acht weißen Predigern aus Alabama) abgedruckt war. Der Brief kritisierte King und seine Methoden.[14][16] King schrieb eine Antwort auf diesen Aufruf (Why We Can't Wait; im Deutschen bekannt als Brief aus dem Gefängnis von Birmingham.[17]) Der Brief vom 16. April steigerte Kings Popularität erneut; King wurde nach acht Tagen aus dem Gefängnis entlassen.

King hatte die Idee, auch Kinder und Jugendliche in den Protest einzubinden. Am 2. Mai 1963 wurden 959 Kinder verhaftet, die für die Gleichberechtigung und für integrierte Schulen demonstrierten, in denen Schwarze und Weiße zusammen unterrichtet werden sollten.[18] Einen Tag später ging die Polizei mit massiver Gewalt gegen die Demonstranten vor. Am 4. Mai wurden landesweit Bilder veröffentlicht, die die Brutalität des polizeilichen Vorgehens zeigten. Diese Brutalität tat den Protesten keinen Abbruch; auch die staatliche Gewalt setzte sich fort. Präsident Kennedy schickte einen Referenten des Justizministeriums nach Birmingham, der geheim und parallel zu den Protesten Verhandlungen zwischen der Demonstrationsleitung auf der einen Seite und einflussreichen weißen Geschäftsleuten sowie dem Senior Citizens Committee (Komitee der Stadtältesten) einleiten sollte. Durch den Druck der anhaltenden Demonstrationen kam es am 10. Mai zu einer Einigung. Vereinbart wurde die Aufhebung der Rassenschranken in allen Restaurants der Stadt, die Beseitigung des Verbots für Schwarze, zu Angestellten oder Handelsvertretern aufzusteigen, die Gründung einer gemischten Kommission, die neue Grundlagen für das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen erarbeiten sollte, sowie die Freilassung der 2500 Schwarzen, die bei den Auseinandersetzungen an den Maitagen inhaftiert worden waren.

Einen Tag später detonierten vor dem Motel, in dem King und sein jüngerer Bruder Alfred Daniel wohnten, zwei Bomben, die jedoch niemanden verletzten. Die Täter stammten wahrscheinlich aus dem Umfeld des Ku-Klux-Klan, sie wurden nie gefasst. Zudem gab es weitere Unruhen, bei denen 50 Menschen verletzt wurden. Kennedy entsandte 3000 Bundessoldaten zur Befriedung in das Krisengebiet, woraufhin sich die Lage entspannte. Morde an schwarzen und weißen Bürgerrechtlern im Süden der USA erschütterten immer wieder die Öffentlichkeit. Die Täter kamen stets aus Kreisen militanter weißer Rassisten. Zu nennen sind hier vor allem die Ermordung von Medgar Evers, einem schwarzen Bürgerrechtler aus Mississippi im Juni 1963, ein Bombenanschlag auf die 16th Street Baptist Church in Birmingham im September 1963, bei dem vier Mädchen getötet wurden, und die Entführung und Ermordung von drei Bürgerrechtlern im Frühjahr 1964 in Mississippi. Im ersten Fall war der Mörder ein Mitglied des White Citizens' Council, der offen die Rassentrennung verteidigte. Bei den anderen Morden gehörten die Täter dem Geheimbund Ku-Klux-Klan an, in dem sich auch Polizisten aus den Südstaaten engagierten.

Marsch auf Washington, Friedensnobelpreis

Ausgangssituation

Martin Luther King (1963)

Viele Schwarze entwickelten in dieser Zeit ein starkes Selbstbewusstsein. Sie bekannten sich zu ihrer afrikanischen Abstammung und zur Kultur ihres Herkunftskontinents. Sie wehrten sich vermehrt gegen Beschimpfungen als dummer „Jim Crow“ und gegen andere alltägliche Erniedrigungen. Das Selbstverständnis führte aber bei einer Minderheit auch zu einem schwarzen Nationalismus, der im Gegensatz zu den Vorstellungen Kings von einem friedlichen Zusammenleben aller Amerikaner stand. Die Zeit für große Veränderungen schien gekommen.

March on Washington for Jobs and Freedom

Präsident Kennedy legte als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen am 19. Juni 1963 dem US-Kongress eine Gesetzesvorlage (Civil Rights Act) zur weitgehenden landesweiten Gleichberechtigung vor. Im Sommer 1963 wurde innerhalb von vier Monaten 841 Mal in 196 Städten demonstriert. Am 22. Juli trafen Führer mehrerer Schwarzenbewegungen mit dem Präsidenten im Weißen Haus zusammen, wo Kennedy versuchte, King und die anderen davon zu überzeugen, dass der geplante Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit in Washington, D.C. angesichts der Gesetzesvorlage zu einem ungünstigen Zeitpunkt komme. Doch King wollte die Demonstration wie geplant verlaufen lassen. Der Marsch sollte nochmals, diesmal in der Landeshauptstadt, die Massen für Probleme der Schwarzen sensibilisieren und konservative Politiker zu einem Einlenken bewegen.

An der friedlichen Demonstration am 28. August 1963 beteiligten sich mehr als 250.000 Menschen, darunter 60.000 Weiße[19] und neben King sechs weitere schwarze Führer, auch um die Bürgerrechts-Gesetzgebung Präsident Kennedys zu unterstützen. Hier hielt King seine bekannteste Rede, die unter dem Titel I Have a Dream in die Geschichte eingegangen ist. Nach dem Marsch auf Washington begann FBI-Chef Hoover, King und andere Bürgerrechtler intensiv bespitzeln zu lassen.

Verkündung des Gesetzes zur Aufhebung der Rassentrennung, Friedensnobelpreis

Martin Luther King mit Präsident Lyndon B. Johnson im Oval Office

Die Ermordung Kennedys am 22. November 1963 traf die Bürgerrechtsbewegung schwer. Doch sein Nachfolger, Präsident Lyndon B. Johnson, unterstützte ebenfalls die Forderung nach Gleichberechtigung von Afroamerikanern. Am 2. Juli 1964 unterzeichnete der neue Präsident, unter anderen im Beisein Kings, im Rahmen einer Zeremonie den Civil Rights Act von 1964, der die Rassentrennung aufhob. Vor der Beschlussfassung hatten 19 Senatoren versucht, durch sich über 57 Tage hinziehende Dauerreden eine Entscheidung hinauszuzögern, um doch noch eine Mehrheit für das Gesetz zu verhindern. Nach dessen Verkündung weigerten sich der Gouverneur von Alabama, George Wallace, und der Gouverneur von Mississippi, Paul Johnson, es anzuerkennen.

Am 13. September 1964 predigte Martin Luther King in der West-Berliner Waldbühne und in zwei Ost-Berliner Kirchen, der Marienkirche am Alexanderplatz und der Sophienkirche.[20] King war unangekündigt von West- nach Ost-Berlin gereist; Auslöser war, dass 14 Stunden zuvor DDR-Grenzposten den über die Berliner Mauer flüchtenden Michael Meyer beschossen und schwer verletzt hatten. King kritisierte in Ost-Berlin „trennende Mauern der Feindschaft“.[21] Am 11. Dezember 1964 erhielt King in Oslo den Friedensnobelpreis.[22] Das Preisgeld in Höhe von 54.000 US-Dollar spendete er für einen Fonds seiner Bewegung. Das US-Nachrichtenmagazin Time ernannte den Bürgerrechtler zum „Mann des Jahres 1964“.

Selma

In der Kleinstadt Selma bei Montgomery versuchte King 1965 mittels Demonstrationen, die vorbehaltlose Aufnahme Schwarzer in die Wählerlisten zu erreichen. Damals musste ein Schwarzer etwa Fragen zur amerikanischen Geschichte oder zur Verfassung richtig beantworten, bevor er sein Wahlrecht wahrnehmen konnte.

Zuerst organisierte King mehrere Märsche auf das Gerichtsgebäude von Selma. Doch Tag um Tag trieb die Polizei unter Sheriff Jim Clark die Demonstrierenden auseinander, viele von ihnen wurden verhaftet. Nachdem ein Polizist den schwarzen Holzfäller Jimmy Jackson erschossen hatte, entschloss sich King, eine große Demonstration in das nahegelegene Montgomery, Hauptstadt von Alabama, zu organisieren. Doch wurden die Demonstranten bei zwei Versuchen bereits hinter Selmas Stadtgrenze von der Polizei auseinandergetrieben. Erst ein dritter Marsch erreichte – unter dem Schutz von Soldaten der US-Army und der Nationalgarde, die Präsident Johnson gesandt hatte – im März 1965 sein Ziel. Johnson hatte die Forderung Kings nach einem neuen Gesetz zur Stärkung des Wahlrechts von Schwarzen und anderen Minderheiten unterstützt, war jedoch anfangs skeptisch was die Möglichkeiten es im Kongress umzusetzen betraf. Nach dem Marsch von Selma änderte der Präsident hingegen seine Einschätzung und sprach sich im März 1965 energisch für ein neues Wahlrechtsgesetz aus. Im Sommer des Jahres verabschiedete der Kongress den Voting Rights Act, den Johnson am 6. Augut 1965 im Beisein Kings und anderer Vertreter der Bürgerrechtsbewegung unterzeichnete. Das Gesetz erklärte diskriminierende Wahltest für unzulässig und sieht die Entsendung von Wahlbeobachtern in Regionen vor, wo Diskriminierungen als besonders wahrscheinlich gelten.[23][24]

Gewalttätige Aufstände im ganzen Land – gewaltfreie Versuche in Chicago

Da trotz aller Gesetze und Gerichtsurteile der Rassismus und die soziale Ungerechtigkeit in den Vereinigten Staaten weiter anhielt, bildete sich ein radikaler Flügel innerhalb der Bürgerrechtsbewegung. Er wurde vor allem durch die Black Muslims mit ihrem charismatischen Anführer Malcolm X und die Black Panther Party vertreten. Diese beiden gewaltbereiten Gruppierungen waren aber hauptsächlich in den Großstädten des Nordens und Kaliforniens vertreten, wo die gewaltlosen Ideen Kings einen schweren Stand hatten. Als Gründe dafür werden oft die größere Anzahl Schwarzer in den „Ghettos“ der Großstädte sowie die vollkommene Perspektivlosigkeit angegeben. Denn während Schwarze des Südens oft hofften, in den „gerechten“ Norden fliehen zu können, gab es solche Hoffnungen für Schwarze im Norden nicht.

Am 11. August 1965 war in Watts, einem Wohnbezirk im Süden von Los Angeles, Kalifornien, ein nicht geplanter, gewalttätiger Aufstand von Schwarzen entbrannt, bei dem vor allem Geschäfte von Weißen zu Schaden kamen. Weitere Städte folgten, wenn auch mit weniger dramatischen Ausschreitungen. Angesichts dieser Unruhen wollte King auch im Norden der Vereinigten Staaten einen gewaltfreien Widerstand forcieren, was er zunächst in Chicago versuchte. Hier traf er jedoch auf Widerstand von Führern lokaler Schwarzen-Organisationen, die seine Einmischung nicht akzeptierten. In der Metropole im Norden der USA waren unverhältnismäßig hohe Mieten in den Stadtteilen, in denen vornehmlich Schwarze wohnten, und mangelnde Ausstattung der Schulen die Hauptprobleme. Durch einen Mietboykott und Demonstrationen sollten die verantwortlichen Politiker zum Handeln gezwungen werden. Am 10. Juli 1966 kam es zu einem Marsch auf das Rathaus von Chicago, an dem mehr als 45.000 Menschen teilnahmen. Hier wurden konkrete Forderungen gestellt: Doppeltes Budget für alle Schulen, bessere Verkehrsanbindungen für die Ghettos sowie der Bau von neuen Stadtteilen mit niedrigeren Mieten. Es kam zu vielen weiteren Demonstrationen, bis man sich auf ein 9-Punkte Programm einigte, das jedoch nahezu wirkungslos blieb. Am 31. Juli wurde King während einer dieser Demonstrationen von einem Ziegelstein am Kopf verletzt. Auch der Mietboykott hatte nicht zum Einlenken der Wohnungseigentümer geführt und die Mieten blieben unverändert.

Marsch nach Jackson

1966 fand ein von mehreren schwarzen Führern, darunter auch King, angeführter 350 Kilometer langer Marsch von Memphis, Tennessee nach Jackson, der Hauptstadt des Bundesstaats Mississippi, statt. Der erste schwarze Absolvent der Universität von Mississippi, James Meredith, war auf dem gleichen Marsch angeschossen worden und man plante, ihm zu Ehren den Weg fortzusetzen. Mit der Demonstration, an der zum Ende hin bis zu 15.000 Personen teilnahmen, wollte man außerdem für die konsequente Umsetzung des Civil Rights Act von 1964 protestieren.

Während des Marsches herrschte eine starke Gewaltbereitschaft und es wurden heftige Diskussionen zwischen den Führern der jeweiligen Organisationen über das Thema Gewaltanwendung geführt. Auch verkündete Stokely Carmichael während einer Rede zum ersten Mal die „Black Power“-Lösung.

Mitte April 1967 führte King eine Demonstration von etwa 200.000 Menschen durch New York City und im Oktober 1967 flog er nach Birmingham, wo er wegen eines früheren Urteils eine Haftstrafe von fünf Tagen ableisten musste.

Vietnamkrieg

King wandte sich ab 1966 mehr und mehr gegen den Vietnamkrieg, was nicht alle seine Weggefährten erfreute. Wie viele weiße Amerikaner standen auch große Teile der schwarzen Bevölkerung auf Seiten der Befürworter dieses Krieges, zudem gab es kaum Unterstützung von den Gewerkschaften. Viele Bürgerrechtler befürchteten, dass sich die Bürgerrechtsbewegung mit einer Parteinahme gegen den Krieg selber schaden würde, weil Präsident Johnson benötigte Mittel für sie streichen lassen würde. Zudem nahmen die Spenden seit der Argumentation gegen den Vietnamkrieg rapide ab. Doch King wich nicht zurück, er ging von da an den eingeschlagenen gewaltlosen Weg nicht nur gegen die Rassentrennung im Süden, sondern auch zunehmend gegen Armut und Krieg, einen Krieg, dessen amerikanische Tote in den Südstaaten der USA auf getrennten Friedhöfen für Weiße und Schwarze bestattet werden mussten. In diesem Zusammenhang argumentierte er oft, dass viele Milliarden US-Dollar, mit denen große soziale Probleme behoben werden könnten, in den Krieg investiert würden. Er versuchte, nun für alle benachteiligten Menschen, insbesondere natürlich immer noch für die schwarze Bevölkerung, bessere Lebensbedingungen zu erreichen.

King wurde so zur persona non grata im Weißen Haus und vor allem auch beim FBI unter Chef Hoover. Die Zusammenarbeit mit der Antikriegsbewegung und deren weißen Führern sowie seine Pläne, unter anderem im Jahr 1968 einen Poor People’s March (etwa: Marsch armer Leute) nach Washington zu organisieren, fanden immer mehr Kritiker. Bei diesem Marsch wollte sich King auch für die anderen Minderheiten des Landes einsetzen.

Attentat

Im Lorraine Motel in Memphis, auf dessen Balkon King erschossen wurde, befindet sich heute das National Civil Rights Museum.
Martin Luther Kings Grab nahe dem King Center in Atlanta

Martin Luther King entschloss sich, angesichts des anstehenden Poor People’s March zuerst in Memphis, Tennessee zu demonstrieren und sich nochmals für die (soziale) Gleichberechtigung aller einzusetzen. Außerdem konnte man den Besuch in Memphis als eine Art Test sehen, wie stark die Massen auf ihn reagieren würden.

Am 3. April 1968 sagte er in seiner berühmten Rede I've been to the mountaintop (die Formulierung kann als Anspielung auf Moses Begegnung mit Gott auf dem Berg Horeb verstanden werden), dass er das Gelobte Land (Original: Promised Land) gesehen habe und deshalb nichts und niemanden fürchte und sich deshalb keine Sorgen um ein langes und erfülltes Leben mehr mache. Viele deuteten diesen Satz als prophetische Todesahnung. King sprach noch einmal mit den Demonstranten, um sie von der Gewaltlosigkeit zu überzeugen und legte den 8. April als neuen Termin für eine Demonstration fest.

Am 4. April 1968 um 18:01 Uhr wurde King auf dem Balkon des Lorraine Motels erschossen.

Nachwirkungen

In über 110 Städten der USA kam es nach der Ermordung Kings zu Krawallen, bei denen insgesamt 39 Menschen ums Leben kamen, 2.000 verletzt und 10.000 Personen verhaftet wurden. Besonders Washington D.C. wurde von sehr schweren Unruhen erschüttert.[25][26]

Am 8. April 1968 führte Coretta Scott King den von ihrem Mann geplanten Protestmarsch durch Memphis. Etwa 35.000 Menschen nahmen friedlich an ihm teil. Präsident Johnson wollte am selben Tag in einer Rede ein umfangreiches Hilfsprogramm für Schwarze in Aussicht stellen. Da sich die Lage aber schon bald nach Kings Tod normalisiert hatte und der Kongress protestierte, wurde die Rede zuerst verschoben und dann gänzlich abgesetzt. Der US-Kongress hat Mitte 1964 ein Gesetz für die Gleichberechtigung bei den Mietpreisen und beim Erwerb von Wohneigentum verabschiedet (Civil Rights Act von 1968; auch 'Fair Housing Act' genannt).

In Westberlin sollte am 12. April 1968 um 15 Uhr am Lehniner Platz eine Solidaritätsdemonstration für ‚Black Power‘ unter dem Motto ‚Auch unsere Geduld ist zu Ende!‘ stattfinden. Das Attentat auf Rudi Dutschke, das am Vortag nur wenige Meter entfernt stattgefunden hatte, überschattete dieses Ereignis jedoch und bestimmte die Inhalte der Demonstration maßgeblich mit.

Beisetzung

Martin Luther King jr. wurde am 9. April 1968 auf dem South View Cemetery, einem Friedhof für Schwarze in Atlanta, beerdigt. 50.000 Menschen folgten seinem Sarg.[25] 1977 ließen ihn seine Angehörigen in die Nähe des King Centers umbetten, wo er nun zusammen mit seiner Frau bestattet liegt.[27] Auf seinem Grabstein stehen die Worte eines alten Negro Spiritual, mit denen er seine Rede I have a dream beschloss – ein „ich“ ersetzt das „wir“: „Free at last! Free at last! Thank God Almighty, I'm free at last!“ („Endlich frei! Endlich frei! Dank sei Gott dem Allmächtigen, ich bin endlich frei!“).

An einem Trauergottesdienst in der Kirche, in der er als Pfarrer tätig gewesen war, nahmen viele Prominente wie beispielsweise der damalige Vizepräsident Hubert H. Humphrey, Senator Robert F. Kennedy, der republikanische Präsidentschaftskandidat Richard Nixon und der New Yorker Gouverneur Nelson Rockefeller teil.

Kriminaltechnische Untersuchungen und Verschwörungstheorien

In einem Raum gegenüber dem Motel fand man die vermutliche Tatwaffe mit Fingerabdrücken des mehrfach vorbestraften und offenen Rassisten James Earl Ray. Er gestand die Tat und wurde unter Berücksichtigung seines strafmildernden Geständnisses zu 99 Jahren Haft verurteilt. Wenige Tage später widerrief er jedoch sein Geständnis.

Seit dem Attentat verstummten nie die Gerüchte über eine Verschwörung, in die die US-amerikanische Regierung verstrickt gewesen sein soll, insbesondere das FBI. Untersuchungen von US-Justizministerium, Repräsentantenhaus und Staatsanwaltschaft kamen jedoch immer zu dem Ergebnis, dass Ray geschossen habe und es nicht sicher sei, ob er Helfer gehabt habe.

Zwei weitere, voneinander unabhängige ballistische Untersuchungen wollen ergeben haben, dass weder schlüssig bewiesen werden konnte, dass die gefundene Waffe (eine Remington Gamemaster, Modell 760, Kaliber 30-'06) tatsächlich die Tatwaffe ist, noch dass Ray sie abgefeuert hatte.

1999 kamen die Geschworenen eines Zivilprozesses überein, dass es sich bei dem Attentat auf King um eine Verschwörung zwischen Mitgliedern der Mafia und der US-Regierung handelte. Eine erneute, 18-monatige Untersuchung des Justizministeriums im Jahr 2000 wies die Ergebnisse dieses Zivilverfahrens zurück, da sie auf Hörensagen und voreingenommenen Zeugen basiere. Zwar gebe es für eine Verschwörung keine Beweise, es seien allerdings auch nicht alle Ungereimtheiten des Falles restlos aufgeklärt.

1995 veröffentlichte William F. Pepper, der Rechtsanwalt des angeblichen Täters, nach jahrzehntelangen Recherchen das Buch Orders to Kill: The Truth Behind the Murder of Martin Luther King.[28] 2003 veröffentlichte er An Act of State; es erschien im gleichen Jahr in einer deutschen Übersetzung (Die Hinrichtung des Martin Luther King - Wie die amerikanische Staatsgewalt ihren Gegner zum Schweigen brachte).[29]

King und das FBI

King hatte ein auf Gegenseitigkeit beruhendes, feindseliges Verhältnis zum FBI, der Hauptermittlungsbehörde des US-amerikanischen Justizministeriums. Besonders der damalige FBI-Chef J. Edgar Hoover hegte starke Antipathien gegen den Bürgerrechtler. Das FBI begann 1961, King und andere Funktionäre der SCLC zu beobachten. Die Untersuchungen verliefen recht oberflächlich, bis man 1962 herausfand, dass einer von Kings engsten Beratern der New Yorker Anwalt Stanley Levison war. Levison wurde vom FBI verdächtigt, mit der Kommunistischen Partei der USA zusammenzuarbeiten, was bei dem damals weit verbreiteten Antikommunismus ein Warnsignal für die Bundesbehörde bedeutete. Das FBI platzierte daraufhin Abhörgeräte in Levisons und Kings Zuhause sowie an deren Bürotelefonen und verwanzte auch die Hotelzimmer von King auf seinen Reisen durch die USA. Es wurden auch der damalige Präsident Kennedy und der damalige General-Bundesanwalt Robert F. Kennedy informiert, die beide erfolglos versuchten, King davon zu überzeugen, sich von Levison zu trennen. Der Schwarzen-Führer wies immer alle Vorwürfe, er hätte Kontakt zu Kommunisten, unnachgiebig zurück. King sagte dazu einmal: „there are as many communists in this freedom movement as there are Eskimos in Florida“ (etwa: „es gibt so viele Kommunisten in dieser Freiheitsbewegung wie Eskimos in Florida“), woraufhin Hoover King als „the most notorious liar in the country“ („den notorischsten Lügner des Landes“) bezeichnete.

