Dreiblatt-Binse

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Dreiblatt-Binse
Dreiblatt-Binse (Juncus trifidus)

Dreiblatt-Binse (Juncus trifidus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Binsen (Juncus)
Art: Dreiblatt-Binse
Wissenschaftlicher Name
Juncus trifidus
L.
Dreiblatt-Binse in einer Felsspalte
Dreiblatt-Binse in der Tatra

Die Dreiblatt-Binse (Juncus trifidus), auch als Dreispaltige Binse bezeichnet, gehört zur Familie der Binsengewächse (Juncaceae). Sie ist ein ausgesprochener Kältezeiger und kommt überwiegend in den höheren Regionen der Gebirge auf Felsen und in Felsspalten vor.

Systematik[Bearbeiten]

Nach K. Kiffe (2000) werden in Deutschland zwei Unterarten die Gewöhnliche Dreiblatt-Binse (Juncus trifidus subsp. trifidus L.) und die Wenigblütige Dreiblatt-Binse (Juncus trifidus subsp. monanthos (Jacq.) Asch & Graebn.) unterschieden[1]. Nach J. Kirschner et al. (2002) sind beide eigenständige Arten, Juncus trifidus L. und Juncus monanthos Jacq. [2]. Sowohl in der schweizerischen als auch in der österreichen Flora werden die Arten getrennt.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Die Dreiblatt-Binse ist in ganz Europa verbreitet. Im Süden kommt sie nur in den Gebirgen zwischen 1600 und 3000 Metern über NN vor. Ferner ist sie in Asien bis nach Sibirien, auf Grönland und im Osten der USA beheimatet.[3] In Deutschland kommt die Art nur im Ostbayerischen Grenzgebirge und in den Alpen an wenigen Standorten vor.

Sie wächst auf Felsen, in Felsspalten und in trockenen, mageren Rasen (Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen) sowie in Schneetälchen[4].

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Dreiblatt-Binse ist ein ausdauernder, wintergrüner Hemikryptophyt, der kleine 10 bis 30 (-40) Zentimeter hohe Horste oder Rasen bildet. Die Stängel wachsen aufrecht. Sie sind fadendünn etwa 0,5 bis 0,8 Millimeter dick, kaum gerillt und nur leicht behaart, rund und am Grund mit nicht gitternervigen Blattscheiden ausgestattet. Die basalen Blattscheiden sind strohgelb bis hellbraun und schwach glänzend. Sie sind spreitenlos oder tragen eine nur sehr kurze bis 1 Zentimeter lange Spreite. Die graugrünen Laubblätter sind ebenfalls sehr dünn und halbzylindrisch-tiefrinnig. An der Mündung der Blattscheiden sind 2 bis 4 Millimeter lange, fast bis zum Grunde in drei Teile wimperig zerschlitzten Öhrchen ausgebildet. Blatthäutchen (Ligulae) sind nicht vorhanden.

Der Blütenstand ist eine zwei- bis vierblütige Spirre. Sie wird von zwei bis drei Hochblättern deutlich überragt. Die rotbraunen Perigonblätter sind mit 3 bis 5 Millimeter alle gleich lang. Sie tragen einen grünen Mittelnerv und sind schlank und lang zugespitzt. Sie umgeben sechs Staubblätter und drei weiße zurückgebogenen Narben. Die Kapselfrucht ist rotbraun und mit langer Spitze ausgestattet. Sie ist stets kürzer als die Blütenhülle.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30[5].

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch den Wind (Anemophilie). Als Lichtpflanze erträgt die Dreiblatt-Binse keine Beschattung. Sie ist ein Kältezeiger. In den Gebirgen kommt sie nur in subalpinen bis alpinen Höhenlagen vor. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf trockenen bis frischen, stickstoffarmen bis stickstoffärmsten, kalkarmen aber niemals stark sauren Böden in alpinen Rasen, Felsspalten und auf Geröll.[6]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Einzelquellen[Bearbeiten]

  1. K. Kiffe: Juncaceae in H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4
  2. Kirschner, J. et al. (2002). Juncaceae. Species Plantarum: Flora of the World 6-8: 1-237, 1-336,1-192. Australian Biological Resources Study, Canberra. Royal Botanic Gardens KEW
  3. Verbreitung weltweit nach Den virtuella flora; Arealkarte nach von Hultén [1]
  4. E. Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart 1994. ISBN 3-8252-1828-7
  5. http://mobot.mobot.org/W3T/Search/ipcn.html Index to Plant Chromosome Numbers (IPCN)
  6. H. Ellenberg, H. E. Weber, R. Düll, V. Wirth, W. Werner, D. Paulißen: Zeigerwerte von Pflanzen in Mitteleuropa. Scripta Geobotanica 18, Verlag Erich Goltze, 1992. ISBN 3-88452-518-2

Literatur[Bearbeiten]

  • U. Graf: Sauergräser. Provisorischer Schlüssel zur Bestimmung von nichtblühenden Seggen, Binsen und anderen Sauergräsern in der Schweiz (Cyperaceen, Juncaceen, Juncaginaceen, Scheuchzeriaceen): Juncus trifidus [2]
  • J. Grau, B. P. Kremer, B. M. Möseler, G. Rambold & D. Triebel: Gräser, Mosaik-Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10702-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Juncus trifidus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Verbreitungskarten