Dreisesselberg (Bayerischer Wald)

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Dreisesselberg
Blick auf den Gipfel des Dreisesselbergs

Blick auf den Gipfel des Dreisesselbergs

Höhe 1333 m ü. NN
Lage Bayern, Niederbayern,
Landkreis Freyung-Grafenau
Gebirge Bayerischer Wald
Koordinaten 48° 47′ 5″ N, 13° 48′ 9″ O48.78472222222213.80251333Koordinaten: 48° 47′ 5″ N, 13° 48′ 9″ O
Dreisesselberg (Bayerischer Wald) (Bayern)
Dreisesselberg (Bayerischer Wald)
Gestein grobkörniger Granit

Der Dreisesselberg (tschechisch: Třístoličník) ist ein 1333 m ü. NN hoher Berg im Bayerischen Wald in Bayern (Deutschland).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Dreisesselberg befindet sich im Landkreis Freyung-Grafenau im östlichen Teil Niederbayerns. Er erhebt sich südöstlich der Gemeinde Haidmühle und nordöstlich der Gemeinde Neureichenau.

Die Grenze zu Tschechien verläuft rund 370 m südöstlich am Gipfel des Dreisesselbergs vorbei, das nahe dem Berg Plöckenstein gelegene Dreiländereck Deutschland−ÖsterreichTschechien befindet sich rund 3 km südöstlich des Dreisesselbergs (Entfernungen jeweils Luftlinie).

Beschreibung[Bearbeiten]

An der höchsten Stelle des Dreisesselbergs, Hochstein genannt, befindet sich ein markanter Granitfels mit Gipfelkreuz, von dem man eine gute Aussicht hat. Das einst stark bewaldete Gebiet wurde infolge Borkenkäferbefalls großflächig gelichtet. Von der Baumvegetation ist stellenweise nur noch Totholz zu sehen.

Ungefähr 450 Meter (Luftlinie) südlich des Dreisesselberggipfels befindet sich der Dreisesselfels, drei bizarre Granitfelsen, die aus kissenartig geformten Felsblöcken der so genannten Wollsackverwitterung bestehen. Direkt nördlich dieser Felsgruppe steht das Dreisesselhaus (1312 m ü. NN) mit dem bewirtschafteten Berggasthof Dreisessel[1]. Wenige Meter östlich verläuft die deutsch-tschechische Grenze.

Bis zum Dreisesselhaus führt die öffentliche Dreisesselstraße, weswegen der Dreisselberg oftmals stark frequentiert ist. Es führen aber auch markierte Wanderwege aus sämtlichen Richtungen, beispielsweise von der Kreuzbachklause, von Haidmühle-Frauenberg oder dem tschechischen Nové Údolí auf den Berg.

Gipfelhaus auf dem Dreisessel

Am Westausläufer des Dreisesselbergs, dem Habergrasberg (1235 m ü. NN), befindet sich der Dreisessel-Schlepplift, ein Skilift mit Talstation in Haidmühle-Frauenberg. Auf dem Dreisesselberg befindet sich auf bayerischer Seite ein Naturschutzgebiet mit einer Größe von ca. 270 Hektar. Die Teile des Osthangs auf tschechischem Gebiet gehören zum Nationalpark Šumava (Böhmerwald).

Vom Dreisesselberg führt der Höhenzug Hochkamm über den Bayerischen Plöckenstein (1365 m ü. NN) und über das Dreiländereck Deutschland−Österreich−Tschechien (1321 m) zum an der österreichisch-tschechischen Grenze gelegenen Hauptgipfel des Plöckensteins (1378,3 m). Er verläuft entlang der deutsch-tschechischen Grenze und danach weiter entlang der österreichisch-tschechischen Grenze. Wenig unterhalb davon befindet sich auf tschechischem Gebiet der Plöckensteiner See, der südlichste Glazialsee des Böhmerwaldes.

Geotop[Bearbeiten]

Die Granite am Dreisessel sind vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 272R024 [2] ausgewiesen und mit dem offiziellen Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet worden. [3] Siehe auch Liste der Geotope im Landkreis Freyung-Grafenau.

Geschichte[Bearbeiten]

Gemäß einer Sage, die auch Adalbert Stifter in seinem Hochwald erzählt, sollen sich einst die Könige von Bayern, Böhmen und Österreich auf dem Gipfel des Dreisesselbergs versammelt haben, um über die Grenzen ihrer Herrschaftsbereiche zu verhandeln. In Wirklichkeit kam der Name „Dreisessel“ erst im 17. Jahrhundert in Gebrauch, zunächst für die auffällige Felsgruppe auf dem Gipfel, bald aber für den ganzen Berg. Der genaue Grenzverlauf wurde erst 1765 zwischen dem Hochstift Passau und dem Erzherzogtum Österreich verbindlich festgelegt und 1767 vermessen. Adalbert Stifter setzte dem Dreisesselberg außer in der Erzählung Hochwald in seinem letzten Roman, Witiko, und in seiner letzten Erzählung, Aus dem baierischen Walde (beide 1867), ein literarisches Denkmal. Seinen Berichten zufolge war der Dreisesselberg damals bereits ein vielbesuchtes Ziel von Wanderern. Schon 1888 ließ die Sektion Dreisessel des Bayerischen Waldvereins das erste Schutzhaus errichten. Neben diesem entstand 1913 das heutige Gebäude, das in den 1960er Jahren modernisiert wurde.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Berggasthof Dreisessel
  2. Geotop: Gipfelklippen am Dreisesselberg (abgerufen am 14. Oktober 2013; PDF; 284 kB)
  3. Granite am Dreisessel (abgerufen am 14. Oktober 2013)

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Praxl: Der Dreiländerberg: Grenzland Bayern-Böhmen-Österreich. Morsak, Grafenau 1991, ISBN 978-3-87553-110-7

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Dreisesselberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien