Dreetz (Brandenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dreetz
Dreetz (Brandenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dreetz hervorgehoben
52.79972222222212.46666666666729Koordinaten: 52° 48′ N, 12° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Neustadt (Dosse)
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 64,43 km²
Einwohner: 1157 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16845
Vorwahl: 033970
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 109
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstraße 6
16845 Neustadt (Dosse)
Webpräsenz: www.gemeinde-dreetz.de
Bürgermeister: Bernd Schindler (parteilos)
Lage der Gemeinde Dreetz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Wittstock/Dosse Heiligengrabe Rheinsberg Neuruppin Lindow (Mark) Vielitzsee Herzberg (Mark) Rüthnick Fehrbellin Kyritz Breddin Stüdenitz-Schönermark Zernitz-Lohm Neustadt (Dosse) Sieversdorf-Hohenofen Dreetz Walsleben Dabergotz Storbeck-Frankendorf Temnitzquell Temnitztal Märkisch Linden Wusterhausen/Dosse Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Dreetz ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Dreetz liegt zwischen Neustadt (Dosse) und Friesack im Naturschutzgebiet Dreetzer See. Die Gemeinde gehört zum Amt Neustadt (Dosse) mit Sitz in der gleichnamigen Stadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet untergliedert sich in die bewohnten Gemeinde-/Ortsteile:

Außerdem gehören zur Gemeinde die Wohnplätze:

  • Baselitz
  • Blumenaue
  • Böhls Plan
  • Fischershof
  • Koseshof
  • Lüttgendreetz
  • Mühlenland
  • Schäferberg
  • Schulsiedlung
  • Sterns Plan
  • Treuhorst
  • Waldsiedlung
  • Webers Plan
  • Wolfs Plan
  • Zietensaue

Geschichte[Bearbeiten]