Um King öffentlich als Kommunisten zu brandmarken, baute man auf dem Gefühl vieler Segregationisten auf, dass die Schwarzen eigentlich glücklich mit ihrem Los in der Gesellschaft seien, aber von Kommunisten oder anderen „Aufhetzern“ zum Protest animiert würden. Führer einiger Schwarzen-Organisationen erwiderten daraufhin, dass oftmals fehlende Bildung und Arbeitsplätze, Diskriminierung und Gewalt die Gründe für die Stärke der Bürgerrechtsbewegung seien und dass die Schwarzen die Intelligenz und Motivation hätten, sich autonom zu organisieren.

Später konzentrierte sich das FBI darauf, King durch Enthüllungen in Bezug auf sein Privatleben in Verruf zu bringen. FBI-Überwachungen von King (einige sind inzwischen veröffentlicht worden) zeigen, dass er sich auf zahlreiche außereheliche Affären eingelassen hatte. Berichte über solche Vorkommnisse wurden auch von Kings Weggefährten (inklusive seines engen Freundes Ralph Abernathy) zur Verfügung gestellt. Das FBI verteilte diese Ermittlungsergebnisse an die Exekutive, freundlich gesinnte Journalisten, potenzielle Koalitionspartner, Geldquellen des SCLC und Kings Familie. Es wurden auch anonyme Briefe an King versendet, in denen gedroht wurde, dass private Informationen veröffentlicht würden, wenn er nicht seine bürgerrechtliche Arbeit einstelle. Diese Aktivitäten fanden im Rahmen des geheimen FBI-Programms COINTELPRO statt, dessen Zielsetzung es war, als politisch gefährlich eingestufte Personen durch Methoden wie anonyme Diskreditierung zu zermürben.[30]

Schließlich ließ man von Kings persönlichem Leben ab und konzentrierte sich auf nachrichtendienstliche Informationen sowie die Arbeit der Spionageabwehr in Bezug auf die SCLC und die restliche Bürgerrechtsbewegung. Der Großteil der Ergebnisse der Abhörarbeit des FBI ist bis 2027 nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Am 28. März 1968, acht Tage vor seinem Tod, endete eine von King angeführte Demonstration in Krawallen, Plünderungen und Bränden. Heute ist bekannt, dass das FBI Schwarze als Agent Provocateur einsetzte.

Bei Kings Ermordung rannten FBI-Agenten, die ihn observierten, nach dem Schuss sofort zu King und waren die ersten, die vergeblich versuchten, ihm Erste Hilfe zu leisten.

Fragwürdige Autorschaft

Anfang der 1980er Jahre kamen Plagiatsvorwürfe bezüglich Kings Doktorarbeit auf. Eine offizielle Untersuchung der Boston University stellte fest, dass King Teile seiner Doktorarbeit von anderen Autoren kopiert hatte, ohne dies, den akademischen Konventionen entsprechend, zu kennzeichnen. Die Boston University entschied sich, dennoch den Doktortitel nicht nachträglich zu annullieren, da seine Doktorarbeit trotz der abgeschriebenen Passagen einen eigenen Anteil enthält, der einen intelligenten Beitrag zur Wissenschaft darstellt. Seine Doktorarbeit selbst wurde mit einem Zusatz versehen, der darauf hinweist, dass Teile der Doktorarbeit über keine korrekte Kennzeichnung der Autorschaften verfügen.

Solche „textliche Aneignung“, wie es der King-Gelehrte Clayborn Carson bezeichnete, war offensichtlich eine Angewohnheit, die von Kings früher akademischer Karriere herrührte. So entlieh er große Teile seiner Reden von anderen Pfarrern oder weißen Protestanten, die im Radio predigten. Während einige politische Gegner King aufgrund dieser Erkenntnisse kritisierten, versuchten die meisten Gelehrten, die sich mit King auseinandergesetzt haben, diese „textliche Aneignung“ in einen größeren Zusammenhang zu stellen: Keith Miller beispielsweise, der wahrscheinlich herausragendste Experte auf dem Gebiet der Plagiate Kings, argumentiert, dass „solche Praktiken in die Tradition der afro-amerikanischen Volkspredigten fallen und nicht notwendigerweise als Plagiarismus bezeichnet werden sollten“.

Nachleben

Seit seinem Tod ist Kings Ruf zu einem der meistverehrten Namen in der US-amerikanischen Geschichte angewachsen. Er wird oft mit Abraham Lincoln verglichen: beide Männer waren Führer, die sich stark für die Menschenrechte und gleiche Chancen für alle einsetzten – und unter anderem deswegen ermordet wurden. Auch veröffentlichte Tatsachen über die Plagiate in Teilen seiner Doktorarbeit und die Behauptung ehelicher Untreue konnten sein Ansehen in der Öffentlichkeit nicht ernsthaft beschädigen, sondern untermauerten eher noch das Bild eines sehr menschlichen Helden und Führers. So belegte King bei einer Wahl der „größten Amerikaner aller Zeiten“ beim US-amerikanischen Kabelfernsehsender Discovery Channel den dritten Platz. Schüler zweier Berliner Schulen haben den Besuch Kings im September 1964 in Berlin erforscht und im King-Code-Projekt dargestellt.

Ehrungen nach dem Tod

Martin Luther King, Jr. – National Historic Site & Preservation District

1977 wurde King posthum mit der Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“) geehrt, der höchsten zivilen Auszeichnung in den USA.

1978 erhielt er den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen.[31]

1980 wurden Kings Geburtshaus und einige weitere Gebäude in der Umgebung zur National Historic Site (etwa: Ort von nationaler historischer Bedeutung) erklärt.

1986 wurde nicht zuletzt auf Betreiben des Musikers Stevie Wonder ein nationaler Feiertag zu Ehren Kings eingerichtet, der Martin Luther King Day, der jedes Jahr am dritten Montag im Januar begangen wird. Am 18. Januar 1993 zelebrierten zum ersten Mal alle Regierungen der 50 US-Bundesstaaten offiziell diesen Feiertag.

1987 kaufte die „Martin Luther King Jr. Memorial Foundation“ das Lorraine Motel und wandelte es in das „National Civil Rights Museum“ um.

Seit dem Tod Kings engagierte sich auch seine Ehefrau Coretta Scott King auf Gebieten wie soziale Gerechtigkeit oder Bürgerrechte. Noch im selben Jahr, in dem King ermordet wurde, rief sie das King Center in Atlanta ins Leben. Ziel war es, das Vermächtnis Kings zu bewahren und an sein Engagement für friedliche Konfliktlösung und weltweite Toleranz zu erinnern. Kings Sohn Dexter ist derzeit Präsident und Vorstandsvorsitzender der Centers.

Viele Städte der USA haben eine ihrer Straßen nach dem Bürgerrechtler benannt und in Harrisburg, Pennsylvania, trägt das Rathaus Kings Namen. In den USA und vielen weiteren Ländern wurden Schulen und Kirchen nach ihm benannt. In Amsterdam wurde 1968 der Martin-Luther-Kingpark nach ihm benannt.

2010 versuchte man erneut, Kings Konterfei auf US-amerikanische Münzen pressen zu lassen, nachdem Bürgerrechtler sich 2000 erfolglos dafür einsetzten, King auf 50-Cent-Münzen oder 20-Dollar-Scheinen zu verewigen.

Die Band U2 schrieb 1984 die Songs Pride (In the Name of Love) und MLK (auf dem Album The Unforgettable Fire) zu Ehren Kings und seines Lebenswerks. Pride enthält allerdings einen historischen Fehler, denn King wurde nicht, wie im Stück impliziert, am Morgen ermordet, sondern abends. Bei Live-Auftritten singt U2-Sänger Bono das Lied mittlerweile in korrigierter Version.

Am 22. August 2011 wurde in Washington am Tidal Basin an der National Mall das „Martin Luther King, Jr. National Memorial“ für die Besucher geöffnet. Erst am 16. Oktober 2011 wurde es von Präsident Obama eingeweiht, nachdem die ursprünglich für August 2011 geplante Einweihung wegen des Hurrikans Irene hatte verschoben werden müssen.[32] Damit ist King nach George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Franklin D. Roosevelt der fünfte US-Amerikaner, dem in Washington ein Denkmal gewidmet wird, sowie der erste Afro-Amerikaner.[33]

Gedenktage

Rolle Kings innerhalb der Bürgerrechtsbewegung in den USA

Bevor King sich ausschließlich für Bürgerrechte engagierte, setzte sich vor allem die NAACP für die Rechte der schwarzen Minderheit ein.

Mit dem Erfolg des „Montgomery Bus Boycotts“ im Jahr 1956 nahm der Einfluss Kings auf die Bürgerrechtsbewegung und die Wirkung seiner Person auf die schwarze Bevölkerung stark zu. War er zuvor hauptsächlich als Pfarrer tätig gewesen, reiste er in den folgenden Jahren mit Unterbrechungen durch die gesamte USA und hielt zahllose Reden. Die Erfolge in Birmingham, die Durchsetzung des Civil Rights Act 1964 und die Ehrung mit dem Friedensnobelpreis machten King zum größten Führer des gewaltlosen Protestes für die Gleichberechtigung der Schwarzen, was sich auch an den 250.000 Beteiligten am von ihm angeführten Marsch auf Washington messen lässt. In diesen Jahren verlor auch die NAACP stark an Bedeutung.

Malcolm X im März 1964

Es gab aber auch sowohl Kritik an der Führungsrolle, die King einnahm, als auch an seinem Prinzip, ausschließlich gewaltfrei zu protestieren. So gründete sich 1960 das Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC), das die Funktion Kings in der landesweiten Bewegung konstruktiv kritisierte. Als 1965 Stokely Carmichael Vorsitzender des SNCC wurde, radikalisierte sich deren politischer Kurs in Richtung eines militanten, schwarzen Nationalismus; Carmichaels Nachfolger änderte den Namen der Vereinigung schließlich in Student National Coordinating Committee. 1964 wurde von Malcolm X die Organization of Afro-American Unity (OAAU) ins Leben gerufen. In seiner Rede am Gründungstag rief er offen zur Beilegung der ausschließlich gewaltfreien Strategien auf und distanzierte sich damit deutlich von King. Mehr als die kleine OAAU, die sich nach dem Tod von Malcolm X 1965 auflöste, beeinflussten jedoch die Reden des bekannten Gründers die Schwarzenbewegung.

1966 formierte sich dann die Black Panther Party, die weniger durch Massenproteste als durch Hilfsleistungen für schwarze Bedürftige versuchte, soziale Ungerechtigkeiten auszugleichen. Außerdem trat sie für „schwarzen Nationalismus“ und das ausdrückliche Recht ein, sich selbst zu verteidigen, und grenzte sich damit vom Pazifismus- und Toleranzdenken Kings ab. Dann wurde auf Initiative von Carmichael 1966 auch noch die lose separatistische Black-Power-Bewegung ins Leben gerufen, die eine Vereinigung aller Schwarzen und die Bewahrung von „schwarzer Kultur“ anstrebte. Auch geriet King häufig mit Roy Wilkins, dem damaligen Führer der NAACP und bekannten Bürgerrechtler aneinander. Trotzdem nahm Wilkins an verschiedenen Demonstrationen, etwa dem Marsch nach Washington teil und äußerte sich kritisch zu militanten Organisationen.

Vor allem durch solche Gruppierungen hatten Kings Ideale und Protestaktionen im Norden der USA einen schweren Stand. Hinzu kam, dass er erst 1966 begann, Demonstrationen in einer nördlichen Stadt, Chicago, zu organisieren. Trotzdem blieb er für viele bis zu seinem Tod die unumstrittene Führungsfigur des gewaltfreien Widerstands.

Durch das Attentat, den gestiegenen Druck von Seiten des FBI (vor allem auf die Black Panther Bewegung) und die politischen Zugeständnisse erlahmte nach 1970 die Bürgerrechtsbewegung in den USA. Das SNCC löste sich 1970 auf, und die Black Panther zeigten sich ab 1981 nicht mehr öffentlich. Die NAACP sowie die SCLC bestehen noch heute.

Werke

  • A comparison of the conceptions of God in the thinking of Paul Tillich and Henry Nelson Wieman. Dissertation, 1955
  • Stride Toward Freedom: The Montgomery Story. 1957 (deutsch: „Schritte zur Freiheit: Die Montgomery Story“). Englischer Reprint (Taschenbuch) 2010, Beacon Press, ISBN 978-0807000694
  • The Trumpet of Conscience (1967). Deutsche Übersetzung: Aufruf zum zivilen Ungehorsam. Econ, 1. Aufl. 1969 (1993, ISBN 3-612-26036-7)
  • Aufruf zum zivilen Ungehorsam. Econ-Verlag, Düsseldorf 1993, ISBN 3-612-26036-7
  • Freiheit. Von der Praxis des gewaltlosen Widerstandes. Brockhaus, Wuppertal 1982, ISBN 3-417-20332-5
  • Frieden ist kein Geschenk. Von der Kraft der Gewaltlosigkeit. Herder, Wien 1984, ISBN 3-210-24776-5
  • Ich habe einen Traum. Texte und Reden. Kiefel Verlag, Gütersloh 1996, ISBN 3-7811-5777-6
  • Ich habe einen Traum. Patmos-Verlag, Düsseldorf 2003, ISBN 3-491-45025-X
  • Mein Traum vom Ende des Hassens. Texte für Heute. Herder, Freiburg/B. 1994, ISBN 3-451-04318-1
  • Schöpferischer Widerstand. Mohn, Gütersloh 1985, ISBN 3-579-00576-6
  • Testament der Hoffnung. Letzte Reden, Aufsätze und Predigten. Mohn, Gütersloh 1989, ISBN 3-579-05079-6
  • Ein Traum lebt weiter. Mohn, Gütersloh 1986, ISBN 3-451-08285-3
  • Wohin führt unser Weg. Chaos oder Gemeinschaft. Fischer, Frankfurt/M. 1969

„Wir haben ein staatliches Haus geerbt, ein großes „Welthaus“, in dem wir zusammen leben müssen - Schwarze und Weiße, Menschen aus dem Osten und aus dem Westen, Heiden und Juden, Katholiken und Protestanten, Moslems und Hindus. Eine Familie, die in ihren Ideen, ihrer Kultur und ihren Interessen übermäßig verschieden ist und die - weil wir nie mehr ohne einander leben können - irgendwie lernen muss, in dieser großen Welt miteinander zu leben.“

Martin Luther King

Literatur

  • Hans-Eckehard Bahr: Martin Luther King. Für ein anderes Amerika. Aufbau, Berlin 2004, ISBN 3-7466-8123-5
  • Clayborne Carson (Hrsg.): The Autobiography of Martin Luther King, Jr. Abacus, London 2000
  • Richard Deats: Martin Luther King. Traum und Tat. Ein Lebensbild. Neue Stadt, München 2008, ISBN 978-3-87996-763-6
  • Tobias Dietrich: Martin Luther King. Fink, Paderborn 2008 (UTB 3023)
  • David Garrow: The FBI and Martin Luther King, jr. Penguin, New York 1981, ISBN 0-14-006486-9
  • Frederik Hetmann: Martin Luther King. Maier, Ravensburg 1993, ISBN 3-473-54099-4 (Jugendbuch)
  • Martin Luther King sen.: Aufbruch in eine bessere Welt. Die Geschichte der Familie King. Union, Berlin 1984
  • Coretta Scott King: Mein Leben mit Martin Luther King. Mohn, Gütersloh 1985, ISBN 3-579-03643-2
  • Rolf Italiaander: Martin Luther King. Colloquium, Berlin 1986, ISBN 3-7678-0674-6
  • Stanislaw N. Kondraschow: Martin Luther King. Leben und Kampf eines amerikanischen Negerführers. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1973
  • Stephen B. Oates: Martin Luther King, Kämpfer für Gewaltlosigkeit. Heyne, München 1986, ISBN 3-453-55140-0
  • William F. Pepper: Die Hinrichtung des Martin Luther King. Wie die amerikanische Staatsgewalt ihre Gegner zum Schweigen brachte. Diederichs, Kreuzlingen 2003, ISBN 3-7205-2405-1
  • Gerd Presler: Martin Luther King jr. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-50333-6
  • Valerie Schloredt, Pam Brown: Martin Luther King. Amerikas großer gewaltloser Führer, der im Kampf um die Rechte der Schwarzen ermordet wurde. 2. Auflage. Arena, Würzburg 1990, ISBN 3-401-04278-5 (Jugendbuch)
  • Hans Jürgen Schultz: "Ich habe versucht, zu lieben." Porträts. Von Menschen, die Frieden dachten und Frieden machten: Martin Luther King, Dietrich Bonhoeffer, Reinhold Schneider, Albert Schweitzer. Quell, Stuttgart 1988, ISBN 3-7918-2020-6 (Erstausg. Partisanen der Humanität.)

Video und Audiomaterial

Filmografie

  • Dann war mein Leben nicht umsonst – Martin Luther King Dokumentation, 1970, 135 Min., Regie: Sidney Lumet und Joseph L. Mankiewicz
  • Martin Luther King – Mord auf Staatsbefehl. Dokumentation, 2004, 52 Min., Buch und Regie: Claus Bredenbrock und Pagonis Pagonakis, Produktion: arte, ZDF, Erstsendung: 27. Oktober 2004, Inhaltsangabe von arte
  • Dr. King, Bürgerrechtler. 1. Teil: „I Have a Dream“, (OT: American Experience. Citizen King), Dokumentation, USA, 2004, 55 Min., Buch und Regie: Noland Walker, Orlando Bagwell, Produktion: Roja Productions Inc. für PBS, Inhaltsangabe von arte, Original-Filmwebsite von PBS
  • Dr. King, Bürgerrechtler. 2. Teil: „I Have Seen the Promised Land“, Dokumentation, USA, 2004, 58 Min., Buch und Regie: Noland Walker, Orlando Bagwell, Inhaltsangabe von arte
(Der Dokumentarfilm zeichnet das politische Porträt Martin Luther Kings von 1963 bis zu seiner Ermordung 1968.)

Weblinks

 Commons: Martin Luther King – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1.  Ling, Peter J.: Martin Luther King, Jr.. Routledge, 2002. S. 11. ISBN 0-415-21664-8. (Auszug (Google))
  2. Clayborne Carson: The Autobiography of Martin Luther King, Jr. S. 9: „We cannot have an enlighted democracy with one great group living in ignorance. We cannot have a healthy nation with one-tenth of the people ill-nourished, sick, harboring germs of disease which recognize no color lines – obey no Jim Crow laws [..]“
  3. a b Stephen B. Oates: Martin Luther King, Kämpfer für Gewaltlosigkeit. Heyne, München 1986, ISBN 3-453-55140-0, S.24, 30-32
  4. Clayborne Carson: The Autobiography of Martin Luther King, Jr. S. 13.
  5. King am Crozer Theological Seminary (1970 Zusammenschluss mit der Colgate Rochester Divinity School in Rochester, N. Y.)
  6. Clayborne Carson: The Autobiography of Martin Luther King, Jr. S. 19: „I see preaching as a dual process. On the one hand I must attempt to change the souls of individuals so that their societies may be changed. On the other I must attempt to change the societies so that the individual soul will have a change. Therefore, I must be concerned about unemployment, slums and economic insecurity.“
  7. Clayborne Carson: The Autobiography of Martin Luther King, Jr. S. 22: „My reading of Marx also convinced me that the truth is found neither in Marxism nor in traditional capitalism. Each represents a partial truth. Historically capitalism failed to see the truth in collective enterprise and Marxism failed to see the truth in individual enterprise. Nineteenth-century capitalism failed to see that life is social and Marxism failed and still fails to see that life is individual and personal. The Kingdom of God is neither the thesis of individual enterprise nor the antithesis of collective enterprise, but a synthesis which reconciles the truth of both“
  8. Clayborne Carson: The Autobiography of Martin Luther King, Jr. S. 24: „It was in this Gandhian emphasis on love and nonviolence that I discovered the method for social reform that I had been seeking.“
  9. Clayborne Carson: The Autobiography of Martin Luther King, Jr. S. 27„While I still believed in man’s potential for good, Niebuhr made me realize his potential for evil as well. Moreover, Niebuhr helped me to recognize the complexity of man’s social involvement and the glaring reality of collective evil.“
  10. Boston U. Panel Finds Plagiarism by Dr. King, New York Times vom 11. Oktober 1991. Ein Hochschulkommittee untersuchte die Dissertation (the dissertation still "makes an intelligent contribution to scholarship.")
  11. King-Biograph Stephen B. Oates schreibt (Biografie. S. 203), Kennedy habe "fast drei Viertel der Negerstimmen" erhalten.
  12. nachdem Joan Baez ihn vor 300.000 Zuhörern auf dem Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit sang
  13. "Negroes too Defy Ban", Tuscaloosa News, 11 April 1963.
  14. a b Rieder, Gospel of Freedom (2013), Kapitel Meet Me in Galilee
  15. Rieder, Gospel of Freedom (2013), Kapitel "Meet Me in Galilee". "King was placed alone in a dark cell, with no mattress, and denied a phone call. Was Connor's aim, as some thought, to break him?"
  16. Volltext
  17. Volltext
  18. Jürgen Dittrich: Forever King - der Mythos Martin Luther King lebt weiter. Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung vom 11. November 2002
  19. Gerd Presler: Martin Luther King jr. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-50333-6, S.92
  20. Die Geschichte: Martin Luther King in Ost-Berlin - Zeitung Heute - Tagesspiegel
  21. spiegel.de / einestages: „Let my people go!“
  22. Text seiner Rede beim Erhalt des Preises
  23. Robert Dallek: Lyndon B. Johnson: Portrait of a President. Oxford University Press, ISBN 0-19-515921-7, S. 234ff.
  24. American President: Lyndon B. Johnson - Domestic Affairs
  25. a b Stephen B. Oates: Martin Luther King, Kämpfer für Gewaltlosigkeit. Heyne, München 1986, ISBN 3-453-55140-0, S. 579-583
  26. Gerd Presler: Martin Luther King jr. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-50333-6, S.133
  27. Jürgen Dittrich: Forever King - der Mythos Martin Luther King lebt weiter. Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung vom 11. November 2002
  28. ISBN 0-7867-0253-2
  29. englisch: Verso, ISBN 1-85984-695-5, deutsch: Diederichs, 3-7205-2405-1
  30. Supplementary detailed Staff Reports on Intelligence Activities and the Rights of Americans, BOOK III (aus dem Abschlussbericht des Church Committees)
  31. List of previous recipients. United Nations Human Rights, 2. April 2008, abgerufen am 29. Dezember 2008 (PDF; 43 kB, englisch).
  32. Huffington Post, Online-Ausgabe vom 16. Oktober 2011. Abgerufen am 14. Januar 2014
  33. Mark Pitzke: Denkmal für Martin Luther King. Amerika ehrt seinen größten Träumer auf Spiegel Online am 24. August 2011
  34. Martin Luther King im ökumenischen Heiligenlexikon
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 11. Juni 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.