Draßburg

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Draßburg
Wappen von Draßburg
Draßburg (Österreich)
Draßburg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 9,67 km²
Koordinaten: 47° 45′ N, 16° 29′ O47.74611111111116.488055555556223Koordinaten: 47° 44′ 46″ N, 16° 29′ 17″ O
Höhe: 223 m ü. A.
Einwohner: 1.182 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 122 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7021
Gemeindekennziffer: 1 06 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Draßburg
7021 Draßburg
Website: www.drassburg.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Ivancsits (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(15 Mitglieder)
14
3
1
14 
Von 18 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Draßburg im Bezirk Mattersburg
Antau Bad Sauerbrunn Baumgarten Draßburg Forchtenstein Hirm Krensdorf Loipersbach Marz Mattersburg Neudörfl Pöttelsdorf Pöttsching Rohrbach bei Mattersburg Schattendorf Sieggraben Sigleß Wiesen Zemendorf-Stöttera BurgenlandLage der Gemeinde Draßburg im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Draßburg (kroatisch: Rasporak, ungarisch: Darufalva) ist eine Gemeinde mit 1182 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich.

Im Ort gibt es zahlreiche Angehörige der burgenlandkroatischen Minderheit.

Geografie[Bearbeiten]

Draßburg liegt im nördlichen Burgenland und ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

1933 wurde in Draßburg die Venus von Draßburg eine 9,5 cm große Venusfigur, geschaffen um 5200 v. Chr. gefunden. Aufgrund der Verzierungen wird sie der linearbandkeramischen Kultur zugeordnet. Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Draßburg dann in der Provinz Pannonia.

Auf einer Terrasse des Taborac, dem Ausläufer eines Hügelzuges westlich von Draßburg, der bis zu 370 m ü. M. erreicht, wurden im Jahre 1904 neben neolithischen, römischen und mittelalterlichen Funden auch solche aus der Latènezeit entdeckt. Wichtigstes Objekt war ein latènezeitlicher Armreif mit Pseudofiligranverzierungen. Zwischen 1933 und 1934 wurden weitere Objekte aus dieser Zeit bei Grabungen durch das Landesmuseum Burgenland entdeckt. Alle Fundobjekte waren in der neolithischen Bodenschicht eingetieft. 1955 fand man weitere Objekte aus der Spätlatènezeit. Die Besiedlungsspuren auf dem Taborac werden für die Zeitspanne von der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. bis zur ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. datiert.[1][2]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Darufalva verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Im geteilten und halb gespaltenen Schild oben in Blau auf einem grünen Dreiberg ein goldenes Kreuz; unten rechts in Blau ein gekrönter goldener Greif, in der erhobenen Rechten einen Krummsäbel, in der vorgestreckten Linken drei grün bestengelte, grün beblätterte, golden besamte rote Rosen haltend, links in Gold zwischen einem zehnendigen blauen Hirschgeweih ein breitendiges, freischwebendes, blaues Kreuz.


Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
73,96 %
(-9,20 %p)
18,62 %
(+1,78 %p)
7,42 %
(n. k.)
2007

2012

  • Bürgermeister ist Rudolf Ivancsits von der SPÖ, der im Oktober 2012 die Nachfolge des Langzeitbürgermeisters Christian Illedits antrat.
  • Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist: SPÖ 14, ÖVP 2 und FPÖ 1 Mandat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Schloss Draßburg befindet sich im Ortsteil Untergut. Der zugehörige historische barocke Schlosspark mit seiner umfangreichen Sammlung von Skulpturen des Bildhauers Jakob Schletterer ist kunsthistorisch bedeutsam und zu den wichtigsten barocken historischen Parkanlagen Österreichs zu zählen. Der Park ist abgestuft auf mehreren Terrassen und mit Glashäusern angelegt. Das Schloss selbst, im 15. Jahrhundert erbaut, ist zweigeschoßig mit hufeisenförmigem Grundriss, Hofarkaden und dreigeschoßigem turmartigem Bau, mehrfach umgebaut im 17. und 18. Jahrhundert. Die Schlossanlage wurde in den 1960er Jahren für den Hotelbetrieb umgebaut. 2008 wechselte der Besitzer des Schlosses. Im Jahr 2009 wurde begonnen, das Schloss in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt von Grund auf zu renovieren und zu revitalisieren. Schloss und Parkanlage sollen im ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden. Das Schloss wird danach privaten Zwecken dienen, Teile des Schlossgartens sollen aber temporär der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Drassburg (oben rechts), um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
  • Figurenbildstock hl. Florian, Baumgartnerstraße
  • Hl. Johannes Nepomuk-Kapelle
  • Kath. Pfarrkirche hl. Anna
  • Wehrmauer, Kirchhof
  • Friedhofskapelle
  • Park samt Gartenplastiken und Glashäusern, Schloßgasse
  • Marienkapelle
  • Sühnekreuz, Mariensäule und Antonipfeiler, Wiener Neustädterstraße
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Draßburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Tobler: Studien zur Ortsgeschichte von Draßburg 1403–1848. Dissertation, Universität Wien 1975.
  • Andrea Cejka: Der Schlossgarten Draßburg. In: Christian Hlavac, Astrid Göttche, Eva Berger (Hrsg.): Historische Gärten und Parks in Österreich. Böhlau Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-205-78795-2, S. 26–32.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Draßburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. Mossler: Latènezeitliche Wohnstellen auf dem Taborac bei Draßburg. Burgenländische Heimatblätter 20/2, 1958, S. 49 ff.
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 1811.