  • ca. 600: Die Gründung und Besiedlung des am Dreetzer See gelegenen Lutken Dretze („Klein Dreetz“) durch slawische Stämme vollzieht sich wahrscheinlich nach der Völkerwanderung,
  • ca. 1150: Unter Albrecht dem Bären wird vermutlich neben Lutken Dretze das lang gezogene Straßen-/Angerdorf „Groten Dretze“ („Groß Dreetz“) angelegt. Beide Dreetze gehören zum Land Wusterhausen, das eine zur Prignitz gehörende selbständige Herrschaft der Herren von Plotho war (Schreibweisen: v. Ploto, v. Plote, v. Plothos, de Plove. v. Plate).
  • ca. 1290: Dreetz fällt unter die Landesherrschaft des Markgrafen von Brandenburg.
  • 6. Juni 1337: Erste urkundliche Erwähnung von Dreetz. Die Gebrüder Heinrich und Jordan von Kröcher erhalten vom Markgrafen Ludwig I., dem Brandenburger die beiden Dörfer Dreetz und das Dorf Lohm samt der Gerichtsherrschaft und dem Kirchenpatronat, den Diensten und Abgaben der Bauern ... und weiterer Privilegien.
  • 1349: Dreetz gerät unter die Landesherrschaft der Herren von Ruppin.
  • ca. 1400 bis 1500: Aufgabe von Lüttgen Dreetz.
  • 1524: Nach dem Aussterben der Grafen von Lindow-Ruppin kamen Dreetz und Neuruppin als erledigtes Lehen unter die Landesherrschaft von Brandenburg bzw. an den Kurfürst Joachim I.
  • 1601 bis 1705: Ursprünglich gab es im Raum Dreetz fünf Rittergüter. Die Güter werden sukzessiv verkauft.
  • 1601: David von Lüderitz erwirbt von Ernst von Kröcher dessen Dreetzer Gut.
  • 1624: David von Lüderitz kauft einen weiteren Teil von Dreetz. Andere Teile gehen an die Adelsfamilien von Maltitz und von Lochow über.
  • 1679: Der Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg erwirbt von der Adelsfamilie von Lüderitz eines der Dreetzer Güter.
  • 1694: Friedrich von Hessen-Homburg tauscht seine Domäne Neustadt an der Dosse gegen das Gut Öbisfelde im Magdeburgischen. Der Tauschpartner ist König Friedrich I. Das Dreetzer Gut des Prinzen von Homburg geht als landesherrliches Schatullengut an den Landesherrn.
  • 1705: König Friedrich I. erwirbt auch noch die Dreetzschen Güter derer von Maltizsche und derer von Lüderitz.
  • 1773: König Friedrich II. ordnet die Entwässerung und Besiedlung des Rhinluchs und des Dossebruchs an. Nach der Eindeichung von Rhin und Dosse werden die Koloniedörfer und Weiler Bartschendorf, Baselitz, Blumenaue, Fischershof, Giesenhorst, Michaelisbruch, Siegrothsbruch, Webersplan, Wilhelminenaue, Wolfsplan und Ziethensau auf Dreetzer Grund besiedelt. Im gleichen Jahr wird die Dreetzer Wassermühle beseitigt.
  • 1774: Das Amtsvorwerk Dreetz entsteht aus den fünf ursprünglichen Rittergütern: Friedrich II. erwirbt den Anteil derer von Lochow und den letzten Anteil derer von Kröchern durch Tausch mit Blankenberg, so dass von 1774 ab Dreetz ganz im Besitz des Landesherrn ist. Verlegung des Amtssitzes von Neustadt an der Dosse nach Dreetz.
  • 1777: Clausius wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1791: Krause wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1800 bis 1900: Staatsdomäne, Amtsvorwerk, Brennerei, Brauerei. Viele Handwerker lassen sich in Dreetz nieder, um Gut, Landarbeiter und Bauern zu versorgen.
  • 1806: Amtsrath Ferdinand Cochius wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1806–1813: Die Franzosen besetzen Dreetz und zerstören angeblich mehrere Gebäude durch Brand.
  • 1840: Oberamtmann Wilhelm Cochius (Sohn des Vorgängers) wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1846: Oberamtmann Friedrich Cochius (Bruder des Vorgängers) wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1847: Dreetz brennt bis auf wenige Gebäude komplett nieder. Der Wiederaufbau verändert das Gesamtbild des Dorfes. Zeigten früher die Giebel der Gebäude zur Straßenseite, werden nun Gebäude errichtet, die mit der langen Seite zur Hauptstraße zeigen. Dadurch können weniger Gebäude an der Hauptstraße entlang gebaut werden. Viele ehemalige Dreetzer werden daher „ausgeplant“ bzw. errichten Aussiedler-Höfe in Nähe von Dreetz (z. B. Sterns-Plan).
  • ca. 1940–45: Ein Rüstungswerk der Deutschen Sprengchemie GmbH wird in der Nähe von Dreetz errichtet. Dessen Produktion fordert zahlreiche Opfer unter den polnischen, sowjetischen und serbischen Zwangsarbeitern.
  • 1945: Alliierte Kampfflugzeuge beschießen einen bei Dreetz, Blockstelle Segeletz abgestellten Zug, wodurch 186 KZ-Häftlinge getötet werden.
  • 1952: Dreetz wird dem Prignitzkreis Kyritz zugeordnet.
  • 1953: Gründung einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (daraus: LPG Tier- und LPG-Pflanzenproduktion Dreetz).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1973 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Michaelisbruch eingegliedert. Am 1. Januar 1977 folgte Bartschendorf.[2] Giesenhorst kam am 31. Dezember 1997 hinzu.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Dreetz:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
Jahr Einwohner
1875 2 447
1890 2 276
1910 1 951
1925 1 871
1933 1 879
1939 2 034
1946 2 566
1950 2 630
1964 2 036
1971 1 883
Jahr Einwohner
1981 1 530
1985 1 504
1989 1 447
1990 1 396
1991 1 353
1992 1 328
1993 1 310
1994 1 310
1995 1 297
1996 1 286
Jahr Einwohner
1997 1 284
1998 1 292
1999 1 284
2000 1 278
2001 1 263
2002 1 256
2003 1 254
2004 1 261
2005 1 261
2006 1 240
Jahr Einwohner
2007 1 226
2008 1 225
2009 1 230
2010 1 206
2011 1 147
2012 1 157
2013

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[4].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Dreetz besteht aus 10 Gemeindevertretern.

  • Bürgergruppe Dreetz: 4 Sitze (Gernot Elftmann, Reinhard Hebekerl, Ulf Simon, Joachim Ribbe)
  • Förderverein Dreetz: 1 Sitz (Carsten Schmidt)
  • Die Linke: 2 Sitze (René Schmidt, Ines Reich)
  • parteilos: 2 Sitze (Andreas Kopper, Martin Petras)
  • Bürgermeister: 1 Sitz (Bernd Schindler)

(Stand: Kommunalwahl im Januar 2012)

Wappen Dreetz (Brandenburg).png

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 18. Juni 1997 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold unter blauem Wellenschildhaupt ein laufender, rot-gezungter, blau-geschwänzter schwarzer Biber über grünem Astwerk.“[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Dreetz (Brandenburg) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 52 und 53.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  4. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  5. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dreetz (Brandenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien