Drawno

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Drawno
Wappen von Drawno
Drawno (Polen)
Drawno
Drawno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Choszczno
Gmina: Drawno
Fläche: 5,00 km²
Geographische Lage: 53° 13′ N, 15° 45′ O53.21666666666715.75Koordinaten: 53° 13′ 0″ N, 15° 45′ 0″ O
Höhe: 80 m n.p.m
Einwohner: 2357
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 73-220
Telefonvorwahl: (+48) 95
Kfz-Kennzeichen: ZCH
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 175 Drawsko PomorskieChoszczno
Schienenweg: PKP-Linie 403: Ulikowo ↔ Piła, Bahnstation: Żółwino (8 km)
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 52 Ortschaften
12 Schulzenämter
Fläche: 321,00 km²
Einwohner: 5267
(30. Jun. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3202033
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Andrzej Chmielewski
Adresse: ul. Kościelna 3
73-220 Drawno
Webpräsenz: www.drawno.pl

Drawno (deutsch: Neuwedell; kaschubisch: Nowi Wedel) ist eine polnische Kleinstadt und Sitz einer Stadt- und Landgemeinde. Sie ist ein Tourismuszentrum im Powiat Choszczeński der Woiwodschaft Westpommern.

Geographie[Bearbeiten]

Der am Fluss Drage (Drawa) auf einer Halbinsel des Düpsees (Jezioro Dubie) gelegene Ort befindet sich im südlichen Teil der Woiwodschaft Westpommern. Die Draheimer Seenplatte (Pojezierze Drawskie) im Norden und die Walzer Seenplatte (Pojezierze Waleckie) im Süden prägen das Landschaftsbild. Benachbarte Städte sind Arnswalde und Deutsch Krone, 24 bzw. 60 Kilometer entfernt. Neuwedell ist nur über untergeordnete Landstraßen zu erreichen, hat aber Anschluss an die Bahnlinie Stargard–Neustettin. Südöstlich der Stadt liegt der Nationalpark Drawa.

Stadt Drawno[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Neuwedells Geschichte wurde weitgehend durch die Adelsfamilie von Wedell geprägt, die der Stadt auch den Namen gab. Anfang des 14. Jahrhunderts bestand die Familie aus sieben Brüdern, die 1313 auf der östlichen Spitze der Düpsee-Halbinsel eine Burg errichteten. Zu ihren Füßen entstand eine Siedlung, die schon 1363 als „Civitas“ erwähnt wurde. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gehörte das Gebiet zum Deutschen Ritterorden. Für vier Jahre (1433–1436) stand es während der Hussitenüberfälle unter dem Schutz der polnischen Krone. Im Prenzlauer Frieden von 1479 kam Neuwedell unter die Herrschaft Pommerns, die bis 1637 andauerte. Nachdem das pommersche Herrschaftsgeschlecht der Greifen ausgestorben war, fiel Hinterpommern, und damit auch Neuwedell, an das Kurfürstentum Brandenburg. Eingegliedert in den Arenswaldischen Kreis lag es nun im äußersten Nordosten des neuen Herrschaftsgebietes.

Im Schwedisch-Polnischen Krieg wurde Neuwedell 1657 vom polnischen Heer belagert, konnte aber nicht erobert werden. Schlechter ging der Siebenjährige Krieg für die Stadt aus, denn 1758 wurde das Wedellsche Schloss von russischen Truppen zerstört. Nach der administrativen Neuordnung Preußens nach dem Wiener Kongress kam Neuwedell 1818 in den Kreis Arnswalde. 1858 wurde die aus Feldsteinen errichtete Stadtmauer mitsamt ihren drei Toren abgerissen, um Platz für eine Stadterweiterung zu schaffen. 1895 erfolgte der Anschluss an die neu gebaute Bahnlinie Arnswalde–Kallies. War Neuwedells Wirtschaft bisher von Ackerbau, Mühlen und Tuchmacherei geprägt, siedelten sich jetzt mit Sägewerken, Ziegeleien und einer Netzfabrik (1905 gegründet als Mechanische Netzfabrik Gustav Strehlow; ab 1935: Mechanische Netzfabrik Walter Strehlow, Inh. Walter Kremmin; seit 1948 in Oldenburg/Niedersachsen als "Mechanische Netzfabrik Walter Kremmin GmbH & Co. K.-G." ansässig)neue Betriebe an.

Als 1938 die Provinz Grenzmark aufgelöst wurde, kam Neuwedell mit dem Kreis Arnswalde nach drei Jahrhunderten wieder zu Pommern. Beim Vorrücken der sowjetischen Truppen zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Neuwedell fast zur Hälfte zerstört. Nachdem 1946 Polen die Verwaltung übernommen hatte, wurde die Stadt in Drawno umbenannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Stadtkirche ist ein 1692 aus Feldsteinen errichteter kreuzförmiger Bau mit einem massiven Turm aus Fachwerk. Sehenswert sind der Altar und die Barockkanzel.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Es besteht ein Kontakt mit der schleswig-holsteinischen Stadt Schleswig.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In der Stadt befindet sich die Verwaltung des Nationalparks Drawa.

Gmina Drawno[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Drawno nimmt mit einer Fläche von 320,87 km² 24,2 % der Fläche des gesamten Kreises Choszczno (Arnswalde) ein. Es sind 5.325 Einwohner registriert.

Durch das Gebiet der Gemeinde fließt in Nord-Süd-Richtung die Drawa (Drage), die südlich von Połczyn Zdrój (Bad Polzin) entspringt und nach 168 Kilometern in die Noteć (Netze) mündet. Der westliche Gemeindeteil trägt die Bezeichnung Puszcza Drawska.

Nachbargemeinden von Drawno sind:

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gmina Drawno ist in zwölf Ortsteile untergliedert, in die insgesamt 53 Ortschaften, Siedlungen und Wohnplätze integriert sind.

  • Ortsteile ("Schulzenämter"):

Die Stadt Drawno und

  • Barnimie (Fürstenau)
  • Brzeziny (Berkenbrügge)
  • Chomętowo (Großgut)
  • Dominikowo (Mienken)
  • Kiełpino (Kölpin)
  • Konotop (Friedenau)
  • Niemieńsko (Nemischhof)
  • Podlesie (Althorst)
  • Święciechów (Silberberg)
  • Zatom (Zatten)
  • Żółwino (Hassendorf).
  • Übrige Orte:
  • Barników (Barnickshof)
  • Bogdanka
  • Borki (Neumannswalde)
  • Borowiec (Grünhof)
  • Brac
  • Brodźce
  • Dobrojewo (Elisenbruch)
  • Dolina (Wiesenthal)
  • Drawnik (Dragemühle)
  • Gack (Kol. Berkenbrügge)
  • Gładysz
  • Janków
  • Jaźwiny (Hertelsaue)
  • Karpin (Mürbenfelde)
  • Karpinek (Krug)
  • Kawczyn
  • Kępa (Johannesthal)
  • Kolonia Kniewo (Kienbruch)
  • Kostrzewa (Jakobsdorf)
  • Kośnik (Hirschfelde)
  • Maciejów
  • Międzybór
  • Niemieńsko-Zamek (Schloss Nemischhof)
  • Nowa Korytnica
  • Ostrożyce (Ludwigslust)
  • Podegrodzie
  • Przysiekiercze
  • Pszczewko (Wilhelmshöhe)
  • Rogoźnica (Räumde)
  • Rościn (Röstenberg)
  • Samborz (Johanneshof)
  • Sicienko (Jerusalem)
  • Sieniawa (Schönow)
  • Skrzaty (Schradtheide)
  • Smieszkowo (Sonntagsau)
  • Wiśniewo (Kirschberg)
  • Zaciste (Ruhleben)
  • Zalesie (Auenweide)
  • Zdanów (Zankhof)
  • Żółwinko (Forsthaus Salvin)

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt- und Landgemeinde Drwano wird von zwei Fernverkehrsstraßen durchzogen bzw. berührt:

Schienen[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Drwano verfügt heute über nur noch eine Bahnstation, die an der Strecke Ulikowo - Piła (Wulkow - Schneidemühl) liegt: Żółino (Hassendorf). Diese Strecke berührt das Gemeindegebiet in seinem nördlichsten Teil.

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Arnswalde–Kallies erhielt das damalige Neuwedell bereits 1895 eine Bahnstation, die ergänzt wurde von den Haltepunkten Kölpin (Kiełpino) und Schönow (Sieniawa Drawieńska). Die Bahnstrecke wird heute nicht mehr für den Personenverkehr betrieben.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drawno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Hrsg.: Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 15. Dezember 2013.