Dreierwalde

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52.3331367.503827Koordinaten: 52° 19′ 59″ N, 7° 30′ 14″ O

Dreierwalde
Stadt Hörstel
Wappen der ehemaligen Gemeinde Dreierwalde
Fläche: 22 km²
Einwohner: 2623 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 48477
Vorwahl: 05978
Dreierwalde (Nordrhein-Westfalen)
Dreierwalde

Lage von Dreierwalde in Nordrhein-Westfalen

Die 1947 errichtete Kirche St. Anna

Die 1947 errichtete Kirche St. Anna

Dreierwalde ist einer von vier Ortsteilen der Stadt Hörstel in der Region Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt) und liegt im äußersten Norden Nordrhein-Westfalens.

Die bis 1974 selbständige Gemeinde wurde im Rahmen der kommunalen Neugliederung ein Stadtteil von Hörstel.

Geographie[Bearbeiten]

Die Ortschaft Dreierwalde liegt rund 7 km nordöstlich von Rheine am nordwestlichen Ende des Teutoburger Walds zwischen dem Münsterland im Süden und dem Emsland im Norden. Sie befindet sich im Mittel 36,65 m ü. NN und wird von der Dreierwalder Aa durchflossen. Rund 3 km südwestlich führt ein Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals an Dreierwalde vorbei.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung des Ortes[Bearbeiten]

Zur Entstehungsgeschichte des Ortes gibt es zwei Theorien: Die erste führt den Namen auf „drei Häuser im Walde“ (tres domus in foresto) zurück. Diese Theorie wird auch im Ortswappen dargestellt.

Die zweite Theorie führt den Ortsnamen auf „Dreyer im Wolde“ zurück. In einer preußischen Schrift von 1822 ist hierzu folgendes zu lesen:

Den Ursprung von Dreyerwalde will man daher leiten, daß sich früherhin zwei Bauren Erbe in einem großen Wald belegen zum Kirchspiel Plantlünne gehört haben, und sich allmählig in der Nachbarschaft dieser Erbe Familien angebaut haben, welche sich mit Hölzern Schüsseln zu drehen beschäftigt haben sollen, daher die anfängliche Benennung, dieses sich nachhero eigens gebildeten Kirchspiels (Dreiherwold) sich in Dreyerwalde umgeändert hat.“

15. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Dreierwaldes findet sich in einem alten Schätzregister von 1498. Dreierwalde wird als Bauerschaft im Kirchspiel Plantlünne aufgeführt. 1509 wird eine Kirche gebaut und der Chor der heutigen katholischen Pfarrkirche St. Anna wird errichtet. Während des Dreißigjährigen Krieges wird der Ort 1623 von Söldnern geplündert. Auf dieses Ereignis wird die Entstehung des Bürgerschützenvereins zurückgeführt. Der erste Hinweis auf eine Schule im Ort stammt aus dem Jahr 1662. Die Errichtung des St. Annen Bildstockes datiert auf das Jahr 1746. Eine Vergrößerung der Kirche wird auf Bestreben von Pfarrer Burrichter im Jahr 1771 begonnen.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Amt Rheine-Bevergern im Fürstbistum Münster.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Auszug aus dem Buch: "Stadt und Amt Rheine" Heinrich Vollmer, 1903, Seiten 28 und 29

Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde das Hochstift Münster endgültig aufgelöst. Die Region und damit Dreierwalde wurde dem Königreich Preußen zugeteilt. Im Tilsiter Frieden von 1807 wurde von Preußen seine Besitzungen im Münsterland an Napoleon abgetretenen. Napoleon ordnete das Gebiet 1808 dem Rheinbundstaat Großherzogtum Berg zu. Dreierwalde gehörte zum Arrondissement Lingen im Departement der Ems. 1811 kam Dreierwalde schließlich direkt zum Kaiserreich Frankreich und gehörte nun zum Département de l’Ems-Supérieur. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig kam das Gebiet 1813, zunächst provisorisch, wieder zu Preußen. Nach den 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde die Region dauerhaft dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung gehörte der Ort von 1815 an zur neuen Provinz Westfalen und von 1816 an zum Kreis Tecklenburg.

Die Bürgermeisterei wurde 1822 an das Amt Bevergern angeschlossen. 1882 wurden die Marken geteilt.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu umfangreichen Straßenbauarbeiten um Dreierwalde: 1904 wurde eine feste Landstraße zwischen Dreierwalde und Rheine gebaut, 1908 eine Straße zwischen Dreierwalde und Hopsten, 1914 eine Straße nach Spelle und 1926 eine nach Hörstel. Ebenfalls 1926 wurde die Kraftpostlinie Rheine-Dreierwalde-Hopsten eröffnet.

Seit 1927 verfügt Dreierwalde über elektrischen Strom für Licht und Kraft. Im Zuge der Auflösung des Amtes Bevergern gelangte Dreierwalde 1930 zu Riesenbeck.

Am 1. April 1932 wurde ein mehr als 4 km2 großes Gebiet der Nachbargemeinde Hörstel übernommen.[2]

Im Jahr 1949 wurde der Sportverein Brukteria Dreierwalde gegründet.[3] Ein Neubau der örtlichen Schule erfolgte 1956, deren Erweiterung 1964. 1969 wurden Straßennamen eingeführt.

Am 1. Januar 1975 wurde Dreierwalde in die neue Stadt Hörstel eingegliedert.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Reinings Mühle
  • Katholische Kirche St. Anna (ursprünglich spätgotisch)
  • Reinings Mühle
  • Lünnemanns Pättken (Naturlehrpfad)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Autorenkollektiv: Dreierwalde wie es war und wurde. Herausgegeben von der Gemeinde Dreierwalde in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Dreierwalde, Dreierwalde 1971.
  • Reinhard Niehoff, Klaus H. Peters, Georg Pistorius: Hörstel: fotografische Impressionen. Bevergern, Dreierwalde, Hörstel, Riesenbeck. Lammert, Hörstel-Riesenbeck 1992.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Broschüre Informationen für Neubürger und Gäste (PDF; 6,6 MB)
  2.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 228.
  3. Gründungsversammlung am 7. August des Jahres
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318.