Dreiherrnspitze

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Dreiherrnspitze
Dreiherrnspitze etwa 1890, im Vordergrund das Lahner Kees

Dreiherrnspitze etwa 1890, im Vordergrund das Lahner Kees

Höhe 3499 m ü. A.
Lage Salzburg und Tirol, Österreich und Südtirol Italien
Gebirge Venedigergruppe
Dominanz 9 km → Großvenediger
Schartenhöhe 581 m ↓ Obersulzbachtörl
Koordinaten 47° 4′ 12″ N, 12° 14′ 22″ O47.0712.2394444444443499Koordinaten: 47° 4′ 12″ N, 12° 14′ 22″ O
Dreiherrnspitze (Land Salzburg)
Dreiherrnspitze
Gestein Nordostwand: Zentralgneis des Tauernfensters mit Feldspatanteil, Südwestflanke: Schiefer mit Granat- und Hornblendeanteilen
Erstbesteigung 2. November 1866 durch den Bergführer Balthasar Ploner mit M. Dorer und I. Feldner
Normalweg von der Clarahütte nördlich über das Umbalkees und den Südwestrücken zum Gipfel
Die Dreiherrnspitze, vom hinteren Umbaltal in Osttirol aus gesehen.

Die Dreiherrnspitze, vom hinteren Umbaltal in Osttirol aus gesehen.

Die Dreiherrnspitze (italienisch: Picco dei Tre Signori) ist ein 3499 m ü. A. hoher Berg im westlichen Tauernhauptkamm. Er liegt in den Hohen Tauern, einem Teil der Zentralalpen, genau auf der seit 1919 bestehenden Staatsgrenze zwischen der italienischen Provinz Südtirol und den österreichischen Bundesländern Osttirol und Salzburg. Im 16. Jahrhundert wurde sie auch Dreyerherrenspitz, bis 1873 auch Dreiländer genannt, weil an dieser Stelle die Herrschaftsgebiete der Grafen von Tirol und Görz, sowie der Bischöfe von Salzburg aneinanderstießen. An der Dreiherrnspitze zweigt nach Südwesten der Roßhufkamm ab. Sie hat einen östlichen Hauptgipfel und einen Westgipfel mit 3418 Metern Höhe. Über beide Vermessungspunkte verläuft auf dem Verbindungsgrat die Grenze. Nach Nordosten besitzt der Berg eine große geografische Dominanz, die durch seine teilweise vereiste, 450 Meter hohe und über 60° geneigte Nordostwand gegeben ist. Zuerst bestiegen wurde die Spitze, fragwürdigen Angaben zufolge, 1861 im Rahmen der Landesvermessung durch die Brüder Berger aus Prägraten am Großvenediger[1]. Für eine Besteigung am 2. November 1866 durch den Bergführer Balthasar Ploner mit Michael Dorer und Isidor Feldner liegen dagegen eindeutige Dokumente vor.[2] Von Südwesten aus ist der Berg sehr leicht zu begehen, die Nordostwand hingegen ist nur mit alpiner Kletterei zu bezwingen. Routen durch die Ostwand wurden erst seit Mitte der 1920er Jahre geklettert.

Lage[Bearbeiten]

Der Berg ist rundum von Gletschern umgeben. Im Norden, am Fuße der Nordostwand, erstreckt sich das spaltenreiche und durch Eisbrüche stark zerklüftete Krimmler Kees. Im Osten und Süden liegt das bis auf eine Höhe von 3400 Meter reichende Umbalkees, im Westen schließlich das bis in die Gipfelregion hinaufragende Lahner Kees. Benachbarte Berge sind im Verlauf des ausgeprägten Ostgrats das 600 Meter entfernte Umbalköpfl mit 3426 m Höhe und weitere 1000 Meter östlich die 3481 m hohe Westliche Simonyspitze, die nach dem österreichischen Alpenforscher und Geografen Friedrich Simony benannt ist. Im Verlauf des südwestlich gelegenen Roßhufkamms liegt in etwa 2200 Metern Entfernung der Hohe Roßhuf mit 3199 m. Im weiteren Verlauf des sich in nordwestlicher Richtung anschließenden Tauernhauptkamms liegt noch der Grasleitenkopf (2954 m). Die nächsten bedeutenden Siedlungen sind im südwestlich gelegenen Südtiroler Ahrntal das Dorf Kasern in neun Kilometern Luftlinie. Ebenfalls 9 km entfernt liegt in südöstlicher Richtung das österreichische Hinterbichl bei Prägraten im Virgental.

Stützpunkte und Besteigung[Bearbeiten]

Da die Dreiherrnspitze alle Nachbarberge aufgrund ihrer Höhe deutlich überragt, war sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein beliebter Aussichtspunkt für Touristen. Der Weg der Erstersteiger führte über den nur schwach geneigten und daher auch leicht begehbaren Südwestrücken aus südlicher Hauptrichtung. Stützpunkt in den 1860er Jahren war eine primitiv eingerichtete Almhütte im obersten Umbaltal. Seit 1872 besteht die Clarahütte auf 2036 m Höhe, von der aus bis heute Touren auf die Dreiherrnspitze unternommen werden.[3] Alle Wege auf die Spitze werden als gletscherüberschreitende Hochtouren begangen, die entsprechende Ausrüstung und Erfahrung verlangen. Der heutige Normalweg führt von der Hütte aus in nördlicher Richtung hinauf zum Umbalkees, dann über den Gletscher bis zur Südwestflanke und zum Gipfel in, laut Literatur, einer Gehzeit von 3½ bis 4 Stunden. Anspruchsvolle Kletterei hingegen bietet die Nordostwand der Dreiherrnspitze. Durch diese Wand gibt es Routen in den Schwierigkeitsgraden UIAA III bis V+. Die Routen durch die Nordostwand sind jedoch stark steinschlaggefährdet und werden daher nur selten begangen.[4]

Literatur und Karte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willi End: Alpenvereinsführer Venedigergruppe, München 2006, S. 380, Rz 1408
  2. Jahrbuch des Oesterreichischen Alpenvereins, Band IV, Wien 1868, S. 331
  3. Eduard Richter: Die Erschliessung der Ostalpen, III. Band, Berlin 1894, S. 152 f.
  4. Willi End: Alpenvereinsführer Venedigergruppe, München 2006, S. 380 ff., Rz 1408 ff.

Weblinks[Bearbeiten]