Drage (Nordfriesland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Drage
Drage (Nordfriesland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Drage hervorgehoben
54.3558333333339.16138888888894Koordinaten: 54° 21′ N, 9° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 16,36 km²
Einwohner: 612 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25878,
25840 (An der Chaussee, Feddersdeich)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 04881, 04883
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 023
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz: www.amt-nordsee-treene.de
Bürgermeister: Hans Hermann Paulsen (Einzelbewerber)
Lage der Gemeinde Drage im Kreis Nordfriesland
Karte

Drage ist eine Gemeinde an der Eider im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Wie in den meisten Dörfern in Stapelholm steht auch in Drage eine Bauernglocke, die als Rufsignal oder Warnsignal eingesetzt wurde.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Drage liegt etwa fünf Kilometer östlich von Friedrichstadt an der Eider und der Bundesstraße 202, die von Friedrichstadt in Richtung Osten verläuft. Drage ist ein idyllisch gelegenes und von der Landwirtschaft strukturiertes Dorf. Es bietet einen optischen Reiz mit über 40 reetgedeckten Häusern und, für Stapelholmer Dörfer typisch, einer Bauernglocke. Es ist das jüngste Dorf der Landschaft Stapelholm. Am Eiderufer im Delje Koog befindet sich eine Badestelle mit Liegewiese, mit fast echtem Sandstrand und einem Badesteg mit Rutsche.

Geschichte[Bearbeiten]

Drage gehört seit dem 26. April 1970 zum Kreis Nordfriesland und zum Amt Nordsee-Treene. 1937 wurde die Schleuse Nordfeld errichtet, die seit Mai 2001 für Radfahrer und Fußgänger freigegeben ist und dadurch Nordfriesland mit Dithmarschen verbindet.

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde ein Gebiet mit damals etwa 75 Einwohnern von Friedrichstadt abgetrennt.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Von den zehn Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft AWGD seit der Kommunalwahl 2008 drei Sitze, die Wählergemeinschaften KWVD und UWGD hatten ebenso wie die SPD je zwei Sitze und der SSW kam auf einen Sitz. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhöhte sich die Anzahl der Mandatsträger auf 13. Die Wahlbeteiligung betrug 56,8 Prozent. Auf die AWGD entfielen 30,4 Prozent und vier Sitze, die UWGD 22,3 Prozent und drei Sitze, die KWVD 14,9 Prozent und zwei Sitze, den SSW 14,4 Prozent und zwei Sitze und die SPD 11,1 Prozent und ein Sitz. Ein Sitz ging mit 4,9 Prozent an den Einzelbewerber Hans Hermann Paulsen.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 2008 ist Hans Hermann Paulsen Bürgermeister. Für die Wahlperiode 2013-2018 wurde er erneut als Einzelbewerber wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über blauem Wellenschildfuß, darin unter einem silbernen Wellenfaden zwei gekreuzte Dornenzweige, eine goldene Spitze, darin eine grüne Kopfweide, darüber im grünen Schildhaupt rechts und links je zwei goldene Sumpfdotterblumen.“[4]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Im Dorf gibt es verschiedene Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, einige Ferienwohnungen einen Gemischtwarenladen und ein Pflegeheim.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Drage (Nordfriesland) stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Schleuse Nordfeld[Bearbeiten]

Gebäude der Schleuse Nordfeld

Die Eiderschleuse Nordfeld, die von 1934 bis 1936 erbaut wurde, liegt im Gemeindegebiet. Zur Schleuse Nordfeld, mit einer Kammerlänge von 75 Metern und einer Breite von 9,50 Metern, gehört ebenso eine 43 Meter breite Wehranlage. Für die Schifffahrt sind allerdings nur 65 Meter in der Länge und 9 Meter in der Breite freigegeben. Längere oder breitere Schiffe müssen sich vorher beim Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning melden und eine Genehmingung einholen. Damals gebaut in der ersten Deichlinie, gehörten zur Schleuse ursprünglich ein Flut-, zwei Sturmflut- und zwei Ebbetore, seit dem Bau des Eidersperrwerks ist ein Sturmfluttor außer Betrieb gesetzt.[5]

Die Schleuse kann seit 2001 von Fußgängern und Radfahrern überquert werden und verbindet so die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen. Gleichzeitig verbindet sie die untere Binneneider mit der Tideeider. Als sie gebaut wurde, gab es weiter abwärts keine Flutsicherungen, heute bietet das Eidersperrwerk an der Flussmündung einen weiteren Schutz. Die Schleuse sollte die Städte flussaufwärts vor den über die Eider kommenden Sturmfluten der Nordsee schützen, führte aber auch dazu, dass sich stromabwärts das Wasser noch höher staute als vorher und zudem die Eider verlandete. Auch nach dem Bau des Eidersperrwerks an der Mündung hat sich der Wasserhaushalt in der Eider noch nicht wieder stabilisiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Kuse: Drage in Nordfriesland. Ein Stapelholmer Dorf im Wandel des 20. Jahrhunderts. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2010, ISBN 3-898765-03-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 182.
  3. Ergebnis Drage Kommunalwahl 2013
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Schleuse und Wehranlage Nordfeld (Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes)