Drehgeber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Drehgeber mit Eigenlagerung
Drehgeber ohne Eigenlagerung

Ein Drehgeber bzw. Drehwinkelgeber ist ein Sensor für Drehwinkel, der meist digitale Ausgangssignale liefert, die am anderen Ende der Sensorleitung im Auswertegerät decodiert werden müssen. Deshalb wird er auch als Encoder (englisch: rotary encoder) bezeichnet.

„Drehgeber“ wird manchmal auch als Oberbegriff für alle Winkellagegeber verwendet.

Unterschiede in Art der Signalauswertung[Bearbeiten]

Inkrementalgeber[Bearbeiten]

Beim Inkrementalgeber findet die Erfassung über eine Strichscheibe, Magnetscheibe oder Zahnradflanken statt. Es erfolgt die Ausgabe von zwei um 90° versetzten digitalen Ausgangssignalen (AB-Spur) oder analogen Sinus- bzw. Cosinus-Signalen. Die Wertbildung erfolgt durch Zählen der Impulse im Auswertegerät. Der absolute Winkel kann erst nach dem Verarbeiten einer Referenzmarke oder Erkennung der Markierung des Nullpunkts bestimmt werden. Hierbei kann per Erkennung der Signalflanke das eine Signal als „Takt“ oder „Schritt“ und das andere als „Richtung“ interpretiert werden.

Inkrementalgeber mit UVW-Signalen[Bearbeiten]

Bei einem Inkrementalgeber mit UVW-Signalen sind neben den AB-Spuren des Inkrementalgebers (Encoder) zusätzlich sogenannte UVW-Spuren vorhanden.

Diese werden bei elektrischen Drehstrommaschinen in der Regel zur Kommutierung verwendet. Die UVW-Signale ändern sich bei der Drehbewegung nach dem 3-Bit-Gray-Code, wobei die Zustände [000] und [111] nicht vorkommen. Bei einer Drehstrommaschine mit nur einem Polpaar, werden pro mechanische Umdrehung sechs Zustände unterschieden. Damit ist die Rotorlage auf mindestens 60° genau bekannt, was ausreichend ist um die Drehstrommaschine bei einer feldorientierten Regelung bis zur nächsten UVW-Flanke zu bewegen. Dort ist dann die exakte Rotorlage bekannt.

Absolutwertgeber[Bearbeiten]

Beim Absolutwertgeber erfolgt die Erfassung über eine Kodierscheibe. Mehrere Umdrehungen werden durch ein eingebautes Getriebe oder andere Verfahren erkannt, es folgt die serielle Übertragung der Messwerte zum Auswertegerät. Der Messwert steht sofort nach dem Einschalten zur Verfügung.

Unterschiede im mechanischem Aufbau[Bearbeiten]

  • Geber mit Eigenlagerung
    • einseitige oder durchgehende Hohlwelle mit angebauter Statorkupplung. Sie werden direkt auf die zu messende Welle gesteckt.
    • mit kurzer Welle (Ø 4/6/10 mm) und Synchroflansch oder Klemmflansch. Sie werden mit einer separaten Wellenkupplung angeschlossen (siehe Bild).
  • Geber ohne Eigenlagerung, z.B. Einbaudrehgeber oder Einbau-Messgeräte. Bei ihnen wird der Rotor direkt an die zu messende Welle montiert. Der Stator muss dazu an der Maschine ausgerichtet werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drehgeber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kodierscheiben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien