Dr. Watson
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dr. John H. Watson ist eine fiktive Figur aus den Detektiv-Erzählungen Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle. Er fungiert als ständiger Begleiter von Sherlock Holmes und wirkt als erzählerisches Ich für den Leser. Sherlock Holmes empfindet ihn stets als Bereicherung und als Rezipient seiner deduktiven Schlüsse.
Dr. Watson weist Parallelen zum Leben von Doyle auf. Ebenso wie Doyle ist er Kriegsteilnehmer und Arzt. Während des Indien-Krieges hat Watson sich eine Verletzung zugezogen und ist etwas gehbehindert. Im Afghanistankrieg wurde er auch an seiner Schulter verwundet. Nach erfolgreicher Lösung eines Falles (Roman: „Das Zeichen der Vier“) heiratet er Holmes' ehemalige Klientin Miss Mary Morstan. Watson hat Sherlock Holmes auf der Wohnungssuche kennengelernt. Holmes hatte ein für ihn zu teures Appartement in der Bakerstreet 221b angemietet und suchte deswegen einen Mitbewohner. Watson war erkrankt aus dem Kriegseinsatz nach London zurückgekehrt und suchte eine Wohnung, um sich in aller Ruhe zu kurieren (ausführlich wird es berichtet in der „Studie in Scharlachrot“).
In Verfilmungen wird er oft etwas dümmlich dargestellt und dient vornehmlich als Stichwortgeber für den herausragenden Intellekt Sherlock Holmes'. Umberto Eco griff auf diese klischeehafte Gestaltung des Dr. Watson zurück, als er für seinen Roman Der Name der Rose die Figur des etwas einfältigen Benediktinernovizen Adson von Melk schuf, dessen Name auf Watson anspielt und der in ähnlich bewundernder Weise den Scharfsinn seines „Meisters“ schildert. Allerdings erscheint Dr. Watson in Doyles Erzählungen eher als gebildeter Mann von gesundem Menschenverstand, vor dem sich die überragenden Leistungen Holmes' um so stärker abheben.
In der Krimikomödie Genie und Schnauze mit Ben Kingsley als Watson wird das Verhältnis der beiden satirisch umgekehrt. Dr. Watson ist nun ein genialer Detektiv, der, um seinen Ruf als Arzt zu wahren, einen geistig schlichten Schauspieler als Detektiv Holmes vorschiebt.
[Bearbeiten] Bekannte Darsteller von Dr. Watson
- Hubert Willis in einer Kinoserie der 1920er-Jahre
- Ian Fleming (hierbei handelt es sich nicht um den James-Bond-Autor), u. a. in The Triumph of Sherlock Holmes (1935)
- Fritz Odemar im Film Der Hund von Baskerville (1936)
- Heinz Rühmann im Film Der Mann, der Sherlock Holmes war (1937)
- Nigel Bruce, Darsteller in den folgenden 14 Spielfilmen:
- 1939: Der Hund von Baskerville
- 1939: Die Abenteuer des Sherlock Holmes
- 1942: Die Stimme des Terrors
- 1942: Die Geheimwaffe
- 1943: Verhängnisvolle Reise
- 1943: Gespenster im Schloss, alternativer Titel: Das tödliche Ritual
- 1944: Das Spinnennest, alternativer Titel: Die Spinnenfrau
- 1944: Die Kralle, alternativer Titel: Die scharlachrote Kralle
- 1944: Die Perle der Borgia, alternativer Titel: Die Perle des Todes
- 1945: Das Haus des Schreckens, alternativer Titel: Das Haus des Grauens
- 1945: Die Frau in Grün, alternativer Titel: Die weiße Blume des Vergessens
- 1945: Gefährliche Mission
- 1946: Juwelenraub, alternativer Titel: Sarg mit doppeltem Boden
- 1946: Jagd auf Spieldosen, alternativer Titel: Todbringende Spieldosen
- Paul Edwin Roth in einer Fernsehserie der 1960er-Jahre
- Nigel Stock in einer Fernsehserie der 1960er-Jahre
- André Morell in Der Hund von Baskerville (1959)
- Donald Houston in A Study in Terror (1965)
- Colin Blakely in Das Privatleben des Sherlock Holmes (1970)
- Robert Duvall in The Seven-Per-Cent Solution (1976)
- Thorley Walters u. a. in Sherlock Holmes und das Halsband des Todes (1962)
- James Mason in Murder by Decree (1979)
- Witali Mefodjewitsch Solomin in fünf russischen Fernsehfilmen (1979-1986)
- Ben Kingsley im Film Genie und Schnauze (Without a Clue) (1988)
- John Hillerman in dem Fernsehfilm Hands of a Murderer (1990)
- Patrick Macnee u. a. im Fernsehfilm Incident at Victoria Falls (1991)
- Edward Hardwicke und David Burke in einer britischen Fernsehserie (1984-1994)
- Ian Hart in zwei britischen Fernsehfilmen der 2000er-Jahre
- Kenneth Welsh in vier kanadischen Fernsehfilmen

