Dream Team

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Als Dream Team wurde die US-amerikanische Basketball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona bezeichnet, die in überlegener Manier die Goldmedaille gewann. Die Mannschaft gilt als größte Ansammlung individueller Talente in der Basketball-Geschichte.

Sportlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Vor den Spielen 1992 war die für den Basketball bis dahin geltende Amateur-Regel des Internationalen Olympischen Komitees weggefallen. Dadurch konnte das US-Team, das sich zuvor jeweils aus jungen College-Spielern zusammensetzte, erstmals mit einer Auswahl der besten Spieler der US-Profiliga NBA antreten.[1]

Die mit Superstars gespickte Mannschaft dominierte den Wettbewerb erwartungsgemäß nach Belieben. Das „Dream Team“ gewann alle Spiele mit großem Vorsprung. So betrug der Vorsprung im Halbfinale gegen Litauen, das vier amtierende Olympiasieger aus der Sowjetzeit in seinen Reihen hatte, am Ende 51 Punkte. Am knappsten war es noch im Finale gegen Kroatien, als die US-Mannschaft mit 32 Punkten Abstand siegte. Die kroatische Mannschaft wurde angeführt von Dražen Petrović, der Stars wie Toni Kukoč, Dino Rađa und Stojan Vranković an seiner Seite hatte. Dennoch war das Team in beiden Spielen gegen die Amerikaner chancenlos. Im gesamten Turnierverlauf nahm die sportliche Leitung der US-Auswahl keine einzige Auszeit.

Die Spielweise des Dream Teams war geprägt von einer starken Manndeckung und sehr vielen Schnellangriffen, die vor allem aus zahlreichen Ballgewinnen in der Defensive resultierten. Auch die schwache Wurfquote des jeweiligen Gegners in Verbindung mit der Reboundüberlegenheit der Amerikaner war in jedem Spiel ausschlaggebend für den Sieg.

Entstehung des Begriffs „Dream Team“[Bearbeiten]

Schon vor dem Turnier setzte sich in Medien und Öffentlichkeit weltweit die Bezeichnung „Dream Team“ als Synonym für das US-Team durch. Vor allem zwei Gründe dürften zu der außergewöhnlichen Bezeichnung geführt haben: Erstmals in der Geschichte konnten die besten US-amerikanischen Profi-Basketballer in einem gemeinsamen Nationalteam antreten. Diese erstmalige Zusammenführung der in der NBA traditionell auf sehr viele Teams verstreuten Stars fand zu einem Zeitpunkt statt, der vielen als die größte Ansammlung von Superstars in der Geschichte der NBA gilt. Die älteren „Legenden“ der 1980er Jahre wie Magic Johnson und Larry Bird trafen sich mit jüngeren Stars wie Charles Barkley, Scottie Pippen und Michael Jordan.

Die Mannschaft wurde im öffentlichen Diskurs weitgehend dem sportlichen Kontext enthoben, da der Sieg von vornherein als sicher vorausgesetzt wurde. Sportlich stellte sich allenfalls die Frage nach der Höhe der Erfolge.

Fortwirken des Begriffs[Bearbeiten]

In den folgenden Jahren wurden die international auftretenden US-Basketball-Teams in den Medien weiterhin als „Dream Team“, allerdings mit fortlaufender Nummerierung, bezeichnet: „Dream Team II“ für das Team bei der WM 1994, „Dream Team III“ in Atlanta 1996 etc. Die Erwartungshaltung des Publikums blieb entsprechend groß. Die US-Mannschaft blieb zwar zehn[2] Jahre ungeschlagen, gleichwohl war aber eine immer größer werdende Diskrepanz zwischen dem Begriff „Dream Team“ – der eine lockere spielerische Dominanz suggerierte – und den tatsächlichen Auftritten der USA bald nicht mehr zu übersehen: Die Überlegenheit des US-Spiels schwand, die Ergebnisse wurden knapper. Die Niederlagenserie bei der WM 2002 im eigenen Land, die für die USA mit dem enttäuschenden 6. Platz endete, zerstörte den Mythos „Dream Team“ dann unwiderruflich.

Das Verblassen des Mythos „Dream Team“ ist ironischerweise jedoch eng mit dem ursprünglichen Erfolg des "Dream Teams" von Barcelona verknüpft. Das olympische Basketballturnier 1992 gilt vielen Basketballhistorikern als eine Art „internationaler Urknall des Basketball“, da das „Dream Team“ einen enormen weltweiten Popularitätsschub für den Basketball-Sport auslöste.[3]

Die Spieler des „Dream Team“[Bearbeiten]

Die US-Mannschaft führte einige der berühmtesten amerikanischen Basketballer aller Zeiten zusammen, darunter Michael Jordan, Magic Johnson und Larry Bird. Bis auf Chris Mullin und den damaligen College-Spieler Christian Laettner wurden alle Spieler des „Dream Teams“ 1996 in die Auswahl der „50 besten NBA-Spieler aller Zeiten“ gewählt, und außer Laettner wurden sie alle nach ihrer Karriere in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen, ebenso wie drei der vier Trainer (alle außer Carlesimo).[4] Am 13. August 2010 wurde das Olympische US-amerikanische Basketball-Team von 1992 als Mannschaft in die Basketball Hall of Fame aufgenommen.[5]

Die Aufstellung:


Als Cheftrainer fungierte Chuck Daly, seine Assistenztrainer waren Lenny Wilkens, P. J. Carlesimo und Mike Krzyzewski.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Collins: Michael Jordan. Der Star aus dem Dream Team, Econ, 1998. ISBN 3612265288
  • Chuck Daly, Alex Sachare: America's Dream Team: The 1992 USA Basketball Team, Turner Pub, 1992. ISBN 1878685279
  • Jack McCallum: The Dream Team: The Inside Story of the 1992 U.S. Olympic Basketball Team, Little & Brown, 1992. ISBN 0316553700

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Associated Press: Federation Rule Change Opens Olympics to N.B.A. Players. The New York Times, 8. April 1989, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  2. Aufgrund des Lockouts in der NBA traten die Vereinigten Staaten bei der Weltmeisterschaft 1998 mit einer Auswahl von Profis anderer Ligen und College-Spielern an. Sie belegte den dritten Platz, wird aber nicht als ein direkter Nachfolger des „Dream Teams“ angesehen.
  3. Harvey Araton: 20 Years Later, a New World for the N.B.A. The New York Times, 21. Juni 2012, abgerufen am 11. September 2014 (englisch).
  4. NBA History: The NBA’s 50 Greatest Players. National Basketball Association, abgerufen am 14. Mai 2013 (englisch).
  5. The Naismith Memorial Basketball Hall of Fame – Hall of Famers: 1992 United States Olympic Team. Naismith Memorial Basketball Hall of Fame, abgerufen am 14. Mai 2013 (englisch).