Drahtseilbahn Erdmannsdorf–Augustusburg

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Erdmannsdorf–Augustusburg
Wagen in der Ausweichstelle
Wagen in der Ausweichstelle
Streckenlänge: 0,071 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 250 V =
Maximale Neigung: 201 
Halt… – Streckenanfang
1,237 Augustusburg
   
Ausweiche
Halt… – Streckenende
0,000 Erdmannsdorf

Die Drahtseilbahn Erdmannsdorf–Augustusburg ist eine Standseilbahn, die die beiden Orte Erdmannsdorf im Zschopautal (Anschluss an die Zschopautalbahn) und Augustusburg auf den Ausläufern des Erzgebirges verbindet. Die Orte (Erdmannsdorf wurde 1999 nach Augustusburg eingemeindet) liegen etwa 15 km südöstlich von Chemnitz im sächsischen Landkreis Mittelsachsen. Von der Talstation Erdmannsdorf geht die Fahrt hinauf zur Bergstation Augustusburg, von wo es nicht weit ist bis zum Jagdschloss Augustusburg des Kurfürsten August von Sachsen. Wie bei Standseilbahnen üblich, fahren immer gleichzeitig zwei Wagen, die sich an einer Ausweichstelle in der Mitte der ansonsten eingleisigen Strecke begegnen.

Technische Daten[Bearbeiten]

Blick von der Bergstation

Die Standseilbahn hat eine Länge von 1237 Metern und muss auf dieser Strecke einen Höhenunterschied von 168,06 Metern überwinden. Die Steigung beträgt durchschnittlich 13,5 Prozent und die maximale Steigung liegt bei 20,14 Prozent.[1] Dabei fährt sie konstant 3 m/s (ca. 11 km/h) auf einer Spurweite von 1000 mm. Somit dauert eine Fahrt acht Minuten.

Geschichte[Bearbeiten]

1897 wurde beschlossen, die beiden Orte mit Hilfe einer Standseilbahn zu verbinden. Schwierigkeiten in Planung, Finanzen und Ausführung verzögerten die Fertigstellung der Bahn bis zum 24. Juni 1911. Die Eröffnungsfeier fand im Beisein des Chemnitzer Kreishauptmanns Karl von Lossow statt. Durch Fehlplanungen mussten schon in den ersten Jahren weitere Umbauten am Bahnkörper vorgenommen werden. Durch den wirtschaftlichen Niedergang nach dem Ersten Weltkrieg musste die Bahn 1923 abgeschaltet werden. Nur drei Monate später konnte sie wieder fahren. Ende der 1920er Jahre wurden Wagen und Fördermaschine ausgewechselt. Sie überstand den Zweiten Weltkrieg und wurde 1952 in der DDR zum Volkseigenen Betrieb umgewandelt. Von 1971 bis 1973 wurde die Standseilbahn grundlegend rekonstruiert. Nach der Wende ging sie an die kreiseigenen Verkehrsbetriebe. Kleinere Umbaumaßnahmen wurden Anfang der 1990er Jahre durchgeführt.

Da der Betrieb für den Landkreis Freiberg defizitär war, wurde die DB Erzgebirgsbahn 2005 neuer Betreiber der Drahtseilbahn Augustusburg im Auftrag des Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachsen.[2] 2006 wurde eine Rekonstruktion durchgeführt.[1]

Am 24. Juni 2006 wurde die Drahtseilbahn mit dem unter dem Motto „Mensch gegen Maschine“ stattfindenden Drahtseilbahnlauf wiedereröffnet. Dabei treten die Läufer auf einer 1,5 km langen Strecke bergauf parallel zur Drahtseilbahn gegen sie an. Am 24. Juni 2007 fand der zweite Drahtseilbahnlauf statt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Drahtseilbahn Augustusburg heute. Drahtseilbahn Augustusburg, abgerufen am 22. Dezember 2014.
  2. Die Drahtseilbahn Augustusburg gestern. Drahtseilbahn Augustusburg, abgerufen am 22. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

50.81913.0914Koordinaten: 50° 49′ 8″ N, 13° 5′ 29″ O